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Spitfire Audio Abbey Road ONE Test

PRAXIS

Die Bedienung  

Der Aufbau des Plugins ist angenehm übersichtlich. Auch wer bisher noch keine Erfahrungen mit Spitfire-Produkten hat, wird sich sehr schnell damit zurechtfinden. Diese Übersichtlichkeit resultiert aber auch daraus, dass man innerhalb der Instrumentengruppen keine große Auswahl, wie z. B. Low und High Strings im Streicherbereich, zu treffen hat. Andererseits kommt man mit Abbey Road ONE ganz schnell zu einem Ergebnis, ohne dabei Kompromisse bei der Klangqualität auf sich nehmen zu müssen.
Sehr angenehm ist es, den Abruf der Artikulationen seinen eigenen Wünschen anpassen zu können. Manchmal kann es etwas nervig sein, herauszufinden, welche Artikulation auf welchem Keyswitch liegt. Dieses Problem wird hier eigentlich beseitigt.
Man kann zwar zehn Signale verwalten, verliert sich aber niemals in den unendlichen Weiten der Mikrofonierung. Viele werden sicherlich meist mit Mix 1 von Simon Rhodes arbeiten – aber auch die anderen Mixe lohnen sich.  Wer will, kann die Mixe auch einzeln in der DAW darstellen. 
Abbey Road ONE beschränkt sich zugunsten der Bedienbarkeit in der Anzahl der veränderbaren Parameter, die anvisierte Zielgruppe wird es danken.

Dynamik und Klang

Spielt man auf einer angeschlossenen Tastatur ein wenig mit der Velocity, dürfte man schnell von der großen Dynamik begeistert sein, die mit Abbey Raod ONE möglich ist. Im Vergleich zu einer anderen Spitfire Suite, Albion ONE, wurden hier fünf statt drei Velocity-Layer verwendet – und das macht sich natürlich bemerkbar. Diese Dynamikstufen lassen sich nicht nur per Velocity steuern, sondern können z. B. auch mit dem Modulationsrad durchfahren werden.
Die Qualität der vorhandenen Instrumente und Presets ist hoch, besonders die Bläser haben es mir wirklich angetan. Da kann man die 69 GB schon förmlich hören.

Zielgruppe

Spitfire Audio zielt mit Abbey Road ONE eigentlich weniger auf Orchesterarrangeure, sondern vielmehr auf User, die per Keyboard schnell und unkompliziert hochwertigste Orchesterklänge für Film-, Pop-, EDM- und andere Produktionen suchen.  Die Auswahl an Artikulationen ist zwar begrenzt, reicht aber für die genannte Zielgruppe vollkommen aus.
Wer ein ausgefeiltes Streicher- oder Bläserarrangement aufbauen und dabei Stimme für Stimme erarbeiten will, der sollte lieber auf das Spitfire BBC Symphonic Orchestra zurückgreifen. Wer sich aber nicht in den Untiefen der Stimmführung und Artikulationsvielfalt verlieren und auch nicht mit unendlichen Mikrofonpositionen experimentieren möchte, der ist mit Abbey Road ONE hervorragend bedient.
Das schon fast modular anmutende Konzept bringt den Vorteil, in Zukunft nur das implementieren zu können, was man tatsächlich benötigt.

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