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Rane SL4 Test

PRAXIS

Inbetriebnahme
Unser Test erfolgte mit der beigelegten Software Version 2.2.2. Da natürlich auch das Zusammenspiel zweier Deejay-Laptops untersucht werden sollte, haben wir uns für einen systemübergreifenden Aufbau entschieden. Die Beteiligten sind ein 4-GB-MacBook mit 2,13 GHz Intel Core2Duo unter OS X 10.6.7 und ein Lenovo Core-i3 mit 2x 2,7 GHz und 4 GB-RAM unter Windows 7.
Am Macintosh läuft zunächst einmal nix. Stöpselt man nämlich sein SL4 in einen freien USB-Schlitz, wartet man umsonst auf optische Resonanz. Erst nachdem die aktuelle Scratch Live Version installiert wurde, die Core-Treiber gleich mit aufspielt, leuchtet das blaue Betriebslämpchen neben dem entsprechenden USB-Port beim Anstöpseln der Hardware auf. Separate Core-Treiber konnte ich nicht auf der CD finden. Anzumerken ist ferner, dass zum Test-Zeitpunkt zwei unterschiedliche Software-Fassungen auf der Website zum Download angeboten werden. Ein 8,2 MB großes Installationsarchiv für SL2/SL4 und ein 6,8 MB mpkg für Besitzer der Vorgängermodelle SL1/SL3, für die ein weiteres ASIO/ Core-Paket (seit knapp sechs Monaten mit Status Beta gekennzeichnet) von 1,5 MB angeboten wird. Es ist jedoch zu erwarten, dass in absehbarer Zukunft nur noch ein Software-Installer für alle Interfaces verwendet wird. Ob dieser dann die ASIO/Core-Treiber enthält oder ob es separate Downloads geben wird, bleibt abzuwarten. Der Verdacht liegt jedoch nahe, dass sie zu einem Archiv verschmelzen werden.

SL4_Setup Bild

Als Nächstes wurde das Winbook hochgefahren und ein Status-Check angeleiert. Hier liegen die Files einzeln auf Silberling gebrannt vor, werden aber ebenfalls auf Wunsch mit Scratch Live installiert. Da ich selber Besitzer eines SL3 bin, war es mir möglich, die Hörproben beider Rane Spitzen-Interfaces abzugreifen, sodass ihr einen Direktvergleich anstellen könnt. Die interne Signalverarbeitung von SL4 und SL3 ist mit 24 Bit gleich geblieben. Die Sampleraten sind jedoch anders gewählt. (SL3: 44,1 und 48 kHz) / SL4 (48 und 96 kHz).

Samplerate Bild

Klang – Phono-Preamps
Die Phono-Vorverstärker klingen druckvoll und transparent. Sie verrichten ihre Aufgabe sehr gut und sind eine solide Alternative zum externen Preamp, um seine Schallplattensammlung zu digitalisieren. Sei es direkt mit Scratch Live – wahlweise mit 16 oder 24 Bit oder über einen Audio-Editor. Als Samplerate stehen 48 und 96 kHz zur Auswahl.

Audio Samples
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Phonopreamp SL4 16bit&48kHz Phonopreamp SL4 24bit&48kHz Phonopreamp SL4 24bit&96kHz Phonopreamp SL3 16bit&48kHz Phonopreamp SL3 24bit&48kHz

Wir wollen auch die Ausgabequalität digitaler Audiodateien vergleichen. Zu diesem Zweck habe ich eine Wave-Datei erzeugt und zudem als MP3 mit 256 kbit/s exportiert. Beide Audiodateien wurden dann auf den Interfaces abgespielt und aufgezeichnet.

Audio Samples
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SL4 Playout PCM SL4 Playout MP3 320k SL3 Playout PCM SL3 Playout MP3 320k

Timeode-Handling
Serato packt gleich acht Kontrollmedien ins Paket. Das Trägersignal für die CD können registrierte User zudem auf der Website herunterladen. Nützlich, falls die eigenen Scheiben irgendwann den Kratzertod sterben – oder einfach bei einem Gig versehentlich im Bauch eines Players vergessen wurden.
Das Steuer-Vinyl CV02 wiegt 125 Gramm und verwendet ein Trägersignal mit einer Frequenz von 1kHz. Die Seiten sind im One-Minute-Split Verfahren gefertigt. Das bedeutet, Seite A zeigt 10 Unterteilungen a eine Minute Spielzeit bei 33RPM für insgesamt 10 Minuten Dauer an (45 rpm = 7:24 Minuten). Mit dem Selection-Track am Ende der Seite browst man durch die Crates, indem die Platte manuell vor oder zurückgedreht wird. Möchte der DJ lediglich zum nächsten Track der Playlist wechseln, genügt es, die Platte umzudrehen. Seite B-Seite bietet insgesamt 15 Splits ohne Scrollzone und hat eine Abspieldauer von 15 Minuten bei 33 rpm. Bei 45 Umdrehungen verbleibt eine Spielzeit von 11:07. Bei der Kalibrierung des Timecode-Vinyl oder CD ist darauf zu achten, dass der Pitch auf 0% eingestellt ist. Im Setup sehen wir zwei Anzeigefelder, die zunächst die primären (das ist übrigens frei wählbar) und mit einem Klick auf Secondary auch die übrigen beiden Zuspieler einmessen. Ein großer, runder grüner Kreis bedeutet: alles im Lot. Ist dies nicht der Fall, nutzt der DJ den Estimate-Button zur Schätzung und reguliert mittels Threshold-, Balance- und Phasenregler nach. Bei Unstimmigkeiten liefert das Handbuch eindeutige Illustrationen, die mögliche Fehlerquellen aufzeigen.

Fotostrecke: 2 Bilder Den Scratch Live Timecode gibt´s in klassischem schwarz…
Fotostrecke

Stabilität und Performance – Teil 1
Zur Performance des SL4 mit Scratch Live 2.2.0 ist zu sagen, dass die beiden Gefährten betriebssicher und flott laufen, wie man es von ihnen kennt. Selbst bei vier Decks erreicht die Auslastungsanzeige auf dem betagteren Mac kaum mehr als 30 Prozent, kommen die FX ins Spiel bleibt es, selbst wenn aus allen Rohren gefeuert wird, in der Regel knapp unter 50. Damit lässt sich arbeiten, Knackser sind nicht zu vernehmen. Beim neueren Windows i3 Laptop liegt die CPU-Auslastung im letzten Fall nicht einmal bei 25 Prozent

Fotostrecke: 2 Bilder oben mit Live, mitte mit FX bei 50 Prozent, unten mit 4 Decks
Fotostrecke

Wird das Netzteil getrennt, sind keine musikalischen Aussetzer zu hören, denn die USB-Spannung greift sofort. Prima. Unter Strom schaltet das SL4, falls keine USB-Verbindung vorhanden ist, selbsttätig auf Phono/Line-Through (wenn die Dips so eingestell sind). Sollte das USB-Kabel ergo versehentlich ausgestöpselt werden, ist bis zum Refresh oder Auflegen einer echten Schallplatte das unausweichliche und vor allen Dingen unangenehme Timecode-Fiepsen aus den Boxen zu hören. In diesem Moment wünscht man sich eine Mute-Funktion. Falls ein Kanzelbesucher ungewollt beide Kabel herausstolpert ist der DJ nach Einstöpseln des Interface innerhalb von wenigen Sekunden wieder am Ball, denn Scratch Live richtet sich automatisch wieder ein. Nur der Durchschliff müssen für jeden Kanal manuell deaktiviert werden. Also immer erst schön Regler runter! Davon ab hat die Serato/Rane-Familie in der Szene seit jeher einen guten Ruf was Inbetriebnahme, Bedienung und Performance angeht und diesen Ruf kann auch das SL4 verteidigen.
Player Two Insert Coin, ääh Cable
Irgendwie kommt mir gerade so ein Gedanke in den Kopf, wie man als Teenie vorm Weltraum-Shooter stand und nach Insert eines Coins und einem Tastendruck auf One-Player in den Genuss eines Videogames kam (hieß früher glaube ich anders: Telespiel oder einfach Daddel-Automat). Vielmehr Spaß machte das natürlich zu zweit und der Ansporn, den Kollegen zu übertreffen war enorm. Genau so toll war es, zusammen einfach nur das nächst höhere Level zu erreichen, wo noch fiesere Endgegner noch mehr taktisches Feingefühl erwarteten – oder einfach nur einen flinken Zeigefinger. Irgendwie passt dies zum SL4, denn auch hier kann sich der Mitstreiter beim DJ-Battle einfach ins laufende Geschehen einklinken und zeigen, was er drauf hat. Oder im Duett waghalsige Mashups, die allein nicht zu bewältigen wären, abfeuern, um gemeinschaftlich den Tanzflur zum Brodeln zu bringen. Die Programme auf den beiden Notebooks kommunizieren dabei bidirektional und blocken vom Gegenüber schon belegte Ausgangskanäle. Sollte also DJ-A ein Deck beladen und auf einen freien Output routen steht dieser seinem Mitspieler DJ-B erst dann wieder zur Verfügung, wenn DJ-A es zuvor manuell freigibt. So lassen sich im Battle natürlich auch zwei Player fest zu jedem Akteur zuweisen. Verlässt einer der Beteiligten den Ringelpiez, steht dem Verbleibenden natürlich die volle Palette zur Verfügung.
Der Aux-Eingang
Dieser erfüllt im Wesentlichen zwei Funktionen. Erstens: Recording. Schließt der DJ einen Ausgang seines Mischpults (etwa Record-Out) an die frontseitigen Hilfseingänge an, kann er das anliegende Signal mit der integrierten Aufnahme-Funktion mit 16 oder 24 Bit aufzeichnen. Eigentlich eine praktische Sache, denn so spart sich der DJ ein weiteres Interface, einen MD- oder SD-Rekorder. Allerdings verursacht dies nicht nur Schreibprozesse, sondern verbraucht auch zusätzliche CPU-Ressourcen. Wer in einer ruhigen Minute seine Vinyl-Schätzchen digitalisieren möchte, muss natürlich nicht den Umweg über den externen DJ-Mixer gehen, sondern greift einfach den Kanal ab, an dem der Turntable angeschlossen ist. Beim Einpegeln ist ein stufenloses Level-Meter mit 35 Segmenten behilflich.

Aux-in Bild

Die zweite Verwendungsmöglichkeit ist der Live-Feed. Beim Live-Feed kann der DJ ein an den Kanälen 1-5 anliegendes Signal auf eines der vier Software-Decks routen. Von technischer Seite lassen sich auch mehrere Feeds auf die Decks verteilen, standardmäßig ist aber der Aux-In eine gute Wahl, da die anderen Decks ja in der Regel als Timecode-Zuspieler dienen. Die Länge des manipulierbaren Materials ist abhängig vom voreingestellten Audio-Cache und beträgt 15, 30, 45 oder 60 Sekunden. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob man lieber normal oder im „gated“ Mode  arbeitet. Im Normalbetrieb schreibt der Puffer mit Start des Decks, in der Gated-Variante ist ein bestimmter Schwellwert von -32 bis -8 dB zu überschreiten, bevor die Aufnahme gestartet wird. Im Deck selbst bauen sich innerhalb von wenigen Sekunden Wellenformanzeigen auf. Dem Akteur stehen für das Feed-Deck vom Pitching über das Scratching bis hin zu den Cuepoints, Loops und Effekten die kreativen Bordmittel der Software zur Verfügung – was ja beim Ableton-Deck leider nicht der Fall ist. Nach einem Manöver setzt der Abspielvorgang am aktuellen Wiedergabepunkt ein. Um statt dessen wieder an den Echtzeitpuffer zu gelangen, muss der Turntablist die Nadel erneut auf das Vinyl aufsetzen.
Warum (anders als bei vielen Mitbewerbern) gerade am SL4 kein Mikrofoneingang verbaut ist, kann ich nicht verstehen. Immerhin kostet Ranes Top-of-the-Range Interface auf der Straße knapp 900 Euro und die Software verfügt über Live-Input, die sich auch für so manch schrille Vocal-Darbietung anbieten würde. Für den Feed kann man zwar einen externen Preamp verwenden und dessen Ausgangssignal in den Aux-In führen. Ist aber dennoch irgendwie schade – und umständlich dazu.
Der Aux-Ausgang
Dieser ist für den Sampleplayer oder für „The bridge“ gedacht. Da natürlich nicht jeder Scratch Live-DJ auch ein Nutzer von Ableton live ist, wollen wir zuerst auf den Sampleplayer eingehen. Der Anwender hat insgesamt 4 Speicherbänke zur Verfügung (A, B, C, D) die jeweils sechs Slots für Loops bereitstellen. Das macht also insgesamt ein Arsenal von vier Decks und 24 Samples. Die Sampleslots selbst sind mit eigenem Pitch, Lautstärkereglern, Levelmetern und einem Masterlevel-Drehregler ausgestattet und lassen sich natürlich auch sämtlichen anderen Ausgängen zuordnen. Ich wähle den Aux-Out, was an meinem DJM-600 bereits zu einer Doppelbelegung eines Kanalzuges führt, da die SL4-Playouts alle primären Lines belegen. Der besagte Vierkanal-Clubmixer stellt jedoch lediglich am ersten Channel eine Dual Line-Option, der Rest sind Phono-Eingänge. Was tun? Behringer stattet seinen NOX 606 beispielsweise mit zwei line-fähigen Mikrofonsektionen nebst Channelfadern aus. Da wäre noch Platz für einen Sampleplayer. Ob diese Art der Konstruktion Schule machen wird, bleibt abzuwarten. Doch auch Konkurrent Native Instruments hatte seinem Audio10-Interface kürzlich bereits fünf Playouts mit auf den Weg gegeben.

Aux-Out Bild

Meiner Meinung nach ist es anzuraten, sich für den Sampleplayer einen MIDI-Controller zuzulegen, da das Triggern über Maus und Tastatur den Spaßfaktor gehörig senkt. Grundsätzlich bieten sich dafür so ziemlich alle Pad-Kontrollettis an, die vier bis 6 Buttons pro Zeile stellen (AKAI LPD8, Vestax Pad-One, Korg Nano-Pad). Für individuelles Lautstärken-Tuning sollten diese natürlich genug Drehregler offerieren. Die Audioschnipsel lassen sich in Scratch Live als One-Shots oder Loops abspielen, aber als Loops nicht warpen, respektive zum Deck synchronisieren. Die Performance auf dem MacBook ist in Ordnung. Der Windows-Rechner ist mit seiner schnelleren Technik recht unbeeindruckt vom Sample-Betrieb.
„ASIO-und-Core-Audio-Kompatibilität“ – das sollte eigentlich Pflicht für ein Audio-Interface sein. Mussten sich SL1- und SL3-User von der Ankündigung bis zur Bereitstellung ein wenig in Geduld üben, können SL2/4-User diese sofort einsetzen. Ein separates Control- oder Mixerpanel installiert sich beim Mac in die Systemeinstellungen und unter Windows in die Systemsteuerung. Es dient zum Regulieren der Latenz, des Durchschliffs und als USB-Statusmonitor.

Stabilität und Performance – Teil 2
Scratch me and mash me up!
Gerade für digitale Hip Hop-Aktivisten fordert ein Scratch-taugliches Setup mit vier Tellern natürlich eine Menge Platz in der Kanzel ein. Stehen alle Turntables in Position „horizontaler Tonarm“ und werden paarweise rechts und links neben den Mixer platziert sind dies etwa 2,50 m. Jeder kann, vorausgesetzt er ist links und rechts gleich behände, auf seiner Seite seiner Performance widmen. Übernimmt einer der Partner, ist lediglich das Crossfader-Routing auf die aktiven Decks zu setzen und es kann nahtlos weitergehen. Toll. Bereits beim Rane 68 Review (Test hier) kamen wir erstmalig in den Genuss, mit zwei Notebooks simultan aufzulegen, weil auch dieser mit einem Dual-USB-Interface ausgestattet wurde. Er hatte zudem an jeder Seite einen Satz MIDI-Controller implementiert, die beide DJs gemeinsam nutzen konnten. Legen die Protagonisten mit dem SL4 auf, muss natürlich für jedes Laptop der MIDI-Kommandant mitgeschleppt werden. Wer zum Beispiel einen älteren Faderfox einsetzt, der lediglich über Standard-MIDI-Schnittstellen verfügt, muss dazu eine externe MIDI-Box einplanen. Schade. In unserem play-the-night-away-Testversuch sollten die beiden Beteiligten mit ihren Lieblingsspielzeugen ins Geschehen eingebunden werden, was außerdem die Frage aufwarf, wie sich das SL4 und SSL im Stresstest verhalten, was passiert, wenn zwei Ableton-Brücken geschlagen werden und wie der Ping-Pong Workflow technisch gefällt. Am Ende glich unser DJ-Tisch einem wahren Controller-Armageddon, aber wir wollten uns dieser Aufgabe stellen. Was die Integration der einzelnen Kommandozentralen angeht, so müssen die Konfigurationsdateien auf den dafür vorgesehenen Rechnern im Scratch Live-Benutzerordner vorliegen. Dort ist (in der Regel händisch) ein Verzeichnis „MIDI“ zu erstellen, wo die Mappings hineingeschoben werden. Ansonsten gilt, dass jeder der Akteure uneingeschränkten Zugriff auf seine eigene Oberfläche hat und dort anrichten kann, was ihm beliebt.
The Bridge ist ein Plug-in, dass eine bidirektionale Kommunikation zwischen SSL und Ableton Live ermöglicht. Und zwar, um einerseits Mix-Automationen mit kompatiblen Geräten (Interface, Mixer) aufzuzeichnen, andererseits Ableton-Sessions in Scratch Live zu integrieren. Ein ausführliches Review hatten wir bereits an dieser (Test) Stelle unternommen. Dort gehen wir auch genauer auf die wesentlichen Funktionen Mixtape und Performing ein. Heute sollte vielmehr herausgefunden werden, ob und wenn dann inwieweit the Bridge vom dualen USB-Betrieb profitiert. Um es kurz zu machen: zwei Rechner haben nun einmal mehr Power als einer. Und wenn jeder Akteur mit zwei Decks und seinem Live-Deck arbeitet, lässt sich tatsächlich ein Performancevorsprung gegenüber einem Rechner mit vier voll beladenen Playern plus Live ausmachen.
Besonders prägnant ist dies auf etwas betagten Notebooks, wie dem Core2 MacBook, das bei vier virtuellen Abspieleinheiten und zusätzlichem Live-Deck mit merklichen Problemen in Form von Knacksen zu kämpfen hatte. Erst als die Latenzeinstellungen verdreifacht wurden (9ms), liefs runder. Im Team-Battle mit lediglich einem Deck und einem Live-Deck konnte ich hingegen locker ohne die zuvor erwähnten Audioaussetzer spielen. Dem Lenovo i3 machte der Einzelkampf auf allen Decks inkl. Ableton im Übrigen weniger aus. Hier lief bei 5 ms alles flüssiger.
Einsatzgebiete
Das Rane SL4 ist ein sehr interessantes Interface für Scratch Live und Rane Fans. Zum einen, weil es den nahtlosen Wechsel zwischen zwei Protagonisten ermöglicht, indem lediglich das Notebook angestöpselt wird. Zum anderen, weil es zwei Laptops simultan ins Geschehen einbinden kann, die sich ein Interface teilen.
Weil ein Großteil der DJs, gerade auch im semiprofessionellen Bereich, oftmals ihre eigenen DVS-Systeme zum Gig schleppen und der vorangegangene Aktivist sein Interface nach dem Set vielleicht gleich einpackt, ist der Aspekt nahtloser Wechsel in diesem Szenario nicht für jeden ein Mehrwert. Grundsätzlich lässt sich auch mit jedem anderen Interface ein DJ-Wechsel vollziehen. Ging ja vorher zwischen Serato- und Traktor-Usern auch ohne Probleme – allerdings mit deutlich mehr Hektik und Verkabelungsstress.
Anders sieht das natürlich bei einer Festinstallation des neuen Rane-Doppelherz aus. Wer schon einen tollen Mixer im Club hat, spart sich die 1800 Euro Aufpreis zu einem Scratch-Live zertifizierten Rane 68 sicher gern ein, auch wenn der Achtunsechziger gerade in kleinen Kanzeln den Vorteil von integrierten MIDI-Controllern ausspielen kann. 
Kommen wir zum Solo-Artist, der mit vier Decks und kreativem Waffenarsenal auf Wanderschaft gehen will. Hier ist, falls Serato Scratch Live als Software zum Einsatz kommen soll, das Rane SL4 die erste Wahl. Mit drei Decks könnte er auch ein SL3 in Erwägung ziehen, vor allem wenn man bedenkt, das oftmals 44,1 kHz-Waves oder MP3-Dateien mit 320 kbit/s gespielt werden. Im Straßenpreis liegen die Geräte knapp 200 Euro auseinander. Ob sich der Aufpreis lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Blieben noch die DJ-Teams. Klassische Scratcher könnten durchaus auch zwei Einzel-Interfaces, wie das SL2 in Erwägung ziehen, sofern sie keinen Recording-Eingang oder extra Ausgang für den Sampler/the Bridge benötigen. Interessanter wird’s natürlich, wenn Mashups oder elektronische Sets gespielt werden, denn dann kann man schon aus allen Rohren feuern und die Last auf zwei Systeme verteilen. Daumen hoch. Allerdings mangelt es der Software in dieser Disziplin an automatischen Synchronisationsmechanismen, die unnötige Grenzen aufbürden. Warten wir ab, was in dieser Hinsicht folgt.

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