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Waldorf Pulse 2 Test Preview

Der nagelneue Waldorf Pulse 2 ist bei bonedo zum Review eingetroffen. Der monophone analoge Synthesizer war in der Welt der Klangerzeuger heiß ersehnt, schließlich beerbt er den sehr erfolgreichen Pulse aus dem Jahre 1997. Und genau dieser subtraktive Racksynth war mein erster “richtiger” Synthesizer, der mich aus der beengten Welt der ROMpler- und Sampler befreit hat. So nachhaltig geprägt (und lang anhaltend begeistert!) ist es kein Wunder, dass ich mich wahrscheinlich sogar dafür geprügelt hätte, Waldorfs Nachfolger zu testen.

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Das Schicksal hat mich jedoch einiger harten Prüfungen unterzogen und zu diesem Zweck eine fiese Waffe gegen mich gerichtet: die Zeit. Nicht nur, dass zwischen dem Erscheinen der beiden Versionen über 15 Jahre liegen, die Verfügbarkeitsankündigungen haben sich immer weiter nach hinten verschoben, so dass sich das, was greifbar nahe erschien, doch immer weiter entfernt hat. Nun, nachdem die Verfügbarkeit des Waldorf Pulse 2 zum redaktionsinternen Running Gag geworden ist (auf meine Kosten selbstverständlich), kann ich mich nun über ihn hermachen, den Pulse 2 – und wer weiß: Vielleicht gibt es ja mal wieder Verwendung für die journalistisch abgedroschene Phrase “Was lange währt, wird endlich gut”.

Fotostrecke: 4 Bilder Lange genug gewartet: Waldorf Pulse 2 im Karton
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Rack ist Achtziger!

…maximal Neunziger. Ein aktueller Synthesizer hat ganz im Zeichen der Zeit mobil und flexibel zu sein. Man will ihn auf dem Schülerschreibtisch einsetzen, auf dem Schoß, im Bett, ihn im Proberaum auf das Masterkeyboard legen können, in die Tasche packen. Waldorf haben das richtig erkannt und aus dem Pulse ein Pülschen gemacht. Herausgekommen ist ein dünnes, handliches Desktopgerät, ähnlich dem Waldorf Blofeld. Trotz der umfangreichen Ausstattung beschleicht einen nicht das Gefühl, dass die Bevölkerungsdichte der Bedienelemente dafür sorgt, dass Drehgeber, Schalter, Diplays und Beschriftungen sich gegenseitig auf den Füßen stehen oder sogar an den Geräteenden herunterzufallen drohen. Alles ist schön aufgeräumt und logisch angeordnet.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Desktop-Form hat glücklicherweise die 19″-Version abgelöst.
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Er kann es, er hat es!

Meine Wunschliste beim Waldorf Pulse ist im Laufe der Jahre gewachsen, nicht geschrumpft. So fing es beispielsweise schon vor dem Kauf anno 1998 an: Im Music City in Köln habe ich den Verkäufer gefragt, ob es wohl ratsam sei, auf die Implementierung von Drehgebern zu warten, wie es andere Waldorf-Produkte der Wave-Serie doch schon hätten. “Das kann sicher noch eine Weile dauern.” meinte er und behielt recht. Doch jetzt ist alles gut und der Gabentisch reich gedeckt: Insgesamt sieben Drehgeber mit Edelstahl-Kappen übernehmen die wesentlichen Parametereingaben, mit sechsen bedient man in einer bei Waldorf-Geräten sehr bewährten Matrix die klangbildenden Parameter.
Unter einer weiteren Metallhaube versteckt sich die Regelung des Ausgangspegels – endlich wurde diesem ein eigenes Bedienelement spendiert! Ebenso freue ich mich über den Kopfhörerausgang! Auch ein hintergrundbeleuchtetes Display, welches mehr als kryptische Kürzel und Zahlenwerte darzustellen vermag, ist beim Pulse 2 mit von der Partie, über achttausend Pixel geben optisches Feedback. Unter der Connectivity sind neben genanntem Headphone-Out, MIDI I/O, USB, den beiden analogen Ausgängen und dem Anschluss für das externe Netzteil noch die CV-Anschlüsse und der External In zu nennen, die früher nur der Pulse Plus geboten hat.

Fotostrecke: 5 Bilder Wohltat: großes Display
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VCO und VCF

Nein, einen S/PDIF-Out gibt es nicht: Der Waldorf Pulse ist ein Analogsynthesizer mit spannungsgesteuerten Oszillatoren und ebensolchem Filter. Dieses kann im Gegensatz zur Urversion eine bei Bedarf höhere Steilheit aufweisen (12 und 24 dB/oct) und statt der Höhen (LPF) auch die Tiefen (HPF) sperren – oder beides (BPF).
Richtig dick ausgestattet ist der Synthesizer aber im Bereich der Oszillatoren, hier hat sich zudem sehr viel getan. Die drei VCOs lassen sich auf Rechteck stellen und in der Pulsbreite modulieren. So ein Name für ein Instrument kommt ja schließlich nicht von ungefähr. Hard-Sync und Cross-Modulation hatte schon der Urahn, doch neu ist beispielsweise die APW. Hier alterniert die Rechteckschwingung, der Energiegehalt ist bei nicht symmetrischer Pulsbreite für positive und negative Auslenkung identisch. Dafür erklingt sie aber auch eine Oktave niedriger. Genial sind die Unisono-Funktionen, die im polyphonen Modus acht unterschiedliche Tonhöhen generieren können. Merke: Monophone Synthesizer müssen entgegen des Namens nicht zwangsweise nur einstimmig spielen können. Wenn ich daran denke, dass ich einst mit Control-Changes die einzelnen Oszillatoren gegeneinander verstimmt habe, um Akkorde aus dem Pulse holen zu können…

Analog bleibt analog

So absolut und wie in manchen Plug-Ins total aus dem Vollen schöpfen kann man natürlich nicht, schließlich sind die Restriktionen durch die analoge Hardware bedingt. Wer mehr als zwei Hüllkurven oder zwei LFOs benötigt, der guckt in die Röhre – oder muss seine Sounds anders beseelen. Hilfreich kann hier die Modulation-Matrix sein, aber auch weitere schlaue Möglichkeiten, wie die alternativen Routingmöglichkeiten für Oszillator 3: Dieser kann als Amplituden-Modulator für OSC 2 dienen, als Quelle für Filter-FM oder die (ebenfalls neu!) Output-Verzerrung steuern.

Lust auf mehr!

Das erste Ankabeln lässt mich direkt in der Bedienung versinken. Ich bin mir sicher: Die Matrix versteht sofort jeder, nur wird man sich eventuell zu Beginn in der Zeile vertun. Angenehm ist allerdings, dass das Display nun ausreichend Auskunft gibt – wenngleich ich bei einigen Parametern etwas verwundert war, dass diese nicht ausgeschrieben waren, denn an Platz mangelt es auf dem Display eigentlich nicht. Die ersten vier Sounds könnt ihr hier hören, für den ausführlichen Test werde ich mich in die Tiefen des Pulse 2 stürzen und berichten!

Audio Samples
0:00
Arpeggio Odd Harmonics Glide Bite

Lest hier demnächst den kompletten Testbericht!

Preis: 549,- (UVP)

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von Nick Mavridis

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