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Novation Twitch Test

PRAXIS

Installation
Als minimale Systemvoraussetzung nennt der Hersteller für den Mac einen Intel Core-Duo mit 1,8 GHz und OSX 10.5.8. mit 1 GB RAM. Für OSX 10.6 fallen auf einem 32-Bit-System 2 GB RAM an, auf einem 64-Bit-System müssen mindestens 2,4 GHz CPU-Leistung und zudem auch 4 GB RAM bereitstehen. Holla. Ähnlich verhält es sich auf Windows-Systemen. Hier ist unter Win-XP eine Prozessorleistung von 1,8 GHz (Core2Duo) mit 1 GB RAM erforderlich, unter Win7/ 32 Bit braucht es 2 GB, unter Win7/ 64 Bit gar 4 GB und 2,4 GHz. Wenn das nicht mal ’ne Ansage ist. Im Übrigen werden weder OSX 10.4 noch Windows Vista offiziell unterstützt. Wir führen daher den Test auf einem 32-Bit-Core2-MacBook und einem 64-Bit-Win7 Quadcore aus.

Die Installation geht auf beiden Architekturen schnell von der Hand. Nachdem rund 30 MB Code und 557 MB Samples aus der Loopmaster-Schmiede (ob die wohl für den Itch2 Sampleplayer gedacht sind?) auf die Platte geschaufelt wurden, kann es losgehen. Ohne kompatible Itch-Hardware startet das Hauptprogramm nicht, sondern fördert den Offline-Player unter Verwendung der internen Soundkarte zutage. In dieser Oberfläche sollte bereits vor dem Set die Datei-Analyse stattfinden, damit es nicht zu Performance-Problemen durch die on-the-fly Auswertung kommt. Hier können zudem Playlisten, Loops und Cue-Punkte angelegt werden – zum Beispiel bequem am Schreibtisch. Zudem offeriert der Offline-Player eine Automix-Funktion und kann quasi als Jukebox dienen. Ob das unter Verwendung von Notebook-Boxen, auf dem Kopfhörer oder per Miniklinkenausgang geschieht, das ist jedem selbst überlassen. Aufgrund fehlender Pitch-Werkzeuge ist er als Zuspieler jedoch kaum einzusetzen. Ein echter Brüller ist für mich die Multicore-Analyse, bei der auf jeden Prozessorkern die Berechnung eines Titels verlagert wird. Beim Quad sind dies demnach vier Songs auf einmal. Es war echt verblüffend mitzuerleben, wie schnell die Software meine komplette Sammlung in wenigen Stunden durch die Vierkern-CPU gejagt hat. Da hab ich auch schon andere „Über-Tag-und-über-Nacht“ Analysen erlebt.  
USB-Interface, Latenz, Stabilität
Im Inneren des Twitch verrichtet ein 24-Bit Audio-Interface seinen Dienst, das mit einer Auflösung von 44,1/48 kHz arbeitet. Der Frequenzbereich liegt bei typischen 20 Hz-20 kHz. Was aus dem symmetrischen Masterausgang und dem Stereo-Cinch Output herauskommt, kann sich hören lassen. Den maximalen Ausgangspegel gibt der Hersteller mit +7 dBU an. Im direkten Vergleich mit Konkurrenten in dieser Preisklasse geht das voll in Ordnung. Und ganz wichtig: Das Bundle aus Twitch und Itch läuft stabil. Der Flow und Spaß beim Looping, Slicing und Remixing lebt allerdings auch vom Echtzeitgefühl und das stellte sich auf beiden Architekturen beim problemlosen Betrieb unter 3 ms sofort ein. Yeah!

Setup_Latenz

Ergonomie und Workflow
Kommen wir zuerst zur Mixersektion, die mit großzügigen Abständen der Equalizer und Fader aufwarten kann und somit auch stressigen Fingerspitzen-Frickeleien entgegenwirkt. Da steht nichts im Weg. Daumen hoch! Ein Wermutstropfen: Für die beiden aus 15 Elementen bestehenden Pegelmeterketten zwischen den Flachbahnreglern wurden leider ausschließlich rote LEDs gewählt. Hier gibt es keinen Hinweis darauf, wie viel dB gerade ausgegeben werden und wann übersteuert Doch irgendwie vermisst man in der Praxis sagen wir mal drei weiße Lämpchen als letzte Kettenglieder. Je nachdem, ob die Vorhöre auf einem Kanal eingeschaltet ist, visualisieren die Ketten die Lautstärken-Verhältnisse der Kanäle zueinander (rechts-links-split) oder die Summe.

Pegelmeter_Novation_Twitch_21

Die Pads haben quasi ihre Idealposition an den unteren beiden Außenflanken eingenommen, sodass der DJ recht gefahrlos mit den Fingern draufhämmern kann, ohne versehentlich an einen benachbarten Play-Button oder den Tastern für die Performance-Modi zu geraten. Kein Anlass zur Kritik.

Pads_Itch_Novation_Twitch_25

Bleibt für die Decks logischerweise Oben oder die Mitte, und da es sich durchgesetzt hat, dass auf nördlichem Territorium oft Mastersektionen und/oder FX zu finden sind, warum nicht mal die Mitte. Entgegen meiner anfänglichen Skepsis muss ich sagen, dass man mit dem Pitch-Encoder auch während des manuellen Tempomatchings einigermaßen schnell zurechtkommen kann. Klar, nach jahrelangem Training schubst man einen Pitchfader fast schon blind aufs richtige Tempo. Hier läuft der Hase natürlich anders und es ist zunächst wieder ein Gefühl dafür zu entwickeln. Einfacher geht’s mit dem Beatcounter, sofern man diesem über den Weg traut. Blick zum Screen, zwei bis drei Umdrehungen, Gehörtest, Swipe-Nudge. Passt. Rein damit. Boom.  
Mit dem Pitch-Encoder lassen sich sehr feine Abgleichungen einstellen. Er arbeitet mit einer Auflösung von 0,01 Prozent oder 1-2 hundertstel BPM. Wer größere Tempounterschiede überbrücken muss, drückt den Regler während der Drehung einfach nieder und landet bei gut 2,5 Prozent pro Raster. Klasse. Sicherlich sind manuelle Pitch-Vorgänge an Controllern in Zeiten von Autosync seltener anzutreffen, dennoch liegen Beatcounter auch gern mal daneben, je komplexer und verschachtelter der Rhythmus aufgebaut ist. Von Temposchwankungen im Titel ganz zu schweigen. In diesem Fall hilft ein Pitchfader/Encoder und das geschulte Gehör schnell aus der Patsche oder aber ein TAP-Button. Zu meinem Unverständnis nicht an der Hardware zu finden, gehört er aber meiner Meinung nach zum Pflichtprogramm, sobald Auto-Sync am Start ist. Klicken des Tap-Tempo-Feldes in der Softwareoberfläche mit der Maus oder Verwenden des Tastaturkurzbefehls ALT+LEERTASTE ist für mich ein No-Go.

Pitchencoder_Novation_Twitch_13

Selbstverständlich hat Itch auch eine optionale Tonhöhenkorrektur an Bord, die je nach Basismaterial artefaktfreie Ergebnisse zwischen zwei und vier Prozent abliefern kann. Wir haben den Timestretcher nachstehend für euch aufgezeichnet.

Audio Samples
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Master Pitch 0 Prozent Keylock Pitch Plus 1,5 Prozent Keylock Pitch Plus 3 Prozent Keylock Pitch Plus 5 Prozent Keylock Pitch Plus 8 Prozent Keylock Pitch Minus 1 Prozent Keylock Pitch Minus 1,5 Prozent Keylock Pitch Minus 3 Prozent Keylock Pitch Minus 5 Prozent

Effektlayout
Etwas ungewöhnlich im direkten Vergleich zur Hauptmasse der aktuell am Markt befindlichen Gerätetypen ist das Handling der Effektsektionen. Bei Traktor Konsolen hat man es in der Regel mit zwei Effekt-Units auf der rechten und linken oberen Position zu tun. Selbst beim Itcher Xone:DX sind die beiden Effektsektionen auf 11 und 13 Uhr zu finden. Hier ist das anders.  
Die Master-FX 1.8.2 treten als Dutzend auf. Namentlich Braker, Crusher, Delay, Echo Flanger, HPF, LPF, Phaser, Repeater, Reverser, Reverb und Tremolo. Neben Tasten für die Typenauswahl bedienen drei Regler die Parameter Mischung (D/W), MOD/X (Push-Encoder: Attribut1, Attribut2) und Beats (Timing). Dazu gibt es den obligatorischen Einschaltknopf sowie Wahltasten, die festlegen, auf welchem Kanal der Effekt zugemischt wird (A, B, Master). Es ist nicht möglich, eine Effekt-Einheit wie bei Traktor auf mehrere Decks prasseln zu lassen, denn die Kanäle schließen sich leider aus. Ferner ist in der Softwareoberfläche nicht ersichtlich, wenn der Masterkanal ausgewählt ist. Die Effekte selbst spielen auf clubtauglichem Niveau, kommen aber in punkto Handlungsspielraum nicht ganz an Scratch-Live heran.

Audio Samples
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MFX Braker MFX Crusher MFX Echo MFX HPF MFX LPF MFX Phaser MFX Reverser

Ebenfalls etwas ungewöhnlich ist die Position des Cue-Buttons unterhalb der Trims, denn in den ersten Probeläufen ist man versucht, auf den Fader-FX Button zu drücken, da er die Position einnimmt, welche ansonsten den Cue-Buttons vorbehalten ist. Oftmals sind sie ja direkt über den Upfadern zu finden (wie bei der beigelegten Traktor-Folie).
  Fader-FX machen Spaß – zweifelsohne. Was die softwareseitige Umsetzung angeht, muss ich jedoch sagen, dass sie mich nicht voll überzeugen kann. Knallt zum Beispiel der Phaser oder Flanger voll aufgerissen (bei den MFX viel graziler zu  steuern) ein paar Dezibel auf den Output drauf, nimmt beim Echo die Lautstärke stetig ab. Was im ersten Fall zur Übersteuerung führt, im letzten Fall in the Mix mit einem zweiten Track untergehen kann und solo eher für Breaks geeignet ist, anstatt als Überlagerungseffekt. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn man den Schieberegler voll einpuncht. Zudem sind nicht alle Effekte der Mastersektion vertreten, wie etwa der Bitcrusher. Für mich persönlich könnte hier durchaus noch etwas an den Details gefeilt werden. Obendrein würde ich es begrüßen, wenn der Anwender in der Software-Oberfläche selber entscheiden könnte, welche Parameter in welchem Umfang beeinflusst werden und bei welchem individuellen Zielwert ein neues Attribut gestartet wird. Denn bei unveränderbaren Presets ist der Sound irgendwann langweilig. Aber das ist wie so oft auch Geschmackssache. Hier gleich mal ein Auszug aus den Fader-FX .  

FaderFX_Novation_Twitch_28
Audio Samples
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Fader FX Echo Fader FX Flanger Fader FX Delay Fader FX LPF Fader FX Phaser Fader FX Repeater

Sobald ein Fader-FX aktiviert ist, steuert der Kanal-Fader den aktiven Effekt, die mittleren Pegelanzeigen schwenken von Ausgangspegel auf optisches Feedback für den Effektanteil um. In diesem Moment hat der DJ keine Kontrolle mehr über die Kanallautstärke. Hier wäre es in meinen Augen von Vorteil gewesen, man könnte zwischen einem FX-Only-Status (Taste leuchtet), einer FX-Volume Kombi (Taste blinkt) und zwischen der normalen Blende (Taste aus) wählen. Unterm Strich halte ich Fader-FX grundsätzlich für eine tolle Sache, weil man das Zentrum des Geschehens im Fokus behält und die Serato-Umsetzung zugegebenermaßen recht einsteigerfreundlich ist. Ich persönlich hätte aber gern etwas Einfluss auf Lautstärke, Parameter oder Mischungsanteil.  
Performance-Mode Hotcue
Im Hotcue-Modus legt der DJ per Tastendruck maximal 8 Song-Markierungen auf die Pads. Mit einem erneuten Hieb springt er an die zuvor markierte Stelle, per Shift-Kombination wird der Platz gelöscht. Um den Song neu zusammen zu triggern, gibt es unterschiedliche Herangehensweisen: Zum Beispiel können die Cuepoints während der laufenden Audiowiedergabe gespielt werden, wobei eine gute Ohr-zu-Hand-Koordination nötig ist, denn zu meinem Unverständnis findet hier noch immer keine (optionale) Quantisierung statt. Vor allem, wenn zwei Tracks in-the-Mix laufen, läuft man Gefahr, daneben zu liegen. Eine weitere Variante ist, die Pads im Pausenmodus zu spielen. Sollen multiple One-Shot-Breaks oder Sample-Sounds zum Einsatz kommen, macht es durchaus Sinn, mehrere Samples in eine Audiodatei zu packen. Bei Harmonien sollte im Vorfeld vielleicht darauf geachtet werden, dass die Tonart identisch ist, also nur Samples mit passenden Keycodes in der Datei Platz finden.  
Was die Pads angeht: Sanft streicheln ist (zum Glück) nicht, ein bißchen mehr Wucht muss man seinen Fingerhieben schon verpassen. Aber alles in allem zeigen sie eine gute Response-Time und einen guten Druckpunkt.

Twitch_Overhead

Performance-Mode Auto-Loop
Im Auto-Loop Mode setzt ein Tastendruck eine nahtlose Wiederholschleife. Der Startpunkt wird exakt an der Position angelegt, an der die Benutzereingabe stattfindet. Mit dem Slider können die anwählbaren Wertebereiche in vier Schritten eingestellt werden. Der erste Wertebereich beginnt beispielsweise bei 1/32 und endet bei 4 Beats. Die letzte Range reicht von 1/4 bis 32 Beats.  
Die Pad-Sektion übernimmt hier zwei Funktionen. Leuchtet der Auto-Loop-Button, spielt man die Loops live. Wer eine besondere Schleife speichern will: Ein erneuter Tastendruck auf  Auto-Loop (die Taste blinkt dann) öffnet den achtfachen Speicher. Dann einfach das Pad der Wahl betätigen und der Zyklus ist für die Ewigkeit festgehalten – oder nur bis zum nächsten Headcrash der Festplatte. Eines ist noch anzumerken: Twitch hat keine manuellen Loops an Bord, also die Spezies, die mit den Tasten IN und OUT sonst an fast jedem Gerät zu finden sind. In meinen Augen eine vertretbare Entscheidung. Bei sehr kleinen Intervallen kann es in-the-mix mit einem zweiten Song zum Versatz der Downbeats kommen.

Audio Samples
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Autoloop Performancemode Autoloop in-the-mix

Performance-Mode Loop-Roll
Der Loop-Roll Modus funktioniert, was Pads und Touchstrip angeht, im Grunde genauso wie der Loop-Modus, allerdings stehen keine Speicherbänke zur Verfügung. Der Song läuft während eines ausgeführten Loop-Rolls im Hintergrund ungehört weiter, um nach Beendigung an Originalposition in Echtzeit einzusetzen. Das hört sich wie folgt an:

Audio Samples
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Looproll Performancemode Looproll in-the-mix

Performance-Mode Slicer
Diese gerade vorgestellten Loops kennen wir schon seit einiger Zeit aus Itch und Scratch Live. Neu hinzugekommen ist der Slice-Mode, dem ein gewisses Suchtpotential nicht abzusprechen ist. Auch hier sind zwei Betriebsarten zugegen. Im Standardmodus wird ein Trackausschnitt im Moment des Auslösens in acht Abschnitte nach vorn unterteilt und fordert zu spontanen Remix-Einlagen auf.  
Das Ganze kann man sich so vorstellen, dass ein Auto-Loop entsprechend seiner voreingestellten Länge taktsynchron auf die Downbeats des Grids gelegt wird. Die Spanne (Domain) reicht dabei von zwei bis 64 Viertelnoten. Diese Domain wird nun in acht Abschnitte zerlegt, es werden also Beat-Marker im gleichen Abstand zueinander angelegt, welche sich durch die Pads anspringen lassen. Bei einer Domain der Länge zwei arbeitet der DJ also mit Viertelnoten, im 4/4-Takt landet jedes Slice exakt an einem Beat. Die Domain-Länge selbst wird per Multitouch-Geste eingestellt – Fingerspreizen ist angesagt. Die Wiedergabelänge des einzelnen Patterns wird über den Faktor Quantize (1/8 bis 1) gesetzt. So lassen sich schnelle quantisierte Slice-Stakkatos erzielen. Beginnt der DJ auf den Tasten zu spielen, läuft die Markierung der ursprünglichen Wiedergabeposition im Hintergrund weiter, bis keine der Taste mehr gedrückt wird und der Titel zur Originalposition innerhalb des Slices springt. Die Wiedergabe läuft zunächst aber linear durch den Slice. Sollte keine Aktion erfolgen, wird der Endpunkt des Loops mit Erreichen des letzten Markers als neuer Anfangspunkt deklariert und somit quasi um seine voreingestellte Länge verschoben und die Marker on-the-fly neu gesetzt. Betätigt der DJ den Slice-Button ein weiteres Mal, gelangt er in den Loop-Modus, sodass der unterteilte Loop mit seinen acht Scheibchen bis zum Sankt-Nimmerleinstag wiederholt wird, auch wenn der DJ inzwischen eingeschlafen sein sollte. In-the-Mix mit einem zweiten Titel kann bei sehr kleinen Slice-Quantisierungen abhängig von der Interaktion eine Art Verzögerungseffekt auftreten, zudem musste ich in der Kombination Auto-Loop und Slice bei wilden Einlagen gelegentlich mal nachsynchronisieren.

Audio Samples
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Slicer Performancemode Slicer in-the-mix

An dieser Stelle möchte ich festhalten, dass die Kreativabteilungen des Bundles viel Spaß machen, die mitgelieferten Master-Effektprogramme durchaus gut klingen, die Fader-FX im zentralen Mixer Bereich einen gewissen Performance-Vorteil bringen und der Touchstrip in Kombination mit den Serato-Bordwaffen ein sehr gelungenes Werkzeug ist. Zudem kann er die Aufgaben eines Jogwheels (bis auf das Scratching) in meinen Augen gut übernehmen. Schön ist auch, dass ein Session-Rekorder integriert ist. So kann der DJ seine Sternstunden gleich für die Nachwelt aufzeichnen. Dass Itch noch immer keine MIDI-Learn Funktion zur Rekonfiguration eines unterstützten Gerätes oder zum Einbinden eines weiteren Controllers an Bord hat, ist für mich nicht nachzuvollziehen. Easy Setup hin oder her. Der DJ ist dem Hersteller-Mapping auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, selbst wenn er seine eigenen Workflow-Ideen umsetzen möchte. Ferner würde ich mich freuen, wenn endlich ein Rating-System und intelligente Playlisten Einzug hielten.

Twitch + Traktor = Twaktor?
Für Traktor haben die Hersteller netterweise ein Overlay ins Paket gepackt. Es tauchen zum Teil Parallelen zum Twitch-Mapping auf. Zum Beispiel sind Master- und Browser-Sektionen rechts oben platziert und eine Effekt-Unit mit den obligatorischen vier Reglern und dazugehörigen Buttons links. Die Effekte selbst werden per Drehregler in der Mixersektion ausgewechselt. Statt der Gains haben wir hier einen Filter-Encoder mit „Filter On“- Button vorliegen. Ich freue mich über das Filter, doch ohne Gains arbeite ich sehr ungern. Der Kopfhörer-Cue befindet sich hier direkt über den Fadern. Die Decksektionen arbeiten im Grunde wie unter Itch. Allerdings hat der Touchstrip bis auf Bend, Search, Scratch und Drop keine weitere Funktion. Etwas ganz Besonderes haben sich die Damen und Herren von Novation für die Effektabteilung überlegt: Der Gruppenmodus ist zwar aktuell nicht zugänglich, dafür aber der Solo-Modus. Von West nach Ost steuern die Drehregler das Dry/Wet-Verhältnis der FX-Racks eins bis vier. ON ist selbsterklärend. Betätigt der DJ hingegen einen der Parameter-Buttons, zum Beispiel FX 1 PARAM, dann dirigiert die Horizontale alle vier steuerbaren Attribute des ausgewählten Typus auf FX-Rack1, wie man es von der Softwareoberfläche kennt. Mitgedacht. Erwartungsgemäß sind Abweichungen in der Pad-Sektion vorhanden, da es keinen Slice-Modus gibt. Dafür unterstützt der Twitch bis zu vier Track-Decks. Daumen hoch.

Fotostrecke: 4 Bilder Traktor-Overlay Kanalzug
Fotostrecke

Was kommt da auf uns zu?
Wir haben unser Testmuster einige Wochen vor Auslieferung bekommen, daher ist nicht ganz ersichtlich, ob es sich dabei um die endgültige Firmware oder Softwarefassung handeln wird. Aus diesem Grunde möchte ich kleinere Bugs, wie eine flackernde oberste Pegel-LED bei Nullstellung des Linefaders oder Sound-Probleme beim Monitoring mit der Itch 2.0 Public-Beta zwar der Vollständigkeit halber nennen, aber nicht gewichten. Rein funktional und auch optisch kommt Itch langsam (nach erst drei Jahren Marktpräsenz) dem näher, was ich mir unter einem modernen DJ-Programm mit kreativen Funktionen und zeitgemäßer Oberfläche vorstelle. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie es um die Integration des Sample-Players beim anstehenden Versionsupgrade steht. Ich kann bisher nur so viel dazu sagen: Unter Public Beta 2.0 (RC) feuert Twitch noch keine Samples ab. Grundsätzlich wäre aber über eine zweite Hotcue- oder Loop-Roll-Ebene noch ein wenig Platz.

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