Anzeige

The Sound of Musaeus College Auditorium, Colombo (Sri Lanka)

Die spezielle Situation mit Sri Lanka

… war, dass unser komplettes Bühnenbild dort noch einmal komplett neu gebaut werden musste, da der Transport von Indien nach Sri Lanka sowohl zeitlich als auch finanziell ein noch größerer Aufwand gewesen wäre, als es das Stück ohnehin schon war. Unser Tourmanager und ich konnten in dem gemeinsamen Gespräch mit der Colombo-Delegation immerhin schon auf Erfahrungswerte von dem Bühnenbildbau in Indien profitieren und auf Schwierigkeiten hinweisen, die uns vorher gar nicht so klar gewesen waren. Zusätzlich gestand uns die Produktionsleiterin in dem Gespräch ein, dass die Technikfirma, mit der ich gemeinsam mit ihr als Dolmetscherin aus Deutschland geskypet hatte, nicht mehr an Bord war. Zumindest hatte sie aber von der neu involvierten Verleihfirma offene Fragen zu meinen Belangen und Mikro-Anforderungen dabei. So sah dann der zurückgespielte Ball meinerseits auf deren „rote“ Fragen zum Sound-Department aus:

02_Yamaha_M7Cl_mit_RME_Babyface_und_Qlab_FOH-Feature_so_klingt_die_Welt
…dann mein RME-Babyface, Qlab und das erstaunlich passable Großmembranmic SAMSON C01
Protokoll und Kommunikation über offene Fragen beim Sound, Rot Venue, Blau ich
Protokoll und Kommunikation über offene Fragen beim Sound, Rot Venue, Blau ich

Dieses Gespräch viel also nur vermeintlich in die Kategorie „Es bleibt spannend“, es sorgte im Gegenteil im Nachhinein eher für ein gutes Gefühl. Und diesen offenen Umgang mit Schwierigkeiten schätze ich sehr! Wir konnten dann auch einige Fragen klären und ich konnte mir anhand der mitgebrachten Mikro-Replacement-Liste auch eine etwas abgeänderte Mikrofonierung ausdenken. Und da eben auch zu diesem Zeitpunkt noch gute drei Tage drüber nachdenken, bevor wir nach Colombo fliegen sollten. Wir packten natürlich auch wieder alle Töpfe und Pfannen, welche mittlerweile einige unserer Percussion-Instrumente auf der Tour ersetzt hatten ein und flogen von Chennai nach Colombo.

Flieger nach Sri Lanka, und direkt mitm TukTuk ins Venue
Flieger nach Sri Lanka, und direkt mitm TukTuk ins Venue

In Sri Lanka angekommen, ging es dann nach kurzem Hotel-Check in für mich auch direkt mit einem TukTuk zum Venue. Unser Venue sollte der Hörsaal eines Colleges sein, weil dies der einzige theatermäßig bestuhlte Saal in Colombo sein sollte, in den auch unser Bühnenbild passte. Tatsächlich wusste ich dank des oben beschriebenen Krisengesprächs ziemlich genau, was mich an technischem Material im „Musaeus College Auditorium“ erwarten sollte. Klar, war ich gerade durch unsere aktuelle Tour auch auf weitere Überraschungen gefasst, aber ich sollte diesbezüglich enttäuscht bzw. jetzt mal positiv überrascht werden.
Der „Hörsaal“ entpuppte sich als absolut amtliche Theater-Location und beim Eintreten sah ich schon das für mich vorbereitete Yamaha M7Cl. Da auch beide anderen Shows in Asien auf diesem Pult gelaufen waren und ich von Chennai aus noch mal eine E-Mail schreiben konnte, in der ich die „neue“ Verleihfirma darum bat zu checken, ob auf dem Pult die aktuelle Firmware aufgespielt war, war das schon einmal eine große Freude! Ich konnte tatsächlich mein für Sri Lanka etwas modifiziertes „Editor-File“ einfach laden und dann weiter an Details schrauben.
Zwei Mikrofontypen warteten hier auf mich und wurden meinerseits im Vorfeld auf dem Plan skeptisch beäugt: Das Shure PG81 und noch doller, weil ich es wirklich noch nie davor oder danach in der Hand hatte, das SAMSON C01 Großmembran Mic.
Das Shure Condenser war mir schon mal untergekommen und da wusste ich, dass selbst dieses vergleichsweise günstige Modell was kann. Absolut positiv überrascht hat mich aber besagtes Samson Großmembran Mic. Ein sehr günstiges Modell, das ich mir von unterwegs auf thomann.de zumindest mal anschauen konnte, machte seinen Job als Overheadmic für Percussion-Istrumente ganz ausgezeichnet. Ich musste zwar die blaue LED abkleben, welche die Versorgung mit Phantomspeisung anzeigt, aber sonst top Mic!

Fotostrecke: 2 Bilder Vorbereiteter FOH-Platz in Colombo, mit Yamaha M7Cl …
Fotostrecke

Ob nun subjektiver Eindruck, weil die Tour bisher so wild verlaufen war oder real durch wachsameres Reagieren der Partner vor Ort im Vorfeld – EGAL, hier lief endlich alles entspannter als bei allen anderen Tourstopps. Einzige technische Änderung war dann noch, dass ich ein paar Toneinspielungen, zu denen am Ende des Stückes noch live gespielt wird, als ein Backup auch direkt vom FOH gefahren habe, da es da in Chennai Schwierigkeiten bei der Perkussionistin gab.
Hierfür kam dann noch mein mitgebrachtes RME-Babyface und meine präferierte Zuspielsoftware Qlab zum Tragen. Um das Game trotzdem spannend zu halten, baute die Choreographin und Regisseurin Constanza Macras aber noch zwei lokale Performer in unser Stück ein. Einige auch politische Texte von der Situation Sri Lankas wurden gemeinsam improvisiert und dann festgelegt und änderten damit so manche meiner Cues, vor allem in den wilden Mixturen aus viel Text und dann Choreographien, aber hierfür hatte ich ja dadurch, dass alles andere so gut lief, auch den Kopf frei.
Damit war es zwar final kein einfaches Abliefern, hielt einen aber wach und machte ja auch Spaß, immer weiter flexibel zu bleiben. Vor allem, wenn diese Flexibilität aus künstlerischen Veränderungen gedeiht und nicht aus Problemlösungen. Versteht mich nicht falsch, Letzteres liegt mir auch sehr, aber die Tour hatte diesbezüglich wirklich genug geliefert 😉
Ein kurzer Gang hinter die Bühne kurz vor der Show versetze mich dann doch mit einem minimalen Schreck – so einen wirren Kabelsalat zwischen Amps und Dimmern hatte ich noch nie gesehen. Aber hey, es schien ja zu funktionieren und ich konnte darüber lachen, rannte, um nicht darüber nachzudenken, schnell wieder an meinen FOH-Platz und wir hatten eine tolle Show und einen großartigen Tourabschluss.
Nach einen schönen gemeinsamen Essen verabschiedete ich mich dann in zwei Wochen Sri Lanka Urlaub und konnte da dann auch nahtlos die Anstrengungen der Tour loslassen. Am Ende viele kleine tolle Geschichten und auch eine spannende Tour. Bis zur nächsten Show irgendwo auf dieser Welt

Fotostrecke: 2 Bilder Hinter den Kulissen sah es ganz schön wirr au….
Fotostrecke
Hot or Not
?
...dann mein RME-Babyface, Qlab und das erstaunlich passable Großmembranmic SAMSON C01

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Manuel Louis Horstmann

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

Band, Gig, Sound: Die ersten Live Auftritte und welches Equipment euch dabei nach vorne bringt

Workshop

Für deine Band sind die ersten Live-Auftritte angesagt? Das ist genau der richtige Zeitpunkt für einen Überblick, welche Beschallungstechnik jetzt für euch sinnvoll ist.

Band, Gig, Sound: Die ersten Live Auftritte und welches Equipment euch dabei nach vorne bringt Artikelbild

Band Equipment: Langsam rollt das Veranstaltungsgeschäft wieder an. Und sobald deine Band frisch aus dem Probenraum erste Auftritte an Land gezogen hat, stellen sich dir als Bandtechniker viele Fragen. Ein neuer Raum bringt eine ungewohnte Akustik mit sich. Plötzlich ist nicht nur wichtig, dass sich alle Musiker gegenseitig gut hören. Vor allem das Publikum möchte auf seine Kosten kommen. Welches Equipment ist dafür unverzichtbar? Welches solltet ihr sogar selbst anschaffen? Auf welche Clubausstattung legen Bandtechniker Wert, damit die eigene Musik beim Konzert überzeugen kann?

Die verrücktesten Lautsprecher für HiFi- und Sound-Enthusiasten

PA / Feature

Es gibt außergewöhnliche Lautsprecher, die haben Geschichte geschrieben. Und wer bei Namen wie Klangfilm oder Klipschorn feuchte Augen bekommt, sollte mal einen Blick auf diese verrückten Lautsprecherkonstruktionen für Sound-Enthusiasten werfen.

Die verrücktesten Lautsprecher für HiFi- und Sound-Enthusiasten Artikelbild

Keine Frage: In der Welt des Hi-Fi, High-End und PA-Equipments gibt es einige sehr ausgetüftelte Designs, um den Schall in bestmöglichster Weise an den Hörer zu bekommen. Wir möchten euch hier einige sehr außergewöhnliche Hörner vorstellen, die äußerst skurril aussehen - aber nicht ohne Grund.

Handy Videos vertonen: Smartphone Recording und Streaming Sound verbessern

Feature

Nicht jede Band hat Zugriff auf ein professionelles Kamerateam. Wie man selbst Smartphone-Videos mit ordentlichem Ton drehen kann, zeigen diese Quick-Tipps.

Handy Videos vertonen: Smartphone Recording und Streaming Sound verbessern Artikelbild

Handy Videos vertonen: Der kreative Output eines Künstlers lässt sich auch durch eine globale Pandemie nicht stoppen. Nicht wenige Musiker und Bands versuchen den Kontakt zu ihrer Fanbase zu erhalten, indem sie in den sozialen Medien ab und an Videos posten, in dem sie über Neuigkeiten berichten oder gar Songs und Konzerte zum Besten geben. Wer dabei nicht auf eine professionelle AV-Crew zurückgreifen kann, nimmt einfach sein Smartphone in die Hand und filmt mit dem, was die Technik hergibt.

Prolight + Sound 2022: Taktgeber für einen erfolgreichen #Restart

News

Mit neuen Special Areas und Präsentationsformaten weitet die Prolight + Sound ihr Portfolio aus: Ein starkes Signal für die erfolgreiche Zukunft der Veranstaltungswirtschaft

Prolight + Sound 2022: Taktgeber für einen erfolgreichen #Restart Artikelbild

Vom 26. bis 29. April läutet die Prolight + Sound 2022 den Saisonstart der Branchenevents rund um Entertainment Technology ein. Gemeinsam mit hunderten Unternehmen zieht die Messe Frankfurt an einem Strang, um auf der Show ein starkes Signal für die erfolgreiche Zukunft der Veranstaltungswirtschaft zu setzen. Mit neuen Special Areas und Präsentationsformaten weitet die Prolight + Sound ihr Portfolio aus – und widmet sich bei der Premiere des „Green Event Days“ dem Engagement der Industrie für den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Bonedo YouTube
  • Knobula Kickain Sound Demo (no talking)
  • Korg Drumlogue Sound Demo (no talking)
  • SSL THE BUS+ Demo (no talking)