Test: Gretsch Catalina Bubinga Maple SE – Catalina wird edel?

Heute habe ich zwei Thomann-exklusive Gretsch Catalina Special Edition Kits im Test. Besonders der Faktor, dass Bubingaholz zu den Zutaten gehört und das für die Catalina-Serie untypische recht hohe Preisschild lässt aufhorchen und weckt hohe Erwartungen. Was die beiden fünfteiligen Studio und Stage Sets können, habe ich versucht zu ergründen.

Gretsch Catalina Bubinga Maple SE Test
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • leicht stimmbar
  • hoher nutzbarer Stimmumfang
  • gediegene Optik und gute Verarbeitung
Contra
  • technisch keine Upgrades zum Catalina Maple Standard
  • hohe Preise

Gretsch Catalina Bubinga Maple SE – das Wichtigste in Kürze

  • Wo liegt der Unterschied zum normalen Catalina? Die beiden Sets sind technisch nahezu identisch zum Catalina Maple, allerdings gibt es nur ein Finish und Bubinga-Lagen um den Kern aus Ahorn.
  • Gehört eine Snare zum Lieferumfang? Ja, beide Sets werden mit einer Snaredrum in 14“ x 5,5“ (Studio) oder 14“ x 6,5“ (Stage) ausgeliefert.
  • Was sagt der Test? Beide Sets lassen sich leicht und in einem recht großen Umfang stimmen, insbesondere mit Markenfellen sind sie im tiefen Tuning aber noch eine ganze Spur druckvoller. 
  • Gibt es auch Contras? Sicherlich zum einen die starke Konkurrenz anderer Marken im Preisbereich zwischen knapp 1700 und 2000 Euro, zum anderen der hohe Aufpreis bei identischer Technik zum Catalina Maple.

Studio- und Stage-Konfiguration – Was gehört dazu?

Die „Studio“-Konfiguration beinhaltet eine 20″ × 16″ Bassdrum, 10″ × 7″ und 12″ × 8″ Toms sowie ein 14″ × 14″ Floortom und eine 14″ × 5,5″ Snaredrum. Das größere „Standard“-Kit verfügt über eine 22″ × 16″ Bassdrum, die gleichen Tomgrößen, jedoch über ein 16″ × 16″ Floortom, außerdem fällt die Snaredrum mit einem Kesselmaß von 14″ × 6,5“ etwas tiefer aus.

Die mittleren Kessellagen bestehen aus chinesischem Ahorn, während die äußeren und inneren Lagen aus afrikanischem Bubinga gefertigt sind. Die Verarbeitungsqualität ist gelungen – sowohl die Kessel als auch die Gratungen sind sauber und fehlerfrei ausgeführt. Während die Kesselaußenseiten seidenmatt lackiert sind, sind die Innenseiten fein geschliffen, aber nicht zusätzlich versiegelt.

Fotostrecke: 7 Bilder Das 16“ Standtom im Detail. Hier ist gut zu sehen, dass der überwiegende Teil des Kessels aus Maple besteht.

Eine Besonderheit stellt die Snaredrum dar, die einen wesentlich stärken Kessel hat als die restlichen Trommeln. Ich messe hier ca. 8 Millimeter, während Toms und Bassdrum nur 5,5 Millimeter Wandstärke haben. Beide Snaredrums sind übrigens auch einzeln erhältlich.

Das Full-Range-Badge auf der Innenseite des Kessels war lange Zeit ein Erkennungsmerkmal für in Taiwan gefertigte Gretsch Drums. Die neuen Gretsch-Eigentümer GEWA verwenden dieses Badge inzwischen jedoch auch für Snares und Schlagzeuge, die in der chinesischen Produktionsstätte gefertigt werden.

Werfen wir einen Blick auf die Hardware…

Beide Sets sind mit der typischen Doppeltomhalterung inklusive Memory Locks ausgestattet. Dadurch sind keine zusätzlichen Tomständer oder Halterungen erforderlich, was ich besonders im Live-Einsatz sehr praktisch finde.

Die Toms verfügen außerdem über das neue GTS-Mounting-System, das von der Renown-Serie übernommen wurde. Als Spannreifen kommen 2,5 mm starke Triple-Flanged-Hoops zum Einsatz.

Snaredrum, Bassdrum und Floortom sind jeweils mit acht Stimmschrauben pro Seite ausgestattet, während die beiden Hängetoms – ganz typisch für Gretsch – jeweils fünf Stimmschrauben besitzen. Zum Lieferumfang gehören ein Stimmschlüssel sowie einige Ersatzteile, ein Dämpfungskissen für die Bassdrum ist jedoch nicht enthalten.

Fotostrecke: 3 Bilder Der bekannte Doppeltomhalter lässt sich recht leicht an den gewünschten Neigungswinkel anpassen.

Als Felle kommen die altbekannten beschichteten Remo UT-Modelle zum Einsatz: einlagige Varianten auf Toms und den Snaredrums sowie vorgedämpfte, transparente Schlagfelle und beschichtete Resonanzfelle auf den Bassdrums.


Auspacken und lostrommeln?

Beide Sets werden jeweils in zwei Kartons geliefert. Beim ersten Aufbau müssen daher die Felle am Floortom und an der Bassdrum zunächst noch montiert werden. Da sämtliche Stimmschrauben, Unterlegscheiben und Spannklauen separat verpackt sind, nimmt dieser Arbeitsschritt etwas Zeit in Anspruch.

So sieht das „Stage“-Set nach dem Auspacken aus.
So sieht das „Stage“-Set nach dem Auspacken aus.

Ich habe beide Sets zunächst in einer höheren Stimmung mit geschlossener Bassdrum aufgenommen. Für die tiefere Stimmung habe ich das Resonanzfell dann gegen ein einlagiges Modell mit Loch getauscht und zusätzlich ein Kissen in die Bassdrum gelegt. 

Zu guter Letzt gibt es noch eine Aufnahme mit dem Standard-Kit, bei der ich neue Remo USA-Felle verwendet habe: Clear Emperors auf den Toms und ein CS Dot auf der Snaredrum. Hören wir uns die beiden Sets also erst einmal an.

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Das Stimmen beider Sets ging selbst mit den serienmäßigen Fellen problemlos von der Hand. Besonders gut gefallen hat mir das 20“ Studio Kit in der höheren, jazzigen Stimmung. In diesem Bereich kommen die – trotz Bubingaholz – eher weich klingenden Kessel am besten zur Geltung. So wie ich es auch schon aus den früheren Catalina-Tests kenne. 

Auch die tiefere Stimmung funktioniert, vor allem die 20“-Bassdrum entwickelt hier in Kombination mit wenig sparsamer Dämpfung und dem einlagigen Reso ordentlich Druck. Im Vergleich zu einem höherwertigen Kesselsatz – etwa dem Pearl Reference One, den ich zuvor im Studio hatte – fehlte den Toms allerdings etwas Projektion und Durchsetzungsvermögen im Raum.

Die beiden Snaredrums sind auch separat erhältlich.
Die beiden Snaredrums sind auch separat erhältlich.

Mit Remo-Markenfellen geht beim Standard-Set die Sonne auf

Das größere Standard-Set zeigte einen sehr ähnlichen Charakter. Dank des größeren Floortoms macht es in der tiefen Stimmung jedoch etwas mehr her – insbesondere nach dem Wechsel auf die Remo-Markenfelle, die den Toms deutlich mehr Druck, Präsenz und Lebendigkeit verleihen. Auch die Snaredrum klang mit dem CS etwas aufgeräumter. Solch eine Fellausstattung wäre in dieser Preisklasse für meine Begriffe angemessen.

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Remo PP-1422-BE Emperor Clear
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Die beiden Snaredrums sind solide und bieten eine präzise Teppichansprache. Allerdings sind sie für meinen Geschmack keine Trommeln, die ich unbedingt meinem Bestand hinzufügen müsste. Hier hat man leider nicht die Wahl, das Set auch ohne Snaredrum zu erwerben. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich die 5,5″-Variante leicht bevorzugen.

Auffällig war allerdings bei beiden Snaredrums ein recht starkes Mitschwingen des Snareteppichs, sobald ich das 10er Tom angeschlagen habe. Wenn ihr bei den Soundfiles genauer hinhört, könnt ihr das nachvollziehen.

Audio Samples
0:00
SE Studio Kit – Hohe Stimmung, Groove SE Studio Kit – Hohe Stimmung, Check SE Studio Kit – Tiefe Stimmung, Check SE Studio Kit – Tiefe Stimmung, Groove SE Standard Kit – Hohe Stimmung, Groove SE Standard Kit – Tiefe Stimmung, Check & Groove SE Standard Kit – Tiefe Stimmung, Remo-Markenfelle, Check SE Standard Kit – Tiefe Stimmung, Remo-Markenfelle, Tom-Beat
Ein paar Ersatzteile gibt es dazu. Diese waren aber bei unseren Testsets nicht notwendig.
Ein paar Ersatzteile gibt es dazu. Diese waren aber bei unseren Testsets nicht notwendig.

Was gibt es für Alternativen zur den Sets?

Schauen wir zum Schluss noch auf die Konkurrenz, denn in dieser Preisklasse gibt es reichlich Mitbewerber. Für den Preis der beiden SE-Kits – aktuell 1798 beziehungsweise 1698 Euro – bekommt man beispielsweise, wenn man der Marke Gretsch treu bleiben möchte, auch ein in Taiwan gefertigtes Renown-Set, allerdings ohne Snaredrum. Das siebenteilige Catalina Maple ist zudem deutlich günstiger zu haben. 

Ebenfalls in dieser Preisklasse spielt das sehr fokussiert klingende vierteilige Tama Starclassic Performer (1399,-) mit seiner hervorragenden Hardware – selbst dann noch, wenn man eine passende SC Performer Snaredrum hinzukauft.

Außerdem nicht zu verachten sind die druckvoll klingenden Mapex Saturn VI Stage Sets sowie mein persönlicher Favorit unter den Ahorn-Sets bis 2.000 Euro: das Yamaha Tour Custom Standard.

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Gretsch Drums Catalina Maple 7-piece SDCB
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Gretsch Drums Catalina Maple Standard SG Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Das im letzten Jahr überarbeitete Catalina Maple ist bereits für 989 Euro erhältlich. Gemessen daran erscheinen mir die neuen SE-Kits etwas zu teuer für das, was sie klanglich und ausstattungstechnisch zu bieten haben.

Fazit

Gretsch Catalina Sets werden landläufig vor allem immer mit einer Mischung aus Retro-Optik und einem sehr attraktiven Preisschild assoziiert. Die beiden Special Edition Bubinga Maple Sets stoßen preismäßig in die obere Mittelklasse vor, allerdings ohne die Ausstattung im Vergleich zum Standard Catalina Maple aufzubohren. 

Klanglich lässt es sich mit beiden Sets auf jeden Fall gut arbeiten, die Verarbeitung stimmt ebenfalls. Auch der nutzbare Stimmumfang ist erfreulich groß, und besonders mit Markenfellen passt es dann auch für rockigere / druckvollere Spielweisen. Ich hätte mir eine Version ohne Snaredrum gewünscht, weil diese zwar crisp anspricht, aber – wie so oft – im Vergleich zum Rest klanglich etwas abfällt. 

So viele Trommeln waren selten auf meinem Teppich versammelt – die beiden Gretsch Catalina Special Editon Kits.
So viele Trommeln waren selten auf meinem Teppich versammelt – die beiden Gretsch Catalina Special Editon Kits.
Artikelbild
Catalina Bubinga Maple Std.
Für 1.798,00€ bei
  • Hersteller: Gretsch
  • Herkunftsland: China
  • Serie: Catalina SE (Full Range)
  • Kessel: Schichtholz aus westafrikanischem Bubinga und chinesischem Maple
  • Felle: Remo UT
  • Preise: (Verkaufspreise August 2026)
  • wie im Test beschrieben
  • Standard Set: EUR 1798,-
  • Studio Set: EUR 1698,-
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Herstellerseite: https://gretschdrums.com

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