Hersteller_Roland
Feature
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02.06.2009

PRAXIS

In der Abteilung Presets bei den Bänken A und B finde ich doch tatsächlich Klänge wie Flute, Accordion, Oboe, Vibraphone oder Piano! Anfang der Achtziger deutete sich hier schon an, welchen Weg Roland in den folgenden Jahren einschlagen wird. Begeben wir uns also zurück in die Vergangenheit und hören wir uns an, wie es der Urgroßvater des JV-2080 mit der Echtheit von simulierten Klängen hielt!

Ist das nicht süß?

In Sachen Übersichtlichkeit ist der JX-3P durchaus gelungen! Mal sehen, ob sich das zulasten seiner Bedienung auswirkt, möchte man mehr als nur Presets spielen. Aber immer schön der Reihe nach: hier zunächst einmal seine Funktionen und welche Taster auf dem Panel darauf Einfluss nehmen.

So kann der Chorus jederzeit zu- oder abgeschaltet werden. Er hat den typischen Roland Sound, klingt weich und sehr „stereo”. Allerdings rauscht er hörbar, hat nur eine Stufe und kann nicht editiert werden.


Mute dient dazu, die Lautstärke der unteren zwei Oktaven abzusenken. Das ist dann von Vorteil, wenn man mir der linken Hand Akkorde greift und mit der rechten eine Melodie spielt.

Ist Hold aktiviert, bleiben die Töne liegen, nachdem man die Tasten losgelassen hat, ähnlich einem gedrückten Haltepedal.

Key Transpose ermöglicht die Transponierung um maximal elf Halbtöne aufwärts: Einfach Taster gedrückt halten und eine beliebige Taste der Tastatur spielen. Davon ausgenommen ist der Ton C. Dieser wird benötigt, um die Transponierungen wieder aufzuheben.

Edit-Sektion
Soll ein Parameter verändert werden, muss man im aufgedruckten Schaltbild rechts zunächst seine Nummer und Zugehörigkeit zu Group A (weiß) oder B (rot) herausfinden (siehe Bild "Edit-Map" unten).
Danach aktiviert man mit den Tastern “Group A” oder “Group B” den Edit-Mode und wählt auf den Patchtastern 1-16 den entsprechenden Parameter an. Jetzt kann dessen Wert mit dem Sens-Fader der Editsektion verändert werden. Der Wert wird dabei durch das sich auf und ab bewegende Indikatorlicht in den Patchtastern angezeigt.

Das klingt kompliziert? Eigentlich ist es das nicht, aber sehr umständlich! Spätestens an dieser Stelle wünsche ich mir den Programmer PG-200! Intuitives Sound-Schrauben ist ohne ihn so gut wie unmöglich.

Speichern von Patches
Das Speichern von Patches erledigt man per “Write”-Taste der Edit-Sektion und der Auswahl eines Usersets. Dabei gibt es Folgendes zu beachten: Verändert man ein Preset-Patch aus den Bänken A oder B, kann man es nicht als Userset speichern! Da heißt, man muss sich vorher überlegen, ob seinen frisch kreierten Sound später speichern möchte. Wenn ja, dann sollte man tunlichst mit einem Userset starten, weil sonst die gesamte Arbeit verloren ist.

Sequenzer
Auch der Sequenzer erfordert einiges an Geduld oder besser eine große Zuneigung zu vorsintflutlicher Technik. Ist “Memory Protect” ausgeschaltet und der Write-Taster des Sequenzers aktiviert, ist der Sequenzer in Aufnahmebereitschaft. Nun kann man per Tastatur, Tie-Taster (Noten verbinden) und Rest-Taster (Pause) Patterns eingeben, was sicherlich nicht jedem auf Anhieb gelingen wird. Das Tempo der fertigen Sequenz bestimmt man mit dem Rate-Slider. 128 Steps können programmiert werden, bis zu sechs Stimmen gleichzeitig (Akkorde) sind möglich. Interessanter wird es, synchronisiert man den Sequenzer mit “Seq. Trigger In” mit einen Drumcomputer. In diesem Fall können Tempo und Start/Stopp des Sequenzers vom externen Gerät aus gesteuert werden.

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