Software Freeware PlugIn Effekte
Test
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12.12.2018

Voxengo Tempo Delay Test

Freeware Delay Plug-in für MacOS und Windows

Kostenlos meets super Ausstattung

Laut eigener Aussage stellt die Soundschmiede Voxengo „high quality professional audio plugins“ her, und das mit großem Erfolg. Jedem Musikproduzenten dürfte der Name schon mindestens einmal begegnet sein.   

Neben den interessanten Namen ihrer Kreationen dürfte an diesem Brand besonders interessant sein, dass es haufenweise Freeware-Effekte zugänglich macht. So gibt es kostenlos zum Beispiel einen Tube Amp, Stereo Touch, den Analyser Span, Powershaper oder auch den OldSkoolVerb, um nur ein paar zu nennen. Aber sind diese Freeware-Effekte denn auch gut? Lassen sie sich leicht bedienen und kreativ in Produktionen einsetzten? Ob Voxengo all das mit dem Tempo Delay gelungen ist, lest ihr im folgenden Test.

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Details

Allgemeines

Lagrange gibt es für Windows in 32- und 64-Bit als VST, VST3 und AAX. Für MacOS-User steht es im VST-, VST3-, AU- und AAX-Format zur Verfügung. Neben der Betriebsanleitung könnt ihr auch das Plug-in direkt von der Seite des Herstellers herunterladen. Im Falle von Windows ist die Zip-Datei lediglich 5,75 MB groß. Sie enthält das Plug-in allen verfügbaren Formaten. Nach der Installation steht das Plug-in ohne weitere Registrierung oder Freischaltung zur unbegrenzten Benutzung zur Verfügung.

GUI

Die Oberfläche des Tempo Delays ist sehr übersichtlich gestaltet. Die Handhabung ist somit leicht und die Einstellungen lassen sich schnell vornehmen. Wir starten ganz oben mit der Kopfzeile und begegnen hier einigen intelligenten Funktionen. Über den Fragezeichen-Button lässt sich die Hilfe ein- und ausschalten. Das ist in diesem Fall deshalb sehr sinnvoll, da die eingeblendete Hilfe-Leiste die Werte der untersten Funktionen ansosnten verdeckt. Ein Knopfdruck und man sieht wieder die gesamte GUI. Daneben gibt es Knöpfe für Undo und Redo. 

Ebenfalls sehr sinnvoll ist die A-B-Funktion. So kann man sehr schnell zwischen zwei verschiedenen Einstellungen hin- und herschalten. Der nächste Button ermöglicht es, die Einstellungen von A auf B zu übertragen. Schließlich gibt es noch globale Einstellungen, die hier Erwähnung finden sollen. Als kleine Spielerei findet man hier unter anderem die Möglichkeit, die Farbe der Plug-in-Oberfläche einzustellen. 

Ein kleiner Nachteil ist die Tatsache, dass das gewählte Preset nirgends angezeigt wird. Über den Reiter Tempo lässt sich eben dieses einstellen, sowohl über einen Regler als auch über die Eingabe im Textfeld. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, die Host BPM als Pulsgeber zu verwenden. 

Unter Out finden wir wiederum zwei wichtige Regler, einen für Wet Gain und einen für Dry Gain. Das trockene Signal lässt sich per Knopfdruck auch stumm schalten. Ein Output Level Meter visualisiert das RMS Signal in dB. In der nächsten Spalte lassen sich die Verzögerungseinstellungen vornehmen. Delay, Rep Period, Feedback, Panning und Gain können hier geregelt werden, und zwar wieder getrennt je Kanal. Hält man allerdings beim Einstellen sie STRG-Taste, wird alles direkt auf den zweiten Kanal übertragen. 

In der untersten Zeile findet man noch einen Tremolo- und einen Filter-Effekt, die wiederum für links und rechts separat einzustellen sind. Der Filter kann als High-Pass, Band-Pass, Low-Pass, Notch und Peak betrieben werden. Und über den Drive-Regler lässt sich Sättigung des Signals erzeugen.

Sound

Ich habe das Tempo Delay auf verschiedene Vocal- und Gitarrenaufnahmen gelegt und einige Presets ausprobiert. Lediglich den Wet Gain habe ich dabei verändert, ansonsten hört ihr das originale Preset. Klanglich passt das Plug-in besonders gut zu Gitarren, aber auch die Vocal-Effekte können sich definitiv hören lassen.

Schon mit den Default-Einstellungen gewinnen die trockenen Vocals an räumlicher Tiefe und es klingt fast so, als wären die Einstellungen tatsächlich für diese Aufnahme gemacht worden.

Im folgenden Beispiel erinnert der Effekt an ein Ping-Pong-Delay. Zusätzlich entsteht ein hoher, verzerrter Ton. Ich bin in meinen Produktionen immer wieder auf der Suche nach solchen Klängen, die wie hier oft zufällig entstehen.

Die nun folgende Gitarren-Aufnahme erhält durch das Tempo Delay einen schönen Raum, der an die Akustik eines Jazz-Kellers erinnert. Die im Plug-in verbaute Tremolo-Einheit ist hier ebenfalls gut zu hören.

Das letzte Gitarrenbeispiel ist schon im Ausgangszustand nicht völlig trocken und mit einem leichten Delay versehen. Trotzdem wird die Aufnahme durch das weiche und breite Ambient-Delay meiner Meinung zusätzlich aufgewertet. Auch hier hören wir wie im zweiten Beispiel außerdem wieder etwas, was nach einer Freeze-Funktion klingt. 

Im letzten Beispiel hören wir nun noch einmal Vocals, die durch den Verzögerungseffekt viel räumliche Tiefe bekommen. Die Panning-Einstellungen dieses Presets erzeugen zusätzlich einen sehr interessanten Effekt. Das Echo selbst klingt eher dumpf. Wie der Name des Presets schon verrät, wurde in der Filter-Sektion ein Low-Pass-Filter verwendet.  

Fazit


Das Tempo Delay von Voxengo sollte in jedem Plug-in Ordner zu finden sein. Mit diesem umfangreich ausgestatteten Freeware-Tool lassen sich musikalische Delay-Fahnen für das Platzieren von Signalen im Mix bis hin zu kreativen Ping-Pong-Effekten leicht und schnell erzeugen. Hinzu kommen die für beide Stereokanäle separat einstellbaren Parameter, die Panning-Funktion des Effektes, die zwei getrennt regelbaren Verzögerungseinheiten sowie eine sehr geringe CPU-Auslastung. Somit lässt sich das Tempo Delay auch in professionellen Produktionen einzusetzen. Hier geht es zum Download!

  • Pro
  • vielseitig einsetzbar, von subtil und musikalisch bis heftig und crazy
  • zwei getrennt regelbare Verzögerungseinheiten
  • übersichtlich gestaltet, dadurch schnell einstellbar
  • sehr geringe CPU-Auslastung
  • veränderbare Farbgestaltung der GUI
  • Contra
  • ausgewählte Presets werden nicht angezeigt
  • effiziente Optik, insgesamt aber kein Eyecatcher

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