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Viola Smith ist mit 107 Jahren gestorben: Zum Tod der ersten berühmt gewordenen Berufsschlagzeugerin

Viola Smith wurde am 29. November 1912 in Mount Calvary, Wisconsin geboren und dass sie eine der wegweisenden Schlagzeugerinnen des Jahrhunderts wurde, hat sicherlich auch mit ihrem Vater zu tun, der darauf bestand, dass alle Kinder ein Musikinstrument in der Familienband spielten. Viola fiel dabei die Trommel zu, was sie in Interviews als großen Glücksfall bezeichnete, schließlich sei dies auch das beste Instrument. Der Spaß daran hat sie nie wieder verlassen, hinzu kam eine große Portion Talent und harte Arbeit. 

Bildquelle: Viola Smith: America's Original Hep Girl on Tom Tom TV - Video unten verlinkt
Bildquelle: Viola Smith: America’s Original Hep Girl on Tom Tom TV – Video unten verlinkt


„Üben, üben, üben“, so beschrieb sie die schulfreie Zeit, hinzu kamen Konzertreisen während der Ferien. Frust bereiteten ihr die väterlichen Vorgaben allerdings nicht, im Gegenteil. Anfangs nahm sie Unterricht bei einem befreundeten Berufsschlagzeuger, später, nach ihrem Umzug nach New York, entdeckte sie der legendäre Billy Gladstone. Der war nicht nur einer der versiertesten Trommler und gab ihr Unterricht, er baute Viola auch eine seiner fortschrittlichen Snares. Später studierte sie an der Juillard University Timpani, auch hier wieder bei den Besten des Fachs. Anschließend tourte Viola erfolgreich mit dem Familienorchester, den „Schmitz Sisters“, welches allerdings durch Heirat einiger Schwestern immer kleiner wurde und schließlich in der Band „The Coquettes“ aufging. Als dort nur noch Viola und eine Schwester spielten, beschloss sie, das Leben auf Tour zu unterbrechen. 

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Louie Bellson ließ sich von Viola Smith inspirieren

Nachdem die USA in den Zweiten Weltkrieg eingetreten waren, mussten viele männliche Kollegen als Soldaten in den zweiten Weltkrieg ziehen und die Orchester begannen vermehrt, auch weibliche Musiker zu engagieren. Violas herausragenden musikalischen und spieltechnischen Fähigkeiten und der Umstand, dass sie zu dieser Zeit täglich im dynamischen Nachtleben von New York spielte, brachten ihr Gigs mit Benny Goodman, Ella Fitzgerald und Billie Holiday ein. In Magazinen wurde sie mit Gene Krupa verglichen, ein Lob, was sie so hinnahm, ohne weiter drüber nachzudenken.
Einen besonderen Schub bekam ihre Karriere zudem durch der im Fernsehen ausgestrahlten Major Bowes Show, ein Art Amateur-Talentshow, die vor Violas Einstieg von einem gewissen Frank Sinatra gewonnen wurde. Später spielte sie in New York in der Cabaret Show, die ein großer Erfolg wurde und von nahezu allen US-Stars der damaligen Zeit besucht wurde.   
Ein wichtiger Teil von Viola Smiths Spiel war auch ihr äußerst auffälliges, teilweise symmetrisch aufgebautes Drumset mit insgesamt dreizehn Trommeln. Louie Bellson ließ sich davon zu seinem eigenen Doublebassdrum-Set inspirieren, denn er liebte die beidseitig aufgehängten großen Trommeln an Viola’s Kit.   
In Interviews zeigte sich Viola Smith noch in ihren Hundertern als zufriedener und dankbarer Mensch, der ein schönes Leben mit leichten Übergängen und tollen Erfahrungen gelebt hat. Dass sie streckenweise fünf Gigs täglich über Monate gespielt und unendlich viel geübt hat, empfand sie nicht als Arbeit. Am 21. Oktober 2020 ist sie in Kalifornien an den Folgen einer Alzheimer Erkrankung gestorben.
(Anmerkung: die exakten zeitlichen Abläufe ihrer Karriere ließen sich nicht zweifelsfrei feststellen, ihre eigenen Erinnerungen variierten teilweise.)

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von Max Gebhardt

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