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Test
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30.12.2019

Toontrack Death Metal EZX und Dark Matter EZX Test

EZdrummer 2 Erweiterung

Metal-Drums made EZ!

Im November 2019 hat Toontrack im Zuge des Metal Month gleich zwei neue Erweiterungen voller neuer Drum-Samples für den EZdrummer 2 veröffentlicht, die sich vor allem an die Anhänger der härteren Gangart richten. Bei der Death Metal EZX und der Dark Matter EZX handelt es sich um separat erhältliche Auskopplungen aus der großen Death & Darkness SDX, die zeitgleich für den Superior Drummer 3 erschienen ist.

So wie das von schlanken EZX-Libraries für den EZdrummer 2 zu erwarten ist, wurde die Anzahl von Instrumenten, Artikulationen und Mixer-Kanälen auf das Wesentliche reduziert, um in Kombination mit den enthaltenen Presets ohne größere Umschweife zu mixfertigen Ergebnissen zu führen. In unserem kombinierten Review sehen wir uns die Death Metal EZX und Dark Matter EZX genauer an.

Details

Zwei EZX-Libraries auf der Höhe der Zeit

Die Death Metal EZX (2,2 GB) und Dark Matter EZX (3 GB) liegen mit ihrem Datenvolumen im Durchschnitt der neueren Erweiterungen für den EZdrummer 2 und gehören damit zu den umfangreicheren auf Metal-Drums spezialisierten EZX-Libraries. Dies hängt jedoch nicht unbedingt mit einer erhöhten Anzahl an Instrumenten, sondern vielmehr mit einem in der jüngeren Generation allgemein gewachsenen Detailgrad und einer größeren Auswahl an Artikulationen zusammen. Verglichen mit den älteren Libraries, die noch zu Zeiten des EZdrummer 1 veröffentlicht wurden, bieten die Death Metal EZX und Dark Matter EZX also durchaus bessere Voraussetzungen für realistische Ergebnisse. Genauso wie alle anderen Libraries für den EZdrummer 2 lassen sie sich auch über das Interface des großen Superior Drummer 3 verwenden.

Beide Libraries haben wie immer eine Auswahl an lebendigen Grooves im Gepäck, die von echten Drummern eingespielt wurden und natürlich auch als Grundlage für eigenes Programming dienen können. Die Death Metal SDX zeigt mit etwa 90 Grooves und Fills eine Vorliebe zu Doublebass-Infernos in hohen Tempos und bewegt sich mit den angegebenen Bereichen ab 220 bpm aufwärts. Die Dark Matter EZX bleibt dagegen mit knapp 70 Midi-Files in zivilisierteren Gefilden zwischen 120 bpm und 160 bpm. Allgemein sind die Grooves durchaus speziell, es können aber natürlich auch die Standard-Grooves aus dem EZdrummer 2 sowie Grooves aus anderen Erweiterungen oder MIDI-Packs verwendet werden. Für die Audio-Beispiele dieses Reviews werden ausschließlich die Grooves aus den beiden Libraries verwendet.

Grundklang und Hintergründe

Auch wenn sich sowohl die Death Metal EZX als auch die Dark Matter EZX ganz plakativ das Wort Metal auf die Fahnen schreiben, handelt es sich doch um zwei sehr unterschiedlich klingende Drum-Libraries – und dies hängt natürlich zu großen Teilen damit zusammen, dass sie in unterschiedlichen Studios von unterschiedlichen Teams produziert wurden. Engineer und Produzent der Death Metal EZX war Mark Lewis, den man unter anderem von seiner Zusammenarbeit mit den Bands Cannibal Corpse, DevilDriver und Carnifex kennt. Aufgenommen wurde im Neve-Room der Sonic Ranch in Texas, der seinem Namen alle Ehre macht und im zugehörigen Regieraum das mit 80 Kanälen größte Neve Vintage-Pult der Welt beherbergt. Der Raumklang ist warm und organisch.

Der Raumklang der Dark Matter EZX lässt sich dagegen als aggressiv und knallig bezeichnen – und das liegt vor allem daran, dass Engineer und Produzent Tue Madsen in seinem persönlichen Studio – der Antfarm in Dänemark – einen leeren Swimmingpool für das Drum-Recording verwendet. Diesen durchaus außergewöhnlichen Sound könnte man von Alben der Bands Meshuggah, Behemoth oder Hatesphere kennen.

Aussagen zum Grundklang einer EZX-Library lassen sich am besten anhand des typischerweise enthaltenen Original-Mix-Presets machen. Ein sehr interessanter Punkt beim Vergleich der Death Metal EZX und der Dark Matter EZX ist, dass in beiden Fällen ein Yamaha Recording Custom Drumset als Standard-Kit aufgenommen wurde – und obwohl die Verwandtschaft zwischen diesen beiden Instrumenten eng ist, klingen sie in den Varianten der beiden Libraries doch grundverschieden. Ein eindrucksvoller Hinweis darauf, wie wesentlich der Einfluss der beiden Engineers und der unterschiedlichen Aufnahmeräume ist.

In der direkten Gegenüberstellung zeigt sich die Death Metal EZX naturbelassener als die von vornherein fettere Dark Matter EZX, die im Original-Mix-Preset allerdings auch wesentlich zurückhaltender mit dem Raumklang umgeht. Ich persönlich empfinde die ungeschminkte Natürlichkeit der Death Metal EZX, die sich auch im Vergleich zur obigen Auswahl weiterer auf Metal spezialisierter EZX-Libraries deutlich zeigt, als sehr attraktiv. Der Vergleich mit den beiden Varianten aus der großen Death & Darkness SDX für den Superior Drummer 3 (letzte zwei Beispiele) verdeutlicht dagegen, dass die schlanken EZX-Libraries im Gegensatz zu ihren massiven SDX-Gegenstücken einer kräftigen zusätzlichen Klangbearbeitung unterzogen wurden.

Instrumente und Artikulationen

Beide Libraries haben jeweils zwei komplette Drumsets im Gepäck, wobei die Death Metal EZX je fünf Toms und zwei Bassdrums für authentische Doublebass-Passagen bietet, während die Dark Matter EZX nur je vier Toms und eine Bassdrum, im Gegenzug aber mehr an alternativen Kick-Sounds (insgesamt fünf) an Bord hat. Beide EZXs bieten fünf Snares, und auch im Bereich der Becken sind die beiden Metaller mit je zwei Hi-Hats und Rides sowie neun (Death Metal EZX) bzw. zehn (Dark Matter EZX) Crash- und Effekt-Becken sehr ähnlich aufgestellt.

Das alternative Drumset der Death Metal EZX ist ein etwas höher gestimmtes und stärker gedämpftes Gretsch Square Badge aus den 1980ern, wobei die klangliche Schere zwischen diesen beiden Kits durchaus etwas weiter auseinander gehen könnte. In der Dark Matter EZX erzeugt ein Tama Starclassic Performer einen deutlicheren Kontrast zum Standard-Kit von Yamaha. Die folgenden Audio-Beispiele wurden nach wie vor mit den jeweiligen Original-Mix-Presets erzeugt, wobei ganz einfach die Instrumente (und wenn möglich auch die Becken) ausgetauscht wurden.

Im Bereich der Artikulationen sind die beiden Libraries verhältnismäßig gut aufgestellt. An die Vielfalt der großen Death & Darkness SDX für den Superior Drummer 3 reichen sie natürlich nicht heran, mit jeweils 12 verschiedenen Spielweisen für die Hi-Hats können sie sich aber klar von den älteren Metal-Libraries für den EZdrummer 2 absetzen. Damit ist durchaus nuanciertes Programming möglich.

Jeweils zehn Presets

Den unterschiedlichen Presets kommt beim EZdrummer 2 und seinen Erweiterungen eine besondere Bedeutung zu, da sie nicht nur die bestehenden Kanäle mischen und Effekte wie EQing, Kompression, Verzerrung oder Reverb einsetzen, sondern auch eine kleine Auswahl an spezifischen Parametern im Mixer anbieten, um den Klang an den wesentlichen Stellen weiter zu formen – und diese Parameter unterscheiden sich von Preset zu Preset. Im Falle der Death Metal EZX und der Dark Matter EZX stehen jeweils zehn solcher komplexen Voreinstellungen bereit, wobei die Death Metal EZX noch zwei weitere Presets ohne Bus-Effekte für direktes Multichannel-Routing in den Mixer einer DAW bietet. Etwas Vergleichbares lässt sich im Prinzip aber natürlich auch in der Dark Matter EZX von Hand umsetzen.

Natürlich lassen die beiden schlanken EZX-Libraries keine so tiefen Eingriffe wie die große Death & Darkness SDX zu, man kann aber definitiv von einer angenehmen klanglichen Vielfalt sprechen, die sich bei der Dark Matter EZX noch etwas deutlicher zeigt als bei der Death Metal EZX. Das Konzept mit den ausgewählten steuerbaren Parametern, die an den wesentlichen Stellen greifen, geht auch in diesem Fall voll auf.

Fazit

Wer bei der Produktion seiner Metal-Tracks den EZdrummer 2 verwendet, der macht sowohl mit der Death Metal EZX als auch mit der Dark Matter EZX nichts falsch. Als Angehörige der jüngeren Generation von EZX-Libraries bieten sie einen verhältnismäßig hohen Detailgrad, und vor allem die Artikulationsvielfalt bei den Hi-Hats ist sehr zu begrüßen. Die klanglichen Möglichkeiten mit den jeweils zehn Presets sind vielfältig, und natürlich kann man wie immer die Einzelkanäle in den Mixer der DAW routen, um komplett selbst zu mischen. Für letzteren Einsatz scheint mir die Death Metal EZX etwas attraktiver, da sie erstens etwas natürlicher klingt und zweitens konkret zu diesem Zweck ausgelegte Extra-Presets im Gepäck hat. Allgemein gilt: Das bewährte Konzept des fertigen und doch flexiblen Drum-Sounds auf Knopfdruck, für das der EZdrummer 2 allgemein sehr geschätzt wird, geht sowohl bei der Death Metal EZX als auch bei der Dark Matter EZX vollständig auf.

  • Pro:
  • Metal-Drums auf Knopfdruck
  • jeweils 10 vielfältige Presets
  • höherer Detailgrad als bei vielen älteren Metal-Libraries für den EZdrummer
  • viele Artikulationen (v. a. Hi-Hats)
  • Contra:
  • keins
  • FEATURES UND SPEZIFIKATIONEN:
  • Erweiterungen für EZdrummer 2
  • Death Metal EZX:
  • ca. 2,2 GB große Sample-Library
  • 2 Drumsets (Doublebass) und mehrere alternative Snares und Becken
  • 10 Presets und 2 Extra-Presets für Multichannel-Routing
  • Dark Matter EZX:
  • ca. 3 GB große Sample-Library
  • 2 Drumsets und mehrere alternative Kicks, Snares und Becken
  • 10 Presets
  • minimale Systemanforderungen: PC: Windows 7 oder neuer (64 Bit), Mac: macOS 10.6 oder neuer (64 Bit), 2 GB RAM (4 GB empfohlen), funktionierende Installation des EZdrummer 2.1.8 oder Superior Drummer 3.1.4 (oder höher)
  • Preis:
  • jeweils EUR 59,– (12/2019)

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