Anzeige

Spitfire Audio Symphonic Motions Test

Wenn es um Libraries traditioneller Instrumente wie z. B. das Orchester geht, gibt es meist zwei Ansätze: zum einen die mehr oder minder vollständige Darstellung des Instruments mit seinen einzelnen Artikulationen und zum anderen gespielte Phrasen, Patterns, Rhythmen. Mit Symphonic Motions hat Spitfire Audio ein Instrument zweiter Kategorie veröffentlicht. Hier ist der Name Programm, es geht um Bewegung im symphonischen Ausmaß. Wie wendig das Instrument ist, wie es klingt und was es sonst noch kann, wird im Folgenden näher vorgestellt.

Weiter geht’s im Orchestertext, Spitfires neuster: Symphoniy Motions.
Weiter geht’s im Orchestertext, Spitfires neuster: Symphoniy Motions.

Details & Praxis

Download und Installation

Symphonic Motions 13 GB sind über die hauseigene Spitfire App ratzfatz aus dem Netz gezogen. Da es ein eigenständiges Instrument ist, muss auch nichts weiter registriert werden, es kann sofort losgehen.

GUIs

Ich öffne das Instrument und verfalle nicht, wie sonst an dieser Stelle, in ein Lamento, dass der Player zu klein ist, sondern ich bin angenehm überrascht, dass er hier nahezu bildschirmfüllend ausfällt. Ein Überblick kann man sich so schnell verschaffen: Oben befindet sich das Preset-Menü, gegliedert in die vier Kategorien Simple, Complex, Clean und Distorted. Darunter befinden sich drei Controller, Dynamik, Expression und ein fetter Drehregler,der sich mit Reverb, Attack, Decay, Susatin, Release und Tape Saturation unterschiedlich belegen lässt. 
Den Abschluss bildet das Herzstück des Instruments, das Grid. Hier befinden sich 40 einzeln anwählbare Slots, aufgeteilt in sieben verschiedene Artikulationen und vier rhythmische Werte (1/6, 1/8, 1/12, 1/16). Volume und Pan sämtlicher Slots können unabhängig voneinander geregelt werden und jeder Slot hat den Umfang einer großen Terz. Da Symphonic Motions nur aus Violinen und Celli besteht, bedeutet das einen Gesamtumfang von 12 großen Terzen, innerhalb derer man rhythmisch und artikulatorisch auf verschiedenste Weise layern kann.

Groß, übersichtlich, angenehm: das GUI der Symphonic Motions.
Groß, übersichtlich, angenehm: das GUI der Symphonic Motions.

Presets und Sound

Ich klicke mich durch die Presets und spiele mit dem Grid herum. Neben den sieben Artikulationen gibt es 14 Techniken, und jedes Mal, wenn man eine anwählt, ergibt sich per Zufallsfunktion eine neue Kombination von Slots. Das gefällt mir sehr gut, denn ich sehe mich bei so einem Instrument nicht gerade mit einer besonders großen Akribie bestimmte Techniken und Artikulationen kombinieren. Auch wenn es schön ist, dass es diese Möglichkeit gibt. Aber hier finde ich es wesentlich interessanter, das Feld per Spieltechnik etwas einzugrenzen und dann Kollege Zufall die Kontrolle zu überlassen.
Leider stellt sich auch hier Ernüchterung ein. Egal ob per Random oder Preset, die Bewegungen klingen alle ziemlich gleich. Schön, dass es Achtel, Sechzehntel und ihre triolischen Vertreter gibt. Aber die Möglichkeiten der Bewegung gehen doch weit darüber hinaus. Außerdem habe ich bei Instrumenten mit spezieller Funktion gerne ein Angebot, das ich nicht selber herstellen kann. Und eine halbwegs realistische Programmierung von Achteln und Sechzehnteln kriege ich auch selber hin. Was also wäre schön gewesen? 
Die Antwort ist einfach: alles, was man selber kaum überzeugend programmieren kann – Ricochets, unregelmäßige Bogenbewegungen auf einem Ton, Flageolett-Glissandi, Spiccatos mit so hohem Bogendruck, dass kein Ton mehr, sondern ein Geräusch entsteht.
So, wie es ist, taugt Symphonic Motions für mich in erster Linie zum Anreichern, weniger als eigenständiges Instrument. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

FX und Mixer

Es bleiben noch die beiden Fenster FX und Mixer. Hier gibt es nicht allzu viel zu berichten, FX wartet mit Tape Saturation, Delay und Reverb auf, der Mixer dagegen mit den drei Mikrosignalen Close, Tree, Ambient und drei verschiedenen Pre-Mixes der Signale. Außerdem gibt es noch ein paar Controller für die Werte Attack, Dacey, Sustain, Release. Also alles im Bereich des Üblichen. Erwähnenswert finde ich eigentlich nur die Tape Saturation. Die klingt wirklich angenehm und ermöglicht Farben von leicht mit Obertönen angereichert bis hin zu Streichern, die durch den Amp gejagt werden.  Unterm Strich würde ich aber auch hier sagen, dass das nicht genug ist, um es auf z. B. hybride Weise speziell zu machen. Insofern auch hier: Anreicherung ja, Eigenständigkeit eher nein.

Fotostrecke: 2 Bilder Im Westen nichts Neues: Symphonic Motions FX Palette bleibt bei den Standards.
Fotostrecke
Audio Samples
0:00
A Good Start Simple Sul Pont Elegant Mix Temperamental Teapot Up and Downtown Percussive Patina Why Do This Engine Room Pulses

Fazit

Für Spitfire Audios Symphonic Motions ein Fazit zu ziehen, fällt mir nicht ganz leicht. Nach Spitfires eigenem Bekunden ist die Idee der Library die Anreicherung und so schnell für etwas Bewegung im Hintergrund zu sorgen. Wenn das die Idee ist: alle Daumen hoch, denn dafür funktioniert sie tadellos. Und klanglich ist Symphonic Motions ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Ich bleibe allerdings dabei, dass man das Konzept etwas phantasievoller hätte umsetzen und der Library damit mehr Charakter hätte geben können. Außerdem finde ich den Titel wirklich irreführend, auch wenn eine Violine auf dem Cover abgebildet ist. Von daher dieses Mal einen Punkt Abzug.

 

PRO
  • Übersichtliches, großes GUI
  • Funktional gehalten
  • Klanglich spitze
  • Endlose Kombinationsmöglichkeiten
CONTRA
  • Patterns alle recht ähnlich
  • Artikulatorisch eher Standard
  • Nur Streicher
FEATURES
  • 13 GB Content
  • 7 Techniken
  • 40 Artikulationen
  • 16 Presets
  • 3 Mikrosignale
  • 3 Pre-Mixe
  • Mac OS X 10.10 oder später Minimum: 2.8 GHz i5 (dual core), 8 GB RAM, 15 GB freier HD Speicher (7200 rpm). Empfohlen: 2.5 GHz i7 (quad-core), 16 GB RAM, 15 GB freier SSD Speicher.
  • Windows 7, Windows 8, oder Windows 10 (letztes Service Pack, 32/64-bit) Minimum: 2.8 GHz i5 (dual core), 8 GB RAM, 15 GB freier HD Speicher (7200 rpm). Empfohlen: 2.5 GHz i7 (quad-core), 16 GB RAM, 15 GB freier SSD Speicher.
Preis:
  • 249 €

Unser Fazit:

Sternbewertung 4,0 / 5

Pro

  • Übersichtliches, großes GUI
  • Funktional gehalten
  • Klanglich spitze
  • Endlose Kombinationsmöglichkeiten

Contra

  • Patterns alle recht ähnlich
  • Artikulatorisch eher Standard
  • Nur Streicher
Artikelbild
Spitfire Audio Symphonic Motions Test
Hot or Not
?
Weiter geht’s im Orchestertext, Spitfires neuster: Symphoniy Motions.

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Sebastian Oswald

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

ujam Symphonic Elements STRIIIINGS Test

Software / Test

Scoring war möglicherweise noch nie so einfach - ujam STRIIIINGS macht’s möglich. Hier geht's zum Test!

ujam Symphonic Elements STRIIIINGS Test Artikelbild

Warum STRIIIINGS mit vier „i“ geschrieben wird? Wahrscheinlich, damit man es so schön archaisch aussprechen kann, wie es im Walkthrough-Video des deutschen Plugin-Herstellers ujam getan wird. Obwohl ujam ein noch relativ junger Name ist, kann man bei weitem nicht mehr von einem Newcomer sprechen, da hinter dem Unternehmen mitunter langjährig etablierte und umtriebige Köpfe wie etwa Peter Gorges stecken. Letzterer hatte bereits bei vielen legendären Plugins und auch Herstellern seine Finger mit im Spiel. Die Effekt-Plugins Finisher Neo und Finisher Micro (Freeware) hatten wir bereits im Test und sind gespannt, ob sich das virtuelle Streichinstrument STRIIIINGS nun gleichermaßen bewährt. Da die Filmmusik-Ikone und ujam-Mitbegründer Hans Zimmer bei der Produktion des Sample Contents offenbar beteiligt war, ist die Erwartungshaltung dementsprechend hoch – was hat aber unser Kurztest ergeben?

Heavyocity Symphonic Destruction Test

Software / Test

Heavyocity zeigt mit Symphonic Destruction eine grandiose Kontakt-Library für das virtuelle Scoring. Mixfertige Presets ereinfachen die Arbeit moderner Filmkomponisten.

Heavyocity Symphonic Destruction Test Artikelbild

Über Jahrhunderte hinweg hat sich das klassische Orchester durch verschiedene Stilepochen zu einem genialen Klangkörper westlicher Musikkultur entwickelt. Nun soll es digital zerstört werden? Die Kontakt-Library „Symphonic Destruction“ von Heavyocity steckt voller Zeitgeist und wer den Softwarehersteller aus New York City kennt, freut sich bereits auf ein neues spannendes Kapitel über „cineastisches Sounddesign der Superlative“.

Spitfire Audio Abbey Road ONE Test

Software / Test

Abbey Road ONE ist der Kooperationsbeginn zwischen dem legendären Studio in London und dem britischen Plugin-Spezialisten Spitfire Audio,!

Spitfire Audio Abbey Road ONE Test Artikelbild

Mit Abbey Road ONE startet eine Kooperation zwischen dem legendären Studio in London und dem britischen Plugin-Spezialisten Spitfire Audio, die in Zukunft sogar noch ausgebaut werden soll. Obwohl man mit dem Studio wahrscheinlich spontan die Beatles assoziiert, stehen die Anlagen des Abbey Road genauso für zahlreiche High-End-Produktionen aus dem Genre der Filmmusik – wie etwa Star Wars, Avengers: Endgame, Herr der Ringe oder Harry Potter.

Spitfire Audio Hammers Test

Software / Test

Autor: Sebastian Oswald Tel.: 0176/64000539 &nbsp; TEASER Spitfire Audio ver&ouml;ffentlicht &bdquo;Hammers&ldquo;. &nbsp; AUTOTEXT Spitfire ver&ouml;ffentlicht in Zusammenarbeit mit Charlie Clouser das Percussion-VST &bdquo;Hammers&ldquo;. &nbsp; &Uuml;1&nbsp; Kurztest &Uuml;2 Virtual Instrument &Uuml;3&nbsp; INTRO Spitfire ist bekannt daf&uuml;r, Kollaborationen mit Musikern einzugehen. In der Vergangenheit waren bereits Hans Zimmer, Olafur Arnalds oder Eric Whitacre mit an Bord. F&uuml;r &hellip; <a href="https://www.bonedo.de/artikel/spitfire-audio-symphonic-motions-test/">Continued</a>

Autor: Sebastian Oswald

Bonedo YouTube
  • Knobula Kickain Sound Demo (no talking)
  • Buchla Tiptop 245t and 257t Sound Demo (no talking)
  • Korg Drumlogue Sound Demo (no talking)