Test
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25.10.2021

t.akustik Vocal Head Booth Test

Kompakte, portable Gesangskabine

Akustiklösung für Sprach- und Gesangsaufnahmen

Die t.akustik Vocal Head Booth ist eine mobile Gesangskabine, die anders als andere Akustik-Lösungen lediglich den Kopf umschließt. Mit ihr sollen sich in widrigen Umgebungen Sprache und Gesang aufzeichnen lassen, ohne dass störende Reflexionen in die Aufnahmen gelangen. Sie kann überall dort aufgebaut werden, wo es weder möglich ist eine mobile noch eine fest installierte Gesangskabine aufzustellen oder einzurichten.

Ob Akustik-Dämmung im Homestudio, eine freistehende Vocal Booth oder ein einfacher Mic-Screen – um die Mikrofonumgebung für Gesangsaufnahmen zu optimieren, gibt es mittlerweile zahlreiche Wege. Wer kein ausgebautes Studio sein eigen nennen kann, versucht sich mitunter mit anderen Tools zu helfen. Denn selbst der Eigenbau ist aufwändig (siehe unser Workshop: Gesangskabine, Sprachkabine, Schallkabine im Eigenbau). Einen "trockenen" Vocal-Sounds zu erreichen, der keinen oder kaum Raumhall enthält, ist zwar für eine gelungene Produktion kein Muss. Dennoch hält sich dieser Wunsch hartnäckig. Und der Vorteil eines unverhallten Signals liegt auf der Hand: Die gewünschte räumliche Tiefe des Sprach-Sounds lässt sich dann nämlich vollständig in der DAW bestimmen. Wie praktisch die Vocal Head Booth ist und wie gut sie funktioniert, das checken wir für euch in diesem Praxis-Test.

Details

Portable Gesangskabine

Die t.akustik Vocal Head Booth wird in einem Karton angeliefert, der deutlich größer ist als erwartet. In ihm befindet sich neben der fertig zusammengebauten Kabine ein Datenblatt, auf dem die wichtigsten Merkmale und Features der Kopfkabine sowie die Ansprechkanäle des Herstellers vermerkt sind. Außerdem liegt eine Halterung bei, die für die Befestigung reine Mikrofonspinne gedacht ist. In einem kleinen Karton ist außerdem eine LED-Leuchte dabei, die ein wenig Licht ins Dunkle des Inneren der Kabine bringen soll. Zu guter Letzt ist noch eine Magnethalterung dabei. Sie dient dazu, Lyric-Sheets und Notenblätter an der Innenwand der Kopfkabine festzuhalten.

Gelungene Materialauswahl

Die Wände der t.akustik Vocal Head Booth sind aus einem Filzplatten-ähnlichen Polyester gefertigt. Sie sind 40 mm stark, sauber in Form geschnitten und bombenfest miteinander verklebt. Der Boden der Akustikkabine ist aus einer 15 mm starken MDF-Platte gefertigt, die dort auf 10 mm verjüngt ist, wo die mitgelieferte Halterung der Mikrofonspinne montiert wird. Die MDF-Platte ist vollständig schwarz lackiert, was einen wertigen Eindruck hinterlässt. An beiden Seiten der mobilen "Kopfkabine" ist eine Metall-Plakette angebracht, die das Hersteller-Logo zeigt.

Ein integrierter Adapter aus Stahl dient an der Unterseite zur Befestigung der Akustikkabine auf einem Stativ. Damit die immerhin 75 cm lange und über einen halben Meter breite und hohe Kabine einen sicheren Stand bekommt, haben t.akustik ihr einen 35mm-Flansch spendiert, der ebenfalls schwarz lackiert ist. Mit diesem Adapterstück lässt sich die Vocal Head Booth auf einem handelsüblichen Lautsprecherstativ befestigen, wie es üblicherweise in der Beschallungstechnik zum Einsatz kommt. Im Test ist das ein Stand mit Absenkautomatik. Denn die t.akustik-Kabine bringt immerhin beinahe 8 kg auf die Waage. Eine Fixierschraube sorgt dafür, dass sich die Kabine nicht versehentlich auf dem Stativ dreht.

Praxisnahe Features

Wie viele Features die t.akustik Vocal Head Booth bietet, wird auf den zweiten Blick deutlich. Um ein Mikrofon mit seinem Halter oder seiner Mikrofonspinne zu befestigen, liegt eine verstellbare Halterung bei. Sie ist ganz solide aus einer schwarz lackierten Stahlplatte mit abgerundeten Ecken gefertigt und mit einem Stahlaufbau versehen, der fest verschweißt wurde. Auf seiner Gewindestange mit 3/8"-Durchmesser kann die elastische Halterung eines Mikrofons angebracht werden. Per mitgelieferter Rändelschraube wird die Mikrofonspinne dann fixiert. Die Gewindestange ist höhenverstellbar und lässt sich mit einer Fixierschraube feststellen.

Nicht zu vergessen ist die Kopfhörerhalterung, die sich links unter der Kabine befindet. Sie besteht aus einem schwarz lackierten Stahlbügel, der von unten an der MDF-Bodenplatte verschraubt ist. An der rechten Unterseite sind zwei U-Halter angebracht, die eine 16 cm lange Stange aus Aluminium halten. Sie ist an beiden Enden sauber mit Plastikkappen verschlossen und dient zur Befestigung eines Poppschutzes. Hier haben die Produktentwickler gut mitgedacht, denn die meisten gängigen Poppschutze lassen sich schlichtweg nicht an einem 35 mm breiten Stativarm befestigen.

Im Inneren der Kabine sorgt eine Magnethalterung dafür, dass Sprecher und Sänger ihre Text- und Notenblätter in ihrem Sichtbereich befestigen können. Und da nur sehr wenig Licht in die Kabine dringt, haben t.akustik auch gleich die passende Beleuchtungslösung am Start. Wir haben ein frühes Testgerät bekommen, bei dem eine kreisrunde LED-Lampe beiliegt. Auf den Online-Produktseiten ist dagegen eine LED-Stablampe zu sehen. Falls das für euch einen Unterschied macht, solltet ihr kurz beim Support anrufen, um zu klären welches LED-Modell aktuell zum Lieferumfang gehört. Die LED-Lampe soll jedenfalls das Lesen von Texten und Noten ermöglichen. Ein Feature, das einen noch trockeneren Sound verspricht, ist die flexibel positionierbare Rückwand. Sie ist zwischen beidseitig angebrachten U-Profilen eingebracht und innerhalb dieser Profile höhenverstellbar. Die je zwei U-Profile an den Seiten der Vocal Head Booth sind an den Polyester-Platten wie auch untereinander per Heißklebeverfahren verklebt. Zumindest bei unserem Testmodell war aber eines der Profile schon beim Auspacken nicht mehr am anderen befestigt. Und auch das untere der U-Profile war von vornherein nicht vollständig mit dem Untergrund verklebt. Somit befindet sich beim Testkandidaten die (halbe) Führungsschiene der Rückwand einseitig "am seidenen Faden". Auch wenn ich nicht weiß, wie das Paket vom Versanddienstleister behandelt wurde, hätte der Hersteller meiner Meinung nach stabiler bauen und/oder für den Transport besser sichern können. Update: Wir haben Feedback bekommen, dass die Schienen zukünftig besser befestigt werden. 

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