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Test
3
16.10.2012

Praxis

Voices
Mit seinen 700 Klangfarben (Voices) räumt das PSR-E433 in diesem Testmarathon zahlenmäßig den ersten Platz ab. Mit dem breiten Angebot ist man für alle musikalischen Bedürfnisse bestens gerüstet: Von Pianos, E-Pianos und Orgeln bis hin zu Gitarren, Bässen, Streichern und Bläsern ist alles dabei. Erfreulich ist neben der großen Anzahl von exotischen Klangfarben vor allem das erweiterte Angebot in Sachen Synth-Sounds. Das passt zu der modernen Ausrichtung des Keyboards und den Echtzeitreglern, mit denen man während des Spielens am Sound drehen kann. Auch die Drumset-Abteilung fällt üppiger aus als bei den Mitbewerbern und enthält neben Standard-Kits auch jede Menge Dance-orientierte Drums und orientalische Percussion-Kits.

Auch qualitativ gibt es außer den schlappen E-Pianos nichts zu meckern. Einige Sounds lassen sich dank mehrerer Velocity-Layer besonders dynamisch und ausdrucksstark spielen. Vor allem die aus höherklassigen Yamaha-Geräten bekannten fünf Sweet!-Voices und drei Cool!-Voices (Wer hat sich eigentlich diese albernen Namen ausgedacht?) sind in Sachen Realismus und Ausdruckskraft in diesem Testmarathon konkurrenzlos. Die eingebauten Effekte bieten mit neun Hall- und vier Chorus-Typen die Möglichkeit, den Klängen den letzten Schliff zu verpassen. Die Effektanteile lassen sich schnell und unkompliziert per Echtzeitregler justieren. Wo man bei den kleineren Yamaha-Modellen ins Funktionsmenü abtauchen muss, genügt beim PSR-E433 ein Griff zum Drehregler. Sehr schön! Vor allem bei den Synthesizer-Sounds macht es Spaß, per Echtzeitregler am Filter und an der Hüllkurve (Attack und Decay) zu drehen. So erhält man im Handumdrehen individuelle Sounds, die inspirierend wirken.

Hier hört ihr einige Klangfarben des PSR-E433. Die wichtigsten Sounds habe ich bei allen Testkandidaten mit ähnlichen Mustern aufgenommen, damit ein direkter Vergleich möglich ist.

Das PSR-E433 bietet einen Layer-Modus (Dual) sowie eine Split-Funktion, die auch gleichzeitig verwendet werden können. So lassen sich bis zu drei Voices simultan auf der Tastatur spielen – zwei in der rechten Hand und eine in der linken. Dabei können die Lautstärken, Effektanteile und Oktavlagen der einzelnen Voices getrennt geregelt werden. Der Split-Modus bietet einen einstellbaren Splitpunkt und funktioniert auch in Verbindung mit der Begleitautomatik. Es ist also kein Problem, zur Begleitung in der linken Hand noch ein paar Streicher zu drücken. Außerdem besitzt auch das PSR-E433 die schon vom kleinen Bruder PSR-E333 bekannte Harmony-Funktion, die neben einfachen zwei- oder dreistimmigen Harmonisierungen auch komplexere Voicings und Verzierungen wie Triller automatisch erzeugen kann. Die Settings der Dual- und Split-Funktionen sowie die Harmony- und Effekteinstellungen werden beim Abspeichern einer Registrierung zusammen mit den Daten der Begleitungs-Abteilung gesichert. So kann man für verschiedene Songs eigene Setups basteln, die dann auf Knopfdruck wieder zur Verfügung stehen.

Styles
Die Begleitautomatik des PSR-E433 bietet mit 186 Styles deutlich mehr Rhythmen als Yamahas Einsteigermodelle und schließt zum Casio CTK-4200 auf. Auch hier ist das Angebot breit gefächert. Neben den üblichen Rhythmen aus den Bereichen Pop, Rock, Latin, Jazz und Ballroom gibt es auch eine Reihe von “Pianist Styles”, die eine Klavierbegleitung erzeugen. Besonders hervorheben möchte ich jedoch die in großer Zahl vorhandenen modernen Dance-Rhythmen, die das PSR-E433 von allen anderen Keyboards in diesem Testmarathon abheben. Unter den getesteten Instrumenten ist dieses das Einzige, das eine nennenswerte Auswahl einigermaßen aktuell klingender, elektronischer Dance-Beats enthält. Auch die Weltmusik-Abteilung wurde mit vielen orientalischen und asiatischen Styles im Vergleich zu den kleineren Modellen erweitert. Wer noch mehr Rhythmen benötigt, kann via USB bis zu fünf weitere Styles im STL-Format in den internen Speicher des Keyboards schaufeln.

Die Begleitrhythmen verfügen über jeweils zwei Variationen mitsamt Intro, Ending und Fill-Ins. Leider ist es auch bei diesem Modell nicht möglich, ein Fill ohne Wechsel der Variation zu erzeugen. Das hätte noch vielseitigere Begleitungen ermöglicht. Dafür bietet das PSR-E433 als einziges getestetes Keyboard eine Sync Stop-Funktion, die die Begleitung beim nächsten Tastendruck stoppt. Dank der Track Control-Taster lassen sich die Styles sehr flexibel einsetzen. Kurz mal den Bass auszumachen oder die Bläser erst später hinzukommen zu lassen, ist kein Problem. Auch das ist in dieser Preisklasse einzigartig. Gleiches gilt für das per Echtzeitregler steuerbare Style-Filter, das die Begleitspuren durch ein resonanzfähiges Filter schickt. Besonders im Dance-Bereich kann man damit stilechte Filtereffekte erzeugen. Sehr schön!

Hier sind einige Styles des PSR-E433 zu hören. 

Die folgenden Standard-Rhythmen habe ich bei allen Testkandidaten mit ähnlichen Patterns aufgenommen. So könnt ihr direkt vergleichen.

DJ-Patterns
Kommen wir nun zu einem weiteren Feature, das man unter den Vertretern in diesem Testmarathon nur beim PSR-E433 findet. Zehn vorgefertigte DJ-Patterns decken verschiedene elektronische Stile ab. Die fünf Variationen jedes Patterns werden mit den Tastern umgeschaltet, die normalerweise die Steuerung der Begleitautomatik übernehmen. Die Patterns lassen sich wie Styles transponieren, also in der gewünschten Tonart abspielen. Hier sind die fünf Variationen eines Patterns nacheinander zu hören:

Es macht großen Spaß, mit den Patterns zu jammen. Dank Track Control-Buttons und Style-Filter sind spontane, lebendige Performances möglich, und man fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie ein DJ. Selbstverständlich kann man währenddessen ganz normal auf der Tastatur spielen, was vor allem in Verbindung mit dem Arpeggiator und dem Echtzeitzugriff auf Synth-Parameter Laune macht. Leider gibt es keine Möglichkeit, zusätzliche DJ-Patterns nachzuladen. Die zehn vorhandenen Patterns sind zwar vielseitig und überraschend stilsicher, aber nach einer Weile erschöpfen sie sich schon. Hier hätte ich mir ein etwas größeres Angebot gewünscht, idealerweise mit einer Möglichkeit, zusätzliche Patterns herunterzuladen. In den nächsten Klangbeispielen hört ihr einige Jam-Sessions mit den DJ-Patterns.

Arpeggiator
Der Arpeggiator des PSR-E433 bietet neben klassischen Synth-Arpeggiopatterns und Akkordsequenzen in vielen Variationen auch jede Menge Licks für “normale” Instrumente – zum Beispiel Gitarren-Fingerpicking-Figuren, Salsa-Piano-Motive, Basslines und Drum- und Percussion-Grooves. Unter den insgesamt 150 Patterns sollte für fast jeden musikalischen Zweck etwas dabei sein. Leider gibt es aber keine Möglichkeit, Patterns zu verändern oder selbst zu programmieren. Der Arpeggiator lässt sich – wie auch die Begleitautomatik – zu einer externen MIDI-Clock synchronisieren. Somit steht einem Einsatz des PSR-E433 in Verbindung mit einer Musiksoftware oder einer Groovebox nichts im Wege. In den nächsten Klangbeispielen habe ich einige Patterns zusammengestellt.

Songs und Recorder
Im Speicher des PSR-E433 finden sich 100 Songs, von denen die bekannten Klassiker (Für Elise, Türkischer Marsch, Entertainer...) den größten Teil einnehmen. Per USB lassen sich zehn weitere Songs im SMF-Format laden. Die internen Songs laden in Verbindung mit der Lesson-Funktion zum Lernen und Üben ein. Sie entspricht mit ihren drei Lektionen (Listen, Timing und Waiting) der Lernfunktion, die auch die ebenfalls getesteten kleineren Yamaha-Modelle bieten. Nähere Infos dazu könnt ihr in den Testberichten zum PSR-E233 und PSR-E333 nachlesen.

Deutlich umfangreicher als bei den Einsteigermodellen ist hingegen die Recorder-Sektion ausgefallen. Das PSR-E433 ermöglicht es, bis zu zehn eigene Songs im internen Speicher aufzunehmen. Da sich der gesamte User-Speicher auf einem USB-Stick sichern lässt, kann man prinzipiell aber auch noch mehr Songs aufnehmen und speichern. Gegenüber dem Zweispurrecorder des kleineren PSR-E333 sind die Möglichkeiten deutlich gewachsen. Maximal sechs Spuren stehen pro Song zur Verfügung. Davon ist eine für die Begleitautomatik oder ein DJ-Pattern reserviert. Die übrigen fünf Spuren können mit beliebigen Voices bespielt werden. So kann man Stück für Stück komplexe Arrangements erschaffen.

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