Test
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17.05.2018

Tama S.L.P. Dynamic Kapur 14x6,5 Snaredrum Test

Snaredrum

Der nächste Streich

Es hört nicht auf. Selbst eingefleischte Tama-Fans müssen sich mittlerweile arg konzentrieren, um alle S.L.P. Snaredum-Modelle fehlerfrei aufsagen zu können. Neben den Standardmaterialien wie Ahorn, Birke, Aluminium und Messing gibt es auch Hybride aus verschiedenen Hölzern, dazu eine große Vielfalt an Größen und Hardware. Was es nicht gibt: die freie Kombinierbarkeit der Optionen. Jedes Modell steht für sich und soll mehr oder weniger klar definierte Sound- und Optikvorstellungen erfüllen. Wer auf teure Edeltrommeln verzichten kann, soll im Sound Lab Project-Programm fündig werden. Dafür sorgen professionelle Features bei gleichzeitig humanen Preisen – die China-Fertigung macht es möglich. Auch 2018 kommen neue Versionen, im Test haben wir heute die Dynamic Kapur Snare mit 14x6,5 Zoll großem Holzkessel. 

Kapur ist im Trommelbau noch deutlich weniger weit verbreitet als die „üblichen Verdächtigen“ wie Ahorn, Birke oder Pappel. Eine größere Aufmerksamkeit erfuhr es mit der Vorstellung der Yamaha Club Custom Kits, anschließend tauchte die Bezeichnung aber immer wieder in den Katalogen der Drum-Hersteller auf, auch Konkurrent Pearl verwendet dieses Holz. Im Gegensatz zu einigen ökologisch und sozial teilweise umstrittenen Hölzern, wie zum Beispiel Bubinga oder Mahagoni, handelt es bei Kapur um ein häufig vorkommendes asiatisches Nutzholz mit guten Bearbeitungsmöglichkeiten. Dass es zudem auch als Tonholz für Drums taugen soll, ist natürlich umso schöner. Was unser Testobjekt kann, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Die Snaredrum ist sehr leicht und exzellent verarbeitet

Dass man für eine Verarbeitung auf Oberklasse-Niveau nicht mehr 500 Euro und mehr ausgeben muss, zeigt auch unser heutiges Testobjekt wieder recht anschaulich. Die chinesische Tama-Fabrik kocht offenbar mit gleichwertigem Wasser wie das japanische Stammhaus, und so bleibt nur, für die Suche nach eventuellen Mängeln die Lupe heraus zu holen, um sie womöglich anschließend unverrichteter Dinge wieder einzupacken. Zunächst fällt das geringe Gewicht der Dynamic Kapur Snaredrum auf, eine Eigenschaft, die sie mit der technisch durchaus vergleichbaren S.L.P.-Schwester namens Fat Spruce teilt. Dafür sind zwei Dinge verantwortlich: Einerseits der wirklich sehr dünne, fünf Millimeter starke Kessel aus Kapurholz, und andererseits die Ausstattung mit leichter Hardware. Bleiben wir aber noch beim Kessel. Er besitzt sechs Lagen, ist an den Rändern mit einer 45 Grad-Standardabschrägung versehen und verzichtet auf Verstärkungsreifen. Außen wurde eine sehr saubere Burst-Hochglanzlackierung aufgetragen, welche der eher unspektakulären Kapur-Maserung ein edles Aussehen verleiht. Innen kommt eine klare Versiegelung zum Einsatz. Kaum sichtbare, flach abfallende Snarebeds sollen für eine gute Ansprache sorgen, ohne den Kesselton zu stark zu beeinflussen. 

Bei der Hardware bleiben kaum Wünsche offen

Besaßen qualitativ gehobene Snaredrums noch vor ein paar Jahren eigentlich immer zehn Stimmschrauben pro Seite, hat sich der Trend mittlerweile wieder ein bisschen gedreht. Wie auch das Fat Spruce Modell kommt die Dynamic Kapur mit acht, in Messing-Tubelugs laufenden, Schrauben aus. Die Böckchen sind gummiunterlegt, bei den Stimmschrauben kommt sogar Tama's eigene Stimmsicherung zum Einsatz. Diese besteht aus einer Kombination aus hütchenförmigen Metall- und dicken Plastik-Unterlegscheiben. Als luxuriös darf auch der Umstand bezeichnet werden, dass sich die Teppichspannung beidseitig einstellen lässt, ein Feature, welches eine sehr exakte Justierung der Ansprache ermöglichen soll. Und als wäre es damit noch nicht genug, lässt sich die Butt-End-Seite einfach per Vierkantschrauben abnehmen. Somit muss für einen Resonanzfellwechsel nicht der ganze Teppich entfernt werden. Wo einige Konkurrenzprodukte in dieser Preislage gerne mal an den Verschleißteilen sparen, sind derartige Tendenzen beim Testobjekt nicht feststellbar. Der 20-spiralige Teppich kommt aus der Starclassic-Linie und ist sauber verlötet, bei den Fellen kommen Evans G1 coated- und Snare Side 300 Modelle aus USA-Fertigung zum Einsatz. Zu guter Letzt verdienen auch die Spannreifen noch einen genaueren Blick, denn sie besitzen auf der Oberseite keinen Außen-, sondern einen Innenflansch. Ähnliche Konstruktionen trifft man beispielsweise bei alten Slingerland Snaredrums, womit auch Freunde des Retrotouchs noch ein Zuckerl bekommen.    

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