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Sonor Vintage Series Three20 NM Rosewood Test

Kaum ein Begriff in der Drumindustrie ist in den letzten Jahren so überstrapaziert worden wie das Wort „Vintage“. Die in Bad Berleburg ansässige Trommelbaufabrik Sonor ist bereits seit 1875 im Geschäft. Man kann also – betrachtet man die Historie unserer insgesamt noch recht jungen Instrumentengattung – bei Sonor ohne Zweifel von einer traditionsreichen Instrumentenbaugeschichte sprechen.

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Mittlerweile fest etabliert ist die im Jahr 2015 aufgelegte Vintage-Serie, deren Buchenkessel sich an der zweiten Generation der Teardrop-Schlagzeuge orientieren, die Sonor in den 1960er Jahren gebaut hat. Packt man das Drumkit aus, hat man für einen Moment wirklich das Gefühl, eine Reise rückwärts anzutreten. Was das Set in der Three20 Konfiguration im Rosewood Semi Gloss Finish kann, lest ihr hier. 

Details

Das Schlagzeug kommt in drei großzügig dimensionierten Kartons ins Haus. Zum Lieferumfang gehört eine 20“ x 14“ Bassdrum, ein Hängetom in der Größe 12“ x 8“ sowie ein 14“ x 12“ Standtom. Außerdem befinden sich im Paket zwei unterschiedlich große Remo Patches für das Schlagfell der Bassdrum, ein Stimmschlüssel und drei Floortombeine. Ein L-Adapter – aber kein kompletter Tomarm – ist ebenfalls dabei. Das Set gibt es übrigens auch in einer weiteren, aktuell sogar etwas preisgünstigeren Ausführung mit einer gebohrten Bassdrum mitsamt komplettem 600er Einzeltomhalter zu erwerben. Deshalb mutet es es etwas seltsam an, dass bei der NM-Variante kein Tomhalter mitgeliefert wird. Wie dem auch sei, mir gefällt die Optik der ungebohrten Bassdrum ausgezeichnet. Bei der Fotosession und den späteren Aufnahmen entscheide ich mich zuerst für eine klassische Montage des 12“ Toms, nämlich auf einem Snareständer, danach montiere ich die Trommel für den Soundvergleich auch noch an einem Tomständer.

Fotostrecke: 5 Bilder Das Set kommt als Dreiteiler, natürlich in “Vintage-Größen”.
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Die Kessel sind allesamt sechs Millimeter stark, mit beidseitig verrundeten Gratungen. Das sorgt für eine satte Fellauflage und laut Sonor auch für eine Reduktion der Obertöne und ein kontrolliertes Ausschwingverhalten. Auf den Innenseiten sind die kreuzverleimten Buchenzylinder seidenmatt versiegelt, die Außenseiten wurden ganzflächig mit einem offenporigen, ebenfalls seidenmatten Furnier in der Farbe Satin Rosewood beklebt. Dabei handelt es sich heutzutage aber um kein Tropenholz mehr. Die gesamte Verarbeitung ist sehr ansehnlich und ohne Makel ausgeführt. Auch wenn so manche Sonor-Oberfläche in Musikerkreisen gern mal unter dem Titel „Schrankwand“ verspottet wird: Tradition verpflichtet. Das rot-bräunliche, 2021 neu aufgelegte Finish steht somit in einer langen Geschichte von Sonor-Oberflächen, wie sie seit den Teardrop-, Phonic- oder Signature-Serien Musikgeschichte geschrieben haben.

Fotostrecke: 5 Bilder Die 20“ x 14“ Bassdrum ist in dieser Version ohne Tomhalterung ausgestattet.
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Ein weiterer Hingucker ist ganz klar die verchromte Hardware des Sets. Besonders die im Offset-Verfahren montierten, schmal zulaufenden Spannböckchen stechen ins Auge, zusammen mit den nach innen geflanschten, 2,3 Millimeter starken „Superprofil“ Spannreifen sind sie eine Wiederauflage von Parts, die bei Sonor’s Teardrop-Trommeln in den 1950er Jahren zum Einsatz kamen. Ebenso ins Bild passen die 16 Bassdrum-Klauen mitsamt Flügelschrauben. Die Brackets an den Toms und der Bassdrum fallen konstruktiv identisch aus, mit zwei Backen wird das Floortombein, bzw. der geschwungene Bassdrumfuß befestigt. Die Beine der Bassdrum lassen sich von Gummi auf Dorn umstellen, auch haben die Bassdrumfüße Memory Locks installiert. Dieses Feature hätte ich mir beim Floortom auch gewünscht. Im Praxislauf ist mir ein Floortombein zweimal leicht abgesackt, die Schraube am Bracket musste ich für mein Empfinden recht fest anziehen, um das zu vermeiden.

Fotostrecke: 4 Bilder Das 12“ Tom hat ein gummiunterlegtes Bracket.
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Nicht ganz so vintage sind die Gaskets, die unter allen Anbauteilen montiert sind. Die Stimmschrauben der Tom-Toms haben keine Schlitzköpfe wie die Urahnen, sondern sind mit handelsüblichen Vierkantköpfen ausgerüstet. Ein weiteres zeitgemäßes Feature sind die Stimmsicherungen in allen Spannböckchen. Sämtliche Stimmschrauben laufen sehr gleichmäßig und geben bei der Umdrehung des Stimmschlüssels eine kontrollierte Rückmeldung. 
Bei der Befellung setzt Sonor auf die bekannte Remo USA-Markenware. Die Toms sind mit beschichteten Ambassador Schlagfellen und klaren Resonanzfellen bestückt, bei der Bassdrum ist als Schlagfell ein beschichtetes Powerstroke 3 und ein Fiberskyn Powerstroke 3 Resonanzfell aufgezogen. 

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