Test
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06.12.2008

FAZIT
Geschmackvolles, schlichtes Aussehen, eindrucksvoller Klang und überwältigend viele Möglichkeiten der Klangerzeugung! Mit dem Waldorf Blofeld hat man eine Menge Spaß!
Man sollte allerdings kein Faulpelz sein, was das Programmieren von Klängen und das Studieren der Bedienungsanleitung angeht. Denn Kreativität entsteht hier vor allem beim "Schrauben", beim Erkunden jeden Winkels seines Klangpotenzials.
Seine vielseitigen Filter klingen warm und fett, und nur dem aufrichtigsten Analogpuristen vielleicht etwas zu clean. Wer "Schmutz" möchte, der greife einfach auf den nicht minder guten Verzerr zurück, der auch subtile Färbungen des Signals gut meistert. Und auch der Kaufpreis soll hier Erwähnung finden: mit läppischen 400 Euro ist man dabei! Eine Kampfansage an Access und Clavia.
Die charakteristischen Klänge des Blofelds sind die sphärischen Pads und die metallisch-perkussiven Sounds: irgendwie kühl und warm gleichzeitig. Aber auch seine "kranken" Filter-FM Klänge und Noise-Sounds beeindrucken mich. Nicht zu vergessen die im Mix sehr durchsetzungsfähigen Bässe!

Mankos: Man beginnt in der Display-Menüführung immer wieder von vorne, wenn man beim Editieren zwischen den Oszillatoren, Filtern etc.  hin- und herspringt. Das ist ermüdend, hier wünscht man sich eine andere Logik oder zumindest die Möglichkeit, eine "Bookmark" zu setzen.
Auch die Rasterung der Potis finde ich nicht gelungen, sie ist in vielen Fällen zu grob oder langsam. Auf MIDI-Out und MIDI-Thru muss man verzichten. Wer also beispielsweise Parameter am Gerät editieren möchte und diese Änderungen als Automation über MIDI an einen Sequenzer ausgeben will, um sie dort aufzuzeichnen, guckt in die Röhre. Am schmerzlichsten habe ich einen Audioeingang vermisst, dafür gibt es an dieser Stelle Punktabzug.
Aber für eine creme-weiße Medaille reichts dicke! Der Blofeld kann was und wird sicherlich bald in vielen Studios und auf vielen Bühnen zu finden sein!

  • Pro
  • drei Oszillatoren mit Hard-Sync, Frequenz- und Ringmodulation
  • gute und vielseitige Filter inkl. Filter-FM
  • vier Hüllkurven, drei LFOs
  • vielseitiger, guter Verzerrer und brauchbare Effekte
  • komplexer Arpeggiator
  • "Modifier Section" für Klangexperimente
  • 16-fach Multitimbral
  • Kopfhörerausgang
  • USB-Schnittstelle für MIDI- und Systemdaten
  • Contra
  • kein Eingang für externe Audiosignale
  • nur ein Stereoausgang
  • Rasterung der Drehpotis oft zu grob
  • kein MIDI Out und MIDI Thru
  • Display-Menüführung teils zu umständlich
  • Software-Editor nur als Betaversion erhältlich (in diesem Test daher nicht berücksichtigt
  • TECHNISCHE DATEN
  • 25-fach polyphon
  • 16-fach multitimbral
  • Metallgehäuse mit sieben massiven Endlospotis und fünf Drucktastern
  • grafikfähiges Display
  • MIDI-In und MIDI-Out per USB
  • Stereoausgang
  • separater Kopfhörerausgang
  • drei Oszillatoren
  • Frequenzmodulation, Oszillator Sync und Ringmodulation
  • virtuell-analoge Synthese
  • Wavetablesynthese
  • Rauschgenerator
  • zwei unabhängige Multimode Resonanzfilter mit Filter FM
  • vielseitiger Verzerrer
  • vier Hüllkurven
  • drei LFOs
  • Modifikations-Sektion: Verknüpfung verschiedener Modulatoren
  • Effekt-Sektion
  • leistungsfähiger Arpeggiator
  • externes 12V-Netzteil
  • Preis: € 449,00 UVP
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