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Source Audio Atlas Test

Das Source Audio Atlas ist ein Kompressorpedal des amerikanischen Herstellers, das auf den ersten Blick mit seinen vier Regelmöglichkeiten nicht den Eindruck macht, aus der Reihe ähnlicher Pedale auszuscheren. Zumindest was die direkte und schnelle Bedienung angeht, stimmt das auch. Allerdings steckt unter Haube einiges mehr, das den Atlas laut Hersteller zu einem Meilenstein macht: Nach einem zehnjährigen Entwicklungsprozess soll unser Kandidat in der Lage sein, die Sounds beliebter Studioprozessoren wie dem LA2A oder 1176 und von Pedallegenden wie dem Diamond Kompressor oder dem MXR Dyna Comp erzeugen zu können.

Source Audio Atlas Test
Produktfotos für Remise 3 Medienservice Agentur GmbH

Selbstbewusste Ansagen, die möglichst in der Praxis Bestand haben sollten. Dazu passend ist auch der Preis von runden 300 Euro für ein Kompressorpedal deutlich im oberen Bereich angesiedelt. Ob er gerechtfertigt ist und die hohen Erwartungen an das Pedal tatsächlich erfüllt werden, entscheidet sich am Amp. Und dort wartet der Source Audio Atlas jetzt auf seinen Einsatz.

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Der Atlas Kompressor kommt in einem gebürsteten und eloxierten Aluminiumgehäuse in dunkelgrüner Metallic-Optik. Er bringt 283 Gramm auf die Waage und misst 78 x 117 x 52 mm (B x T x H). Die Regler sind in zwei Reihen auf der Oberseite positioniert, cremefarben und mit schwarzen Markierungsstreifen, deren Position man auch im Stehen sehr gut erkennen kann. In der Mitte befindet sich ein kleiner Dreifach-Kippschalter, mit dem der Kompressor-Modus angewählt wird: Studio, Optical und Dual stehen bereit. Der Fußschalter befindet sich in der hinteren Hälfte, wobei der Bypass-Modus als buffered oder true wählbar ist. Diese Einstellung kann auch in der Neuro App vorgenommen werden, dazu gleich mehr. Die LED auf der Oberseite leuchtet, wenn das Pedal aktiviert ist.

Fotostrecke: 3 Bilder Das Source Audio Atlas Kompressorpedal soll die Sounds beliebter Studioprozessoren erzeugen können.
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Die Anschlüsse sind an den Seiten verteilt, rechts zwei Eingangs- und links zwei Ausgangsbuchsen, jeweils im 6,3-mm-Klinkenformat. Batteriebetrieb wird nicht unterstützt, allerdings gehört für den Anschluss an der Stirnseite ein 9-V-Standardnetzteil zum Lieferumfang. Wer das Pedal per Mehrfachstromversorgung im Board speisen möchte, sollte 160 mA Strom zur Verfügung haben, wie das 1Spot mA Meter im aktiven Zustand des Pedals anzeigt. Neben dem Netzteilanschluss befindet sich eine Stereo-Miniklinkenbuchse, an die man ein Expression-Pedal zur Steuerung von Parametern in Echtzeit anschließen kann. Über diesen Zugang lässt sich das Pedal auch mit entsprechenden Adaptern (Neuro Hub) per MIDI regeln. Ganz außen wartet ein kleiner Taster mit der Bezeichnung Alt. Hier werden alternative Funktionen der vier Regler aktiviert, die weitere Parameter zur Verfügung stellen. Worum es sich dabei handelt, erfahrt ihr gleich. Solange die Alternativfunktionen aktiviert sind, blinkt am vorderen Rand am Pedal eine kleine grüne LED. Schließlich steht auch ein USB-Anschluss zur Verbindung mit einem Computer bereit, über den sich das Pedal per Neuro App im Detail einstellen lässt, Firmware-Updates aufgespielt und Presets vom Hersteller und anderen Usern übertragen werden können. Ein Kabel in ausreichender Länge gehört ebenfalls zum Lieferumfang.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Anschlüsse sind an den Seiten des Gehäuses verteilt.
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Bedienung

Ist der Kompressor aktiv, leuchtet die Status-LED rot. Sie dient auch als Anzeige für den Einsatz und die Intensität der aktuellen Kompression. Bei starker Kompression wechselt sie in Richtung Grün, wird sie schwächer, wieder nach Rot und bietet so eine gute optische Kontrolle über den genauen Status. Die Bedienung des Pedals kann man in drei Stufen vornehmen. Wer es ganz simpel haben möchte, der benutzt die vier Regler und den Dreifach-Mode-Schalter. Mit den Reglern werden folgende Parameter eingestellt:

Threshold: Schwellenwert, wann der Kompressor einsetzt

Ratio:  Intensität des Kompressoreffekts

Blend: Mischungsverhältnis zwischen Kompressor und Direktsignal (Minimum 100% Kompressor)

Output: Ausgangspegel des Kompressoreffekts.

Das Pedal ist mit einer Auto-Makeup-Gain-Funktion ausgestattet. Der leichte Pegelverlust durch die Kompression wird immer automatisch ausgeglichen, sodass man nicht permanent mit dem Output-Regler nachpegeln muss. Eine sehr dankbare Funktion für uns einstellfaule Gitarristen. Mit dem Mode-Schalter kann man dann drei Kompressor-Modes (Grundsounds) anwählen:

Studio: Studio Snap – ein Hard-Knee VCA-Kompressor

Optical: Optical Rack – ein LA2A-Style-Kompressor

Dual: Dual Band – ein Zweiband-Kompressor mit unterschiedlichen Einstellungen für tiefe und hohe Frequenzen.

Tolle Voraussetzungen, wenn man sich nicht viel Gedanken über sonstige Einstellungen machen möchte. Da die restlichen Parameter gut voreingestellt sind, kann man so bereits amtliche Kompressorsounds erzeugen. Wer aber doch einen kleinen Schritt weitergehen möchte, dem stehen drei weitere Parameter am Pedal zur Verfügung, wenn man den Alt-Taster drückt. Dann haben die Regler folgende Funktionen:

Ratio Alt: Tone – Klangfarbe

Blend Alt: Attack – die Zeit, bis der Kompressor einsetzt (bei höheren Einstellungen schneller)

Output Alt: Release – die Zeit, wie lange der Kompressor aktiv bleibt (bei höheren Einstellungen länger)

Außerdem sind noch drei weitere Grundsounds mit dem Kippschalter wählbar:

Studio Alt: Studio 76 – ein 1176 FET-Style-Kompressor mit schneller Attack-Zeit

Optical Alt: Cubic Circonia – LED-Kompressor im Stil des Diamond Kompressorpedals

Dual Alt: Dual Jangle – Dualband-Kompressor mit angehobenen Frequenzen ab 2 kHz

Sechs Grundsounds und sieben Parameter zum Einstellen am Pedal sind definitiv eine Menge Möglichkeiten. Wer jetzt noch tiefer in die Welt der Parameter eintauchen möchte, der kann auch das, denn dafür gibt es die Neuro App

Fotostrecke: 3 Bilder Auf der Oberseite sind vier Potis platziert, die mit cremefarbenen Potiknöpfen bestückt sind.
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Neuro App

Die App steht auf der Source Audio-Website zum Download bereit und ist für Mac und PC verfügbar. Alternativ dazu kann man die App auch über ein mobiles Gerät (iOS, Android) nutzen, ebenfalls über die USB-Schnittstelle, für die unter Umständen ein entsprechender Adapter benötigt wird. In der App selbst wird dann richtig Maß genommen und man sieht hier erst, was sich alles unter der Haube befindet. Es gibt zwei unterschiedlich einstellbare Kompressoreinheiten Comp A und Comp B, die man variabel kombinieren kann, z. B. parallel, hintereinander, separat auf die Inputs verteilt etc. Jeder Kompressor hat einen wählbaren Type, der den Grundcharakter festlegt. Hier stehen 17 verschiedene Typen zur Auswahl (u. a. Optical-Rack, FET-Rack, Vari-Mu, Fast-Limit, Soft-Limit, etc.) und dazu noch wesentlich mehr Parameter zum Feinjustieren, darunter ein 8-Band Graphic-EQ, ein parametrischer EQ sowie ein Input-Gain-Regler. Wer seinen Kompressorsound wirklich extrem detailliert anpassen möchte, der wird hier seine helle Freude haben. Natürlich lassen sich die vorgenommenen Einstellungen auch speichern, im Computer oder auch im Pedal. In letzteren Fall wird jeweils eines der vorhandenen sechs Presets überschrieben und der neu gespeicherte Sound kann mit den Reglern am Pedal bedient werden. Ein wirklich sehr gelungenes Bedienkonzept in drei Stufen: total simpel und übersichtlich am Pedal und extrem ausführlich über die Neuro-App.

Screenshot Neuro App
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