Test
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09.11.2018

Praxis

Um die Kandidaten testen zu können, müssen wir zunächst eine geeignete Stromquelle finden. Kommen die MicroMixer mit einem Laptop zum Einsatz, dann ist die Sache einfach. Ein USB-Port eines Laptops oder Computers stellt genügend Strom für die Mixer zur Verfügung. Einfach mit dem beiliegenden USB-Kabel und dem Rechner verbinden, und schon zeigen grüne Power-LEDs an, dass Spannung anliegt. Wer die Mixer ohne seinen Rechner verwenden möchte, muss sich etwas einfallen lassen. Ein passendes Netzteil ist jedenfalls nicht im Lieferumfang, was sich mit Blick auf den sehr günstigen Preis der Kandidaten gerade noch verschmerzen lässt. Gut, dass die Mixer bei der Wahl der Stromquelle nicht sonderlich wählerisch sind. Sie lassen sich problemlos über das Netzteil eines iPhones oder sogar über eine simple Powerbank antreiben. Letztere hat natürlich den Reiz, dass sich die Mixer damit ohne örtliche Stromversorgung betreiben lassen. Ideal für Schiffbrüchige oder bei nicht bezahlter Stromrechnung.

Sind die Mischer einmal am Start, dann erledigen sie ihren Job gewissenhaft. Durch die verbauten Peak-LEDs lassen sich die Kanäle ordentlich aussteuern. Einfach den Gain so lange erhöhen, bis die Clip-LED leuchtet. Darauf den Gain ein wenig zurückschrauben und der Pegel passt. Die Audioqualität ist vernünftig, wenn auch nicht überragend. In der Bedienungsanleitung ist der Signalrauschabstand mit 80 dB angegeben. Ein realistischer Wert. Solange man nicht die EQ-Frequenzen massiv anhebt, hält sich das Rauschen durchaus in Grenzen. Andere Artefakte sind nicht zu vernehmen, was in dieser Preisklasse wohl keine Selbstverständlichkeit sein dürfte. Etwas unglücklich ist die Tatsache, dass der Summenausgang nur über Cinch-Buchsen ausgespielt wird. Symmetrische Klinkenbuchsen wäre die bessere Alternative. Mit Blick auf den Preis muss man mit der Lösung einfach leben. Der analoge Mixerteil erledigt seinen Job durchaus vernünftig. Ob das auch für die USB-Schnittstelle gilt?

USB-Schnittstelle

Beide MicroMixer verfügen über ein USB-Audiointerface, das es erlaubt, sowohl zwei Spuren in einer DAW aufzuzeichnen, als auch zwei Spuren oder einen Summenmix aus der DAW zurück in die MicroMixer zu schicken. Soweit die Theorie. Mit unserem Windows-Laptop funktioniert das Ganze auf Anhieb. Die MicroMixer werden als generische Windows-Audio-Einheiten (USB-Audio-Codec) erkannt und benötigen daher keine Treiberinstallation. In der DAW seiner Wahl wählt man die beiden Ein- und Ausgänge an und kann direkt loslegen.

Mac-User haben es ausnahmsweise etwas schwerer. Die Kandidaten benötigen zwar ebenfalls keinen dedizierten Treiber und werden auch von der Core Audio Engine problemlos erkannt, dafür weigert sich die DAW hartnäckig, anliegende Eingangssignale aufzuzeichnen. Die Wiedergabe bereits aufgenommener Tracks ist dagegen kein Problem. Ein Blick in das Mac-eigene „Audio-MIDI-Setup“-Programm erklärt das Problem. Verbindet man einen MicroMixer via USB mit einem Mac-Rechner, dann wird dieser als zwei separate Einheiten angezeigt. Einmal für die Ein- und einmal für die Ausgänge. Das Problem lässt sich damit umgehen, dass man beide Einheiten als ein Hauptgerät zusammenfügt. Hipper ausgedrückt: Der User muss ein „Aggregate Device“ erstellen.

Dazu klickt man im geöffneten „Audio-MIDI-Setup“ unten links auf das Fenster „Audiogeräte“, wählt dann „Hinzufügen“ (+) und klickt auf den Eintrag „Hauptgerät erstellen“. Mit einem Doppelklick kann man es umbenennen. Der Autor hat das Hauptgerät in „MicroMixer“ umgetauft. Nun wählt man auf der rechten Seite noch die Geräte an, die in dem Hauptgerät zusammengefasst werden sollen. In unserem Fall sind das beide Varianten des „USB AUDIO CODEC“. Fertig! In der DAW wählen wir als Audiogerät den von uns getauften „MicroMixer“ und erfreuen uns daran, dass uns jetzt das Duo „Aufnahme & Wiedergabe“ zur Verfügung steht. Meiner Meinung nach sollte sich in der Bedienungsanleitung dazu zumindest ein entsprechender Hinweis wiederfinden lassen, was allerdings nicht der Fall ist.

Bluetooth

Wie bereits erwähnt, verfügt der MicroMix 2 über eine Bluetooth-Schnittstelle. Deren Verwendung ist denkbar einfach. Mischer mit Strom versehen, die Pair-Taste in der Summensektion drücken und auf seinem Computer oder Smartphone Bluetooth aktivieren. Nach wenigen Sekunden erscheint er als MicroMix2 dort unter dem Eintrag „BT3.0“. Wir klicken auf „Verbinden“ und die Musik wird auf den Mixer gestreamt. Das funktioniert in der Praxis schnell und unkompliziert.

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