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Meinl Byzance Monophonic & Polyphonic Ride, Equilibrium China & 15“ Jazz Thin Hi-Hat Test

Praxis

21“ Traditional Polyphonic Ride

Das Polyphonic Ride hat einen dunklen Grundton, über dem sich nach oben hin ein großes Frequenzspektrum ausbreitet. Es spricht sehr direkt an, und alle Dynamikstufen vom leisen Besenschlag bis hin zu einem vollen und lauten Crash lassen sich sehr fließend und direkt umsetzen. Dieses Becken macht großen Spaß! Gut gefällt mir auch die prägnant klingende, sehr gut abgesetzte Bell, die sich aber trotzdem passend in den Gesamtklang des Beckens einbettet und weniger laut ist als ihre Optik vermuten lässt.
Die Bezeichnung Ride sollte man allerdings nicht zu sehr auf die Waagschale legen, das Polyphonic ist ganz klar ein multifunktionales Becken im Grenzfeld zwischen großem Crash und Ride, denn bereits bei mittellauter Bearbeitung auf der Fläche gewinnt der Crash-Sound des Beckens an Dominanz, weshalb es, abgesehen von leichtem Jazz, eher als Crash-Ride in diversen Stilistiken einsetzbar ist. Also alles andere als ein klassisches Allround-Ride, aber nichtsdestotrotz ein tolles und vielfältig einsetzbares Instrument.

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22“ Jazz Monophonic Ride

Im Vergleich zum Polyphonic erklingt das Monophonic deutlich leiser, heller und komplexer. Auch bei schnellen Passagen behält das Becken eine sehr gute Stickdefinition, es hat eine hohe Spannung und lässt beim Ancrashen ein exotisches Fauchen hören. Wie ihr im Video gut sehen könnt, wabert es anschließend ordentlich nach. Was mir nicht so gut gefällt, ist die matte Bell, die im Gesamtklang etwas „absäuft“ und tonal nicht sonderlich hörbar heraussticht. Als Haupt-Jazz-Ride wäre es aus diesem Grund für mich etwas kompromissbehaftet, aber als Ersatz für ein Flat Ride, das aber auch mal ordentlich angecrasht werden kann, ist es auf jeden Fall einen persönlichen Check wert. 

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Monophonic und Polyphonic mit VF Peter Erskine Sticks
Fotostrecke: 3 Bilder Das Monophonic Ride schimmert geheimnisvoll.
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15“ Jazz Thin Hi-Hat

Die neue, ein Zoll größere Variante zur etablierten 14“ Thin Hi-Hat hat alle Attribute, die man von der ersten Ausführung her kennt. Sie zeigt eine schnelle und sehr leichte Ansprache, was dem Spiel besonders in leisen Dynamikstufen sehr zugute kommt. Bei Öffnungen ertönt ein heller, fauchig-komplexer, aber auch leicht blecherner Open Sound. Mit dem Fuß bedient, lässt sich ein schöner Swish-Sound sowie ein nicht übermäßig lauter, aber für Jazz-Kontexte ausreichender Tschick-Sound herauskitzeln. Diese Hi-Hats bieten also keinen trockenen 70’s Sound, sind aber neben dem weiten Feld der Jazz-Stile auch interessant für Studio-Anwendungen, in denen ein nicht so lauter, aber eigenständiger Sound gefragt ist.

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20“ Vintage Equilibrium China

Das Becken mit dem etwas komplizierten Namen („Reichst du mir mal das Equilibrium?“) hat auf der Oberfläche nach kurzem Hantieren schon ordentlich sichtbare Fingerabdrücke auf dem Sand-Finish… neben den nicht ganz rund geratenen Löchern das zweite Manko. Lässt man das einmal außen vor und wendet sich dem Klang zu, gibt es nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil! Mit einem kurzen, prägnanten Attack mit eher kurzer Ausklingzeit macht es für laute Akzente zusammen mit Snare und Bassdrum eine ideale Figur. Das China bietet eine schnelle Ansprache bei einem kontrollierten und insgesamt recht trockenen Gesamtcharakter. Also kein scharfes Signal, wie man es von den großen Zildjian Orientals oder dem Sabian Holy China kennt.
Gut gefällt mir zudem, dass sich das Becken bei Bedarf auch auf der Unterseite spielen lässt. Hier lassen sich schöne, etwas geschäftige Ride-Figuren spielen, wie ihr im zweiten Soundfile hören könnt.

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