Test
8
05.05.2020

Praxis

Bevor der Test beginnt, schaue ich mir zunächst die vorhandenen Programme im Auto- und Sound-Mode an. Hier bekommt ich schon mal einen guten Eindruck, was das Gerät aus Herstellersicht so kann. Die Programme im Standalone-Betrieb für Auto und Sound sind durchaus brauchbar, sofern man keine DMX-Steuerung besitzt. Allerdings fällt hier auf, dass er bei sehr langsamen Tilt-Bewegungen deutlich flüssiger läuft als der Hero Spot 90 sprich in den unteren 10 % kein Ruckeln auftritt. Die Motorrasterung scheint hier noch mal feiner zu sein als bei dem Hero Spot 90 (Test folgt).Die Kanalbelegung des Varytec Hero Spot Wash 140 ist wie folgt:

12-Kanal-Modus

Pan, Tilt, Dimmer (Spot), Strobo (Spot), Fokus, Dimmer (Wash) Strobe (Wash), Farbtemperatur, Farbrad, automatische Farbfolge (Programm 1-7), automatische Show (Programm 1-8), Reset

16-Kanal-Modus

Pan, Tilt, Dimmer (Spot), Strobe (Spot), Farbrad, statisches Gobo, bewegliches Gobo, Rotation Stop Gobo 2,Fokus, Prisma, Dimmer (Wash), Strobe (Wash) , Rot, Grün, Blau, Weiß

23-Kanal-Modus

Pan, Pan fine, Tilt, Tilt fine, Pan-Tilt Geschwindigkeit, Dimmer (Spot), Strobe (Spot), Farbrad, statisches Gobo, bewegliches Gobo, Rotation Gobo2, Fokus, Prisma, Dimmer (Wash), Strobe (Wash), Rot, Grün, Blau, Weiß, Farbtemperatur, Farbwechsel (RGBW), automatische Farbfolge (Programm 1-7), automatische Show (Programm 1-8)

Ich wähle für meinen Test den 23-Kanal-Modus – dieser ist in der Lampe bereits voreingestellt. Das einfarbige OLED-Display ist hell genug und gut lesbar. Die Menüführung erschließt sich intuitiv. Ohne viel Aufhebens habe ich meine gewünschten Einstellungen gefunden und die DMX-Adresse angegeben. Nachdem ich diese dann in Chamsys MagicQ eintippe, kann es losgehen. Alle wichtigen Parameter sind vorhanden und ich kann den Shutter öffnen: Der Hero Spot Wash 140 ist ganz schön hell. Der Spot des Hero Spot Wash 140 ist zudem schön gleichmäßig und es sind keine LED-Stege zu erkennen. Beim Test des Helligkeitsverlaufs beim Dimmer gibt es keine Auffälligkeiten, man kann hier nahtlos von ganz hell zu dunkel überblenden.

Pan und Tilt

Als nächstes sind Pan und Tilt an der Reihe. Die Bewegungen sind einwandfrei, sanft, direkt und genau. Der Hero Spot Wash 140 arbeitet schnell und präzise. Der Hero Spot Wash 140 erzeugt bei Pan-Moves in maximaler Geschwindigkeit zwar ein hörbares Geräusch von etwa 60 dBA (Peak), 1 m, das jedoch von lauterer Musik oder anwesendem Publikum übertönt wird. Alle über die MagicQ abgefeuerten Vorgaben, sei es Kreis, Acht oder Stern, meistert der Hero Spot Wash 140 einwandfrei. Im 16-Kanal-Modus hat der Moving Head einen Kanal, in dem die Geschwindigkeit für die Bewegungen verändert werden kann. Das ist bei den meisten Pulten mit einstellbaren Geschwindigkeiten für Bewegungen und Effekte unnötig, trotzdem nice to have.

Dann probiere ich die Farben aus. Sie sind in folgender Reihenfolge im Farbrad angeordnet: offenes Weiß, Weiß/Rot, Rot, Rot/Orange, Orange, Orange/Grün, Grün, Grün/Blau, Blau, Blau/Gelb, Gelb/Hellblau, Hellblau, Hellblau/Violett, Violett Weiß, Regenbogeneffekt.

Die Auswahl ist gelungen, wobei ein zweites Farbrad durchaus angebracht wäre. Die Farben können mit Snap oder Fade gefahren werden. Sehr gut gefällt mir auch, dass die Halbfarben fließend ineinander übergehen. Die Rainbow-Funktion des Farbrads läuft in beide Richtungen und die Maximal-/Minimalgeschwindigkeiten sind vollkommen in Ordnung. Hier sind die Möglichkeiten natürlich durch die Anordnung im Farbrad begrenzt.

Die Größe des Spots ist genau richtig und durch die steuerbare Focus-Einstellung kann ich ihn schnell und präzise anpassen. Auffällig ist, dass sich der Fokus von offenem zu geschlossenem Fokus stark verändert und zwar von scharf zu „völlig unscharf“. Bei Effekten ist dieses Problem schwer auszugleichen, aber es fällt nicht wirklich unangenehm auf und ich denke darüber nach, inwiefern es sich als angenehmen Effekt einsetzen lässt.

Die im Fokuskanal abrufbaren Blendeneffekte sind vielseitig und zweckmäßig. Beim Shutter verhält es sich ähnlich. Er macht schnell und präzise auf und zu und die vorhandenen FX sind, wenngleich vielleicht nicht revolutionär, vollkommen in Ordnung für den Praxisalltag.

Die Gobo-Auswahl finde ich sehr gelungen, denn es sind viele verschiedene Motive vorhanden und da ich die Räder übereinander benutzen kann, eröffnen sich mir noch weitere Möglichkeiten. Mit dem Fokus bekomme ich alle Gobos einwandfrei scharf. In beiden Kanälen kann ich sie mit Snap oder Fade anwählen und kann dazu noch die Shake-Funktion nutzen. Die Rotation im ersten Rad ist gefühlt auch besser gelungen als bei dem Hot Spot 90. Dasselbe gilt für das Dreifach-Prisma des Hero Spot Wash 140: Es ist schön klar und zeigt keine Überlappungsschatten und auch die Spanne der Rotationsgeschwindigkeit scheint mir hier etwas besser zu sein.

Durchweg fällt mir sehr positiv auf, dass alle Effekte, selbst in ihrer maximalen Geschwindigkeit, sehr leise sind – also weder ein Klacken des Shutters noch ein Quietschen der rotierenden Räder oder sonstige Geräusche wahrzunehmen sind. Nach etwa 5 Stunden bin ich mit meinem Test durch. Als ich die Lampe vom Strom trenne, nehme ich erfreut zur Kenntnis, dass die Basis und der Kopf des Moving Heads eher kühl sind. Die Lüfter arbeiten souverän. Wie sich die verbaute Technik langfristig verhält, kann ich im Rahmen dieses Tests nicht beantworten. Die Frage, die ich aber beantworten kann ist, ob der Hero Spot Wash 140 von Varytec ein vollwertiger und konkurrenzfähiger LED Moving Head ist: Die Antwort muss lauten: „Ja!“, denn für diesen Preis bringt er ordentliche Leistung mit sinnvollen Effekten.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare