Gitarre Hersteller_UniversalAudio Software
Test
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23.11.2015

Praxis - Marshall Bluesbreaker 1962

Wir starten direkt mit den Feinheiten und zwar mit der unterschiedlichen Mikrofonierung des Amps. Hier werden im Close-Miking-Verfahren beide Speaker einzeln abgenommen, dazu kommen zwei Raum-Mikrofone. Das Ganze kann über ein virtuelles Mischpult in Lautstärke und Panorama eingestellt werden. Was den Grundsound des Plug-Ins anbetrifft, darf man hier mit der Klangregelung recht beherzt umgehen. In mittlerer Einstellung liefert der Amp einen sehr warmen Klang mit ausgeprägten Bässen und tiefen Mitten, eigentlich sehr untypisch für ein Amp-Plug-In. Aus diesem Grund habe ich mir gleich das britische Setting beim EQ gegönnt (alle Regler voll aufgedreht), eine ES-Dot angeschlossen und Loudness so eingestellt, dass ein unverzerrter Sound ausgegeben wird. Folgende Mikrofonkombinationen stehen dabei in den drei Grundeinstellungen Valve, FET und Dynamic zur Verfügung.

Mic 1 Mic 2 Room Mic 1 Room Mic 2
Valve Neumann U67 Neumann U67 Coles U4038 Telefunken ELA M251
FET Neumann U87 Neumann U87 SE Electr. VR2 Telefunken ELA M251
Dyn Shure SM57 Sennheiser M380 Coles U4038 Telefunken ELA M251

Mit diesem Angebot lässt es sich natürlich erstklassig arbeiten, vor allem präsentieren sich die Signale klanglich sehr gut. Ich persönlich ziehe diese Variante, bei der man vier Mikrofonsignale eigenhändig mischen kann, einem riesigen Angebot an Presets vor, auf die man keinen Einfluss mehr hat. Beim Bluesbreaker haben die Tüftler von Softube Tony Platts Mikrofonierungen sehr gut in das Plug-In integriert. Diese Variante ist absolut praxisnah.

Jetzt geht es etwas beherzter zur Sache, die SG wird ausgepackt und der Fokus liegt in der nächsten Runde auf dem Sound, den man durch die unterschiedlichen Input-Konfigurationen erhält. Es gibt wie beim Original vier verschiedene Eingänge mit unterschiedlichen Charakteristiken, außerdem besteht die Möglichkeit, Eingänge zu patchen. Für die nächsten Hörbeispiele sind die Kondensator-Mikrofone im Einsatz (FET) und ich habe mich für eine Mono-Mikrofonierung mit Close Mic 2 und dem weiten Raum-Mikrofon entschieden. Das Plug-In gibt einen guten Vintage-orientierten Zerrsound mit weichen Mitten aus. Es klingt nie nach digitalen Höhen.

Als Nächstes kommt die Strat zum Einsatz, hierfür habe ich einen leicht angezerrten Sound mit schönen klirrenden Höhen eingestellt. Diese crispe Verzerrung im oberen Frequenzbereich bekommt man mit dem Plug-In sehr gut hin, außerdem reagiert es auch entsprechend auf die eingegebenen Signale - unterschiedliche Gitarrentypen werden nicht einfach plattgemacht. Man erkennt eindeutig die Charaktereigenschaften einer Gitarre. Der Klang in Verbindung mit den Raum-Mikrofonen gefällt mir außerordentlich gut, da haben Mister Platt und die Entwickler einen sehr guten Job verrichtet, es klingt wirklich dreidimensional.

Zum Abschluss hört ihr noch den maximalen Zerrgrad beim Bluesbreaker mit einer Les Paul und dem Steg-Pickup. Bei hohen Gain-Settings gibt es diese typische leicht fuzzartige Verzerrung, die entsteht, wenn der Amp ordentlich in die Knie geht.

Praxis - Marshall Silver Jubilee 2555

Wir fangen erst einmal mit der harmlosen Variante an. Der Clean-Channel ist angewählt (Low Output), die Klangregelung steht mittig auf 12 Uhr und wir erhalten einen schmatzigen Cleansound. Bei der Mikrofonierung kommt das Kondensator-Paar aus U67 und U87 zum Einsatz, die Raum-Mikrofone sind deaktiviert. Ich habe das Riff in zwei Versionen aufgenommen, um zu testen, wie das Plug-In auf die Unterschiede bei der Klangeingabe reagiert. Einmal ist der Hals-Pickup der Strat im Einsatz, beim zweiten Beispiel die Kombination aus Hals- und mittlerem Tonabnehmer. Hier gibt es nichts meckern, die Unterschiede sind klar und deutlich hörbar.

Das Kerngeschäft unseres Probanden spielt sich in der Regel aber überwiegend im Lead-Channel ab. Hier präsentiert das Plug-In die satten Marshall-Zerrsounds, die besonders für Rock-Einsätze mit Humbucker-Gitarren sehr gut geeignet sind. Die Klangregelung geht beherzt zur Sache, besonders mit dem Mitten-Regler sind wesentlich größere klangliche Bandbreiten als beim Bluesbreaker angesagt. Neben den Einstellungen am Amp haben wir aber auch noch die Möglichkeiten, die uns die verschiedenen Mikrofonierungen bieten. Es sind folgende Modelle im Einsatz:

Mic 1 Mic 2 Room Mic 1 Room Mic 2
Con. Neumann U67 Neumann U87 Coles U4038 SE Electr. RNR-1
Dyn. Shure SM7B Shure SM57 Neumann U87 Telefunken ELA M251

Alles kann in Lautstärke und Panorama eingestellt werden. Bei diesem Modell und mit höheren Gain-Settings bevorzuge ich einen eher direkten Sound, und so klingen die Mikrofone einzeln:

Beim Direktvergleich fällt auf, dass Mikrofon 2 (egal, ob Kondensator oder dynamisch) wesentlich spitzer klingt. Tony Platt hat es wohl weiter in der Mitte positioniert. Das macht auch Sinn, denn nun kann entspannt kombiniert werden. Mehr Wärme bringt Mikrofon 1, die Definition hat das zweite Mikrofon. Hier nun die Kombinationen von Mikrofon 1 und Mikrofon 2, einmal mit den Kondensator- und dann mit den dynamischen Schallwandlern.

Jetzt können noch die Raum-Mikrofone hinzugemischt werden, und da gibt es ein spezielles Feature beim zweiten Raum-Mikro zu vermelden. Dieses Signal lässt sich verzögern, wodurch leichte Slapback Delay-Sounds erzeugt werden. Mit dem virtuellen Fader wird die Verzögerungszeit eingestellt und die Anzahl der Echowiederholungen mit dem Regler für Feedback justiert. Im nächsten Beispiel hört ihr drei unterschiedliche Einstellungen des gleichen Riffs. Zuerst ohne Raum-Mikrofon, dann mit dem Raum-Mikro ohne Delay und als drittes die Version mit verzögertem Signal.

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