Test
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30.06.2017

V-Moda Crossfade II Wireless Test

DJ-Kopfhörer

Freiheit auf der Piste

Der V-Moda Crossfade II Wireless ist ein Hi-End Over-Ear DJ-Kopfhörer, der per Kabel oder drahtlos per Bluetooth betrieben werden kann. Dadurch wird der brandneue V-Moda zum Allround-Werkzeug: Im Studio schnell noch den Track der letzten Nachtsession runtermischen, wireless im Taxi zum Airport die neuesten Promos via iPhone checken, verkabelt im Flieger und natürlich später beim Gig braucht DJ nur einen einzigen hochwertigen Kopfhörer zu transportieren, der zudem in seinem eigenen stabilen Exoskeleton-Formcase kommt, in den auch noch der USB-Stick mit der Musik reinpasst. Kompakter kann DJ heutzutage nicht zum Gig gehen.

Details

Die in Mailand erdachten und in den USA gemachten Edelkopfhörer bleiben dem mittlerweile schon wohlbekannten V-Moda-Design treu: sechseckige Ohrmuscheln mit sechseckigen Wappen-förmigen Metallschildern, gehalten von robusten Metallhalterungen und einem bequem gepolsterten Bügel, der mit schwarzen textilumwickelten Kabeln mit den Ohrmuscheln verbunden ist. Das Testexemplar kommt in edlem „Matte-Black“, da ist dann bis auf den V-Moda-Schriftzug oben auf dem Bügel wirklich alles cool nachtschwarz. Weitere verfügbare Farbvarianten sind „Gold“ mit rosa-goldenen Metallteilen zum mattschwarzen Rest sowie „White“, was auch sehr schick aussieht. Wer seinen V-Moda noch individueller gestalten will, kann die Metallschilder auf den großen Kopfhörermuscheln austauschen, entweder mit einem der „Custom Shield Kits“ oder auch mit dem eigenen aufgedruckten Logo. Dadurch wird der Kopfhörer natürlich erst richtig individuell. Und ein vorbeugender Diebstahlschutz ist das womöglich auch.

Der Lieferumfang ist eine satte Rundum-Sorglos-Ausstattung: Neben dem Kopfhörer gibt es ein (hier orangefarbiges) 133 Zentimeter langes Anschlusskabel mit Mikrofon und Einknopf-Fernbedienung und 3,5-Millimeter-Miniklinkenstecker sowie einem großen Stereoklinkenadapter, einem superflachen Micro-USB-Ladekabel und das bereits angesprochene rundliche Exoskeleton-Formcase, in das alles perfekt hineinpasst. Dazu wird der Kopfhörer zusammengeklappt (V-Moda nennt das patentierte Klappverfahren „Cliqfold“), die Kabel zusammengewickelt und hinter die Schlaufen im Case gesteckt. Sogar für einen USB-Stick ist noch Platz. Das Case wird mit einem Reißverschluss verschlossen, dessen Lippen so eng beieinander liegen, dass Spritzwasser keine Chance hat, ins Innere zu gelangen.

Das Case kennen wir schon von den Vorgängermodellen, gleiche Größe, gleiche gute Qualität, kompatibel. Einzige Neuerung sind drei flache V-förmige Rillen pro Seite, die durch zwei Gummieinsätze verschlossen werden, von denen ich einen im dunklen Club natürlich sofort verloren habe. Gedankenlos mit dem Kopfhörer im Case durch einen Platzregen laufen, geht nun leider doch nicht mehr.

Die hexagonal-förmigen Muscheln sind groß, 10 Zentimeter hoch und 8 Zentimeter breit. Die dicken Ohrpolster bestehen aus „Bliss Memory Foam“. Ob die sich tatsächlich die Anatomie des Hörorgans „merken“ können, konnte ich nicht feststellen, aber sie sind superbequem und viel weicher als beispielsweise die Polster der älteren kabelgebundenen Crossfade M-100 Modelle. Die in Japan hergestellten Dual-Membran 50-Millimeter-Treiber werden von einem festen dünnen Netz geschützt und sollen Frequenzen von 5 Hz bis 40 kHz übertragen. 

Da ich für den DJ-Einsatz etwas längere Kabel vorziehe, nutze ich das graue 196 Zentimeter lange Anschlusskabel, das bei meinem V-Moda Crossfade M-100 dabei war. Das funktioniert auch und bietet als Sonder-Feature einen Miniklinkenanschluss für einen zweiten Kopfhörer. So können zwei DJs gleichzeitig abhören. Auch unterwegs kommt es gut, wenn man mit der Freundin gemeinsam einen Film in bester Tonqualität genießen will.

Das kürzere orange Kabel aus dem Lieferumfang ist bei mir auf Tour trotzdem ebenfalls immer mit dabei, als Backup oder für Situationen wie z.B. Zug oder Flug, wo ein kurzes Kabel völlig ausreicht. Beide Anschlusskabel sind sehr dünn, so dass sie zusammengerollt ins Exo-Case passen, sind aber dennoch stabil und textilumwickelt.

extilkabel finde ich bei Kopfhörern persönlich so viel besser als Gummistrippen. Sie verheddern sich weniger häufig, bleiben besser in Form und fühlen sich auch angenehmer auf der Haut an. V-Moda hat sehr viel Vertrauen in die Kabelqualität und verspricht „eine Million Mal knicken“. Sollte ein Kabel doch mal kaputtgehen, kann man es nachbestellen. V-Moda bietet auch Kabel mit komplexeren iPhone-Fernsteuerungen an. Aber die wird man hier kaum benötigen, denn das brandneue Crossfade 2 Wireless ist ja „kabellos“.

Ich habe schon einige Bluetooth-Kopfhörer durchprobiert. Das V-Moda ist bisher der König. Genauso unkompliziert und eindeutig muss Wireless funktionieren. Mit einem Schiebeschalter an der rechten Kopfhörermuschel wird das Device angemeldet, es gibt einen kurzen eigenständigen Ton wieder, spielt bei erfolgreicher Verbindung mit dem Bluetooth-Sendegerät einen anderen Ton ab, man klickt auf den mittleren von drei Buttons über dem Schiebeschalter und schon klingt es satt und rund aus dem Headphone. Tatsächlich muss man auch in der Soundqualität kaum Abstriche zum Kabelbetrieb machen.

Mit dem mittleren Multifunktionsbutton wird bei erneuten Klick gestoppt, bei Doppelklick das nächste Stück angewählt und bei drei Klicks auf den vorherigen Titel zurückgesprungen. Mit den beiden Tasten links und rechts wird die Lautstärke geregelt. Und hat man genug, wird der Schiebeschalter nach links geschoben und mit einem ebenfalls eindeutig abschließenden Ton verabschiedet sich der V-Moda aus dem Bluetooth-Betrieb.

Wie lange der Akku reicht? Lange! 14 Stunden sagt der Hersteller. Mir ist der Headphone bisher jedenfalls noch nicht im Bluetooth-Betrieb ausgefallen. Für DJ-Anwendungen muss der Kopfhörer am Kabel hängen. Drahtlose Klangübertragung dauert nun mal eine gewisse (Latenz-) Zeit, die beim Vorhören und Beatmatchen nicht toleriert werden kann.

In Sachen Sound ist der V-Moda ebenfalls ein Allrounder: schön laut für die DJ-Booth, hochauflösend für den Studiobetrieb. Bässe werden fast schon etwas überbetont abgebildet, aber man kann den Kick dadurch gut spüren. Besonders fällt das weite und frische Klangbild auf. Die Tiefen- und Panoramastaffelung von Sounds gelingt mit den V-Modas sehr gut. Nicht umsonst hat auch Rolands Ableger AIRA die M-100 Crossfade-Kopfhörer zur Angleichung der TR-8-Sounds an die historischen Vorbilder 808 und 909 gewählt. Die von V-Moda hergestellte Roland AIRA -Edition ist ein Nebenprodukt dieser Suche des AIRA-Teams nach dem perfekten Kopfhörer.

Ein Bund fürs Leben

V-Moda traut seinen Kopfhörern viel zu. Als stolzer Besitzer eines V-Moda Crossfade II Wireless sollte man sich unbedingt auf der Website für die lebenslange Garantie registrieren. Bei einem Defekt erhält man dann den Crossfade II Wireless oder ein in Zukunft erhältliches Nachfolgermodell zum halben Preis. Die schicken Custom-Shields können gleich beim Kauf der Headphones auf der V-Moda Website mitgeordert werden. Wer lieber beim Händler seines Vertrauens kauft, kann trotzdem via Website sein ganz eigenes personalisiertes Design hochladen und auf Custom Shields gelasert bestellen.

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