Line 6 M13 Stompbox-Modeler Test

GEHÄUSE/OPTIK
Mit den Maßen 387 x 295 mm (Breite x Tiefe) beansprucht der M13 schon eine gewisse Standfläche. Doch hätte man tatsächlich alle integrierten Pedal vor Ort, wäre selbst auf einer großen Bühne kein Platz mehr für Show-Einlagen – die Abmessungen gehen also vollkommen in Ordnung! Damit das Gerät den harten Musikeralltag schadlos übersteht, hat man ihm ein Gehäuse komplett aus schwarzem Stahlblech spendiert. Alle Bedienelemente finden wir in vier Spalten angeordnet auf der Geräte-Oberseite. Jede der vier Effekteinheiten hat dieselben Regler und Schalter. Ganz oben findet sich jeweils das Display mit sechs unterhalb liegenden Potis. Ein kleiner Metallbügel grenzt sie von den Fußschaltern ab und soll bei nicht zielgenauer Fußarbeit Beschädigungen verhindern. Sehr gut mitgedacht, denn bekanntermaßen gehören Gitarristen im Rausch der Bühne nicht unbedingt zu den Feinmotorikern – schon gar nicht mit den Füßen!

Unterhalb des Bügels folgen drei Fußschalter, mit denen die Effekte des jeweiligen Effektblocks ein- und ausgeschaltet werden können. Nimmt man das Ganze mal vier, dann macht das insgesamt vier Displays, 24 Regler und 12 Fußschalter. Zusätzlich finden sich in der äußersten rechten, der fünften Spalte also, mit Scenes, Looper Controls und Tap drei weitere Fußschalter, insgesamt also 15. Das klingt jetzt erst mal ziemlich unübersichtlich, ist es aber nicht. Das Ganze ist optisch überschaubar angeordnet und die Basis-Funktionen sind mit einfacher Gitarristen-Logik zu bedienen.

RÜCKSEITE/ANSCHLÜSSE
Auf der Rückseite befinden sich alle nötigen Anschlüsse. Neben Input und Output gibt es noch einen FX Send und Return – in Stereo versteht sich. Hier können zusätzliche Effektgeräte in die interne Effektkette des M13 eingeschliffen werden, wobei der Loop-Punkt frei wählbar ist.

Auf diese Weise kann auch die berüchtigte  „Vier Kabel-Methode“ zum Anschließen an den Verstärker angewandt werden: Overdrive- und Filter-Effekte kommen vor die Vorstufe des Amps, Modulation und Delay/Reverb gehören in den Einschleifweg, also zwischen Vor- und Endstufe. Ein mögliches Setup sehe dann also folgendermaßen aus:

Kabel 1: Gitarre >>> M13 Input

Kabel 2: M13 Send >>> Amp Input

Kabel 3: Amp Send >>> M13 Return

Kabel 4: M13 Output >>> Amp Return

Bei den Anschlüssen am M13 sollten logischerweise immer die jeweils Linken (L Mono) benutzt werden. Möchte man die Verzerrung seines Amps benutzen, steht somit dem bestmöglichen Klangergebnis nichts im Wege.

Wer den Verstärker nur Clean einstellt und die Overdrive- und Distortionsounds ausschließlich mit dem M13 erzeugt, der kommt mit der herkömmlichen Methode (Gitarre > M13 > Amp) aus. Es gibt außerdem zwei Anschlüsse für Expressionpedale, mit denen man einzelne Effektparameter (oder Volume) in Echtzeit steuern kann. Auch MIDI-Steuerung ist möglich, ganz links finden wir die MIDI IN/OUT Buchsen, über die verschiedene Funktionen wie der Szenenwechsel (das Umschalten der Effekte) gesteuert werden können. Weiterhin lassen sich sämtliche Einstellungen per Sysex (System Exclusive) Daten auf einem MIDI-Sequenzer sichern. Wie das funktioniert, wird leider in der Bedienungsanleitung nicht beschrieben. Es gibt zwar den Hinweis, dass man unter www.line6.com weitere Informationen zum Thema MIDI abrufen kann, aber was ist, wenn man seine Sounds sichern möchte und gerade keinen Internetzugang hat, weil man beispielsweise  im Proberaum sitzt? Meiner Meinung nach, gehört die Erklärung solcher Funktionen definitiv in ein Handbuch. Doch das Manual entpuppt sich beim M13 in punkto Ausführlichkeit und Vollständigkeit leider als grösste Schwachstelle. Es ist sehr kurz und knapp gehalten und beschreibt gerade mal in wenigen Worten die wichtigsten Funktionen. Die einzelnen Effektparameter zum Beispiel werden überhaupt nicht erklärt. Ein „Effekt-Anfänger“ braucht mit Sicherheit etwas mehr Einweisung und Begleitung.

BEDIENUNG

Der M13 enthält 75 verschiedene Effektpedal-Legenden in gemodelter Form. Diese sind in fünf Gruppen aufgeteilt:  

1.     Distortion (gelb) – Overdrive, Distortion und Fuzz Effekte

2.    Delay (grün) – Echo-Effekte, vom Band- bis zum Digitalecho

3.    Modulation (blau) – Chorus, Phaser, Flanger, Rotary, etc.

4.    Filter (lila) – Touch Wah, Envelope Filter, Synthesizer Sounds

5.    Reverb (orange) – Hall-Effekte, vom Federhall bis zum Studio Reverb

Ist ein Effekt angewählt, leuchtet das Display in der entsprechenden Gruppen-Farbe. Jedes der Pedale am M13 lässt sich mit einem unterschiedlichen Effekt belegen. Das kann dann folgendermaßen aussehen:

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Man hat dementsprechend die Möglichkeit pro Block eine Einstellung (A,B oder C) auszuwählen – also maximal vier Effekte gleichzeitig. Drückt man das Pedal des zuletzt gewählten Effekts erneut, wird  dieser Block auf Bypass geschaltet. Will man nun einen Effekt editieren, drückt man den entsprechenden Fußschalter, und im Display werden die einzelnen Werte dargestellt. Oben erscheint der Name des Effekts, beispielsweise “Analog Echo”, und darunter die Einstellungen in zwei Zeilen á drei Parameter. Diese Parameter können mit den jeweils darunter liegenden Reglern verändert werden. Das war´s auch schon! Im Prinzip also genau das Gleiche wie bei den Bodentretern.
Wenn man jetzt einen anderen Effekt anwählt, sind die Einstellungen sofort gespeichert und werden beim nächsten Drücken des Pedals wieder aufgerufen.   Es geht aber auch anders … Wem das zuviel Stepptanz ist, der kann sich seine Kombinationen in Ruhe einstellen und dann als „Scene“ abspeichern. Dabei werden die Einstellungen aller 12 Effekte gespeichert. Im Scene-Modus funktionieren die Fußschalter als Scene-Schalter, mit denen insgesamt wiederum 12 verschiedene Einstellungen aufgerufen werden können.
Als kleines Zusatzfeature hat der M13 noch einen Looper mit einer maximalen Aufnahmezeit von 25 Sekunden an Board. Wird der Looper mit dem Schalter LOOPER CONTROLS aktiviert, dann stehen die unteren beiden Pedalreihen zur Steuerung der Looper-Funktionen Aufnahme, Wiedergabe, Reverse, Half Speed und Overdub zur Verfügung.

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