Anzeige
ANZEIGE

Harley Benton R-446 Test

Die Harley Benton R-446 ist eine Gitarre für die härtere Gangart, die sich im Modern-Strat-Style mit weit ausgeschnittenen Cutaways präsentiert und mit ihren beiden Keramik-Humbuckern und 24 Bünden bestens für schnelle Licks in hohen Lagen gewappnet sein sollte. Aber auch saftiges Riffing, gerne mit tiefer gestimmten Saiten soll möglich sein.

Harley Benton R-446 Test

Das Instrument wird für den extrem schlanken Preis von runden 150 Euro angeboten, der sich allerdings optisch und auch was die Ausstattung anbetrifft keinesfalls offenbart: Die rote Metallic-Lackierung und die Bestückung mit Pickups und fünf Kombinationsmöglichkeiten inklusive Singlecoil-Schaltungen sind definitiv mehr als nur Standardprogramm. Ob das gute Stück zu diesem Kurs ein echtes Schnäppchen oder doch mehr Schein als Sein ist, werdet ihr gleich erfahren.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Korpus

Die Harley Benton R-446 kommt im modernen Doublecut Strat-Style, bei dem die Hörner noch etwas weiter ausgefräst wurden, damit das Spiel in den hohen Lagen problemlos zu bewerkstelligen ist. Und mit ihrem attraktiven Blood Metallic Gloss Finish wird sie auf der Bühne auf jeden Fall zum Hingucker. Für den Korpus wurde Pappel verwendet und neben den weiter ausgefrästen Cutaways wurden auch die üblichen Arbeiten zur optimalen Anpassung an den Körper des Spielers an der Rückseite vorgenommen. Der Korpus wird auf der Vorderseite zum Rand hin etwas dünner, was auch zu einer besseren Auflage des rechten Unterarms beiträgt.

Fotostrecke: 3 Bilder Mit Doppelhumbucker und Modern-Strat-Style empfiehlt sich die Harley Benton R-446 als Werkzeug für die härteren Gangarten.
Fotostrecke

Bestückt ist unser Testmodell recht überschaubar mit zwei Humbuckern, einer Hardtail Bridge und zwei Reglern sowie einem Schalter. Die komplette Hardware ist in Schwarz gehalten. Bei der Brücke handelt es sich um einen Hardtail R-1001 Steg, der solide mit dem Korpus verschraubt ist, eine große Auflagefläche auf dem Korpus hat und so auch für ein gutes Schwingungsverhalten sorgt. Die Saiten werden von der Rückseite her eingefädelt und laufen anschließend über sechs einzelne Saitenreiter, die separat in Höhe und Position (Oktavreinheit) verstellbar sind. Sie bieten zudem eine gute Auflagefläche für die rechte Hand – knackigen Palm-Mute-Riffs in feinen Abdämpfungsstufen steht also nichts im Wege.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Gitarre ist mit einer schwarzen Hardtail-Bridge ausgestattet.
Fotostrecke

Hals

Der Hals aus kanadischem Ahorn ist mit vier Schrauben am Korpus befestigt. Hier ist selbstverständlich kein Baseballschläger am Start, wir haben es mit einem angenehmen Slim-Profil zu tun, das sehr gut in der Hand liegt und dank der moderaten Lackierung auf der Rückseite bei Lagenwechseln nicht bremst. Das Griffbrett besteht aus Amaranth und hat einen Radius von 400 mm, ist also entsprechend flach und in Verbindung mit dem schlanken Hals sehr gut bespielbar. Auf dem Griffbrett (648 mm Mensur) sind 24 Jumbo-Bünde sauber eingearbeitet und auch poliert – bei einem Instrument dieser Preislage sind so gut durchgeführte Handwerksleistungen eher selten. Zur Orientierung befinden sich Punktmarkierungen im Bereich der tiefen E-Saite an den üblichen Positionen bis zum 12. Bund, ab dem 12. Bund sind sie dann auf der gegenüberliegenden Seite (hohe E-Saite) zu finden. Zusätzlich gibt es kleine Punkte an der Halsleiste. Am Übergang zur Kopfplatte laufen die Saiten über einen 43 mm breiten ABS-Sattel. Dann geht es geradlinig weiter zu den geschlossenen schwarzen Mechaniken, die sich in einer Reihe an der Kopfplatte versammeln. Diese verrichten ihre Arbeit ohne Probleme und garantieren ohne Hänger und tote Punkte einen zügigen Stimmvorgang. Die spitz zulaufende Kopfplatte erinnert ein wenig an Gitarren von Ibanez, die Abdeckung des Halsstellstabes befindet sich hinter dem Sattel. Das Werkzeug zur Einstellung von Hals und Saitenlage in Form von Inbus-Schlüsseln ist im Verpackungskarton mit beigefügt.

Fotostrecke: 5 Bilder Beim Hals, der ein angenehmes Slim-Profil besitzt, kommt kanadischer Ahorn zum Einsatz.
Fotostrecke

Pickups

Ein Instrument für moderne High-Gain-Einsätze braucht natürlich auch Pickups, die einen Amp zu High-Gain-Sounds bewegen. Bei der R-446 sind das zwei Artec Humbucker mit Keramikmagneten, die laut Hersteller für satten Ton und Klarheit bei hohen Gain-Settings sorgen sollen. Zum Einstellen des Sounds gibt es einen Master-Volume- und einen Master-Tone-Regler, bei der Kombination der Pickups sind fünf Möglichkeiten verfügbar:

Pos. 1 Steg-Humbucker

Pos. 2 beide Pickups Single Coil

Pos. 3 beide Pickups Humbucker

Pos. 4 Hals-Pickup Single Coil

Pos. 5 Hals-Pickup Humbucker

Das ist auf jeden Fall eine amtliche Auswahl und mehr als bei einer Standardbestückung mit zwei Humbucker-Pickups. Wie das Ganze klingt, erfahrt ihr gleich im Praxisteil.

Fotostrecke: 6 Bilder Ein Instrument für moderne High-Gain-Einsätze braucht natürlich auch Pickups, die einen Amp zu High-Gain-Sounds bewegen.
Fotostrecke
Kommentieren
Profilbild von Floyd Hendrix

Floyd Hendrix sagt:

#1 - 13.11.2022 um 00:31 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ich habe die Gitarre in Graphit Schwarz, bei einem befreundeten Gitarristen mal anspielen dürfen und wieder einmal beweist Thomann / Harley Benton das sehr gute Gitarren nicht schamlos überteuert sein müssen. Einzig die Artec Tonabnehmer, halten mich persönlich vom Kauf ab. Warum man hier von den wirklich guten Roswell Tonabnehmer abgewichen ist und Artec verbaut hat, weis wohl nur Thomann. Sollten im Laufe einer eventuellen Modellüberatbeitung, andere Tonabnehmer verbaut werden, werde ich mir auch eine R-446 in Graphit Schwarz zulegen.

Kommentare vorhanden
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.