Anzeige
ANZEIGE

Stagecraft Software SC BitCrusher Test

Bitcrusher mal anders: Einfache Bitcrusher, wie sie heutzutage in vielen DAWs standardmäßig vorzufinden sind, werden gerne eingesetzt, um sterilen Sounds gewisse „Ecken und Kanten“ zu verleihen und sie durch die Bit-Reduktion bewusst „Lo-Fi“ klingen zu lassen. Sie verleihen so manchen Sounds das gewisse Etwas und sind daher aus EDM- und Pop-Songs nicht mehr wegzudenken.

Stagecraft_BitCrusher_Bild_01_Aufmacher


Was aber, wenn ein Bitcrusher mit einer ausgeklügelten LFO-Sektion kombiniert wird, wie sie auch in den beiden anderen Freeware-Plug-Ins DJ Delay und dem AutoFilter von Stagecraft vorzufinden ist? Neben gewöhnlichen Bitcrusher-Klängen ermöglicht dieses Plug-In zudem anhand von Filtern und LFOs flexible Modulationsmöglichkeiten, die in der Kombination ein einzigartiges Kreativ-Werkzeug ergeben, weshalb wir euch dieses Freeware Plug-In von Stagecraft gerne einmal vorstellen möchten.
Noch mehr kostenlose PlugIns findet ihr in unserem großen Freeware Software Synths und PlugIns Special.

Details + Praxis:

Allgemeines

SC BitCrusher ist verfügbar für Windows als VST- und für Mac als AU- und VST-Plug-In, jeweils in 32- und 64-Bit. 

Aufbau

Wie jeder Bitcrusher arbeitet auch das Stagecraft-Plug-In nach dem Prinzip der Bit-Reduktion. Doch was bedeutet das genau? Das Signal, das bei einer heutzutage standardmäßigen Auflösung von 16 oder 24 Bit vorliegt, wird mit dem Regler „Bits“ in seiner Wortbreite von 24 bis 1 Bit verändert, also in eine geringere Auflösung reduziert. Durch die Reduktion der Bits entstehen Verzerrungen, die je nach eingestellter Samplerate deutlicher hörbar sind. Mit dem Regler „Rate Reduction“ wird die Samplerate (Abtastrate) verändert, was bedeutet, dass die Samples des digitalen Signals reduziert werden. Durch die Reduktion von Bits und Samples entstehen „digitale Obertöne“, die das Signal „eckiger“ machen und manchen Sounds dadurch den gewissen Punch verleihen können.
Im Gegensatz zu „normalen“ Effekten dieser Art kommen beim BitCrusher von Stagecraft dagegen weitere Features hinzu, die das Plug-In einzigartig machen. Schauen wir uns diese Features doch einmal im Detail an:

Noise & Filter

Hinter dem eigentlichen Bitcrusher befindet sich eine Noise-Einheit, die dem Signal weißes Rauschen hinzufügt. Mit dem Spread-Regler kann dieses in der Stereobasis verändert werden und das Signal dadurch breiter wirken lassen. Rechts daneben befindet sich das 1-Band-Filter, das mit Low- und High-Pass, Shelving-, Bell- und Notch-Filter ausgestattet ist und zum Filtern der Noise-Einheit dient. Wie auch die anderen Freeware-Plug-Ins von Stagecraft bietet auch das Filter des BitCrusher einen darunter liegenden LFO, der das Filter moduliert und so Bewegung in die Sache bringt. 

Alles automatisch

Apropos Bewegung: In der Automations-Sektion wird es richtig beweglich. Hier ist wirklich jeder Parameter des BitCrusher mit einem eigenen LFO modulierbar, was das Plug-In zu einem Kreativ-Tool macht. Denn dadurch, dass sich alle Parameter parallel voneinander steuern lassen, ermöglicht das Plug-In Klangvielfalt, die sich hören lassen kann. Damit das Plug-In sowohl im Live-Einsatz als auch in der Studioproduktion synchron zum Tempo läuft, sind die LFOs in „straight“, „triplets“, „dotted“ und „common“ quantisierbar und sind zudem auch frei in Hertz einstellbar. 

Flexibles Interface

Ein Feature, das man sich von so mancher käuflich zu erwerbenden Software wünschen würde (!), ist die Skalierbarkeit der Stagecraft-Plug-Ins, die auch im BitCrusher vorzufinden ist. So kann das Plug-In je nach Notwendigkeit sogar die Größe des kompletten Bildschirms einnehmen und bleibt dabei sogar hochauflösend – wirklich klasse umgesetzt! Die drei Freeware-Plug-Ins von Stagecraft bieten allesamt ein ähnliches Interface, wodurch man sich in allen schnell zurechtfindet, sobald man sich in eines der drei Plug-Ins eingearbeitet hat. Filter, LFO, Automation und FFT-Analyzer sind in jedem der drei Plug-Ins vorzufinden und bieten immer die gleichen Parameter. Übrigens: Das Plug-In ist zudem mit einer MIDI-Learn-Funktion ausgestattet, um die Parameter mit einem externen MIDI-Controller zu steuern.

Installation

Der 16,5 Megabyte große Download steht für Windows und Mac auf der Herstellerseite bereit. Nach dem Durchlaufen einer gewöhnlichen Installationsroutine und dem Insertieren des Bitcrushers in einer VST- oder AU-fähigen DAW öffnet sich zunächst ein Fenster zur Registrierung. Durch die Eingabe von Name und Adresse wird an diese ein Key versendet, durch den das Plug-In kostenlos aktiviert wird. Wird das Plug-In nicht aktiviert, kann es dennoch 30 Tage getestet werden.

Klang

Der Sound eines gewöhnlichen Bitcrushers, wie er in vielen DAWs vorzufinden ist, sollte bekannt sein. Aber wie klingt denn nun ein modulierbarer Bitcrusher? In den ersten Klangbeispielen habe ich eine Bassline eingespielt und sie nach und nach mit dem BitCrusher in die Mangel genommen. Zuerst hört ihr das unbearbeitete Signal, das darauffolgend auf 8 Bits und eine zusätzlich verringerte Samplerate reduziert wird. Danach kommen weitere Parameteränderungen von Noise und Filter hinzu. Mit einer Automation der „Rate Reduction“ wird die Bassline beweglich.

Audio Samples
0:00
Bassline normal Bassline mit Bitcrusher Bassline mit Bitcrusher und modulierter „Rate Reduction“ Bassline mit Noise, Filter und LFO Bassline mit Noise, Filter und LFO und modulierter „Rate Reduction“

Natürlich lässt sich der SC BitCrusher auch einsetzen, um einzelne Drums oder ganze Drumloops zu verformen.

Audio Samples
0:00
Electronic Drums normal Electronic Drums mit Bitcrusher, Noise, Filter und LFO Electronic Drums mit Bitcrusher, Noise, Filter, LFO und modulierter „Rate Reduction“

Bitcrusher werden gerne eingesetzt, um digitalen Dreck hinzuzufügen und das Signal kantiger zu machen. Genau hier setzt der BitCrusher an und führt den Gedanken weiter. Denn durch die LFOs werden auch ohne Vorwissen schnell Modulationen geschraubt, die sonst nur durch die Kombination vieler Plug-Ins möglich wären. Klanglich ist der BitCrusher dabei ebenso flexibel wie sein Funktionsumfang.

Unser Fazit:
Sternbewertung 4,5 / 5
Pro
  • Bitcrusher mit vielen Extras
  • Noise- und Filtereinheit mit acht Filter-Charakteristiken
  • ausgiebige LFO-Sektion
  • Spektrum-Analyzer
  • einfaches Bedienkonzept
Contra
  • kein Contra
Artikelbild
Stagecraft Software SC BitCrusher Test
Hot or Not
?
Stagecraft_BitCrusher_Bild_01_Aufmacher Bild

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Alexander Eberz

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Universal Audio UAD Software Version 9.14 Test
Recording / Test

Universal Audios UAD Update v9.14 enthält neben Detailverbesserungen drei neue Plugins, von denen das C-Suite C-Vox Plugin besonders gut in den heutigen Produktionsalltag passt.

Universal Audio UAD Software Version 9.14 Test Artikelbild

Universal Audios UAD Update v9.14 enthält neben zwei neuen API-Emulationen und diversen Detailverbesserungen ein neues Plugin namens C-Suite C-Vox, das aus dem „emulationslastigen“ UAD Content ein wenig herausragt.

TAL-Software TAL J-8 Test
Software / Test

TAL-Software bringt einen Synthesizer-Klassiker der 80er auf drei Plattformen heraus. Der J-8 klingt ziemlich gut und ist erstaunlich einfach bedienbar und mindestens jeden Euro wert.

TAL-Software TAL J-8 Test Artikelbild

Ein Workaholic der Profiklasse: Der Jupiter-8 erweitert den Kosmos der japanischen Vintage-Synthesizer der früher 80er-Jahre. Im Vergleich zum Roland Juno-60 mit einfacher Architektur bietet das Flaggschiff Jupiter-8 dank Crossmodulation und mehr Wellenformen schon in der Oszillator-Sektion einen flexibleren Basisklang. Es lassen sich zwei Klänge schichten oder als Tastatur-Split anordnen. Sein Sound lässt sich als funktionell umschreiben: Von Bässen, über Leads, Pads und Brass bis hin zu Arpeggiator-Klängen beherrscht er alles gut.

TAL Software TAL-U-NO-LX Test
Software / Test

Der iPad-Synth TAL-U-NO-LX von TAL Software ist quasi ein Roland Juno-60 für den schmalen Taler. Wie gut ist die App? In unserem Test erfahrt ihr es.

TAL Software TAL-U-NO-LX Test Artikelbild

Es gibt kaum einen Synthesizer-Klassiker, der noch nicht als Plugin-Emulation wiederbelebt wurde und mittlerweile existieren viele davon als iOS-Variante für Apples iPhone bzw. das iPad.

Bonedo YouTube
  • Gibson G-Bird | Generation Collection - Sound Demo (no talking)
  • Best Cyberweek DEALS for Guitarists! - 2022
  • DSM & Humboldt ClearComp - Sound Demo (no talking)