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Workshop
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05.04.2013

Vintage Split

Bevor ich losschraube, benenne ich das Programm. Das geht im Sound Manager eigentlich sehr einfach mit dem Rename-Button, nur leider unverständlicherweise nicht bei einem Empty Program.

Am Nord Stage selbst drückt man dafür SHIFT + STORE, dreht dann am großen Encoder neben dem Display eine Rasterung nach links, um das Programm der Kategorie User zuzuordnen und springt dann mit der rechten CURSOR-Taste in die Zeile darunter, wo mit dem Rädchen und den CURSOR-Buttons der Name eingegeben wird. Zugegeben, das Display des Nord Stage ist jedem Mäusekino unterlegen, zum Glück braucht man es aber auch nur für solch organisatorischen Zwecke, denn für fast alle Klangparameter gibt es auf der Bedienoberfläche Buttons und Potis.

Das erste Programm „Vintage Split“ enthält ein Rhodes, eine Orgel, ein Grandpiano und ein Strings-Sample, also Sounds, die man als Keyboarder in vielen Songs einsetzt. Da man gerade live häufig für verschiedene Parts unterschiedliche Klangfarben braucht, sollen die Instrumente so auf der Tastatur verteilt werden, dass man mit minimalem Umschaltaufwand möglichst viele Sounds gleichzeitig parat hat.

Dazu wird die Tastatur mit dem linken KB ZONES-Button in zwei Bereiche gesplittet. Dann verschiebe ich noch den Split-Punkt mit SHIFT + SET LO SPLIT (zweimal drücken) um eine Oktave nach oben.

Nun gibt es zwei Split-Zonen (angezeigt durch die grüne LED zwischen E4 und F4), das Piano ist allerdings nach wie vor auf die gesamte Tastatur verteilt. Damit es nur auf der linken Split-Zone erklingt, wird das Piano mit SHIFT + KB ZONE SELECT unterhalb des Level-Encoders der Piano-Section dem linken Bereich zugeordnet.

Durch das zweimalige Drücken von TYPE SELECT auf E PIANO 1 wird der Grandpiano-Sound in ein Rhodes verwandelt (ich bevorzuge das MkI ClosIdeal 5.2), dem ich in der Effekt-Section noch etwas Auto-Panning (A-PAN) verpasse (RATE 30 / AMOUNT 3,5).

Nun wähle ich eine Orgel mit dem dazugehörigen KB ZONE SELECT-Button an und verteile diese wieder mit SHIFT + KB ZONE SELECT auf den rechten Tastaturbereich. Für die B3 aktiviere ich den ROTARY SPEAKER, drehe den DRIVE auf etwa 3, schiebe die Zugriegel zurecht und gebe etwas CHORUS (C1) dazu.

Jetzt kommen die Controller zum Einsatz. Das Control-Pedal soll natürlich das Organ-Volume steuern, denn eine Orgel sollte man in der Lautstärke immer mit dem Fuß beeinflussen können. Dazu bringt man das Pedal in die Nullstellung und dreht das LEVEL der Orgel fast ganz runter auf -41dB. Dann halte ich in der MORPH ASSIGN Section den CTRLPED-Button gedrückt und drehe den Organ LEVEL-Regler bis -5,0dB auf. Nun kontrolliert das Control-Pedal die Hammond-Lautstärke in der gewünschten Range.

Außerdem möchte ich ein bisschen Zugriegel-Action. Dafür hält man den Button WHEEL in der MORPH ASSIGN Section gedrückt und zieht nun die Zugriegel 2ND, 5TH und 6TH ganz auf. Jetzt kann man der Orgel mit dem steinernen Modulation-Wheel bei Bedarf etwas mehr Schub und Obertöne geben.

Mit den OCTAVE SHIFT-Buttons werden das Rhodes noch eine Oktave nach oben und die Hammond eine Oktave nach unten transponiert, um die Instrumenten-Range der geteilten Tastatur anzupassen. Übrigens empfehle ich, nach jedem Arbeitsschritt zu speichern.

Nun wechsle ich zu SLOT B. Hier soll ein Grandpiano über die gesamte Tastatur verteilt werden, in der oberen Hälfte der Tastatur möchte ich außerdem ein Streicher-Sample dazumischen. Das Piano ist ja bereits voreingestellt. Mit KB ZONE SELECT wird zusätzlich der Synth aktiviert. Ein dreifaches Tippen des Buttons LOAD SOUND definiert SAMPLE als Oszillator-Quelle, dort suche ich mit dem kleinen Encoder „StringQuartet“ (Sample Nr. 11) raus. Diesen Sound möchte ich nur im oberen Tastaturbereich dazumischen, also reduziere ich die Range wieder mit SHIFT + KB ZONE SELECT auf den Bereich rechts vom Splitpunkt und oktaviere es mit OCTAVE SHIFT eine Oktave nach unten. Mit dem Volume der Strings verfahre ich wie bei der Orgel: Der Fuß steuert das Level mittels MORPH ASSIGN über das Control-Pedal. Es genügt, die maximale Lautstärke des Synth auf etwa -12dB zu begrenzen. Den RELEASE-Wert hebe ich auf etwa 500ms an, damit die Streicher etwas geschmeidiger ausklingen. Durch das Aktivieren der Velocity (SHIFT + AMP ENV VELOCITY) wird ein etwas dynamischeres Spielverhalten ermöglicht. Nun kann man dem Diskant des Flügels stufenlos ein Streich-Quartett beimischen, was der einen oder andern Ballade den nötigen Kitsch verleihen kann.

Fertig! Nun habe ich zwei Panels mit gängigen Sounds, zwischen denen man mittels der Taster SLOT A / SLOT B flexibel hin und her wechseln kann. Im folgenden Soundbeispiel starte ich bei Slot A und switche ab der Mitte zu Slot B, wo ich dann per Fußpedal die Strings dazufade.

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