Test: Positive Grid Spark Pedal – Die Spark-Modeling-Welt im Stomp-Box-Format

Das Positive Grid Spark Pedal erweitert die gleichnamige Produktreihe um ein weiteres Mitglied, das die Spark-Technologie in einem kompakten Effektpedal vereint. Ein für viele User mit Sicherheit interessantes Tool, denn das Spark-Pedal bietet sich zum Üben und Jammen in den eigenen vier Wänden an, aber auch für Aufnahmen oder für Gigs und Proben, die man mit ganz kleinem Gepäck absolvieren möchte. Wir haben die Fähigkeiten und Möglichkeiten des Pedals einmal näher unter die Lupe genommen.

Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • kompaktes Format
  • einfache Bedienung
  • Editieren mit der Spark-App
  • AI-Assistent für schnelle Sounds
  • tolles Übe- und Jam-Tool
  • Backing-Tracks mit Chord-Feature
Contra
  • etwas dünner Gesamtsound
  • nur sechs Presets im Gerät speicherbar

Positive Grid Spark Pedal – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Positive Grid Spark Pedal? Das Positive Grid Spark Pedal vereint die Spark-Technologie mit Amp-Modeling und Effekten in einem einzigen Effektpedal.
  • Welche Parameter werden direkt am Pedal eingestellt? Es gibt fünf Regler am Pedal und zwei schaltbare Bedienebenen. Ebene 1 beinhaltet alle Amp- und Effekt-Settings, Ebene 2 bietet direkten Zugriff auf die Effekte und die Gesamtlautstärke. 
  • Kann man das Positive Grid Spark Pedal auch per App bedienen? Ja, es gibt eine App für iOS und Android, in der man alle Parameter der einzelnen Effekte und Amp-Modelle übersichtlich einstellen kann. Die Verbindung zum mobilen Endgerät wird über Bluetooth hergestellt.   
  • Wie viele Effekte können in der Signalkette gleichzeitig verwendet werden? Die Signalkette besteht aus sieben Modulen, einem für Amp/Cab sowie drei Effektmodulen vor dem Amp/Cab und drei dahinter. 
  • Wie viele Amp/Cab-Modelle sind im Spark Pedal enthalten? Zum Zeitpunkt des Tests (September 2026) sind 33 Amp-Modelle mit jeweils passenden Cabs enthalten, darunter auch vier Bass-Amps und vier Amps für Akustikgitarre. 
  • Kann das Positive Grid Spark Pedal per MIDI gesteuert werden? Ja, MIDI-In- und MIDI-Out-Anschlüsse im 3,5-mm-Stereoklinkenformat erlauben den Empfang von MIDI-Program-Changes und MIDI-Control-Changes.
  • Wie viele Preset-Speicherplätze hat das Positive Grid Spark Pedal? Am Pedal selbst hat man über die drei Fußtaster Zugriff auf sechs verschiedene Presets in 2 Bänken. Die App bietet unbegrenzte Speichermöglichkeiten und die ToneCloud vorgefertigte Sounds zum Download. 
  • Funktioniert das Positive Grid Spark Pedal auch mit Batterie? Das Spark-Pedal verfügt über einen internen Akku, der per USB-C aufgeladen wird und laut Hersteller eine Laufzeit von bis zu 7 Stunden bietet. Auch die direkte Stromversorgung erfolgt über den USB-C-Anschluss. 
  • Das sagt der Test: Das Positive Grid Spark Pedal ist mit den wichtigsten Amp- und Effekt-Modellen bestückt und lässt sich bequem und übersichtlich mit der Spark-App am mobilen Endgerät bedienen. Klanglich entspricht das Ganze dem Preis, High-End-Sounds darf man nicht erwarten. Das Pedal eignet sich auf jeden Fall sehr gut als Sparringspartner beim Jammen und Üben zuhause.

Was sind die besonderen Eigenschaften des Positive Grid Spark Pedal?

Beim Positive Grid Spark Pedal ist All-inclusive angesagt: Amp-Modeling mit Effekten und das Ganze für die Live-Performance speicher- und abrufbar. Hat man nur das Pedal im Einsatz, ist man auf sechs Presets limitiert. In Verbindung mit der App gibt es in puncto Speicher keine Begrenzung. Die App ist auch das Herzstück des Spark-Pedals, denn hier können Amps und Effekte detailliert ausgewählt und eingestellt werden. Zudem gibt es in der Sparte „Music“ eine Menge an Jamtracks inklusive Anzeige von Akkorden. Und sogar ein Looper ist an Bord, der über die Fußtaster am Pedal bedient wird. 

Fotostrecke: 2 Bilder Spark App (1)

Wie ist die Signalkette eines Presets strukturiert und wie funktioniert das Editieren mit der Spark App?

Beim Spark Pedal hat die Signalkette sieben unterschiedliche Module, die folgendermaßen gegliedert sind:

Gate – Comp/Wah – Drive – Amp (inkl. Cab) – Mod/EQ – Delay – Reverb. 

Die Signalkette wird in der App anschaulich wiedergegeben und die jeweils angewählten Pedale und Amps grafisch dargestellt. Beim Antippen des Moduls erscheinen die Parameter und können editiert werden. Alles wird ansprechend in Amp-Panel- und Effektpedal-Optik präsentiert, sehr übersichtlich, ohne Blättern und ohne Parameterchaos. Das Angebot umfasst aktuell 33 unterschiedliche Amp/Cab-Modelle und 43 unterschiedliche Effekte. 

Ist alles eingestellt, wird das Preset mit einem Namen und einer Kategorie (Pop, Blues, Rock etc.) in der App gespeichert. Außerdem besteht die Möglichkeit, das erstellte Preset in die ToneCloud hochzuladen und für andere User kostenlos zur Verfügung zu stellen. 

Was kann man direkt am Spark-Pedal einstellen?

Das Spark Pedal hat fünf Regler, wobei der jeweils aktive per LED-Kranz als aktuell regelbarer Parameter gekennzeichnet wird. Im FX-Mode sind die Effektregler in vier Zonen aufgeteilt. Hier wählt man den gewünschten Effekt und stellt seine Intensität ein. Es besteht auch die Möglichkeit, den entsprechenden Bereich am Regler per App vorab mit einem bestimmten Effekt zu belegen. So kann der OD-Abteilung des Drive-Reglers bei Bedarf beispielsweise ein Tube Screamer zugeteilt werden. 

Der „Vol-Regler“ in der Mitte ist für die Gesamtlautstärke zuständig. Wird dieser gedrückt, wechselt das Pedal vom Bedien- in den Amp-Mode. Dort sind die fünf Potis für Gain, Bass, Amp-Type, Mid und Treble zuständig.

Fotostrecke: 6 Bilder Das Spark Pedal vereint Positive Grids Spark-Technologie in einem einzigen Effektpedal.

Entspricht das Angebot dem Preis?

Das Positive Grid Spark Pedal wird zurzeit für knapp 200 Euro angeboten. Das ist ein knackiger Preis für ein Pedal mit diesem Angebot an Amp-Modellen und Effekten sowie der komfortablen Steuerung per App. 


Aufnahmen mit dem Positive Grid Spark Pedal

Für die Aufnahmen spielt das Positive Grid Spark Pedal zuerst einmal direkt in das Audio-Interface, um die komplette Signalkette inklusive Amp-Modeling zu zeigen. In der zweiten Hälfte geht es vor einen clean eingestellten Sovtek MIG-50H inkl. Marshall 4×12-Cab, das mit einem Royer R-10 und einem Shure SM-57 abgenommen wird. Hier steht der Einsatz als vorgeschaltetes Effektgerät im Fokus und ganz speziell die Drive- und Distortion-Effekte. Die Amp-Modelle sind dabei logischerweise deaktiviert.  

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Mehr Informationen

So klingt das Positive Grid Spark Pedal mit Amp-Modeling direkt ins Audio-Interface aufgenommen?

Zuerst einmal legen wir den Fokus auf die Amp/Cab-Simulationen. In den folgenden Beispielen ist zum angewählten Amp-Modell in der Effektsektion lediglich der dezente Room-A-Reverb für ein etwas dreidimensionaleres Klangbild aktiviert. Die Palette reicht von clean bis High-Gain und deckt alle Genres ab. Mit Gain, Bass, Middle, Treble und Volume bleiben die Regelmöglichkeiten für jedes Amp-Modell sehr übersichtlich. Je nach Perspektive kann diese Einschränkung vorteilhaft sein, weil man sich schnell zurechtfindet. Andererseits ist so die originalgetreue Abbildung vieler Amps nicht gewährleistet. Zumindest ein Presence-Regler wäre bei manchen Amp-Modellen wünschenswert. 

Die Cabs sind zum Amp passend ausgewählt und ohne Einstellmöglichkeiten. Grundsätzlich treffen die Modelle den Charakter des jeweiligen Vorbilds, allerdings sollte man keine allzu hohen Erwartungen an die Soundqualität stellen. Bei einem Verkaufspreis von knapp 200 Euro kann kein High-End-Sound der Güte AxeFX, Neural DSP oder Kemper erwartet werden. Im Vergleich mit den Platzhirschen klingen die Modelle generell etwas dünn und zeigen auch eine geringere Auflösung und dynamische Bandbreite. 

Aber Volume-Poti-Aktionen zum Entzerren funktionieren, wie ihr im Beispiel 6 mit dem Plexiglas-Modell (Marshall Super Lead 100) hören könnt. Dort habe ich zuerst den Bridge-PU bei maximalem Volume gespielt und dann auf den Neck-PU mit Volume 5 umgeschaltet. 

Audio Samples
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Deluxe Clean (Stratocaster) Match Clean (Telecaster) AC Boost Crunch (Telecaster) JM 45 (LP Melody Maker) British 30 (Les Paul) Plexiglas (Les Paul) SLO 100 (Les Paul) Treadplate (ES-335) Insane 6508 (PRS Holcomb)

Welche Sounds und Effekte bietet das Positive Grid Spark Pedal?

Die sechs Effektmodule sind mit festen Effektkategorien belegt: 

  • 1. Noise Gate (1 Effekt-Modell)
  • 2. Comp/Wah (5 Effekt-Modelle)
  • 3. Drive (10 Effekt-Modelle)
  • 4. Mod/EQ (12 Effekt-Modelle)
  • 5. Delay (6 Effekt-Modelle)
  • 6. Reverb (9 Effekt-Modelle)

Bei den Effekten ist Pedalstruktur angesagt, also nur eine übersichtliche Ebene mit wenigen Parametern. Alle Standards sind an Bord, teilweise Modelle von bekannten Klassikern wie dem Klon Overdrive, dem Rat Distortion, dem Space Echo oder dem Echoplex. Allerdings vermisse ich einen Federhall für diverse Vintage-Sounds, aber ich schätze, der wird demnächst vom Hersteller als Update nachgeliefert. Die Effekte spielen klanglich in derselben Liga wie die Amp-Modelle und dem Preis entsprechend. 

Audio Samples
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Lux Verb & Tremolo (Telecaster) Two Stone & Chorus Delay (Telecaster) American Deluxe & Vibe Echo (Telecaster) Silver 120 & Tempo Delay (Stratocaster) BE 101 & Flanger (Les Paul)

Wie funktioniert und klingt der AI-Assistent zum Soundeinstellen?

Der AI-Assistent in der App liefert nach der Beschreibung eines Sounds drei Vorschläge. Der folgende Prompt hatte die untenstehenden Sounds zum Ergebnis: „Clean 80s tone with lush modulation, delay, reverb“ Die KI brauchte ca. eine Minute für die drei Vorschläge, die meines Erachtens den Charakter treffen. Somit ist der AI-Assistent eine recht brauchbare Hilfe für alle, die mit dem Programmieren von Sounds wenig Erfahrung oder schlicht und ergreifend keine Lust darauf haben.

Audio Samples
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Clean 80s Tone #1 Clean 80s Tone #2 Clean 80s Tone #3

So klingt das Positive Grid Spark Pedal als Effektpedal vor einem clean eingestellten Amp

Nun steht das Spark-Pedal vor einem unverzerrt eingestellten Sovtek MIG-50H und alles, was zerrt, kommt vom Pedal. Im Einsatz sind diverse Drive-Modelle und dazu einige passende Effekte aus der Mod-, Delay- und Reverb-Abteilung. Auch hier bietet das Spark-Pedal eine ordentliche Performance, wenn auch mit dem bereits erwähnten etwas dünneren Sound. Das vor allem, wenn man die Zerrsounds mit analogen Zerrpedalen vergleicht. Aber auch hier sollte man die Preisgestaltung im Blick haben: Das Spark-Pedal mit Amp-Modeling, Effekten, Looper etc. kostet nicht einmal so viel wie ein Boutique-Overdrive.

Audio Samples
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Bypass > Klon Drive (Telecaster) Over Drive (Telecaster) Black OP (Les Paul) Fuzz Face (Les Paul)

So klingt das Positive Grid Spark Pedal im Band-Arrangement

Zum Abschluss hört ihr das Positive Grid Spark Pedal mit verschiedenen Sounds im Band-Arrangement. Das Spark-Pedal wird direkt ins Audio-Interface inklusive Amp/Cab Simulation gespielt. 

Audio Samples
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Positive Grid Spark Pedal im Band Arrangement

Wer sind die Mitbewerber/Alternativen zum Positive Grid Spark Pedal?

Das Feld ist bei Multi-Effektpedalen mit Amp-Modeling im Bereich um 200 Euro recht gut besetzt, wobei manche der Mitbewerber bereits ein Expression-Pedal besitzen. In Größe und Ausstattung mit drei Fußschaltern ist das Valeton GP-180 dem Positive Grid Spark Pedal am ähnlichsten. 

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Fazit

Das Positive Grid Spark Pedal ist mit den wichtigsten Amp- und Effekt-Modellen bestückt und lässt sich bequem und übersichtlich per Spark-App am mobilen Endgerät bedienen. Dabei richtet sich der Fokus auf das Wesentliche, vor allem, was die Anzahl der editierbaren Parameter betrifft. Klanglich entspricht das Ergebnis dem Preis. Boutique-Sounds sollte man bei Amps und Effekten nicht erwarten und als All-in-One-Lösung für den Gig wäre mir der Gesamtsound etwas zu dünn. Daher sehe ich den eigentlichen Einsatzbereich des Spark-Pedals als Sparringspartner beim Jammen und Üben zuhause. Die Jamtracks in der App mit Akkordanzeige eignen sich hervorragend zum Üben und machen sehr viel Spaß. Darüber hinaus kann man mit dem Spark-Pedal auch mal schnell ein paar Songideen skizzieren. Und wenn das große Effekt- und Amp-Besteck mal nicht mit zur Probe soll, ist das Spark-Pedal ein durchaus tauglicher Ersatz. 

  • Hersteller: Positive Grid
  • Modell: Spark Pedal
  • Typ: Multi-Effektpedal mit Amp-Modeling
  • Regler: Drive, Mod, Vol, Delay, Revb
  • Fußtaster: Footswitch 1, 2, 3
  • Speicher: 6 Presets
  • Anschlüsse: Input, Output L, Output R, EXP, USB-C, MIDI-In, MIDI-Out, Phones
  • Bluetooth: Bluetooth-Audio und Verbindung mit der App
  • WiFi: Firmware-Updates
  • Stromversorgung: integrierter Akku (3000 mAh), USB-C
  • Maße: 175 × 104 × 55 mm (B × T × H)
  • Gewicht: 560 g
  • Verkaufspreis: 199,00 Euro (September 2026)

Herstellerseite: https://www.positivegrid.com/

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