Virtual DJ Basics: Einrichtung bis zum ersten Mix

Virtual DJ Basics lassen sich leicht erlernen: Die Software von Atomix wird seit über 20 Jahren angeboten und rangiert funktional und qualitativ in der gleichen Liga wie die etablierten DJ-Produkte Traktor Pro, Serato DJ Pro und Rekordbox DJ. Die Software bietet einen stetig wachsenden Funktionsumfang und richtet sich an unterschiedlichste Nutzer, angefangen von Rookies, die die ersten digitalen Mixe in Angriff nehmen möchten, über kreativ arbeitende Club-DJs bis hin zu mobilen Hochzeits-DJs und Event-Beschallern.

Virtual DJ Basics


Virtual DJ bietet hierzu eine Vielzahl an Funktionen und neben der Unterstützung für zahlreiche Controller auch eine Timecode-Steuerung, obendrein Streaming-Optionen und Wiedergabemöglichkeiten für visuelle Inhalte wie Videos oder Fotos.

Inhalte
  1. Audio-Routing in Virtual DJ
  2. Virtual DJ Basics: Steuerung der Software
  3. Song-Browser und Musikbibliothek
  4. Der erste Mix mit Virtual DJ
  5. Virtual DJ Basics: Kreative Elemente im GUI

Virtual DJ bekommt ihr über die Produkt-Website und könnt diese als PC- oder Mac-Version herunterladen. Gut zu wissen: Für die ersten Gehversuche kann man die „Home Free“-Version kostenlos nutzen und so überprüfen, ob die Software zu den eigenen Bedürfnissen passt. Einziger Haken: Controller werden in dieser Version nicht unterstützt.

Wer alle Funktionen nutzen möchte, greift zur Virtual DJ Pro Version, die als monatliches Abo für 23 Euro oder Einmalzahlung für 348 Euro erworben werden kann. Informationen zu den verschiedenen Versionen findet ihr auf dieser Website. In diesem Basics-Crashkurs verwende ich das Starter-Layout, da es alle nötigen Funktionen zum Einstieg bietet und nicht zu überladen ist.

Virtual DJ Basics: Einrichtung bis zum ersten Mix
Fotostrecke: 2 Bilder Für diesen Basic-Crashkurs bitte das Starter-Layout wählen

Audio-Routing in Virtual DJ

Damit der Start gelingt, widmen wir uns zunächst der Audioausgabe. Virtual DJ kann Musik auf unterschiedlichen Wegen ausgegeben. Für die ersten Gehversuche kann man dabei durchaus auch auf ein zusätzliches Audiointerface verzichten und das Ausgangssignal der Computer-Soundkarte per Split-Kabel aufteilen.

Damit die Ausgabe in der Software entsprechend erfolgt, sind folgende Schritte im Einstellungsfenster auszuführen:

  • den Bereich AUDIO lokalisieren
  • unter „Ausgänge“ den Eintrag „Lautsprecher + Kopfhörer“ wählen
  • unter „Hardware“ die Option „Stereo zu Mono Splitter“ aktivieren
  • für den Master- und Kopfhörerausgang „Built-in Output“ …
  • … und im unteren Bereich unter „Ausgänge“ den „Master- und Kopfhörerausgang“ …
  • den Kanälen 1 und 2 zuweisen

Ein geeignetes Split-Kabel bekommt ihr zum Beispiel hier.
Wenn ihr ein Audiointerface (zum Artikel: Die besten Audiointerfaces für DJs) oder die Soundkarte eines Controllers mit mehreren Ausgängen verwenden möchtet, erfolgen die Einstellungen an der gleichen Stelle, dann aber per Auswahl von „USB Soundcard“ unter „Hardware“. Im Bereich „Ausgänge“ lassen sich dann unterschiedliche Stereoausgangspaare für den Master und Kopfhörerausgang nutzen.

Soll der Mix mit einem externen Mischpult und einem Multikanalaudiointerface erfolgen, so selektiert man:

  • „Separate Decks“ unter „Ausgänge“
  • „USB Soundcard“ unter „Hardware“
  • und weist den einzeln aufgeführten Decks …
  • … jeweils einen Stereoausgang zu
Fotostrecke: 3 Bilder Wer als Einsteiger auf ein Audiointerface verzichtet, aktiviert Split-Audio und verwendet ein spezielles Kabel

Virtual DJ Basics: Steuerung der Software

Für die ersten Schritte könnt ihr Virtual DJ mit der Computertastatur und Maus steuern. Hierzu bedarf es keiner speziellen Einrichtung.

Wenn ihr mit einem MIDI-Controller (zum Artikel: Die besten Controller für Virtual DJ) arbeiten möchtet, sucht euch als Einsteiger möglichst ein Gerät aus wie den Pioneer DJ DDJ-WEGO4, Reloop Beatpad 2 oder Numark Mixtrack 3, das direkt von der Software unterstützt wird. Die Liste der kompatiblen Geräte ist recht lang und kann auf der Website des Herstellers eingesehen werden.

Wenn ihr ein entsprechend unterstütztes Produkt verwendet, wird dieses von der Software erkannt und die Controller-Belegungen werden automatisch geladen, sodass keine weiteren manuellen Eingriffe erforderlich sind.

Virtual DJ Basics
Fotostrecke: 2 Bilder Im Einstellungsfenster von Virtual DJ lassen sich zahlreiche Controller selektieren

Song-Browser und Musikbibliothek

Virtual DJ lässt sich auf verschiedenen Wegen mit Musik füttern. Der Songbrowser befindet sich im unteren Teil des Hauptfensters und gibt Zugriff auf unterschiedliche Quellen. Unter „Lokale Musik“ könnt ihr auf Songs zugreifen, die in den Ordnern eurer Computerfestplatte gespeichert sind. Eine direkte Integration für Songs aus iTunes, Serato und Traktor gibt es ebenfalls, sodass ihr in diesen Programmen angelegte Playlisten direkt nutzen könnt. Alternativ lassen sich auch Songs direkt aus Festplattenordnern per Drag&Drop in die Decks ziehen. 

Im Bereich „Online Musik“ gibt es zahlreiche Quellen, für die man allerdings kostenpflichtige Abos abschließen muss, um sie nutzen zu können. Das öffentliche Spielen dieser Songs ist leider aktuell in Deutschland nicht erlaubt, ich hatte dieses bereits in meinem Virtual DJ 2020 Test thematisiert. Für eure privaten Mixsessions dürft ihre diese Online-Quellen natürlich verwenden.

Für eine eigene Songverwaltung könnt ihr Playlisten, Filter- und Favoriten-Ordner angelegen. In diese Listen lassen sich Songs für Mixe einsortieren, ähnlich wie man es von der guten alten Plattenkoffer-Sortierung kennt. Großer Vorteil der digitalen Verwaltung: Songs lassen sich beliebig oft in verschiedenen Listen packen und per gesetzter Filter-Optionen können auch automatisch Listen erstellt werden.

Virtual DJ Basics
Fotostrecke: 2 Bilder Im Songbrowser findet die zentrale Songverwaltung statt

Der erste Mix mit Virtual DJ

  • Um den ersten Mix anzugehen:
  • beide Kanalfader nach oben schieben
  • Crossfader ganz nach links bewegen
  • Song in das Deck A laden
  • Wiedergabetaste drücken (Plattenteller dreht sich)

Der Song wird nach dem Laden analysiert und dessen Geschwindigkeit und Tonart ermittelt und eine Wellenformdarstellung generiert. Geschwindigkeitsänderungen lassen sich mit dem Pitchfader vornehmen und zwei Wellenformen helfen euch beim Mixen, den Überblick zu behalten.

  • einen Song in Deck B laden
  • Cue-Taste im Mixerbereich drücken (vorhören)
  • Songwiedergabe starten
  • Mixassistenten aktivieren
  • per Crossfader überblenden

Wenn ihr den Mixassistenten aktiviert habt, wird das Tempo des Songs angepasst und auch die Beats übereinandergelegt. Zum Überblenden kommt der Crossfader zum Einsatz und mit den EQs lassen sich Frequenzeingriffe vornehmen, damit es nicht zu Überlagerungen kommt.

Viele DJs nutzen die Kanalfader an Stelle des Crossfaders zum Mixen. Hierbei solltet ihr darauf achten, dass sich der Crossfader in der Mittelstellung befindet und der Kanalfader des Songs, den ihr mixen und vorhören wollt (Deck B in meinem Beispiel), zunächst ganz heruntergezogen sein muss. Für den Übergang wird der Kanalfader des Decks B langsam nach oben bewegt und der Kanalfader des zuvor laufenden Songs (Deck A) heruntergezogen.

Virtual DJ Basics
Fotostrecke: 3 Bilder Für den ersten Mix einen Song in Deck A laden …

Virtual DJ Basics: Kreative Elemente im GUI

Virtual DJ ist mit einer großen Auswahl an kreativen Funktionen ausgestattet. Das Starter-Layout bietet im Bereich „Pads“ vorbelegte Effekte, die ihr direkt verwenden könnt. Die Funktion Beatgrid wirbelt eure Songs rhythmisch „durcheinander“, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass beim Mixen kein Chaos entstehen (das Beatmatching wird nicht tangiert). Mit Roll könnt ihr temporäre Loops mit einer Länge von bis zu einem Beat (Taktschlag) aktivieren und Scratch führt automatisch einen Baby-Scratch, Flare, Jet-Scratch oder Backspin aus, ohne den Mix zu unterbrechen.

Wer zusätzliche Inhalte einstreuen möchte, kann den Sampler nutzen. Die Sample-Speicherplätze lassen sich im Bereich des Songbrowsers mit Samples befüllen. Sichtbar werden die Sample-Bänke durch Klick auf „Sideview“. 

Mit den Pfeiltasten im oberen Bereich lassen sich die Bänke umschalten. Eigene Samples landen beispielsweise per Drag&Drop aus den Festplattenordnern in den Sample-Speicherplätzen. Unterhalb der Pads findet ihr in den Decks die drei Effekte Filter, Flanger und Cut. Die Effekte werden durch das Drehen der Regler nach rechts oder links kontrolliert und lassen sich zum Aufpeppen von Mixen nutzen.
Den Abschluss der kreativen Deck-Features bildet die Loop-Funktion (Loops-Workshops).

Mit den Pfeiltasten könnt ihr die Länge des Loops bestimmen und per Klick auf die Zahl wird die Loop-Funktion aktiviert. Das Starter-Layout bietet keine Möglichkeit, die Quantisierungsoption für Loops einzuschalten, weshalb ihr beim Setzen der Loops treffsicher agieren müsst.

Wenn ihr noch mehr Effekte nutzen möchtet, klickt auf den kleinen unscheinbaren Button „Mixer FX“, der zwischen den Kanalzügen platziert ist und selektiert einen der angebotenen Effekte wie Filter, Echo oder Reverb. Diese Effekte werden jetzt automatisch genutzt, wenn ihr Songs mit dem Crossfader überblendet.

Virtual DJ Basics
Fotostrecke: 7 Bilder Virtual DJ bietet zahlreiche kreative Funktionen wie „Beatgrid“ …

Resümee

Die Software Virtual DJ bietet einen großen Funktionsumfang und lässt sich mit einer Vielzahl an Audio-Hardware und DJ-Controllern kombinieren. Wie der Einstieg und der erste Mix gelingen und wie sich kreative Funktionen nutzen lassen, wisst ihr nun. Klar habe ich mich hier auf die Basics beschränkt und in vielen Bereichen nur an der Oberfläche gekratzt, um die ersten Schritte so einfach wie möglich zu halten. Es werden aber noch weitere Crashkurse folgen, die sich mit etwas fortgeschritteneren Themen beschäftigen. Stay tuned.

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