Hersteller_TREX
Test
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09.07.2014

Praxis

Der Soulmate ist mit einer Schaltung ausgestattet, bei der das Direktsignal nie die analoge Ebene verlässt - die digitalen Effekte Delay und Reverb werden beigemischt. Dadurch ist eine hohe Klangqualität und Signaltreue gewährleistet. Bevor wir uns den Kombinationen widmen, werden Overdrive und Distortion erst einmal einzeln unter die Lupe genommen und auf ihre Klangqualitäten untersucht.

Overdrive

Hier stand der gute Møller Pate, der für einen sehr natürlichen Overdrive-Sound steht und durch die Mischbarkeit mit dem Direktsignal extrem vielfältig gestaltbar ist. Der Attack bleibt erhalten, man hat mehr Definition im Anschlag, und das ist gerade bei perkussiveren Sounds von Vorteil. Dadurch ist außerdem eine Vielzahl an Zerrsounds von minimaler Übersteuerung bis zum knackigen Rockbrett möglich. Der Overdrive hat einen recht warmen Grundsound, der frequenzmäßig keine großartige Färbung mitbringt. Alles klingt warm und natürlich, selbst wenn der Tone-Regler weit aufgedreht wird. In Sachen Dynamik gibt es auch nichts zu beanstanden, auch bei maximalem Zerrgrad lässt sich die Verzerrung noch entspannt mit dem Anschlag an der Gitarre beeinflussen. Hier sind zwei unterschiedliche Beispiele:

Crunchsound mit der Tele und Beimischung des Direktsignals:

Gitarre Overdrive Level Blend Tone
Tele 14 10 13 15

Maximaler Zerrgrad mit der SG, zuerst leicht mit den Fingern angeschlagen, dann hart mit dem Pick:

Gitarre Overdrive Level Blend Tone
SG 17 10 17 10

Distortion

Die Distortion-Sektion, angelehnt an den Sound des Mudhoney, geht selbstverständlich härter zur Sache. Sie generiert ein sattes Sustain und bei weit aufgedrehtem Distortionregler hat der Klang schon etwas Fuzz-Tone im Gepäck, aber immer noch angenehm und nicht so sägend wie ein traditionelles Fuzz. Der Distortion kann mit seinen beiden Klang-Regelmöglichkeiten (Tone, Presence) sehr flexibel in der Klangfarbe eingestellt werden. Die Center Frequenzen sind gut gewählt, Tone agiert hier eher im Mittenbereich und dadurch sind auch Mid Scoop-Sounds für moderne härtere Gangarten möglich. Dabei empfiehlt es sich, den Presence-Regler etwas aufzudrehen. Auch hierfür gibt es wieder zwei Beispiele: 

Weicher Rocksound mit der Strat bei höherem Zerrgrad:

Gitarre Distortion Level Tone Presence
Strat 15 12 14 9

Ein Mid-Scoop-Sound mit der Les Paul:

Gitarre Distortion Level Tone Presence
Les Paul 16 12 9 15

Delay

Das Delay erzeugt Vintage Echo-Sounds, die man auch schon vom Replica und dem Reptile aus dem Hause T-Rex her kennt. Die Modulation lässt sich separat einstellen, sodass auch Chorus-Sounds möglich werden. Wer ein Chorus-Pedal in dieser Konstellation vermisst, wird hier einen ganz guten Ersatz finden, die Modulations-Sounds gefallen mir ausgesprochen gut. Ansonsten kommen die Echowiederholungen angenehm warm aus dem Speaker und sind selbst bei hohem Effektanteil immer im Hintergrund. Mit dem Time-Regler wird in der ersten Hälfte des Regelweges die Verzögerungszeit sehr feinfühlig eingestellt, wer auf kurze Echozeiten steht, kann so seine Slapback-Echos wohldosiert justieren. Bei den folgenden Beispielen habe ich schon mal etwas Overdrive mit dazugenommen.

Ganz leichte Übersteuerung vom Overdrive, dann Echo mit sehr vielen Wiederholungen, kurz vor dem Endlos-Feedback:

Gitarre Overdrive Distortion Delay Reverb
Les Paul Overdrive: 9 OFF Delay: 12 OFF
Level: 12 Chorus: 7
Blend: 9 Feedback: 16
Tone: 9 Time: 14

Gitarre Overdrive Distortion Delay Reverb
SGOverdrive: 9 OFF Delay: 12 OFF
Level: 12 Chorus: 12
Blend: 12 Feedback: 9
Tone: 11 Time: 9

Reverb

Der Reverb-Sound präsentiert sich recht sparsam, angelehnt an die Soundkonzeption des Room-Mates. Man erhält mit den vier Modes einen angenehmen Hallsound, der sich immer dezent im Hintergrund aufhält. Extreme Klangverbiegungen sind hier nicht an der Reihe, der Reverb ist für gut klingende Feinkosmetik zuständig. Hier ein Beispiel mit etwas höherer Einstellung, ein Blues-Sound mit leichtem Overdrive und Federhall-Simulation.

Gitarre Overdrive Distortion Delay Reverb
Les Paul Overdrive: 14 OFF OFF Reverb: 12
Level: 11 Tone: 10
Blend: 15 Decay: 15
Tone: 11 Mode: Spring

Und jetzt alle…

Ja, auch das ist möglich. Auch wenn man es erwarten könnte - keine Spur von Matschsound. Natürlich spielt auch die Einstellung eine Rolle, aber beim folgenden Beispiel habe ich alle vier Pedale eingeschaltet. Herausgekommen ist ein singender Leadsound mit Delay und Modulation der Marke Lukather. Der Overdrive ist mit recht wenig Gain bestückt, er boostet den folgenden Distortion, der dafür mit wesentlich mehr Gain aufwartet. Die beiden Zerrer in Reihe geschaltet erzeugen zum einen keinen matschigen Ton und auch die Nebengeräusche halten sich für einen solchen Einsatz absolut im Rahmen. Diesmal habe ich die beiden Ausgänge des Soulmate genutzt und ihn in stereo an zwei Amps gehängt, aber ich muss sagen, dass der Aha-Effekt im Vergleich zum Monosound ausblieb. Der Klang wird minimal breiter, aber es lohnt sich kaum, dafür einen zweiten Amp aufzubauen - man kann den Klang auch sehr gut mono genießen.

Gitarre Overdrive Distortion Delay Reverb
Les Paul Overdrive: 10 Distortion: 15 Delay: 10 Reverb: 11
Level: 12 Level: 12 Chorus: 14 Tone: 10
Blend: 13 Tone: 12 Feedback: 9 Decay: 13
Tone: 11 Presence: 9 Time: 15 Mode: Hall

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