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Fulltone Ultimate Octave Test

Auch Mike Fuller gehört zu jenen Enthusiasten, bei denen die Liebe zur Musik schließlich in einer eigenen Firma mündete. Der überaus erfolgreiche Bluesgitarrist, der 1993 sogar vom amerikanischen Guitar Player Magazin zum Gewinner der „Ultimate Guitar Player Competition“ in der Sparte Blues gewählt wurde, machte aus seiner Leidenschaft zu alten Vintageeffekten eine Mission. Nach eigenen Worten war es der Ärger über die Unzuverlässigkeit und Anfälligkeit alter Effekte, der ihn antrieb, mit einer eigenen Produktion zu beginnen. Eine Produktion, die bis ins Detail mit absoluter Handarbeit, eigens gefertigten Komponenten und einem extrem hoch angelegten Qualitätsanspruch schon fast einer Manie gleicht.

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So entstand im Laufe der Zeit eine eigene Kollektion erlesener Gitarreneffekte, die weltweite Anerkennung fand. Dabei sind Fulltone Effekte keine revolutionär neuen Errungenschaften, sondern Versionen der berühmtesten Tretminen, die bis ins Detail der Philosophie des Meisters folgen. Neben Pedalen im Stil des Tubescreamers kommt aus seiner Werkstatt auch eine kleine Auswahl an Fuzzpedalen, deren Urahnen ja zu den ersten Verzerrertypen überhaupt zählten. Mit dem Fulltone Ultimate Octave stellt sich hier auch ein Vertreter dieser Gattung dem bonedo-Test.

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KONZEPT UND AUFBAU
Im Grunde handelt es sich bei diesem Pedal um ein weiterentwickeltes Tycobrahe Octavia, wie es  auch Jeff Beck und Jimi Hendrix im Einsatz hatten. Im Sortiment von Fulltone gibt es noch eine Kopie des Ursprungsmodells, das sogenannte Octafuzz, das ebenso rau und unberechenbar arbeitet wie das Original. Deshalb entschloss sich Mike Fuller für die Entwicklung einer gemäßigten Variante, die sich durch eine sauberere Oktave und ein genaueres Tracking vom Urmodell unterscheidet.

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Mit dem aktiven Tone-Regler und dem Fat/Bright-Schalter stehen sehr viele Soundvarianten zur Verfügung, die beim Tycobrahe Octavia noch nicht auf der Setliste auftauchten. Außerdem kann beim Ultimate Octave besagte Oktave bei Bedarf ausgeschaltet werden, sodass daraus ein reines Fuzzpedal wird. Das pultförmige Gehäuse kommt mit zwei Schaltern aus, von denen der eine für die Aktivierung des Pedals und der zweite für das Zuschalten der Oktave zuständig ist. Neben den beiden Fußschaltern wurde eine LED installiert, die unmissverständlich anzeigt, in welchem Modus sich das Pedal gerade befindet. Ein Kippschalter ermöglicht das Anwählen von Fat- oder Brightmodus, und drei Potentiometer bedienen Volume, Tone und die Fuzz-Intensität. Also ganz klares Verzerrer Einmaleins, das wohl keiner weiteren Erklärung mehr bedarf. Die beiden Klinken Ein- und Ausgänge und der Netzteilanschluss befinden sich auf der Stirnseite des Gehäuses. Als Netzteil kann ein handelsübliches und normal gepoltes 9-Volt Gerät eingesetzt werden, was bei Fuzzpedalen nicht immer der Fall ist.

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PRAXIS UND SOUND
Ich habe viel mit Fuzzpedalen herumexperimentiert, und speziell bei Octave-Fuzz Zerrern ist normalerweise für mich die Schmerzgrenze schnell erreicht. Natürlich hat Hendrix auch so was gespielt, aber zum einen gab es damals nichts anderes, und zum anderen wollte man sich so wild wie eben möglich vom Weichspülprogramm der 50er absetzen. Es gibt tolle Aufnahmen von Michael Landau, der ein originales Tycobrahe Octavia aus dieser Zeit besitzt und damit  auf seinen Soloscheiben wirklich beeindruckende Sounds zum Besten gibt.
Für alle die, denen dieser ungezügelte Sound zu knarzig und kaputt erscheint, hat Mike Fuller diese Variante des Octavia Fuzz entwickelt. Hier ist der Fuzzsound ohne die Oktave sehr fett und wird mit Humbuckern schnell statisch, ohne jedoch zu synthesizerartig zu wirken.

Audio Samples
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Octave On Octave Off

Schon in der Minimalstellung des Fuzzreglers erhält man eine wirklich gute Schippe Gain, wobei der Sound nie bröselig erscheint. Am besten klingt das Gerät mit Singlecoils, klare Sache, denn Herr Fuller steht ebenfalls auf Vintageklampfen mit wenig Output. Mit meiner alten SG hatte das Pedal aber auch keine Probleme. Alles, was allerdings mehr als Vintage-Output liefert, versetzt das Pedal in einen übersättigten Zustand. Der Fat/Bright Schalter ermöglicht das Aushöhlen der mittleren Frequenzen und erinnert etwas an die Schaltung des alten Big Muff. Kommen wir zum Oktave-Sound. Nach dem Aktivieren mit dem rechten Fußschalter bekommt der Ton eine insgesamt etwas dünnere Struktur. Je weiter man das Griffbrett in Richtung Body bearbeitet, desto besser wird das Tracking der Obertöne. Die besten Oktave-Fuzz Ergebnisse erhält man deshalb mit dem Halspickup und vom 12. Bund an aufwärts. Hier singt das Pedal weitaus runder und fetter als das Octafuzz, und die Oktave wirkt weniger aggressiv und insgesamt stabiler. In tiefen Regionen vermischt sich die Oktave mit dem Originalton zu einem interessanten Sound. Zweiklänge sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, Terzen und Sexten gehen überhaupt nicht. Bei Quarten und Quinten jedoch entstehen tolle Klänge, die man wohl mit keinem anderen Gerät so hinbekommt. Selbst bei viel Gain klingt der Sound nie nach Metall, sondern hat immer etwas puristisches und sehr geschmackvolles im Ton. Das Pedal reagiert feinfühlig auf Anschlag und Fingervibrato- man sollte also schon einen kultivierten Ton entwickelt haben, weil das Pedal jede Nuance des Spiels offenbart. Das „Ultimate Octave“ von Fulltone ist ein tolles und geschmackvolles Pedal für Leute, denen das klassischen Octav Fuzz zu wild ist, die aber auf analoge Direktheit und einen gewissen „schmutzigen“ Anteil nicht verzichten wollen.

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FAZIT
Das Ultimate Octave bietet einen sehr stabilen Fuzzsound, der im Vergleich zu klassischen Pedalen weniger gemein klingt. Auch die zuschaltbare Oktave kommt sauber und solide rüber und klingt deshalb weniger kaputt, als man es von Pedalen dieser Kategorie gewohnt ist. Selbst mit sehr viel Gain hat man einen erstklassigen und durchsichtigen, runden Fuzzton ohne Metallaszendenten. Wer grundsätzlich auf Fuzzsounds steht, den extrem wilden Aufriss aber vermeiden will, für den ist das Ultimate Octave eine sehr gute Wahl.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • sehr stabil
  • sehr guter Standard-Fuzzton
  • eignet sich auch für Humbuckergitarren
Contra
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Fulltone Ultimate Octave Test
Für 199,00€ bei
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TECHNISCHE DATEN
  • Typ: Fuzz
  • Regler: Volume, Tone, Fuzz
  • Schalter: On/Off, Octave up, Fat/Bright
  • Anschlüsse: In/Out, 9 Volt DC Netzteilbuchse
  • Preis: 279 Euro UVP
Hot or Not
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Profilbild von Cy

Cy sagt:

#1 - 19.05.2012 um 22:06 Uhr

0

MÖÖÖP!
Wurde hier bei der Recherche geschlampt? ; )
Das Ultimate Octave basiert nicht auf dem Octavia, sondern auf der Foxx Tone Machine - Vergleicht mal die Schaltpläne.Ich muss sagen, dass der Fuzz hier seit Jahren mein Lieblingspedal ist - mit dem Tone fast komplett runter gedreht, auf fat und dem Fuzz ordentlich auf bekommt man die mächtigsten sounds ever hin - qotsa sound, die den Fuzz genau so einstellen.

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