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Toontrack The Hitmaker SDX Test

Praxis

The Hitmaker – in bester SDX Gesellschaft

Die Toontrack The Hitmaker SDX deckt die Drumsouds von Phil Collins, Genesis, Sting und The Police über die Drumsets von vier Drummern ab. Phil Collins saß bei Aufnahmen für sein Solo-Projekt und für Genesis bekanntermaßen selbst hinterm Schlagzeug. Bei Sting und The Police besetzten diese Positionen Stewart Copeland (The Police), Manu Katché (frühere Alben von Sting) und Vinnie Colaiuta (Sting in den 90ern) – eine durchaus illustre Drummer-Runde, deren Sounds man sich da auf den Rechner holt! Als Zugabe nahm man für Hitmaker SDX noch ein klangneutraleres Kit in zwei Variationen auf.

Tama Imperialstar hitmaker SDX
Ein Tama Imperialstar, wie es Stewart Copeland bei The Police spielte. Sogar die Farbe stimmt! Foto: Toontrack

Unter dem Strich kommt die Hitmaker SDX also auf sechs Drumsets, und wie immer gibt’s eine stattliche Auswahl alternativer Instrumente (insgesamt jeweils elf Kicks und Snares). Die zusätzlichen Samples von Drum-Machines sind in einer eigenständigen Teil-Library untergebracht. Die Library kommt zudem mit gut 700 MIDI-Grooves und Fills, die den persönlichen Stil der jeweiligen Drummer ausgesprochen gut nachbilden.

Charaktervoller Grundklang 

Die Hitmaker SDX bietet erstmals mehrere Clean-Kit-Presets pro Kit, die weitgehend auf den Einsatz von Effektkanälen verzichten und den Klang der Drumsets auf eine möglichst neutrale Art und Weise wiedergeben. Diese Presets bieten nicht nur einen guten Startpunkt, um sich den eigenen Sound zu erarbeiten, sondern sie sind u.a. auch für E-Drummer interessant, die sich einen möglichst natürlichen Klang wünschen. Und auch, um sich einen Überblick über den Grundklang der Library zu verschaffen, sind diese Presets natürlich hilfreich.

SDX Clean Kit
Pro Drumset bietet die Hitmaker SDX zwei bis drei Clean-Kit-Presets, die einen weitgehend unbehandelten Sound mitbringen.

Insbesondere die markanten Sounds von Phil Collins und Stewart Copeland können Kinder der 80er bereits jetzt eindeutig zuordnen. Im Fall von Phil Collins sind es die charakteristischen Concert-Toms ohne Resonanzfelle, die schnell entsprechende Assoziationen wecken. Bei Stewart Copeland ergänzen vier Ocotbans den Grundklang des Kits und erzeugen so den Wiedererkennungswert. Für die Audiobeispiele habe ich in mehreren Fällen den Anteil der Ride-Becken im Overhead-Kanal abgesenkt. Ansonsten sind hier vollständig unbearbeitete Presets zu hören.

Audio Samples
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Center Stage – Phil Collins (Clean Kit) Reggae Rock – Stewart Copeland (Clean Kit) Storyteller – Vinnie Colaiuta (Clean Kit) New World – Manu Katché (Clean Kit) Red Hot Session (Clean Kit) Red Hot Concert (Clean Kit)

Die Kits von Vinnie Colaiuta und Manu Katché zeigen ebenfalls eine gewisse Wiedererkennbarkeit – allerdings in nicht ganz so starkem Maße wie die von Phil Collins und Stewart Copeland. Das etwas neutraler angelegte Session-Kit kommt zusätzlich in einer Variante mit Concert Toms, die man wiederum durchaus Phil Collins zuordnen könnte. Generell verfügen alle Kits der Library über mindestens sechs Toms (teils ergänzt durch Octabans/Gongdrum).

Mixer-Channels und Presets

Neben Close-Mics und Overheads bietet die Hitmaker SDX einen stark komprimierten Stereo-Raum und ein neutraleres Surround-Setup aus fünf Kanälen. Letztere können wie immer auch für Stereo-Mixes genutzt werden. Das prominente „Ball & Biscuit“ Mikrofon aus dem persönlichen Besitz von Hugh Padgham wurde beim Recording erwartungsgemäß heftig komprimiert. Einen guten Überblick (in englischer Sprache) gibt es im folgenden Video von Toontrack selbst.

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Mehr Informationen

Durch den kräftigen Zugriff des originalen Kompressors entsteht ein extrem authentischer Klang für einzelne Instrumente. Dass sich die Interaktion zwischen mehreren Instrumenten (z.B. Kick/Snare und darunter pumpende Becken) auf diesem Weg nicht nachbilden lässt und der Realismus in dieser Hinsicht ein wenig leidet, ist ein prinzipbedingter Punkt, den man weder Toontrack noch Hugh Padgham vorwerfen kann.

Toontrack SDX Mixer
Die Hitmaker SDX bietet neben den Close-Mics und Overheads einen Stereo-Raum, ein Surround-Setup mit fünf Kanälen und das legendäre Ball & Biscuit Mikrofon aus Hugh Padghams persönlichem Besitz.

Die Library umfasst insgesamt 43 Presets, von denen 13 auf die Clean-Kits entfallen. Es bleiben also 30 komplexere Presets übrig, die sich teils extrem nah an den Originalen bewegen – beeindruckend!

Audio Samples
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Center Stage: Air (Preset) Center Stage: Roomy (Preset) Center Stage: Retro Vibe (Preset) Reggae Rock: Basic (Preset) Reggae Rock: Punk Rock Intelligence (Preset) Soryteller: Compressed Reverb Storyteller: Nineties Pop (Preset) New World: Plate (Preset) New World: Non-Linear (Preset) Red Hot Session: Compressed Room (Preset) Red Hot Concert: Dry (Preset) Red Hot Concert: Starting Dry (Preset)

Extra-SDX mit Drum-Machines

Die elektronischen Drumsounds der Toontrack The Hitmaker SDX sind in einer separaten kleinen SDX-Library untergebracht. Zur Auswahl stehen hier sieben geschichtsträchtige Drum-Machines von Linn Drum LM-2, Oberheim DX über Emu SP-1200 bis hin zu Roland CR-78, TR-707, TR-808 und TR-909. Richtig kultig wird es dann bei den übrigen fünf Kits des Simmons SDS-V, der klassischerweise über die charakteristischen sechseckigen Drum-Pads gespielt wurde, die man in den 1980ern in vielen Live-Setups erspähen konnte.

Hitmaker SDX Drum Machines
Kultig! Die Hitmaker SDX bietet Sounds klassischer Drum-Machines.

Insgesamt bringt die Hitmaker SDX gut 400 elektronische Sounds mit, von denen die unbehandelten Samples der analogen Hardware an sich im Grunde keine große Besonderheit darstellen würden. Entsprechende Libraries gibt es schließlich wie Sand am Meer.

Audio Samples
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CR-78: Airy Loop (Preset) SDS-V: Insimmonable Touch (Preset) LM-2: Billy’s Number (Preset)

Wirklich außergewöhnlich ist, dass die Sounds in diesem Fall nicht nur direkt gesampelt, sondern zusätzlich auch durch ein PA-System im Studio ausgespielt und über das komplette Setup an Raummikrofonen wieder aufgenommen wurden. Tatsächlich war dies auch einer der Kniffe, die Hugh Padgham nach eigener Aussage in den 1980ern häufig nutzte, um trockenen elektronischen Drums mehr Tiefe und Dimension zu verleihen. Für Fans von Phil Collins und Genesis gilt: Achtung Schlüsselreiz!

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