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22.07.2020

UNiKA Stage Series ISO-2, SDI-2 und SPT-3RT Test

Phasentester, DI-Box und Passiver Isolator

Audiotools für den Technikerkoffer

Was gehört zur Standardausstattung eines Technikerkoffers? Eine allgemeingültige Bestückung gibt es wohl nicht. Aber ich kenne da gleich einige heiße Anwärter für den Einzug. Wie wäre es mit einer Stereo-DI-Box, einem Trenntrafo zur Brummschleifenunterdrückung und einem Testgerät für Kabelbelegungen und die Überprüfung der Phasenlage von Lautsprechern? Genauso ein Trio ist ab sofort von der Firma UNiKA erhältlich und präsentiert sich unter dem Label „Stage Series“ im Portfolio des Taiwanesischen Herstellers. Schauen wir uns die praktischen Helfer UNiKA ISO-2, SDI-2 und SPT-3rt genauer an. 

Details

UNiKA SDI-2

Dank MacBook und DJ-Inflation sind auf Bühnen und in Studios immer häufiger Stereosignale anzutreffen. Sehr passend, dass die UNIKA SDI-2 über einen zweikanaligen Aufbau verfügt. Zudem ist die Stereo-DI-Box erfreulich kompakt. Mit Abmessungen von 12 x 8 x 5 cm passt sie sprichwörtlich in die Westentasche. Allerdings verwundert das stattliche Gewicht eines halben Kilogramms. Grund dafür ist das Metallgehäuse. Massive Ausführung und eine ausgewiesene Road-Tauglichkeit lassen das Testobjekt schwer in der Hand liegen. Äußerlich gibt sich die DI-Box dank ihrer reflexionsarmen, mattschwarzen Lackierung als seriöser Vertreter ihrer Art. Empfindliche Gemüter besänftigt die SDI-2 durch vier Gummifüße auf der Gehäuseunterseite. Rutschfester Rock’n‘Roll. 

Die Ausstattung ist archetypisch mit einer eher ungewöhnlichen Spezialität: Die UNiKA SDI-2 ist mit Combobuchsen ausgestattet. Somit können Klinken- und XLR-Stecker problemlos andocken. XLR-Kabel haben dank ihres symmetrischen Signalaufbaus oftmals weniger Probleme mit Brummschleifen. Dennoch kann sich eine DI-Box mit XLR-Eingangsarmaturen als echter Problemlöser entpuppen. Ansonsten gibt sich die SDI-2 benutzerfreundlich. Neben den Combobuchsen entdecke ich zwei parallel geschaltete Klinkenarmaturen, die als Link-Outs ihren Dienst verrichten.

Sind die Eingangspegel zu hoch, übernimmt ein Schalter eine Signalabschwächung mit 20 oder gar 40 dB. Das dürfte selbst den pegelwütigsten Dorf-DJ in die Schranken weisen. Die Rückseite beherbergt zwei XLR-Ausgänge samt separat schaltbaren Ground-Lifts. Ein Ground-Lift-Schalter trennt den PIN 1 der XLR-Leitung und sorgt für eine erdfreie Verbindung zum Mischpult. Ein probates Gegenmittel bei Masseschleifen. Mono-Fans finden unter dem Namen SDI-1 eine identisch ausgestattete Mono-DI-Box im UNiKA-Portfolio.

UNiKA ISO-2

Der Masseschleifen- und Brummproblem-Terminator im Hause UNiKA heißt ISO-2. Die ISO-2 ist ein passiver Audio-Isolator, salopp auch Trenntrafo genannt. Wie die SDI-2 so akzeptiert auch die ISO-2 symmetrische (XLR) und unsymmetrische Signale (Klinke), da sie ebenfalls mit Combobuchsen ausgestattet ist. Vorzugsweise dürfte die kleine Kiste in den Kampf gegen zweifelhafte Klinkensignale von Consumer-Equipment (DJ-Mixer, Adapterkombinationen) ziehen. Die ISO-2 erkennt anhand des Steckers, ob es sich um ein symmetrisches oder unsymmetrisches Signal handelt. Da die Box passiv arbeitet, werden kein zusätzliches Netzteil oder Batterien benötigt. Ein Plus im praktischen Dauereinsatz. 

Die Verkabelung der Combobuchsen auf der Vorderseite entspricht dem AES-Standard. Pin 1 adressiert die Masse, Pin 2 ist „hot“ (+), Pin 3 „cold“ (-). Zwischen den Combobuchsen sind drei Metall-Kippschalter angesiedelt. Die beiden äußern Schalter trennen auf Wunsch den Signalfluss von Pin 1 und agieren somit als Ground-Lift. Der mittlere Taster dreht auf Wunsch die Phase (bzw. die Polarität) von Kanal 2 um 180 Grad. Das Grundgehäuse ist identisch mit der UNiKA-DI-Box. Sie unterscheiden sich lediglich durch ihre Bestückung und die Lackierung der Frontseite. Die DI-Box verfügt über eine grüne Frontseite, die ISO-2 ist organe. Die Rückseite der ISO-2 ist recht unspektakulär. Hier finden sich lediglich zwei XLR-Buchsen wieder.

UNiKA SPT-3rt

Die UNiKA-SPT-3rt-Kombination fällt nicht nur durch ihren Formfaktor auf. Das SPT-3rt-Gehäuse ist dank seiner Außenhaut aus Aluminium deutlich leichter als bei den beiden anderen UNiKA-Geräten. Im Grunde besteht das SPT-3rt aus zwei Geräten. Einem Sender (SPT-3t) und einem Empfänger (SPT-3r). Um die beiden Einheiten zu separieren bedarf es an Zugkraft, da beide Module durch Magnete verheiratet sind. Zieht man links und rechts am Gehäuse, trennen sich Receiver und Transmitter.

Schauen wir uns den SPT-3t Transmitter an. Der Transmitter wie auch der Receiver benötigen eine Stromversorgung, die über je eine 9-Volt-Blockbatterie realisiert wird. Die Anzahl der Bedienelemente hält sich in Grenzen: Ein Power-Schalter mit Status-LED, ein Level-Poti für den Signalgenerator, ein Auswahltaster, mit dem wahlweise PIN 2 oder 3 als „Hot“ definiert wird. Letztes Detail ist ein integrierter Lautsprecher, der als Medium für den Pulsgenerator dient. 

Der SPT-3r Receiver verfügt an der gleichen Stelle statt besagtem Pulsgenerator über ein Mikrofon für das Aufspüren von Phasenfehlern, siehe nachstehender Praxisteil. Alternativ kann der SPT-3r mit einem externen Mikrofon arbeiten. Neben einer (diesmal weiblichen) XLR-Buchse, dem Power-Schalter samt LED und der Hot-Pin-Umschaltung verfügt der Receiver nur über zwei weitere Features, die ihm vom Transmitter unterscheiden.

Ich notiere einen Schalter für die Umschaltung zwischen internem und externem Mikrofon und dem Core Feature: der Phasenanzeige. Eine rote LED signalisiert, dass beim anliegenden Signal die Phase invertiert ist. Eine grüne LED zeigt, dass sich das Signal in Phase befindet.

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