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Test
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24.01.2018

Praxis

Voices (Klangfarben)

Die insgesamt 574 Klangfarben des PSR-EW300 decken ein sehr breites Spektrum ab. Von Pianos und E-Pianos über Orgeln, Gitarren, Bässe, Orchester-Instrumente und Synthesizer bis hin zu einigen exotischen Sounds ist alles dabei. Auch 18 Drum- und SFX-Kits gehören zum Angebot, ebenso wie die gesamte XGlite-Palette für die Songwiedergabe. Die Qualität der Klänge ist für ein so günstiges Einsteiger-Keyboard nicht schlecht. Neben einigen positiven Überraschungen, darunter das Stereo Grand Piano und einige Sweet!- und Cool!-Voices, die aus höherklassigen Yamaha-Keyboards stammen, gibt es aber auch einige Klänge, die das Gesamtbild etwas trüben. Vor allem die verzerrten E-Gitarren haben noch den gleichen Säge-Sound, den man aus älteren Keyboards kennt und der sich leider auch in einigen Rock-Styles unschön bemerkbar macht. Insgesamt kann man sich aber gemessen an der Preisklasse des Keyboards nicht beschweren. Hier hört ihr einige Beispielsounds aus dem großen Angebot:

Effekte

Der Halleffekt des PSR-EW300 stellt zwölf verschiedene Hallprogramme bereit, die man im Funktionsmenü umschalten kann. Dort lässt sich auch die Stärke des Effekts regulieren, weitere Einstellmöglichkeiten gibt es jedoch nicht. Auch ein Chorus-Effekt mit fünf Typen ist vorhanden. Dieser wurde nicht mit einem eigenen Knopf auf dem Bedienfeld bedacht und ist ebenfalls im Funktionsmenü zu finden. Die Effekte klingen für ein Einsteiger-Keyboard ganz okay, können es aber erwartungsgemäß nicht mit Keyboards aus höheren Klassen aufnehmen.

Zusätzlich gibt es einen Master-Equalizer, mit dessen sechs Voreinstellungen man den Gesamtklang an die räumlichen Gegebenheiten, Kopfhörer oder den persönlichen Geschmack anpassen kann. Man erreicht ihn mit einem langen Druck auf den Taster Reverb.

Split-, Dual- und Duo-Modus

Bis zu drei Klangfarben kann man beim PSR-EW300 gleichzeitig auf der Tastatur spielen. Aktiviert man den Dual-Modus, so werden zwei Klänge übereinander geschichtet. Der Split-Modus teilt die Tastatur in zwei Zonen, sodass in der linken Hand ein anderer Sound als in der rechten erklingt. Beides lässt sich auch gemeinsam nutzen; dann steht rechts ein Dual-Klang und links der Split-Sound zur Verfügung. Die Lautstärken der Dual- und Split-Voices sind im Funktionsmenü einstellbar, ebenso wie die jeweiligen Hall- und Chorus-Anteile. Auch der Splitpunkt lässt sich frei wählen.

Zusätzlich gibt es einen Duo-Modus, wie er von vielen Digitalpianos bekannt ist. Dieser teilt die Tastatur in zwei Hälften, die jeweils mit dem gleichen Tonumfang des gleichen Klangs belegt sind. Diese Funktion soll sich vor allem für den Unterricht eignen. Im Gegensatz zum kleineren PSR-E363, das dafür einen zu begrenzten Tastaturumfang hat, lässt sich dieses Feature auf dem PSR-EW300 tatsächlich sinnvoll nutzen.

Harmony und Arpeggio

Das PSR-EW300 verfügt über eine Funktion zur Harmonisierung, die in Abhängigkeit von den in der linken Hand gespielten Akkorden automatisch mehrstimmige Sätze erzeugen kann. Vom einfachen Duett bis hin zum Big-Band-Bläsersatz sind bis zu vierstimmige Arrangements möglich. Mit der gleichen Funktion lassen sich auch eine Vielzahl von Arpeggios und ähnlichen Effekten erzeugen, darunter Triller, Echos, Tremolos bis hin zu Gitarren-Zupffiguren und ähnlichem.  

Styles

165 Begleitrhythmen warten im PSR-EW300 auf ihren Einsatz. Sie decken von Rock und Pop über Dance, Soul, Oldies und Jazz bis hin zu Latin-Rhythmen und einigen Genres der Weltmusik einen weiten Bereich ab. Jeder Style ist mit zwei Variationen, zwei Fill-Ins, einem Intro und einem Ending ausgestattet. Außerdem verfügt jeder Style über ein One Touch Setting (OTS), mit dem sich automatisch eine passende Klangfarbe wählen lässt.

Viele Rhythmen wurden aus höherklassigen Yamaha-Keyboards bis hin zum Entertainer-Flaggschiff Tyros übernommen und sind entsprechend stilsicher programmiert. Allerdings wurden sie hier an den kleineren Soundvorrat des PSR-EW300 angepasst, wodurch sie weniger ausgefeilt und detailreich klingen als im Tyros oder der PSR-S-Serie. Dennoch ist der Sound der Begleitautomatik insgesamt überraschend lebendig und für ein Einsteiger-Keyboard sehr gut. Wer einen bestimmten Style vermisst, findet einen freien Benutzer-Speicherplatz vor, der über die Software MusicSoft Downloader mit einem zusätzlichen Style gefüllt werden kann.

Songs und Übungsfunktionen

Die 154 integrierten Songs bestehen überwiegend aus bekannten Liedern und einigen klassischen Stücken. Auch eine Reihe von Songs mit Style-Begleitung ist enthalten, ebenso wie spezielle Übungsstücke zum Erlernen von Akkorden und Akkordfolgen. Ein gesondertes Tutorial befasst sich mit dem richtigen Gefühl für die anschlagdynamische Tastatur. Auf der Yamaha-Homepage steht ein Songbook im PDF-Format bereit, das man sich unbedingt herunterladen sollte: Es enthält nicht nur die Noten zu den integrierten Songs, sondern auch viele allgemeine Tipps zum Keyboard spielen und zu den speziellen Übungssongs und den entsprechenden Lernfunktionen des Keyboards. Noch bequemer wäre es natürlich, wenn dieses Buch in gedruckter Form beiläge. So kommt man nicht darum herum, das über 200 Seiten umfassende Songbook selbst auszudrucken bzw. ausdrucken zu lassen. Empfehlenswert ist das trotzdem!

Das PSR-EW300 bietet mehrere integrierte Übungsfunktionen, die schrittweise an die Songs heranführen. So kann man die linke und rechte Hand getrennt üben oder sich zunächst an kurzen Abschnitten versuchen, bevor man den gesamten Song spielt. Das Keyboard analysiert den Übungsfortschritt und gibt ermutigende Rückmeldungen, wenn man eine Lektion geschafft hat. Außerdem gibt es Übungen zum Thema Akkorde. Vor allem in Verbindung mit den Tipps im Songbook kann man damit tatsächlich eine Menge lernen. Einen richtigen Lehrer können diese Funktionen aber natürlich nicht ersetzen.

Recorder

Der Recorder des PSR-EW300 zeichnet bis zu fünf Songs mit je zwei Spuren auf, die nacheinander eingespielt werden können. Auf Spur 2 kann auch ein Begleit-Style aufgenommen werden. Die Gesamtkapazität ist mit etwa 10.000 Noten nicht gerade üppig. Wenn es nicht reichen sollte, besteht aber die Möglichkeit, die aufgenommenen Songs über die Software MusicSoft Downloader auf einem PC oder einem iOS-Gerät zu sichern, um den internen Speicher frei für neue Aufnahmen zu machen.  

Musikdatenbank und Registrierungsspeicher

In der Music Database findet man 158 Voreinstellungen für viele populäre Songs. Sie umfassen einen passenden Style, das Tempo sowie die empfohlenen Klangfarben. Manche dieser Registrierungen kommen den Original-Songs recht nahe, während andere etwas willkürlich erscheinen.

Eigene Settings lassen sich in Registrierungen abspeichern. Dabei werden fast alle Elemente des Keyboards gesichert, also Style, Klangfarben, Effekte, Arpeggio- bzw. Harmony-Einstellungen und so weiter. Leider ist der Speicher mit neun Plätzen sehr klein geraten. Hier würde ich mir definitiv eine größere Zahl von Speicherplätzen wünschen!

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