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Piano lernen im 18. oder 21. Jahrhundert: Wo ist der Unterschied?

Piano lernen im 18. oder 21. Jahrhundert: Wo ist der Unterschied? (Quelle YouTube)
Piano lernen im 18. oder 21. Jahrhundert: Wo ist der Unterschied? (Quelle YouTube)

Die Frage, die im Video die ganze Zeit im Raum schwebt: War es damals wirklich so anders, Klavier zu spielen, Klavier zu lernen oder einfach Musik zu machen? So viel steht mal fest: Früher war sicher nicht alles schlechter. Selbst wenn die ewig Gestrigen das gerne so an die Wände plakatieren würden. Und heutzutage gibt’s wiederum zahlreiche Dinge, die mit Fortschrittlichkeit, Verbesserung oder gar Logik nicht allzu viel zu tun haben. Interessant wird’s, wenn man einen direkten Vergleich zieht. Und der darf auch gerne mit einer Portion Humor garniert sein. 

Vielleicht ist mancher digitale Schritt doch ein Umweg 

Exakt das macht der YouTuber mit dem aussagekräftigen Namen „Lord Vinheteiro“. Der Kerl setzt den Unterschied von Musikern zwischen den Jahren 1700 und 2020 bildhaft in Szene und nimmt die Digitalisierung dabei gehörig auf die Schippe. Im Ein- bis Zweifinger-System spielt er die Töne eines Klassikers von Strauß auf der Tastatur. Gewissermaßen vom Blatt; nach dem Ton blättert er um. Nachdem er die Passage auf der Klaviatur gespielt hat, nimmt er sich ein Notebook und nutzt nun die Tastatur. Gefühlt denkt man: „Das ist doch jetzt irgendwie ein umständlicher Schritt zu viel.“
Wenn die Ohren arbeitslos werden und nicht mehr hören können Wie nebenher gibt’s dann noch ein paar Banalitäten. In der Verkleidung von damals zündet er ein paar Kerzen hat. Im Smoking auf die Gegenwart getrimmt klatscht er einfach in die Hände, woraufhin die Smart-Home-Lampen wie von selbst erleuchten. Die Fragezeichen kommen spätestens an der Stelle, wo Vinheteiro das Klavier einmal – wie früher – reinweg nach Gehör stimmt und dann wiederum mit digitalem Stimmgerät. Wo ist bei den Musikern der Gegenwart eigentlich die Gehörschulung geblieben? 

5 Mio. Follower, ohne einmal den Mund aufzumachen 

Zugegeben, mit den historischen Jahreszahlen nimmt er es nicht allzu genau. Die Daten und Fakten, wann etwas erfunden wurde, werden durchaus ein wenig kreativ gedehnt. Offensichtlich geht es ihm darum auch nicht, sondern schlicht und ergreifend um den Gedanken der Sinnhaftigkeit. „Vinheteiro“ wird auch bezeichnet als „der einzige YouTuber mit 5 Millionen Followern, der nicht einmal den Mund aufmacht.“ Vielleicht ist das sein Geheimnis. Er benötigt keine Worte, Verkleidungen und symbolhafte Gegenstände reichen für seine Botschaft vollkommen. Allein mit diesen Zutaten schafft er es, uns zum Nachdenken zu bringen. 

Ein Statement für Omas‘ Kochbuch 

Vielleicht dürfen wir das so zusammenfassen: Weiterentwicklung, Innovation, Digitalisierung ist in vielen Bereichen mehr als sinnvoll. Steht die Zukunft sich allerdings selbst im Weg, darf man auch gerne mal darauf verzichten und zu den Rezepten aus Omas‘ Küche greifen. Der direkte Weg ist und bleibt nun mal häufig der Schnellere.

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von Jörn Petersen

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