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the t.mix 20.12 Test

Thomann legt nach, und zwar mit einem zweiten Digitalmixer, der unter dem Label der Hausmarke the t.mix erhältlich ist. Der the t.mix 20.12 ist ein interessantes Konzept, denn das Pult verfügt über einen Touchscreen und weist eine Menge Potis, Taster und einen 100-Millimeter-Fader auf. Wie schlüssig sich der Digitalmixer im Test präsentiert, haben wir genauer untersucht.

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Details

Hand hoch: Wer freut sich nicht über kleine Geschenke zwischendurch? Der the t.mix 20.12 wird mit zwei passenden Rack-Einbauwinkeln ausgeliefert und kann somit in einem 19-Zoll-Rack platznehmen. Gute Sache! Ebenso das beiliegende Kaltgerätkabel, welches ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass der Anwender sind nicht mit einem externen Netzteil herumärgern muss. Der Mixer hat ein Metallgehäuse mit Kunststoff-Seitenteilen. Das massive Chassis des the t.mix 20.12 ist gut verarbeitet, Potis und Taster fühlen sich wertig an. Der Kandidat macht einen guten Eindruck, was bei einem Endkundenpreis von rund 600 Euro nicht unbedingt zu erwarten war.

Fotostrecke: 3 Bilder Der t-mix 20.12 wird im Karton zum Test angeliefert.
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Die Anordnung der Bedienelemente ist klar strukturiert. Alle Ein- und Ausgänge befinden sich auf der Rückseite, oben links residieren die Gain-Potis der 16 Mikrofoneingänge und zwei zusätzliche Stereo-Line-Inputs samt der dazugehörigen Select-Tasten. Rechts daneben sind acht zwölfstellige LED-Ketten angesiedelt und verweisen auf die Pegelverhältnisse von Subgruppen, PFL-Bus und Summenausgang. Links neben dem solitären 100-Millimeter-Motorfader ist ein 7-Zoll-Farb-Touchscreen verbaut, umrandet von zahlreichen beleuchteten Funktionstasten, welche die direkte Anwahl der sechs DCAs und der acht verbauten Aux-Ausgänge erlaubt.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Seitenteile sind aus Kunststoff.
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Nur Geduld!

Nach der Betätigung des Netzschalters ist etwas Geduld gefragt. Der the t.mix 20.12 benötigt knapp eine halbe Minute zum Booten. Der Motorfader fährt erst nach Abschluss des Boot-Vorgangs in die letzte bekannte Stellung. Während des Hochfahrens parkt der Motorfader runtergezogen, vermutlich um etwaige Artefakte am Audioausgang zu unterdrücken. Unsere kleine Aktiv-PA an den XLR-Summenausgängen erwacht jedenfalls ohne Nebengeräusche zum Leben.
Ebenfalls Geduld ist bei der Speicherung von Mixer-Szenen gefragt. Speichert man die aktuellen Einstellungen, benötigt der the t.mix 20.12 circa zwanzig Sekunden, um jene auf einen der 24 User-Speicherplätze abzulegen. Das Laden einer Szene ist dagegen nach fünf Sekunden erledigt: wesentlich schneller. Zur ersten Orientierung rockt ein iPod an den Kanälen 1&2. Die Navigation über den Touchscreen ist übersichtlich aufgebaut. Die Mixer-Ansicht gibt es in zwei Varianten. In der „Long Fader“-Ansicht werden acht Eingangskanäle dargestellt, deren Fader sich direkt im Touchscreen bedienen lassen. Gut, dass dabei der Masterfader stets als neunter Kanal ebenfalls im direkten Touch-Zugriff bleibt. Das gilt auch bei der zweiten Mixer-Übersicht, welche alle Kanäle, DAC-Gruppen und Returns auf einer Seite anzeigt. Hier tippt man auf eine entsprechende Subgruppe oder einen Kanal, um diese(n) mit dem Motorfader zu steuern.
Der Touchscreen reagiert exakt und ohne sichtbare oder hörbare Verzögerungen. Erwartungsgemäß kann der Screen einige Sonderfunktionen wie Zoom oder Pinch nicht bieten, Multitouch wird ebenfalls nicht unterstützt. Dafür punktet die Bedienhilfe mit guter Auflösung und kontrastreicher Darstellung.

Vollwertiger Channelstrip

Die Bearbeitungsmöglichkeiten in den Ein- und Ausgangskanälen sind überraschend vielseitig. Wir notieren einen vollparametrischen EQ mit jeweils vier komplett durchstimmbaren Bändern (20 Hz – 20 kHz) mit einem Gain von +/– 24 dB. Dazu gesellen sich Hi- und Lowcut-Filter, ebenfalls über das gesamte Frequenzspektrum durchstimmbar. Erstaunlich: Die Hi- und Lowcut-Filter lassen sich bei Bedarf als X-Over-Kurven verwenden! Alle bekannten Filtercharakteristiken werden angeboten. Linkwitz-Riley, Bessel und Butterworth von erster bis achter Ordnung (3 – 48 dB). Das bedeutet, dass sich der 20.12 bei Bedarf sogar als PA-Controller verwenden lässt, falls ein spontanes Ersatzgerät gefragt ist.

Fotostrecke: 3 Bilder Über den 7-Zoll-Touchscreen lässt sich der Mixer gut bedienen.
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Effekte

Irgendwo muss sich der günstige Preis bemerkbar machen. Mit einem Blick auf die eingebaute Effektsektion wird auch direkt klar, wo. Der Mixer verfügt lediglich über zwei identische Effektsektionen mit identischen zwölf Effektalgorithmen. Geboten wird solide Hausmannskost. Hall, Delay, Modulation und Multi-FX. Immerhin darf der Anwender je nach Effekt bis zu zwölf Parameter verwalten und kann dabei sogar auf die Unterstützung einer Tap-Tempo-Taste bauen.

Fotostrecke: 4 Bilder Zwölf FX Algorithmen bieten beide Effekteinheiten des Mixers.
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USB-Recording

the t.mix 20.12 verfügt über einen USB-2.0-Port, mit dessen Hilfe man die Signale am Summenausgang aufzeichnen kann. Ein Test-Recording mit meinem Windows-Laptop (Windows 10 + PreSonus „Studio One 4) gelingt ohne Probleme. Ohne Treiberinstallation wird das Gerät in der DAW als „USB Audio Codec“ erkannt und kann verwendet werden. Auch die Wiedergabe funktioniert problemlos, wenn der „USB Audio Codec“ als Audioausgang in der DAW definiert wird. Ihr benötigt statt eines Summenmitschnitts eine Mehrspuraufnahme? Mit einem Blick auf die Rückseite erkennt man einen mit einer Leerblende abgedeckten Karten-Slot. Womöglich wird zu einem späteren Zeitpunkt eine optionale Recording-Karte angeboten, die auch Mehrspuraufnahmen erlaubt. Das dazugehörige Routing ist unter „System“ –> „Digital in/out“ bereits angelegt und verlangt nur nach der entsprechend Optionskarte.

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