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Sound-Workshop: Das Pad aus “Team” von Lorde

Dieses Mal beschäftigen wir uns mit dem Flächensound aus dem aktuellen Hit „Team“ von Lorde. In diesem sparsam instrumentierten Song nimmt das Pad neben den Beats eine zentrale Rolle ein. Zum Einsatz kommt diesmal ein analoger Klassiker von 1982: Der Roland Juno-60 eignet sich hervorragend für solche Pads, und wer einmal einen hat, gibt ihn so schnell nicht mehr her. Alternativ könnt ihr natürlich das kostenlose Freeware-Plugin TAL U-NO-62 verwenden, das dem Juno-60 nachempfunden ist und auch ungefähr so klingt – aber nichts geht über das Original!

(Foto: © Charles Howells / Montage: bonedo.de)
(Foto: © Charles Howells / Montage: bonedo.de)


Ausgangspunkt für die Schrauberei ist ein Default-Preset: Der DCO (Digitally Controlled Oscillator) des Juno liefert eine Sägezahnschwingung, während Filter, Hüllkurve und alles andere komplett neutral eingestellt sind. Das klingt so:

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Schritt 1: Default-Preset

Als erstes schaltet ihr mit dem entsprechenden Taster auch die Pulswelle des Juno (oder des Plugins) ein. Beim Juno-60 kann man Rechteck/Puls und Sägezahn gleichzeitig verwenden, aber leider nicht getrennt in der Lautstärke regeln. Auch der Suboszillator wird eingeschaltet und mit dem Schieberegler auf etwa 40% der maximalen Lautstärke eingestellt.

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Schritt 2: Sägezahn, Rechteck und Suboszillator
Dieses Mal benutzen wir einen Klassiker: Roland Juno-60
Dieses Mal benutzen wir einen Klassiker: Roland Juno-60

Um den Sound etwas seidiger zu machen, verstellen wir die Pulsbreite der Rechteckwelle. Dazu stellt ihr den Wahlschalter auf „Manual“ und regelt den Fader PWM auf ca. 40%.

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Schritt 3: Pulsbreite verstellen

Ein Pad braucht natürlich eine langsam anschwellende und wieder abklingende VCA- (Amp-)Hüllkurve. Stellt den VCA-Wahlschalter auf „ENV“ und regelt die vier Schieberegler der Hüllkurve in etwa auf die folgenden Werte: Attack = 70%, Decay = 80%, Sustain = 60%, Release = 70%.  

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Schritt 4: Envelope

Nun kommen die beiden Filter des Juno zum Einsatz. Der Synth besitzt ein Hochpassfilter, das beim Original in vier Positionen (Aus, 1-3) einrastet und beim Plugin stufenlos regelbar ist. Den Regler HPF FREQ solltet ihr ganz aufdrehen. Dadurch verliert der Sound die tiefen Frequenzanteile und klingt weniger matschig. Den Cutoff (FREQ) des Tiefpassfilters (VCF) stellt ihr auf etwa 55% ein. Die Resonanz brauchen wir nicht, sie bleibt ganz unten. Um das Filter mit der Hüllkurve zu steuern, stellt ihr noch den ENV-Wahlschalter in der Filtersektion auf positive Hüllkurveneinwirkung und dreht den den Regler ENV auf etwa 30% auf. Zusätzlich soll das Filter leicht vom LFO beeinflusst werden, damit der Sound nicht ganz so statisch ist. Also regelt ihr in der Filtersektion den Regler LFO auf etwa 20% und stellt in der LFO-Abteilung RATE auf ca. 60% und DELAY auf etwa 40%. TRIG MODE steht auf AUTO. Durch das Delay braucht der LFO nach dem Tastenanschlag eine gewisse Zeit, um aktiv zu werden.

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Schritt 5: Filter mit Hüllkürve und LFO

Jetzt werfen wir noch den eingebauten Chorus des Juno-60 an. Von den beiden verfügbaren Varianten ist „Chorus I“ die passendere, weil dezentere. Um den Chorus nicht zu übersteuert, sollte man das VCA-Level auf etwa 80% zurücknehmen.

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Schritt 6: Chorus

Zum Schluss kann man den Sound in der DAW mit etwas EQ und Reverb veredeln:

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Schritt 7: Fertiger Sound mit Reverb

Wenn ihr den Freeware-Softsynth TAL U-NO-62 verwendet, könnt ihr unten sehen, wie ihr ihn in etwa einstellen solltet. Da bei analogen Synths kein Exemplar exakt wie das andere ist und sich das Plugin bei einigen Einstellungen etwas anders verhält als das Original, stimmen die Settings nicht ganz mit den oben beschriebenen Werten für meinen Hardware-Juno überein.

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Ein ähnlicher Sound aus dem Softsynth TAL U-NO-62
Ein ähnlicher Sound aus dem Softsynth TAL U-NO-62
Ein ähnlicher Sound aus dem Softsynth TAL U-NO-62
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(Foto: © Charles Howells / Montage: bonedo.de)

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von Lasse Eilers

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