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the t.mix Volume 1 Test

Man könnte behaupten, dass man ein Gerät wie den the t.mix Volume 1 eigentlich noch gar nicht als Monitorcontroller bezeichnen könnte, da es sich vielmehr nur um einen Lautstärkeregler handelt. Das stimmt nicht ganz, denn immerhin gibt es einen Mute- und einen Mono-Schalter.

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Aber viel mehr braucht es ja auch nicht auf dem Schreibtisch. Der Preis liegt nicht unbedingt in einem Bereich, bei dem man sich den Kopf zermartern müsste, ob es die Investition wert ist. 35 Euro sind es zum Testzeitpunkt.

Interessanter Link: Kaufberater Monitorcontroller

Details & Praxis

Drei Formate rein, nur zwei raus

Für diesen geringen Preis kann man kein Metallgehäuse erwarten. Denkste: Es ist aus Metall, und zwar komplett! Das hat nicht nur positiven Einfluss auf die Anmutung, sondern auch auf die Einstreuempfindlichkeit. Die Anschlüsse sind im Inneren direkt auf die Platine gelötet und bis auf die Combobuchsen nicht am Gehäuse fixiert. Buchsen gibt es auf der Rückseite übrigens eine Menge zu bewundern: Eingangsseitig steht neben den besagten Combos auch ein 3,5mm-Stereoklinkeneingang zur Verfügung. Das sind mit 6,3mm TRS, 3,5mm TRS und XLRf geschlagene drei Eingangsformate. Hinaus geht es mit großen symmetrischen Klinken oder Stereo-Miniklinke. Das ist ein wenig schade, denn dadurch werden beim Anschluss aller ordentlicher Speaker Klinke-XLR-Kabel nötig, die (zudem noch im richtigen Gender) eigentlich immer überall Mangelware sind. Markenbauteile, also Buchsen, Schalter, Regler und Widerstände, gibt es im the t.mix Volume 1 nicht. Was es ebenfalls nicht gibt, ist ein Netzanschluss. Wozu auch? Schließlich ist dies ein passiver Controller, der ausschließlich dämpft.

Drei zu Zwei steht es für die Eingänge!
Drei zu Zwei steht es für die Eingänge!

Poti und zwei Knebel

Bedienseitig zeigt sich der kleine Controller einfach und stimmig. Neben dem zentralen Poti gibt es die Möglichkeit, das Signal per Knebelschalter stummzuschalten sowie per ebensolchem Schalter Links und Rechts zu einem Monosignal zusammen zu mischen, um das Signal auf Stereoprobleme hin zu untersuchen. Beide Schaltfunktionen arbeiten angenehm knackarm. Auf dem Tisch steht der kleine Volume 1 rutschfest, wenn hinten Kabel gesteckt sind. Nur mit 3,5mm-Ins- und -Outs ist das nicht ganz so optimal, funktioniert aber auch. Auch bei häufigem Bedienen des Reglers wurde meine Hand nicht müde, weil die Bauhöhe so gestaltet ist, dass ich das Handgelenk nicht stark anwinkeln muss, um die Kappe zu greifen. Allerdings zeigte sich bei meinem Testgerät ein nicht gleichbleibender haptischer Widerstand über den Regelweg: Im mittleren Bereich wurde er zwischen 10 und 14 Uhr etwas stärker. Außerhalb dieses Bereichs epmfand ich das Poti nicht zu leichtgängig. Der bis auf die fehlende Mono-Schaltung ausstattungsmäßig identische JBL Nanopatch XLINKX, den ich zum Vergleich herangezogen habe, machte diese Aufgabe etwas besser. Allerdings legte sich der stellenweise etwas erhöhte Widerstand des t.mix nach einigen Tagen des Betriebs.

Fotostrecke: 3 Bilder Zentrales und wichtigstes Bedienelement: Volume-Poti.
Fotostrecke

Kanalgleichheit

Ein Knackpunkt bei vielen Geräten dieser Art ist die Kanalgleichheit, die durchaus einmal leiden kann. Bei meinem Testgerät war davon nichts zu bemerken, selbst im oft besonders kritischen Bereich starker Dämpfung: Von Linksanschlag an spielten beide Kanäle mit identischem Pegel.

Fotostrecke: 2 Bilder Als passiver Controller dämpft der Volume 1 ausschließlich und verstärkt nicht.
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Signalqualität

Für die Signalqualität ist es bekanntlich immer am besten, so wenig Geräte und auch Bauteile im Pfad zu haben wie möglich. Bei Vollausschlag muss man bei re-recordeten Files enorm genau hinhören, um zu erkennen, dass „da was ist“. In erster Linie leiden bei derartigen Geräten die Stereobreite, die Knackigkeit im Bass und die Agilität in den Höhen. Das ist aber so minimal, dass man mit enorm guten Lautsprechern enorm genau hinhören muss. Alternativen sind hier nur Monitorcontroller, deren Preisschild schnell das Zigfache des Volume-1-Preises anzeigt. Bei hoher Dämpfung fallen die genannten Punkte etwas stärker ins Gewicht, aber nicht so, dass man sich ernsthaft Sorgen um seine Wiedergabekette machen müsste. Und unter uns: Wer vor 3000-Euro-Speaker einen 35-Euro-Controller klebt, der macht konzeptionell etwa den gleichen Fehler wie jemand, der ein 3000-Euro-Röhrenmikrofon mit dem Preamp des preiswerten Interfaces vorverstärkt, anstatt zu einem ordentlichen Mic Pre zu greifen. Praxistipp: Wenn die übliche Abhörlautstärke mit einer Pegelstellung über 12 Uhr einhergeht, ist alles richtig eingestellt. 

Fazit

Der kleine Controller the t.mix Volume 1 spielt nicht gerade in der „Air Force One“-Liga, aber das will er auch gar nicht. Mit ihm ist es aber möglich, die wesentlichen Funktionen bei der Nutzung von Speakern direkt neben dem Computerkeyboard zur Verfügung zu haben. Das funktioniert zu einem kleinen Preis und ohne nennenswerte Qualitätseinbußen für das Signal.

Unser Fazit:

Sternbewertung 4,0 / 5

Pro

  • drei Eingangs- und zwei Ausgangsformate
  • günstiger Preis
  • ordentliche Kanalgleichheit auch bei hohen Dämpfungen

Contra

  • Widerstand des Potis beim Testgerät zu Beginn nicht gleichmäßig über den Regelweg
Artikelbild
the t.mix Volume 1 Test
Für 35,00€ bei
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Features & Spezifikationen
  • passiver Monitorcontroller
  • maximale Ein- und Ausgangspegel: 26 dB
  • Mono-Schalter
  • Mute-Schalter
  • Eingänge: Combo TRS/XLR, 3,5mm-Stereoklinke
  • Ausgänge: TRS, 3,5mm-Stereoklinke
  • Maße: 118 x 112 x 46 (BxTxH in mm)
  • Gewicht: 342 g
  • Herkunftsland: China
  • Preis: € 35,– (Straßenpreis am 6.4.2021)
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von Nick Mavridis

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