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Ludwig Supralite 15×5 Snare Test

Praxis

Die Abhebung ist von schlichter Bauart, es ist eine Ludwig!

Zugegeben, die Überschrift ist etwas gemein, zumal ich noch nie mechanische Probleme mit der billigen P 85 hatte, die Ludwig an seinen teureren Modellen verbaut. Die an der Supralite verwendete Konstruktion ist ein ebenso simples Patent, hat aber den Vorteil, dass die Teppichschnüre immerhin mit dem Stimmschlüssel – und nicht mit Hilfe eines Schraubendrehers – fixiert werden können. Bei der Handhabung zeigt sie sich allerdings etwas fummelig, das Einstellrad für die Teppichspannung läuft recht stramm und möchte sich nur widerwillig greifen lassen. Als großes Manko empfinde ich dies jedoch nicht, insgesamt gestaltet sich die Handhabung der Snare zudem völlig problemlos. Ein bisschen Konzentration ist nur beim „Einfädeln“ der Trommel in einen regulären Snare-Ständer nötig, denn durch die Übergröße kann es hier schon etwas knapp werden, und man muß aufpassen, dass der Snare-Teppich nicht auf dem Korb aufliegt oder die Trommel schräg zwischen den Haltearmen hängt.  

Fotostrecke: 5 Bilder Schlicht, aber zeitlos sieht die Supralite aus.
Fotostrecke

Am Sound gibt es nichts zu nörgeln, es ist eine Ludwig!

Man sagt Ludwig Snares ja generell einen legendären Sound nach, in Anbetracht der wenig spektakulären Zutaten und des günstigen Preises sind meine Erwartungen vor den ersten Schlägen allerdings nicht allzu hoch. Umso erstaunter bin ich, einen angenehm offenen und vor allem voluminösen Klang zu vernehmen, der mich tatsächlich ein bisschen an eine 14“x5“ Alu-Supraphonic erinnert. Das zusätzliche Zoll im Durchmesser sorgt für mehr Luft im Kessel, schon dadurch gibt es deutlich mehr Druck und Volumen, für das sich eine 14er schon ziemlich strecken müsste.  Somit geht das 15 Zoll Konzept besonders für Trommler auf, die einen voluminösen Ton nicht mit einer indirekteren Teppichansprache, verursacht durch einen tiefen Kessel, erkaufen möchten. Trotz der No-Name-Felle gefällt mir der Ton der Supralite über alle Stimmbereiche hinweg sehr gut, und es macht mir wirklich großen Spaß, auf der Trommel zu spielen. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings doch, und das ist der montierte Teppich. Das hochwertige Aussehen verdeckt zunächst nämlich den Umstand, dass die Spiralen unterschiedliche Spannungen aufweisen, was der gesamten Snare über alle Stimmbereiche die präzise Artikulation nimmt, die sie mit einem hochwertigen Teppich haben könnte. Ich habe euch mit der Werksausstattung natürlich auch ein paar Soundfiles aufgenommen. 

Tiefe Stimmung

Satt, dabei aber luftig erklingen die ersten Schläge auf unserem tief gestimmten Testobjekt. Die Qualität der No Name Felle erweist sich dabei nur beim Stimmen als etwas problematisch, es dauert etwas, bis die Trommel ein gleichmäßiges Sustain erzeugt. Danach macht die Trommel aber richtig Spaß, die Obertöne sind angenehm integriert, der Attack klingt präsent, aber nicht zu scharf. Einzig die Teppichansprache ist verbesserungsfähig, wer hier in ein höherwertiges Modell investiert, bekommt eine akkuratere Abbildung der Ghostnotes auch bei tiefer Stimmung.  

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Tiefe Stimmung – solo Tiefe Stimmung – Groove

Mittlere Stimmung

Supraphonic-Feeling kommt ab mittleren Stimmungen aufwärts auf. Ein transparenter, leicht hohler Ton, der sich gut in die Musik einfügt und wenig nervige Obertöne mitbringt, ist auch das Markenzeichen der großen Supralite. Das zusätzliche Zoll im Durchmesser erzeugt eine erstaunliche Dynamik, die Lite kann also – bei Bedarf – ziemlich raumgreifend werden. 

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Mittlere Stimmung – solo Mittlere Stimmung – Groove

Hohe Stimmung

Funky wird es, wenn die Supralite in hohe Stimmungen gebracht wird. Sie klingt dann nicht so klassisch wie eine 14×5 Supraphonic, aber wer den Ton der 60er Jahre R’n’B Produktionen mag, wird ihn hier trotzdem recht gut reproduzieren können. Das Werksfell klingt bei sehr hohen Spannungen allerdings deutlich matter als ein vergleichbares Markenfell. 

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Hohe Stimmung – solo Hohe Stimmung – Groove
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