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Palmer Pocket Amp MK2 Test

Praxis

Sound/Bedienung:

Ich beginne mit dem Anschluss direkt an mein Audio Interface, ein Avid HD i/o und nehme damit das frequenzkorrigierte Signal auf. Alle Regler stehen auf 12 Uhr, eine Fender Strat dient als Signalgeber. Ich beginne mit den drei verschiedenen Amps, also Vintage, Brit und US und schalte pro Durchgang die Mikrofonpositionierung wie folgt durch: OFFx/ Centre/ Classic
Los geht es mit Vintage Clean:

Audio Samples
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Vintage Clean

Vintage Clean erzeugt in der Tat einen glockigen Grundsound, der durch die verschiedenen Mikrofonpositionen unterschiedliche Charakteristiken erhält.
Es folgt Brit Clean:

Audio Samples
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Brit Clean

Hui, da geht’s aber ziemlich stramm zur Sache! Das nenne ich aber einen schmutzigen Cleansound, der ziemlich punchy in Erscheinung tritt und auch hier dank der Mikrofonpositionen angepasst werden kann.
Und nun US Clean:

Audio Samples
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US Clean

In der Tat ist der Frequenzverlauf in der amerikanischen Abteilung etwas gerader und heraus kommt ein “universeller” Sound, der sich mühelos in vielen Musikstilen verwenden lässt, aber etwas unpersönlich wirkt.
Ich schalte nun in den Crunch-Modus.
Wieder geht es los mit Vintage:

Audio Samples
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Vintage Crunch
Der Pocket Amp MK2 deckt eine breite Sound-Palette ab
Der Pocket Amp MK2 deckt eine breite Sound-Palette ab

Auch hier bleibt das Glockige erhalten, der Grundsound ist im Vergleich zu Clean etwas strammer und punchiger.
Es folgt Brit Crunch:

Audio Samples
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Brit Crunch

Der Name ist hier Programm, der Palmer klingt in dieser Einstellung ziemlich frech und die oberen Mitten sorgen in der Tat für einen durchsetzungsfähigen Sound.
Und nun US Crunch:

Audio Samples
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US Crunch

Der US Crunch klingt wesentlich dicker als der britische Kollege, was den Grundsound dunkler färbt. Ein schöner Kontrast, wie ich finde, das Pedal zeigt sich sehr wandlungsfähig!
Natürlich darf auch Heavy nicht fehlen.
Ich starte mit Vintage Heavy:

Audio Samples
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Vintage Heavy

Dieser Kanal gefällt mir ausgesprochen gut, er geht sehr dynamisch mit dem Signal um und liefert tolle dreckige Cleansounds, obwohl der Schalter auf Heavy steht.
Nun Brit Heavy:

Audio Samples
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Brit Heavy
Palmer Stamp-Logo an der Gehäuseseite
Palmer Stamp-Logo an der Gehäuseseite

Brit Heavy überzeugt mit seinem offenen und gleichzeitig rockigen Klang. Akkorde werden schön aufgefächert und bleiben lang stehen.
Und jetzt US Heavy:

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US Heavy

Der US Heavy Mode liefert den direkten Tiefmitten-Zerrsound, der gern bei modernen Rockproduktionen eingesetzt wird. Er setzt sich gut durch, ist breit und raumfüllend.
Bevor ich mich dem EQ widme, hier noch zwei Beispiele mit dem Gain-Regler in der Maximalposition.
Zuerst der Brit-, dann der US-Kanal:

Audio Samples
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Brit Kanal – Gain Regler auf Maximum US Kanal – Gain Regler auf Maximum

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, das bis jetzt sämtliche Audiofiles direkt in die DAW eingespielt wurden! Ich bin positiv überrascht, wie natürlich der Pocket Amp MK2 klingt, auch in dieser Einstellung gefällt er mir sehr gut und liefert ein amtliches Rockbrett.
Ich drehe jetzt einmal am EQ, im ersten Durchgang steht er wie gehabt auf 12 Uhr, im zweiten verändere ich Treble auf 14 Uhr und Bass auf 15 Uhr.

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Verschiedene EQ Einstellungen

Die Klangregelung arbeitet subtil, aber effektiv. Der Grundsound bleibt erhalten, lässt sich aber bis zu einem gewissen Grad klanglich verbiegen.
Und nun darf der Pocket Amp als Overdrive/ Distortion-Box vor einem clean eingestellten Orange-Amp zeigen, ob er auch als Stomp-Box überzeugen kann.

Audio Samples
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Pocket Amp als Overdrive/ Distortion-Box

Ich muss zugeben, ich war erst skeptisch, denn dasselbe Signal wurde ja im Grund auch für die vorherigen Files verwendet und entsprechend frequenzkorrigiert. Irgendwie haben die Palmers es aber hinbekommen, dass der Pocket Amp MK2 fantastisch vor dem Röhrenamp klingt und einen tollen Overdrive-Sound erzeugt.

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Thomas sagt:

#1 - 10.07.2022 um 13:38 Uhr

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Ich nutze den Palmer zum Home Recording. Natürlich klingt ein Original Fender oder Mesa Boogie oder Marshall ein paar wenige Prozent lebendiger. Aber mal im Ernst, In einer fertigen Produktion hört das keiner mehr. Einziger Kritikpunkt: Der On-board Kopfhörerverstärker taugt nichts und zerrt sofort. Da man im Home-Studio aber eh das Ausgangssignal in die DAW schickt und von dort abhört, ist das Problem zu vernachlässigen. Nur wer das Ding als Mini-Lösung in den Urlaub mitnimmt, wird sich darüber ärgern, wenn er keine weiteren Geräte mitnimmt, wie z.B. einen Boss BR 80 o.ä.

Kommentare vorhanden
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