Anzeige

Schallwandler Podcast: Tyree Cooper

Aufgewachsen ist Tyree Cooper in den Straßen von Chicagos South Side. Dort wurde er schon in jungen Jahren gut geschult. Er hörte Farley “Jackmaster“ Funk, The Hot Mix 5, Ronny Hardy und die elektrisierenden Energien von Frankie Knuckles und als sein bester Kumpel dann DJ wurde, war auch Tyree von diesem “DJ-Bug” infiziert. Es dauerte nicht lange und schon zwei Jahre nach dem College war Tyree Cooper bereits einer der beliebtesten und gefragtesten DJs in Chicago.

1811_Schallwandler_Podcast_1260x756_Tyree_Cooper


Dann überredete Vince Lawrence von der House-Band Jesse’s Gang (gegründet von Jesse Saunders) Tyree, ein Demo-Tape seiner Musik zusammenzustellen, um eine Karriere als Aufnahmekünstler zu beginnen.

Von nun an war es nur eine Frage der Zeit, bevor der erste Plattenvertrag mit dem Chicagoer Underground-Label D. J. International Records unterzeichnet wurde. Die erste 12inch “I Fear The Night ” (1986) zusammen mit seiner Schwester, der Sängerin Chic, wurde prompt zu einem Underground-Klassiker in Chicago.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Weitere Hits folgten: Video Crash und Acid Crash (1987), Acid Over (1988) und “Turn Up The Bass” (1988/89). Mit dieser Nummer, die Tyree zusammen mit dem Rapper Kool Rock Steady veröffentlichte, erreichte Hip House damals seinen Höhepunkt. Es war eine der ersten House-Scheiben, die als Musikvideo auf MTV ausgestrahlt wurden und erreichte eine enorme Popularität. Danach folgten “Let’s Get Hyped “(feat. Kool Rock Steady, 1989), “Let the Music Take Control” (1989) und “Hardcore Hip House” (1989).

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Tyree Cooper kennt sie alle persönlich Mike Dunn, Marshall Jefferson, um nur einige Namen zu nennen und er hat mit sämtlichen Größen der House Music Szene in Chicago zusammengearbeitet, darunter z.B. Fast Eddie, Peter Black und Bad Boy Bill. Mittlerweile lebt Cooper in Berlin und wird hier von der Künstleragentur Pearls Booking vertreten.
Über Claudia Schneider, die die Agentur leitet und die ich noch von früher vom Frankfurter Label Multicolor (u.a. Senor Coconut) und aus meinen wilden WMF-Zeiten in den 90ern kenne, bekomme ich den Kontakt und bin ziemlich sprachlos, als Tyree Cooper sich tatsächlich dazu bereit erklärt, mir ein persönliches Interview zu geben. Legenden trifft man schließlich nicht alle Tage!

Foto by Marie Staggat
Foto by Marie Staggat

Der Mann aus Chicago ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren von damals aus. Als DJ ist er nach wie vor weltweit gefragt und spielt vor allem auf größeren Festivals und auch als Produzent, ist er immer noch am Ball. 2009 z.B. arbeitete Tyree intensiv mit Bobby Starrr zusammen. Die beiden gründeten ein ziemlich cooles Duo namens “Jack The Box” mit einem Album auf Moodmusic und machten zahlreiche Remixe und Produktionen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

2013 gründete Tyree Cooper sein eigenes Label: Chicago Vinyl Records mit Vertrieb von Juno Records UK. Hier veröffentlicht er seitdem seine eigenen Sachen, fördert aber auch den Nachwuchs. In Berlin lebt er seit 2014. Das passt ja perfekt =)
Da er sein Studio allerdings in seinem privaten Appartement untergebracht hat, schlägt er vor, dass wir uns an einem anderen Ort treffen. Also lade ich ihn kurzerhand in mein Studio ein und Tyree ist einverstanden.
An einem ziemlich heißen Sommertag treffe ich ihn auf der Pankstraße im Wedding. Er hat ein weißes Frotteehandtuch um die Schultern gelegt und macht einen relaxten und vergnügten Eindruck. Langes Warm Up ist nicht nötig und so sitzen wir schon bald in meinen Gemächern, bei runtergelassenem Rollo, um die Hitze weitestgehend auszublenden, mit Sonnenbrillen und coolen Drinks. Er ist ein unterhaltsamer Erzähler und er verrät mir u.a. welche entscheidende Rolle die Katholische Kirche für die House Music hatte. Viel Vergnügen mit dieser Schallwandler Episode! Es war einmal in Chicago…

Hot or Not
?
1811_Schallwandler_Podcast_1260x756_Tyree_Cooper Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Krause Manuela (manou)

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

Schallwandler Podcast: Electric Indigo

DJ / Feature

Electric Indigo ist eine der Grande Dames des Techno, sowohl als DJ als auch als Produzentin. Ihre DJ Karriere begann 1989 in Wien. Danach arbeitete sie einige Jahre in Berlin im legendären Hard Wax Plattenladen und bespielte die Dancefloors sämtlicher angesagter Clubs und Festivals weltweit. Die Detroit-Musikszene hat die Künstlerin besonders stark geprägt. 2002 hatte Indigo die Gelegenheit, auf der Hauptbühne des Detroit's Electronic Music Fest aufzulegen. 2020 erhielt sie den Österreichischen Kunstpreis für Musik.

Schallwandler Podcast: Electric Indigo Artikelbild

Bevor Susanne Kirchmayr zur Musik kam, hatte sie zunächst einige andere Pläne. Als Teenager träumte die gebürtige Wienerin davon, Kunst zu studieren. Da sie wusste, dass ihre Eltern dass sicher nicht so toll fänden, entschied sie sich stattdessen für Architektur und begann erst mal ein Studium an der TU in Wien. Spaß gemacht hat es ihr nicht und sie überlegte, das Fach zu wechseln. Die Modeklasse von Jean-Charles de Castelbajac oder Vivienne Westwood reizten die junge Studentin wesentlich mehr. Zweimal versuchte sie auch die Aufnahmeprüfung zum Industrial Design, bevor sie Ausflüge in folgten Linguistik und Archäologie unternahm. Das war dann der letzter Studienversuch, bevor Susanne dem Universitätsbetrieb endgültig den Rücken kehrte. Musik war seit jeher ihre große Leidenschaft und sie hat schon früh damit begonnen, Schallplatten zu sammeln. In ihrem damaligen Wiener Stammlokal Trabant stand Susanne dann 1989 das erste Mal selbst hinter den Plattentellern. Sie spielte Funk, Jazz, Hiphop und den Leuten hatte es gefallen, so bekam sie ihren ersten fixen Abend als DJ. Ihre Schallplatten kaufte die österreichische Musikliebhaberin zu der Zeit im Black Market, wo u. a. Wiens erster House DJ Geb.el arbeitete. Als der ihr eines Tages Platten von DJ Rush und von Underground Resistance in die Hand drückte, war es um Susanne Kirchmayr geschehen: Sie war mit dem Chicago- und Detroit-Virus infiziert. Leider nicht unbedingt das, was Anfang der 90er in Wien gehört wurde. Als sie im Trabant Techno auflegte, flog sie hochkant raus. DJ Hell war es, der Susanne schließlich ermutigte, Wien doch einfach den Rücken zu kehren. München und Berlin wurden die Ausgangspunkte ihrer internationalen Karriere in der elektronischen Musik.

Schallwandler Podcast: Pantha du Prince

DJ / Feature

Hendrik Weber alias Pantha du Prince ist einer der Popstars der elektronischen Musikszene und hat sich definitiv seinen Ruhm verdient. Im Laufe der Jahre entwickelte er einen einzigartigen Signature-Sound. Wirbelnde Synthesizer, eine stets präsentierte Melancholie und sein Markenzeichen. Die Glocken bilden zusammen das, was heute als „Eiskristalltechno“ (Spex) bekannt ist. Seine Alben „This Bliss“ und „Black Noise“ gelten nach wie vor als zwei der schönsten elektronischen Alben der letzten Jahre.

Schallwandler Podcast: Pantha du Prince Artikelbild

Pantha du Prince ist das Soloprojekt von Hendrik Weber, der 1975 in Bad Wildungen, dem "hessischen Sibirien", geboren wurde. Als Teenager mit 13 Jahren entdeckte Hendrik für sich die Gitarre und so spielte er zunächst Bassgitarre in diversen Bands, wie z. B. ab 2000 bei der beliebten Hamburger Indie-Combo „Stella“, einer der Nachfolgebands der „Hamburger Schule“, die mit einer Mischung aus Rock, Pop und elektronischen Elementen bekannt wurde. Später wechselte Weber zur elektronischen Musik. Er startete mit  einem 16-Kanal-Studiomixer, der Drohnen mit Samples und einem Computer kombinierte.

Schallwandler Podcast: Robert Babicz

DJ / Feature

Seit den 90ern ist Robert Babicz mit seinen zahlreichen Pseudonymen wie Rob Acid, Acid Warrior, Atlon Inc., Department Of Dance, Dicabor, Sontec oder Twirl eine Institution in der Szene und einer der bekanntesten Vertreter des Acid Techno. Von der Love Parade über die Mayday bis hin zu zahlreichen Festivals weltweit hat Babicz alle wichtigen Techno-Events bespielt und rockt auch heute noch sämtliche Floors, inzwischen allerdings nur noch unter bürgerlichem Namen: Robert Babicz

Schallwandler Podcast: Robert Babicz Artikelbild

Als Anfang der 90er Jahre in Deutschland das Acid-Fieber ausbrach, erschien Robert Babicz auf der Bildfläche und war mit seinen fast 2 m Körpergröße nicht zu übersehen, geschweige denn zu überhören. Unter anderem als „Rob Acid“ verwandelte er seine Roland TR-303 in einen aggressiven Flammenwerfer, prügelte damit auf die verzückten Fans ein und wurde so eine der zentralen Figuren der Acid-Techno-Szene.

Schallwandler Podcast: Steve Bug

DJ / Feature

Steve Bug ist ein echtes Original und einer der maßgeblichen Pioniere des Minimal House. Sein Engagement hat ihn zu einem weltweit gefeierten Künstler und Kurator gemacht. Mit seinem Label Poker Flat, das im letzten Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen feierte, hat er zudem einen beachtlichen Beitrag zur House- und Technoszene geleistet...

Schallwandler Podcast: Steve Bug Artikelbild

Vom House- und Technofieber Anfang der 90er gepackt, zog es den gebürtigen Bremer Stefan Brügesch, der bislang als Hairstylist gearbeitet hatte, hinter den Plattenteller. Im Club MAXX startete er 1991 seine DJ-Karriere mit feinen Housegrooves und es dauerte nicht lange, da hatte er auch schon Gigs im Hamburger Unit. Sein Sound kam gut an, es folgten weitere Bookings, erste eigene Produktionen und positives Feedback, so dass Brügesch seinen alten Beruf an den Nagel hing und sich von nun an nur noch der Musik widmete.

Bonedo YouTube
  • Strymon Deco V2 Sound Demo (no talking) with ASM Hydrasynth
  • Cosmotronic Modules Demo
  • Analog FX SER-2020 semi-modular Synthesizer Sound Demo (no talking) with Empress Reverb