Gitarre Hersteller_Synergy
Test
1
27.08.2020

Praxis

Sound

Bei den Einspielungen kommen unterschiedliche Boxen zum Einsatz, weil die originalen Amps auch mit unterschiedlichen Lautsprecher- und Boxentypen zusammenarbeiten. Dabei handelt es sich um eine 4 x12 Marshall-Box mit Greenbacks und eine 2 x 12 Vox-Box, die früher einmal ein AC 30 war und jetzt mit Tonetubby Alnico Red Speakern bestückt ist. Als Mikros sind ein SM57 und ein Neumann U 87 im Einsatz.

Module im Einsatz mit dem Synergy SYN-50

Synergy BMAN

Das Bassman-Modul gehört zu einem der Einschübe, die nicht vom Originalhersteller konzipiert wurden. Dieser Einschub bietet zwei autark arbeitende Kanäle mit je einem dreistufigen Bright- und Tight-Switch. Die Schaltung eignet sich bestens als Basis für klassische Cleansounds und leicht angezerrte, bluesige Einstellungen à la John Mayer, und sie kommuniziert, wie alle Module von Synergy, bestens mit Pedalen aller Couleur. Die beiden Kanäle präsentieren sich leicht unterschiedlich, wobei der zweite Kanal mit mehr Gainreserven ausgestattet ist und etwas straffer klingt. Grundsätzlich ist der Sound des Moduls im Gegensatz zu meinem alten Bassman um Welten ausgeschlafener und speziell im Bassbereich sehr aufgeräumt. Man hat es hier also mit so etwas wie einem frisierten bzw. optimierten Vertreter des alten Fender-Klassikers zu tun, der nicht nur einen kleinen Sweetspot bietet, sondern in fast allen Einstellungen brauchbare Ergebnisse liefert. Zu hören sind jeweils zwei Audiobeispiele mit identisch eingestellten Kanälen. Bei der Klangregelung habe ich mich immer an der 12-Uhr-Position orientiert, was bei allen Modulen eine gute Ausgangsposition ist. Die verwendete Gitarre ist meine 77er Stratocaster mit Kloppmann-Pickups. Hier eine cleane Einstellung mit dem Gainregler auf 10 Uhr.

In der 12-Uhr-Position bringt der Amp eine leicht silbrige Verzerrung. Der Ton ist für einen Bassman sehr kultiviert und offen, was einige Puristen eventuell bemängeln könnten. Die gewisse "Kaputtheit", die einige Bassman-Amps aufweisen, kann man hier nicht einstellen.

Über die 16-Uhr-Einstellung des Gain-Reglers hinaus würde ich das Modul nicht aufreißen, weil der Sound dann einfach zu flach wird - Fingerspitzengefühl ist also angesagt. Hier ist die Verzerrung zwar schon deutlich zu hören, aber der Ton bleibt kultiviert, offen und transparent.

Synergy PLEXI

Das zweite Modul ist einem Marshall Plexi nachempfunden, dessen Sound auch heute immer noch Gitarristen auf der ganzen Welt fasziniert. Hinter der Konstruktion steht nicht die Firma Marshall selbst, sondern Dave Friedman, dessen Marshall-Modifikationen einen erstklassigen Ruf genießen. Wie bei den meisten Modulen teilen sich die beiden Kanäle eine gemeinsame Dreiband-Klangregelung. Die originalen Amps aus den 60er Jahren waren mit zwei Kanälen und vier Eingangsbuchen ausgestattet. Um, wie beim Vorbild, die beiden Kanäle zu mischen, benötigt man hier keine Patchkabel. Stattdessen findet man für jeden der beiden Kanäle einen separaten Volume-Regler, mit dem man die Klangeigenschaften von basslastigerem und strafferem Kanal mischen kann. Das Modul bringt einen wirklich ausgezeichneten brachialen Ton und ist einer meiner Favoriten. Der Sound ist straff und bietet weitaus mehr Gainreserven als das Original. Dafür sind wirklich cleane Einstellungen nur mit dem Zurückregeln des Volume-Potis an der Gitarre realisierbar. Die verwendete Gitarre ist hier eine Gibson Les Paul und die verwendete Box standesgemäß mein altes 1969 Marshall-Cabinet mit Greenbacks. Hier eine gemäßigte Einstellung, bei der ich den Gainregler 1 auf 10 Uhr und Gainregler 2 auf 9 Uhr gestellt habe. 

Der zweite Gainregler hat für meinen Geschmack Priorität und sollte immer lauter eingestellt werden als sein dumpferer Gegenspieler. Beim folgenden Audiobeispiel habe ich den Amp auf Halbgas-Gain geregelt. Gain 1 steht auf 13 Uhr und Gain auf 10 Uhr. Hier hat der Amp für meinen Geschmack seinen Sweetspot und es lassen sich von Blues über Classic Rock viele Stilistiken abdecken. Im Gegensatz zu vielen Marshalls, die ich bisher gespielt habe, ist der Ton unglaublich definiert und aufgeräumt.

Was mir besonders gut gefällt ist die Tatsache, dass man den Amp nicht sehr laut spielen muss, um einen lebendigen Sound hinzubekommen. Auch wenn ich mir im Studio den Luxus gegönnt habe, den Master beim Einspielen der Soundbeispiele auf 1 Uhr zu stellen, kommt man auch bei wesentlich leiseren Einstellungen zu hervorragenden Ergebnissen. Ich habe übrigens auch mit noch höheren Lautstärken herumexperimentiert, um zu sehen, ob der Amp mit einer leicht kotzenden Endstufe noch besser klingt. Aber das war nicht der Fall. Bis 15 Uhr des Master-Reglers bleibt der Sound konstant. Danach fährt die Endstufe ins Clipping, wobei sie zusätzliche Obertöne erzeugt. Das Ganze ist nicht nur unfassbar laut, sondern klingt für meinen Geschmack viel zu "überbraten". Aber kommen wir zurück zu unserem Plexi-Modul, dieses Mal mit einer noch höheren Gain-Einstellung.

Volume 1 steht auf 17 Uhr und Volume 2 auf 12 Uhr, Bass und Middle ebenfalls auf 12 Uhr und der Treble-Regler auf 13 Uhr.

Synergy 800

Einer meiner Lieblingsamps ist neben dem Plexi der gute alte JCM 800. Dieser Klassiker war erstmals mit einem Master-Volume ausgestattet und brachte höhere Verzerrungen als seine Vorgänger. Seit seinem Erscheinen im Jahr 1981 gilt das Modell 2203 als Referenz, wenn es um einen fetten, brachialen Rocksound geht. Seitdem hat dieser Rock-Amp einen großen Teil unserer Gehörgewohnheit geprägt. Ebenso wie das Plexi-Modul wurde auch dieser Einschub von Friedman entwickelt. Die beiden Kanäle haben je einen Gain- und einen Volume-Regler und teilen sich die Dreibandklangregelung. Für mehr Biss hat man jedem Kanal noch einen zusätzlichen Bright-Schalter spendiert. Das Modul kommt dem Original wirklich sehr nahe, allerdings ist auch hier, wie bei allen Modulen, der Bassbereich extrem aufgeräumt, was gerade bei High Gain eine Wohltat ist. Hier eine relativ unverzerrte Einstellung mit dem Gainregler in der 10-Uhr-Position.

In der 13-Uhr-Position gefällt mit der Sound des Moduls am besten. Die Dynamik ist einfach klasse und der Amp reagiert extrem feinfühlig auf den Anschlag. Ein weiteres Highlight ist die gute Saitentrennung des Moduls.

Auch mit Vollgas-Gain bleibt das JCM 800-Pendant transparent. Im Unterschied zum Original klingt der Amp in den Bässen klarer und weniger fett. Im Gegenzug erhält man einen unglaublich definierten Sound, der im Bandkontext auch bei hohen Gain-Einstellungen für Klarheit sorgt.

Synergy Soldano SLO

Kommen wir zum Soldano SLO-Modul, das von Michael Soldano für die Synergy-Plattform entwickelt wurde. Das Modul ist sehr simpel aufgebaut. Die beiden Kanäle teilen sich einen gemeinsamen Dreiband-EQ bestehend aus Bass, Middle und Treble. Ein Gain- und ein Volume-Regler pro Kanal runden das Bild ab. Das klingt zwar nach wenig, bietet aber äußerst effektive Eingriffsmöglichkeiten. Die Klangregelung und die Zerrstruktur unterscheiden sich gewaltig von den anderen Modulen, denn der Ton bietet ein reichhaltigeres Mitten- und Obertonspektrum. Obwohl der Sound förmlich vor Fett trieft, ist auch hier die Saitentrennung vorbildlich gelungen. Das Einsatzgebiet liegt für meinen Geschmack nicht nur im 80er Metall, sondern, mit gemäßigten Gaineinstellungen, auch im Classic-Rock-Bereich. Obwohl hier wieder die 4 x 12 Box zum Einsatz kommt, die ich auch bei den Marshall-Modulen verwendet habe, hört man den speziellen Charakter des SLO gut heraus. Hier die 10-Uhr-Stellung des Gainreglers, Bass und Treble stehen auf 13 Uhr und der Mittenregler auf 11 Uhr.

Ab 13 Uhr des Gainreglers kommt einem ein mächtiger Growl entgegen, eine wahre Wonne. Im Gegensatz zu den Marshalls ist der Ton in den Mitten kultivierter und präsenter und unterstützt gerade solistische Einlagen besonders gut.

Der Sound des SLO-Moduls ist unglaublich spritzig und man hat den Eindruck, dass der Amp nur darauf wartet, endlich mit einem Signal gefüttert zu werden. Klasse! Wer es schafft, hier einen nicht gut klingenden Sound einzustellen, der bekommt von mir einen imaginären Kasten Bier! Hier der SLO mit maximaler Gaineinstellung, bei der auch wieder kein Auge trocken bleibt.

Synergy Friedman HBE

Nachdem Dave Friedman jahrelang die Gitarrenamps vieler Weltstars frisiert hatte, forcierte sich allmählich der Wunsch, eine eigene Verstärkerserie auf den Markt zu bringen. Der erste Amp war der BE-100, der von seinem Schöpfer auch gerne als "The Ultimate Modded Plexi" beschrieben wird. Genau diesen Sound galt es mit dem Friedman-HBE-Modul innerhalb des Synergy-Universums zu realisieren. Damit das Modul möglichst nahe an das Original herankommt, nahm Friedman die Sache persönlich in die Hand. Der Ton hat klare Marshall-Züge mit einem tighten Bassbereich, den ich mir hier etwas fetter gewünscht hätte. Trotzdem klingt das Modul ausgeglichen und bringt tatsächlich etwas vom berühmten Brown Sound, den man mit dem BE-100 in Verbindung bringt. Cleane Sounds sind nicht die Stärke des HBE, was ich aber nicht schlimm finde, denn wer sich einen Friedman kauft, der macht das in der Regel, um abzurocken. Auch dieses Modul ist mit zwei Kanälen ausgestattet, die sich eine Dreibandklangregelung teilen. Darüber hinaus hat jeder Kanal seinen eigenen Gain- und Volume-Regler. In der 10-Uhr-Position des Gainreglers bringt das Modul im Zusammenspiel mit dem SYN-50 einen knackigen und rotzigen Crunchsound. Die Einstellung der Dreibandklangregelung ist wie folgt: Bass 15 Uhr, Mid 12 Uhr und Treble 13 Uhr.

Der Ton bleibt immer stabil und direkt, auch wenn man den Gain-Regler noch weiter aufdreht. Die Mitten sind zwar präsent, aber nicht aufdringlich, wodurch man sich im Bandkontext bestens durchsetzt. Hier der Gain-Regler auf 13 Uhr.

Selbst bei maximalem Gain gibts keinen Grund zur Panik. Weder überbraten oder noch suppig klingt es, wie man es von vielen Amps kennt. Der Ton ist satt mit einer erstklassigen dynamischen Ansprache und einer exzellenten Saitentrennung. Daran kann selbst der Halspickup meiner Les Paul nichts ändern. Das Ganze klingt übrigens nicht nur bei weit aufgerissenem Master-Volume gut, sondern auch bei vergleichsweise moderaten Einstellungen.

Synergy Morgan AC

Der Letzte im Bunde ist der Morgan AC, der in britischer Class-A-Tradition dem Vox AC 30 nacheifert. Wer den Vox-Klassiker kennt, der weiß, dass sein komplexer Klang mit harmonischen Verzerrungen, seidigen Höhen und satten Bässen viel mit der Endstufenschaltung und den verwendeten EL-84-Röhren zu tun hat. Umso gespannter war ich, ob Joe Morgan es tatsächlich geschafft hat, den Sound auch mit zwei 6L6 hinzubekommen. Um dem Modul gerecht zu werden, habe ich meine 2 x 12 Box, die früher einmal ein ganz normaler AC 30 war, angeschlossen. Dazu muss man wissen, das man einen einigermaßen authentischen voxigen Sound mit einer 4 x 12 Box nicht hinbekommt. Mit einer Marshall-Box klingt es zwar auch gut, der Ton hat aber einen völlig anderen Charakter. Das Modul bietet eine sehr große Palette unterschiedlicher Klänge, angefangen bei einem gut abgehangenen Cleansound.

Bei Halbgas-Gain kommen mehr Obertöne ins Spiel, wodurch der Bassbereich etwas in den Hintergrund gedrängt wird. Das Ganze klingt nicht so elegant, wie ich es von meinem 70er Jahre AC 30 her kenne, den mir Manfred Reckmaier vor einiger Zeit veredelt hat. Trotzdem ist der Sound in sich schlüssig und homogen und kann es mit vielen AC-30-Modellen von der Stange aufnehmen.

Joe Morgan hat sein Modul mit vergleichsweise hohen Gainreserven ausgestattet. Diese Maßnahme macht seine Adaption eines AC 30 um so vielseitiger. Neben ausgezeichneten cleanen- und angezerrten Sounds lassen sich hier auch rotzige Rock'n Roll Riffs à la Status Quo realisieren, und das bei moderaten Lautstärken! Hier das Modul mit dem Gain-Regler in der 17-Uhr-Position.

Neben den Shadows und den Beatles ist Brian May einer derjenigen, die den Vox-Sound auf eine ganz besondere Art und Weise legendär gemacht haben. Charakteristisch für seinen Sound ist die Verwendung eines Trebleboosters, der mit Germaniumtransistoren arbeitet. Dabei handelt es sich um eine ganz besondere Art von Boostern, die mit modernen Pedalen nicht viele Gemeinsamkeiten haben. Ich habe mir vor einigen Jahren den Beano Boost von Analogman gekauft, der auf der Schaltung des Dallas Rangemasters von 1960 basiert. Wenn ich im Studio einen Brian-May-artigen Sound erzeugen möchte, ist dieses Pedal die Geheimwaffe schlechthin. Was mit meinem AC 30 funktioniert, klappt auch mit dem Morgan AC Modul problemlos. Der Amp versteht sich blendend mit dem Pedale und die Eingangsstufe reagiert wie mein alter Vox feinfühlig auf das veränderte Eingangssignal. Die Einstellungen am Morgan AC entsprechen hier übrigens dem des vorherigen Audiobeispiels. Ich habe lediglich einen Delayeffekt hinzugemischt, um dem Ganzen etwas mehr Authentizität zu verleihen. Im ersten Teil habe ich die Gitarre weit zurückgedreht, wodurch der Ton sehr offenen und silbrig daherkommt. Beim Aufdrehen der Gitarre wird der Sound dann dichter und mittiger, ohne sehr viel lauter zu werden.




Module im Einsatz mit dem SYN-1 Preamp

(Autor: Haiko Heinz)

Für die folgenden Module kommt der SYN-1 Preamp zum Einsatz. Diesen schließe ich über den Main Out direkt in den Return, also in die Endstufe meines Peavey Classic 20, und belege das Signal mit der Faltung eines Celestion Greenback Cabinets:

Synergy Steve Vai Signature 

Steve Vai, der längere Zeit sein Signature Carvin Legacy-Modell einsetzte, kreierte in Kooperation mit Synergy ein Preampmodul ganz nach seinen eigenen Vorgaben.
Wie Vais erste Ibanez JEM777 ist auch dieses Modell im poppigen Loch Ness Green gehalten und kommt mit der Synergy-typischen Potibelegung Volume, Gain, Bass Mid und Treble.
Auch hier ist der untere Kanal eher für clean und Low-Gain ausgelegt, während der obere die härteren Gangarten bedient.
Der Cleankanal verfügt außerdem über einen Bright- und Fat-Switch, wohingegen der obere Kanal mit einem Brightswitch und einen Gainboost ausgestattet ist.

Clean

Der Cleankanal erweist sich als äußert vielseitig. Von glasklaren Cleansounds bis hin zu leicht dirty angecrunchten Rocksounds steckt hier alles drin. Der EQ arbeitet effektiv und auch die beiden Kippschalter sind sinnvoll gewählt, denn der Fat-Switch eignet sich hervorragend, um Singlecoils etwas aufzumotzen, während der Brightswitch dem Sound noch etwas mehr „Knack“ verleiht. In den Soundbeispielen ist eine Ibanez Artist und im Anschluss eine Fender Stratocaster zu hören.

Gain Bright Fat B M T Volume
10:00 Off On 11:00 13:00 15:00 13:00

Gain Bright Fat B M T Volume
15:00 Off Off 9:00 13:00 14:00 13:00

Crunch

Der Crunchkanal bietet ebenfalls ein breites Spektrum von crunchigen Rhythmussounds bis hin zu High-Gain-Eskapaden. Die Zerrstruktur des Grundsounds würde ich, wie den Künstler selbst, eher in einer modernen Auslegung der 80er und 90er verordnen. Prinzipiell handelt es sich um einen etwas heißeren, ausgewogenen, britischen Charakter, der zwar auch härtere Gangarten bedienen kann, aber kein klassischer Metalsound ist. Die Dynamik ist hervorragend und der Boostschalter liefert die extra Portion Gain für sustainreiche, singende Leadsounds. Ihr hört eine Ibanez Artist mit Humbucker in der Stegposition.

Gain Bright Fat B M T Volume
11:00 Off On 12:00 14:00 14:00 13:00

Gain Bright Fat B M T Volume
12:00 On On 12:00 15:00 14:00 13:00

Gain Bright Fat B M T Volume
12:00 On On 11:00 9:00 14:00 13:00

Synergy Bogner Ecstasy

Über den Bogner Ecstasy muss man nicht mehr viel sagen: Bei ihm handelt es sich um einen edlen Boutique-Amp von Reinhold Bogner, der sich dank einer Vielzahl prominenter User wie z.B. Steve Lukather einer großen Beliebtheit erfreut. Das Original verfügt über drei Kanäle, wobei hier im Modul nur zwei davon nachgebildet wurden, nämlich der blaue Kanal für Low-Gain-Sounds und der rote für das Gain-Nirvana.
Die Flexibilität des originalen Topteils wird in Gitarristenkreisen immens gelobt und es ist tatsächlich so, dass das Ampmodul dem in nichts nachsteht. Beide Kanäle verfügen über einen Dreifach-Pre-EQ-Switch sowie über einen Dreifach-“Schizo”-Switch. Ersterer ist für die Brightcaps zuständig, wobei N für die Deaktivierung der Caps steht. Schizo bearbeitet mehrere Funktionen und verändert den Grundcharakter des jeweiligen Kanals.
Neben den ohnehin schon üppigen Soundoptionen verfügt das Ecstasy-Modul auch über interne Schalter, an die man nach Abnehmen der Deckplatte gelangt. Der 100/101 Schalter verleiht dem Red Channel einen wärmeren und komprimierteren Sound im 100 Modus und einen offenen, aggressiveren Sound im 101 Setting. Der Air Switch setzt an beiden Kanälen an und erweitert sowohl den Gain als auch das Frequenzspektrum in beide Richtungen.

Blue Channel

Eines vorweg: Wirklich 100%ige glasklare Cleansounds werden mit der Kanalauswahl des Bogner-Topteils, das sich im Modul befindet, eher schwierig. Grundsätzlich haben wir es hier mit einem Sound zu tun, der tendenziell in der britischen Tradition verknüpft ist und immer eine leichte Portion Schmutz dabeihat, die in Abhängigkeit des Pre-Eqs und des Schizo Schalters höher oder niedriger ausfallen kann. Letztendlich sind es auch diese Schaltmöglichkeiten, die in der Kombination mit dem sehr effektiven EQ und dem Gainregler das Ecstasy-Modul sicherlich zu einem der flexibelsten Modelle der Synergy-Reihe macht.

Gain Pre EQ Schizo B M T Volume
9:00 N C-V-M 12:00 13:00 13:00 13:00

Gain Pre EQ Schizo B M T Volume
10:00 B2-N-B1 V 12:00 14:00 14:00 13:00

Red Channel

Der rote Kanal stellt bereits bei niedrigen Gainwerten so viel Zerre bereit, dass schon eine Reglerstellung auf 9 Uhr für druckvolle Rockriffs vollständig ausreicht.
Ihr hört in den folgenden Beispielen die verschiedenen Schizo-Switch-Positionen und den Sound der diversen Bright-Cap-Settings am Pre-EQ-Switch. Überraschend ist bei all dem trotzdem die überaus lebendige Dynamik sowie die Transparenz und Durchsetzungsfähigkeit im Mittenbereich.

Gain Pre EQ Schizo B M T Volume
9:00 B2 C-V-M 12:00 12:00 13:00 13:00

Gain Pre EQ Schizo B M T Volume
9:00 B2-N-B1 M 11:00 14:00 14:00 13:00

Gain Pre EQ Schizo B M T Volume
13:00 B1 C 12:00 11:00 13:00 13:00

Synergy Bogner Überschall  

Der Bogner Überschall war eines der ersten wirklichen High-Gain-Topteile des gebürtigen deutschen Amp-Herstellers, und wird von diesem auch "Armageddon in a Box" genannt. Die Originalversion kommt, wie das Modul, mit zwei Kanälen, wobei natürlich vor allem der rote Leadkanal in aller Munde ist. Für User ist es möglicherweise interessant zu wissen, dass das Original mit EL34 Röhren und einem 4x12" "Über-Cab" mit sowohl V30 als G12T-75 Speakern ausgeliefert wird. Das Modul orientiert sich an der Twin Jet-Version, die eine überarbeitete Ausgabe des Überschalls darstellt. Auch hier ist der Pre-EQ-Switch für die Bright-Caps anzutreffen, sowie zwei Gainswitches. Im roten Kanal übernimmt letzterer einen Gainboost, wohingegen im blauen Kanal der Schalter als Gaincut angesetzt ist.

Blue Channel

Wie bereits angedeutet, handelt es sich auch beim Überschall nicht wirklich um einen Weggefährten für ultracleane Funksounds, sondern eher um eine semi-cleane, grungige Auslegung mit einer gehörigen Portion Schmutz, die sich aber vor allem in Kombination mit dem Volume-Regler an der Gitarre gut dosieren lässt. Der blaue Kanal kann natürlich ebenfalls High-Gain, aber auch in Stilistiken von Grunge bis Classic Rock ist hier für jeden etwas geboten.

Gain Pre EQ Cut B M T Volume
8:00 N 1 - 0 12:00 12:00 13:00 13:00

Gain Pre EQ Cut B M T Volume
9:00 B2 0 11:00 14:00 13:00 13:00

Red Channel

Im roten Kanal geht es jetzt natürlich zur Sache und mit dem Gainregler auf 9 Uhr ist man eigentlich schon so richtig im Gain-Himmel. Der Pre-EQ-Schalter hat drastische Einflüsse auf den Sound und kann das Signal nochmal ordentlich nach Wunsch verbiegen. Insgesamt klingt der verzerrte Sound sehr tight und aufgeräumt, hat aber nichtsdestotrotz eine angenehme Wärme. Die Nebengeräusche sind hierbei auch aufgrund der hohen Gainreserven etwas erhöht, aber dennoch hält sich das Ganze, gemessen an der Zerre, noch sehr im Rahmen.

Gain Pre EQ Cut B M T Volume
9:00 B2-N-B1 0 11:00 13:00 13:00 13:00

Gain Pre EQ Cut B M T Volume
10:00 B1 0 12:00 9:00 14:00 13:00

Gain Pre EQ Cut B M T Volume
13:00 B1 0 12:00 11:00 13:00 13:00

Synergy Engl Powerball

Die bayrische Firma Engl ist eine etablierte Größe in der Amp-Szene und mit dem Powerball hat die in Tittmoning ansässige Firma ein Ampmodell auf den Markt gebracht, das den Sound moderner High-Gain- und Metal-Anhänger stark geprägt hat. Umso erfreulicher ist es, dass Engl-Designer Horst Langer zwei der vier Powerball-Kanäle in die Moduleinheit gepackt hat. Mit an Bord sind die üblichen fünf Potis für Gain, Volume, Bass, Mid und Treble, aber auch zwei Schalter je Kanal, die zwischen Lo- und Hi-Gain-Mode schalten lassen und einen Midboost aktivieren können.

Clean

Auch wenn der Powerball ein klassischer Rock- und Metal-Amp ist, kann er auch im Cleanbereich überzeugen. Die Vorstufe fährt bereits bei Humbuckern in eine harmonische und warme Zerre, wie man sie von aufgerissenen Bassman-Modellen kennt. Wenn man das Gain etwas erhöht, kann man Plexi-artige Ästhetiken erreichen, die deutliche britische Anleihen besitzen.

Gain Gain SW Mid Boost B M T Volume
12:00 Lo Mid 12:00 12:00 12:00 13:00

Gain Gain SW Mid Boost B M T Volume
13:00 Hi Up 12:00 13:00 12:00 13:00

Crunch

Im Crunchkanal geht es jetzt natürlich so richtig zu Sache. Gain-Werte links der 12-Uhr-Stellung sind bereits ordentliche Rockbretter und hier kann von 80s Powerrock bis zu MidScoop-Metal und Nu-Metal alles abgedeckt werden.
Vor allem Downtuning-Rockriffs mit ge-scoopten Mitten klingen beeindruckend. So eine klare und definierte Auflösung ohne Matsch und ordentlich “chugging” habe ich nur selten von einem Amp zu hören bekommen. Gerade das letzte Soundbeispiel macht klar, warum der Amp in diesem Bereich so ungeheuer beliebt ist.

Gain Gain SW Mid Boost B M T Volume
10:00 Off Mid 12:00 12:00 12:00 13:00

Gain Gain SW Mid Boost B M T Volume
11:00 On Up 11:00 13:00 15:00 13:00

Gain Gain SW Mid Boost B M T Volume
11:00 On Down 14:00 9:00 14:00 13:00

Synergy Fryette Pittbull 

Für das Pittbull Modul stand Steven Fryettes Pittbull Ultra Lead Topteil Pate, das damals noch unter dem Firmennamen VHT erhältlich war und anschließend in Form des Pittbull 100CL Topteils im Fryette-Portfolio landete. Hierbei handelt es sich um einen modernen High Gain Amp, der, ähnlich mancher Mesa Boogie Modelle, eine ausgeprägte EQ-Sektion an Bord hatte und damit extrem vielseitig war. Diese Flexibilität teilt sich der Synergy-Einschub mit der berühmten Vorlage und kommt mit einer klassischen Amp-EQ-Sektion, die sich beide Kanäle teilen. Allerdings ist auch hier noch ein 6-Band-EQ an Bord, der über einen Dreifachschalter wahlweise für beide Kanäle oder nur für den Red Channel aktiviert werden kann, aber sich auch in den Bypass setzen lässt. Darüber hinaus sind beide Kanäle mit einem schaltbaren High-Gain-Boost und einem Shift-Schalter ausgestattet, der dem Signal ausgeprägtere Mitten verleiht. Die Pittbull-Module unterscheiden sich von den anderen Synergy Einschüben dadurch, dass kein Dreiwegschalter für die Bassansprache der Eingangsröhre und auch kein Zweifachschalter für die Verwendung in Randall- oder Egnater- Modularamps zur Verfügung steht.

Clean

Der Clean-Kanal liefert zwar keine glasklaren Ultracleansounds, aber dafür ansprechende, leicht angeschmutzte und sehr warme und musikalische Grunge-Töne. Die EQ-Sektion arbeitet sehr effektiv und der Shift-Regler kann nochmal das zusätzliche Mittenpfund für eine stärke Präsenz im Mix hinzugeben. Grundsätzlich ist hier von leicht angecrunchten Cleansounds über Classic-Rock bis hin zu typischen AOR-Rocksounds alles möglich und die Dynamik erweist sich als vorbildlich. Ihr hört in den Soundbeispielen eine Maybach Les Paul.

HiGain Gain Shift Treble Middle Bass Presence Volume
Off 8:00 Off 12:00 13:00 13:00 13:00 15:00

HiGain Gain Shift Treble Middle Bass Presence Volume
Off 10:00 Off-On 13:00 14:00 12:00 14:00 13:00

HiGain Gain Shift Treble Middle Bass Presence Volume
Off 10:00 On 12:00 13:00 12:00 13:00 13:00

Red Channel

Der Red Channel legt nochmal eine Schippe an Gain mehr drauf und liefert von 80s Rock bis hin zu Metal und singenden Leadsounds ein breites Spektrum an Rocksounds. Wer meint, dass der Pittbull ein reiner Metal-Amp ist, wird eines Besseren belehrt, denn moderate Rockriffs stehen dem Modul mindestens genauso gut zu Gesicht.

HiGain Gain Shift Treble Middle Bass Presence Volume
Off 14:00 Off-On 14:00 14:00 12:00 13:00 12:00

HiGain Gain Shift Treble Middle Bass Presence Volume
Off 14:00 Off-On 14:00 14:00 12:00 13:00 12:00

Kommen wir nun zum EQ und dessen Arbeitsweise. Ihr hört das identische Riff mit derselben Einstellung der Amp-Sektion, die relativ mittig steht:

HiGain Gain Shift Treble Middle Bass Presence Volume
On 13:00 On 12:00 13:00 12:00 12:00 12:00

Lediglich der 6-Band-EQ hat nun hier das Sagen und er verrichtet seine Arbeit extrem sinnvoll und effektiv. Hier kann man den Grundsound wirklich drastisch verbiegen, wobei natürlich vor allem im breiten Mittenbereich der Unterschied zwischen mittenbetontem 80s Rock und gescooptem Metal verborgen liegt. Die Auflösung ist in jedem Setting vorbildlich und Drop D Tunings gehen mit guter Transparenz und ohne matschende Bässe von der Hand.

100 250 630 1,2k 2,5k 8k
+6 -3 -6 -3 3 +6

100 250 630 1,2k 2,5k 8k
+3 0 +3 +6 0 +6

100 250 630 1,2k 2,5k 8k
+3 +3 +3 -6 +6 +8

Synergy Fryette Deliverance

Die bekannte Vorlage, der Fryette Deliverance, entstand im Jahre 2005 und war als klassischer Einkanaler mit vier KT 88 Endstufenröhren konzipiert. Auch wenn sich der Pittbull und der Deliverance eine ähnliche DNA teilen, unterschieden sie sich darin, dass der Pittbull zwei Kanäle besitzt, der Deliverance spartanischer daherkommt und auch soundmäßig eher in die Richtung "modern-getunt-britisch" geht.

In puncto Kanälen ist das Modul der berühmten Vorlage damit sogar überlegen, denn hier erhalten wir die für Synergy obligatorische Zweikanalbestückung.
Wie schon beim Pittbull teilen sich beide Kanäle eine einfache Amp-EQ-Sektion, bestehend aus Höhen, Mitten und Bass. Beide Kanäle kommen mit zwei Gainreglern, einem Bright- und einem Gainboost-Switch, der ganz schlicht zwischen Less und More schaltet.
Presence und Depth, zwei Parameter, die eigentlich in der Endstufe eines Amps ansetzen, lassen sich wahlweise entweder für beide Kanäle aktivieren, nur für den Red Channel, oder auch gänzlich deaktivieren.

Auch bei diesem Modul findet man keinen Dreiwegschalter für die Bassansprache der Eingangsröhre, und auch der Zweifachschalter für die Verwendung in Randall- oder Egnater-Modularamps fällt weg.

Clean

Das Deliverance-Modul erlaubt relativ cleane Sounds, wenn man die Gain-Regler weit herunterdreht. Die Aktivierung des Bright-Switches macht die Höhen deutlich crisper und ein leichter Crunch in den Höhen kommt zum Vorschein.
Dreht man den Gain-Regler weiter auf, landet man bei schön britzelnden Classic-Rock-Sounds, die man durch den "More"-Schalter in noch höhere Zerrregionen heben kann, denn wir wissen ja alle: "how can less be more"?

Bright Gain 1 Gain 2 More/Less Treble Mid Bass Pres Depth Vol
Off-On 9:00 9:00 Less 12:00 12:00 12:00 12:00 12:00 15:00

Die beiden Potis, die für den Verzerrgrad zuständig sind, erlauben dabei sehr flexibles Arbeiten, denn Gain 1 verschiebt das Frequenzspektrum von den Höhen und Hochmitten zu den Tiefmitten und Bässen, was den Ton insgesamt griffiger und dicker macht, wohingegen Gain 2 den Zerrgrad erhöht, und den Frequenzbereich dabei weitestgehend unberührt lässt. Ihr hört zunächst eine Maybach Les Paul und im zweiten Beispiel eine Fender Stratocaster in der Halsposition.

Bright Gain 1 Gain 2 More/Less Treble Mid Bass Pres Depth Vol
On 10:00 15:00 Less-More 12:00 13:00 13:00 13:00 12:00 15:00

Red Channel

Im Red Channel finden sich nun alle erdenklichen Zerrsounds, die man sich wünschen kann. Wie eingangs erwähnt, liegt für mich der Deliverance klanglich eher auf der modernisierten britischen Seite des Metalsounds und liefert durchsetzungsfähige, ausgeprägte Mitten.
Erhöht man Gain 1 stärker als Gain 2, wird der ganze Sound etwas fleischiger und runder. Die Aktivierung des More-Buttons tut der Transparenz kaum einen Abbruch und auch die Nebengeräusche halten sich im Rahmen, wodurch sich singende Leadsounds mit viel Sustain fast von alleine spielen.
Im letzten Beispiel hört ihr ein Drop-D-Riff mit gescoopten Mitten, und auch diese Disziplin meistert der Deliverance bravourös. Die Zerrstruktur bleibt ausgewogen und die Bässe und Tiefmitten kommen mit Druck und Transparenz.

Bright Gain 1 Gain 2 More/Less Treble Mid Bass Pres Depth Vol
On 14:00 13:00 Less-More 12:00 12:00 12:00 14:00 12:00 13:00

Bright Gain 1 Gain 2 More/Less Treble Mid Bass Pres Depth Vol
On 15:00 15:00 More 13:00 14:00 12:00 12:00 12:00 15:00

Bright Gain 1 Gain 2 More/Less Treble Mid Bass Pres Depth Vol
On 13:00 13:00 Less-More 14:00 9:00 13:00 14:00 13:00 13:00
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