Test
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13.11.2018

the t.bone IEM 100 - 863 DXA1 pro Bundle

kabelloses In-Ear-Monitoring-Set für Einsteiger

Günstige Wahl für Wireless-Monitoring

Das the t.bone IEM 100 - 863 DXA1 pro Bundle verspricht kabelloses In-Ear-Monitoring zum „Ich werd‘ verrückt, das kann doch nicht sein!“ Preis. Kann das Set aus stationärem Sender, Taschenempfänger und In-Ear-Kopfhörern dennoch überzeugen? Im Test schaue und höre ich mir das Bundle genauer an und machen den Praxis-Check, um zu sehen, was für kaum mehr als 200,- Euro im Bereich Wireless-In-Ear-Monitoring heute möglich ist. Dabei lassen sich an den Testkandidaten selbstverständlich nicht die hohen Maßstäbe von Hardcore-Nutzern anlegen. Diese werden eher von drahtlosen In-Ear-Anlagen erfüllt, die das Zehnfache oder mehr kosten. Dennoch lässt sich auch für wenig Geld verlangen, dass das the t.bone IEM 100 - 863 DXA1 pro Bundle durchweg praxistauglich ist.

Details

Umfangreicher Lieferumfang

Der Lieferumfang des the t.bone IEM 100 - 863 DXA1 pro Bundle kann sich für den geringen Kaufpreis wahrlich sehen lassen. Neben dem stationären Sender the t.bone IEM 100 ST ist der Taschenempfänger the t.bone IEM 100 R mit an Bord und zusätzlich zu den In-Ears Fender DXA1 Pro IEM liegen auch die In-Ears the t.bone EP 3 bei. Abgerundet wird das Ganze durch ein Rack-Set inklusive Antennen-Umrüst-Set, einen Transportkoffer aus Kunststoff sowie ein kleines Case für die Fender In-Ear-Kopfhörer. Zu diesen gehört auch ein Reinigungsstift/-pinsel. Beide In-Ear-Kopfhörer werden mit mehreren Paaren Ohrpasstücke in verschiedenen Größen ausgeliefert.

the t.bone IEM 100 ST stationärer Sender

Der Sender misst eine Höheneinheit und eine halbe Rack-Breite. Das beiliegende Rack-Kit gleich aus, was dem IEM 100 ST in seiner Breite zur Rack-Befestigung fehlt. Dass auch gleich ein Umrüst-Kit für das Anbringen der Antenne an der Vorderseite der Rack-Ohren enthalten ist, ist für den aufgerufenen Kaufpreis auf jeden Fall erstaunlich. Rückseitig bietet der IEM 100 ST zwei symmetrische Combo-Eingänge, die wahlweise mit XLR- oder 6,35 cm-Klinkensteckern genutzt werden können. Eine Pad-Funktion ermöglicht es, hohe Eingangspegel per Schalter um 12 dB abzusenken. Da nur ein BNC-Antennenanschluss vorhanden ist, wissen Wireless-Kenner sofort, dass hier keine True-Diversity-Technik verwendet wird. Die Energieversorgung wird vom mitgelieferten Steckernetzteil übernommen, das ebenfalls rückseitig angeschlossen wird.

Auf der Front findet sich ein Stereo-Kopfhörerausgang mit großer Klinkenbuchse samt zugehörigem Lautstärkeregler. Auch der Eingangspegel kann hier justiert werden. Der Ein/Aus-Schalter ist als vertieft angebrachter Taster ausgeführt. So kann er nicht versehentlich gedrückt werden. In der Mitte des Geräts prangt ein zweifarbiges Display. Es zeigt einerseits alle wichtige Performance-Parameter beim Betrieb an. Andererseits visualisiert es beim Einrichten des Gerätes die Menüpunkte, die sich per Up-/Down-Tasten auswählen lassen. Das Display gibt Auskunft über die Aktivität des integrierten Limiters, der Signalspitzen automatisch begrenzt, über die Betriebsart (stereo/mono), den Audiopegel von linkem und rechtem Kanal und den Status der Tastensicherung. Außerdem werden der Kanal, die Frequenzgruppe und deren zugeordnete Frequenz angezeigt.

Die Bezeichnung „863“ im Namen des Senders weist bereits darauf hin, dass diese Anlage im anmeldefreien, für semi-professionelle Anbieter reservierten UHF-Bereich von 863,1 bis 864,4 MHz funkt. Dieser ist europaweit harmonisiert und wird deshalb auch „EU-Band“ genannt. Mit diesem Monitoring-Bundle kann man also getrost auch in Europa auf Tour gehen. Dabei lassen sich immerhin bis zu vier Anlagen parallel betreiben, so dass sie sich gut für kleinere Bands eignet. Technisch gesehen arbeitet der Sender mit Frequenzmodulation und bringt es auf einen Sendepegel von 10 dBm. Das entspricht der in diesem Bereich typischen Sendeleistung von 10 mW. Damit kommt das Set auf eine Reichweite von 50 m.

Ein kurzer Blick auf die weiteren technischen Werte zeigt, dass seine Eingangsimpedanz von 100 kOhm sich auch für das Einspeisen leistungsschwacher Signalquellen eignet, ohne dass es zum Verlust von Höhenanteilen kommen sollte. Um leise Signale auf einen für die Funkstrecke brauchbaren Arbeitspegel bringen zu können, beträgt die maximale Signalverstärkung des Eingangssignals am Sender immerhin 40 dB. Mit seinem Frequenzgang zwischen 60 und 16.000 Hz überträgt er alles fürs Monitoring Relevante, mit Ausnahme tiefster Bässe und höchster Höhen. So unwahrscheinlich es klingt: Theoretisch reicht der in den Geräte-Unterlagen angegebene Dynamikbereich von 90 dB an die Performance von Mittelklassegeräte anderer Hersteller heran. Ob das in dieser Preisklasse tatsächlich möglich ist, zeigt der Praxis-Check.

the t.bone IEM 100 R Taschen-Empfänger

Der the t.bone IEM 100 R ist ein wenig kleiner als eine Zigarettenschachtel und hat damit eine für Taschenempfänger typische Größe. An seiner Rückseite dient eine Drahtklammer der Befestigung des Empfängers an Gürtel oder Hosenbund. Auch der des IEM 100 R bietet auf der Vorderseite ein zweifarbiges Display und eine Menüführung über zwei Up/Down-Taster. Auf der Kopfseite befinden sich eine biegsame Antenne und der Kopfhörerausgang nebst Lautstärkeregler. Eine kleine LED zeigt an, dass ein Funksignal am Receiver anliegt. Auch die technischen Werte des IEM 100 R lesen sich gut. So sollte beispielsweise seine Spiegelfrequenzunterdrückung von über 55 dB mühelos Pfeifstörungen verhindern können, die durch Überlagerungen stärkerer Zweitsignale entstehen können. Der Pocket-Receiver wird übrigens mit zwei Mignonzellen (AA) betrieben und kann damit maximal 5 Stunden im Einsatz sein.

Fender DXA1 Pro IEM & the t.bone EP 3

Die erste Wahl unter den In-Ear-Kopfhörern in diesem Bundle sind die Fender DXA1 Pro IEM. Sie sind mit 8,5-Millimeter-Mikrotreibern aus Titan versehen und übertragen einen Frequenzgang von 14 bis 22.000 Hz. Damit reicht ihre Wiedergabe in Bässen und Höhen theoretisch weiter als das menschliche Gehör. Die Passung mit den übrigen Geräten ist allerdings nicht gut gewählt, denn die Funkstrecke überträgt nur Audiosignale von 60 Hz bis 16 kHz. (Wenngleich es so herum besser ist, als wenn ein zu geringer Frequenzbereich zur Verfügung stehen würde.) Der am Kopfhörerausgang ausgegebene Schalldruckpegel von 116 dB ist auf dem Papier enorm. Und auch die Stecker machen einen guten Eindruck. Sowohl der Miniklinkenstecker als auch der MMCX-Stecker des Wechselkabels ist zum Korrosionsschutz vergoldet.

Außerdem liegen dem Set noch die Knopfkopfhörer the t.bone EP 3 bei. Das erscheint zunächst sinnlos. Warum sind zwei In-Ear-Headphones enthalten, obwohl es nur einen Ausgang am Pocket-Receiver gibt? Des Rätsels Lösung ist, dass die the t.bone EP 3 standardmäßig zum Funkset the t.bone IEM 100 gehören und mit diesem vom Hersteller im Transport-Case ausgeliefert werden. Das Bundle aus Drahtlosanlage plus Fender In-Ears ist dagegen ein Angebot des Musikhauses Thomann. Daher werden beide Bestandteile des Bundles (Funke und Fender In-Ears) zwar in einem Karton, jedoch in separaten Verpackungseinheiten geliefert. Dabei spart man es sich die the t.bone EP 3 herauszufischen und gönnt sie stattdessen dem Käufer als kleines Extra.

Die the t.bone EP 3 arbeiten wie zu erwarten mit dynamischen Treibern und liefern ebenfalls Sound im Frequenzbereich von 14 bis 22.000 Hz. Ihr nicht wechselbares Kabel ist mit einem nicht korrosionsgeschützten Stecker ausgestattet, der eine Miniklinke aufweist. Der Schalldruckpegel der In-Ears ist mit 105 dB wesentlich geringer als derjenige der Fender DXA1 Pro IEM. Durch ihre Eingangsimpedanz von 32 Ohm lassen sie diese Kopfhörer gut an Geräten mit geringer Ausgangsleistung betreiben.

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