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Numark Stealth Control Test

Details

Techtelmechtel
Die erste Überraschung erwartete mich gleich beim Auspacken. Im Gegensatz zu manch anderen Plastik-Doppeldeckern erscheint Stealth-Control auf den ersten Blick sehr kompakt und äußerst robust. Zudem ist er schwerer als ich angenommen hatte. Stealth-Control ist ein in großen Teilen identisches Ebenbild des numarkschen All-in-One Werkzeuges OMNI-Control.

Das Gehäuse ist aus solidem dunkelgrau eloxiertem Aluminium gefertigt. Aufgrund seiner kompakten Bauweise liegen die Regler im Zentrum ziemlich nah beieinander. Um es gleich vorwegzunehmen – für meinen Geschmack zu nah. Das verhält sich beim Omni-Control ähnlich, jedoch sind die Bedienelemente nun gummiert und lassen sich dadurch angenehmer greifen. Dies beugt auch einem Farbabrieb an den Potikappen vor. Wie üblich bei MIDI-Controllern hat auch der Numarksche Tarnkappenbomber keine Tarnkappe, respektive Staub- oder Schutzdeckel an Bord. Ein Zustand, der mir so manches graue Haar beschert. „Mensch, die Buttons sind aber winzig“, schießt es mir als nächstes durch den Kopf. Mal sehen, wie sich die kleinen Taster in der Praxis bewähren. Eines lässt sich aber schon jetzt mit Bestimmtheit sagen: Das Layout steht ganz im Zeichen von Native Instruments Traktor LE . Es liegt dem Paket bei, das ist natürlich ein Fall für den Praxistest. Außerdem packt Numark noch Mixmeister Fusion Live dazu. Auch ihm werden wir daher ein wenig auf den Zahn fühlen. Ob noch mehr im Karton war? Klar, Safety Instructions, ein gedrucktes Stealth-Control-Handbuch, ein USB-Kabel und last but not least: Ein 10 Dollar Musik-Gutschein von Beatport für den schnellen (Mix-)Einstieg.

Avanti, avanti!
Der Installationsprozess gestaltet sich zunächst etwas ungewöhnlich, denn
auf der mitgelieferten CD lag lediglich der Treiber von Omni-Control vor. Daher statte ich zunächst der Hersteller-Website einen Besuch ab, um mich nach einem speziellen Stealth-Treiber umzusehen. Vergeudete Zeit, denn weder auf dem amerikanischen noch auf dem deutschen Portal stehen die erhofften Dateien bereit. Gut, dann wähle ich Tor 2, äähm Omni-Treiber. Im Zusammenspiel mit MacOs X Schnee Leopard tauchen weitere Verwehungen auf. Der Controller-Treiber war nun installiert, doch die mitgelieferte Traktor LE-Version versagte den reibungslosen Dienst. Im Service-Center taucht die Software erst gar nicht auf, ergo lässt sie sich nicht aktivieren und der Nutzer kann über seinen Account kein Update installieren. Der 15 minütige Demo-Modus reicht natürlich nicht aus, ein hoffentlich bereitgestellter Hot-Fix muss also her. Auf zur nächsten Website. Version 1.2.1 der Native-Instruments-Mix-Applikation sollte das Problem nach dem Download lösen, zum Testzeitpunkt ist schon Fassung 1.2.2 online, die ich vorziehe. Und tatsächlich, nach Installation des üppigen 189 MB Patches gehörten meine Leopard Probleme der Vergangenheit an. Kiez-deckendes Berliner High-Speed Internet, du bist wieder einmal die Rettung einer potenziellen 250 Euro Investition.

Manufakturkomponenten
Wurde das Geschwistermodell noch mit Traktor 3LE ausgeliefert, hat Stealth nun den Nachfolger im Gepäck. Im Zuge der Umstellung auf Traktor LE unterzogen die Entwickler Effekt- und Loopsektionen einem leichten Re-Design. Ohne Audio-Hardware zeigt sich das Backpanel naturgemäß eher spartanisch. Einzig ein USB- und ein optionaler Netzteilanschluss sind verbaut.

Fotostrecke: 4 Bilder Die u0022alteu0022 Traktor 3 LE-Version
Fotostrecke

Insgesamt verbaut Numark bei einer Chassis-Höhe von 40 mm und einer Fläche von 270 x 300 mm, sage und schreibe 58 Bedienelemente. Im Detail tummeln sich 20 Drehregler, 31 etwas kleine Klick-Klack-Buttons, fünf Fader und 2 Jogdials auf der leicht überladen wirkenden Oberfläche. Die Konsole legt das für Controller-Design typische horizontal gespiegelte Layout an den Tag. Im Grunde bildet es so ein klassisches Turntable-Setup nach. Rechts ein Player, links ein Player, in der Mitte ein Mixer. Dieses Prinzip ist seit annähernd einem halben Jahrhundert bewährt und nicht nur für Anfänger, sondern auch für Vinyl-Umsteiger schnell zu adaptieren. Lediglich beim Pitch muss der Käufer etwas umdenken, denn beide Fader befinden sich ungewohnt an den Außenseiten. Die Drehregler sind für die Preisklasse ordentlich verarbeitet und bieten einen natürlichen sanften Widerstand. Einzig die EQ-Knöpfe kratzen ein wenig und haben auf 160 und 200 Grad etwas Spiel. Ich vermute, das ist zum Teil auch konstruktionsbedingt, denn die Regler besitzen eine integrierte Button-Funktion. Im Zusammenspiel mit Traktor LE stellen sie die Killswitches am Kanal scharf. Darüber hinaus beheimatet die dicht gepackte Mixer-Sektion Gain, Pre-Mix, Mastervolume, Kopfhörerlautstärke und den Track, den Button Encoder für mausloses Browsen in den Playlisten. Die Kanal-Fader besitzen einen angenehmen Andruckwiderstand und gleiten recht behutsam auf ihren 50 mm. Eine Länge, wie man sie von den meisten DJ-Pulten gewöhnt ist. Bei den Pitchern sieht dies allerdings etwas anders aus. Gerade wer sich nicht auf eine automatische Temposynchronisation verlässt, könnte mit den kurz geratenen Regelwegen schnell etwas unzufrieden werden. Kommt man zudem vom Schallplattenspieler, ist man in der Regel an achtzig plus x mm gewöhnt. Dafür kann Stealth natürlich einige andere mixtechnische Helferlein einbeziehen, die an den meisten Turntables nicht zu finden sind. Allen voran Autosync oder die Teilchenbeschleuniger PITCH-BEND. Und natürlich gibt es beim Turnie auch keine Loop- und Effekt-Buttons.

Der Crossfader ist etwas leichtgängiger als seine Geschwister. Bedauerlicherweise sind sämtliche Fader etwas locker eingebaut und weisen ein wenig Spiel auf.

Fotostrecke: 5 Bilder Lord Fader
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Vielleicht hätte Numark die seitlichen Schriftzüge neben dem Dial positionieren können. Dann bestünde die Möglichkeit beide Fader weiter außen zu platzieren, um das Zentrum zu entzerren und ihm somit die nötige Dosis Atemluft zu verabreichen. Dann allerdings bitte nicht ohne Schutzdeckel.

Direkt über den Temposchiebern sind die obligatorischen Tasten für die Vorhöre, Keylock und Beatsynchronisation beheimatet.

Damit die traktorschen Effekte adäquat abgefeuert werden können, hat Numark jedem Deck vier Endlosdrehregler spendiert. Ihr Widerstand ist sehr sanft und sie erscheinen etwas präziser als die Push-Potis. Ihnen steht jeweils ein „Klick-Klack“-Button zur Seite.

Steering-Wheels
Jede Decksektion besteht aus einem gummierten, randgeriffelten Jogdial (Durchmesser 50 mm), das einen geräuscharmen Lauf vorweist. Schade, dass die Rädchen etwas klein geraten sind und bei einem ordentlichen Schubs sehr lange nachlaufen. Da muss der DJ schon mit ordentlich Feingefühl `rangehen. Klar kann man damit auch scratchen, aber erstens nicht annähernd so professionell wie mit einem Plattenspieler und zweitens nicht mit Traktor light. Warum? Die numarkschen Wheels sind weder case-sensitiv, noch gibt es an der Hardware einen Einschaltknopf für eine Scratch-Funktion. Wir verabschieden uns also imaginär von der kratzenden Hip-Hop-Fraktion und halten fest: Diese Konsole ist eher für Mix-DJs konzipiert. Zur Track-Steuerung stehen ferner Play/Stop, Cue-Stutter/Pause und Set-Cue bereit. Diese Kombination ist für meine Begriffe sehr effizient, beendet den Streifzug über die Bedienoberfläche und leitet zum Praxisteil über.

Audio Samples
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Nachlauf Jogwheel
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