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27.02.2018

Stanton T.62 M2 Test

DJ-Plattenspieler

Groß und vielfältig ist der Markt für Produkte, die sich an Discjockeys – egal ob Anfänger oder Vollprofi – richten. Auch bei den Turntables sind Ausstattung und verwendete Materialien verschieden, die Ansätze klassisch oder progressiv und die Preise haben eine zum Teil gewaltige Spannbreite. Kommen wir zum T.62 M2 von Stanton und der Frage, wie sich dieser DJ-Plattenspieler in das oben genannte Feld einordnen lässt. Da ist zunächst einmal der Kostenfaktor. Knapp 240 Euro kostet der Plattenspieler gegenwärtig im Handel, das ist schon als günstig zu bezeichnen. Low Budget sozusagen, aber das muss ja nicht gleich für die Verarbeitung und die Leistung gelten. Wenn diese stimmt, gibt’s doch keinen Grund zur Beschwerde. Gehen wir den im nachfolgenden Testbericht den Dingen auf den Grund.

Details

Geliefert wird der T.62 M2 in einem vorbildlich verpackten Karton, alles ist gut geschützt, die einzelnen Komponenten sind fest in das schützende Styropor geklebt und in Folie verpackt. Neben den Teilen, die zum Plattenspieler gehören, finde ich zusätzlich noch ein Cinch-Kabel, eine Slipmat mit Logoaufdruck und sogar eine Schutzhülle. Weiterhin ist die Software „Deckadance 2“ beigelegt, mit der man am Computer mixen kann und die auch DVS-fähig ist, wenn man zusätzlich noch ein entsprechendes Audiointerface und Timecode-Vinyl in petto hat.

Plattenteller, Licht, Tonabnehmer und Gegengewicht müssen installiert werden, was wirklich sehr fix geht und jeder Mensch in ein paar Minuten erledigt haben dürfte. Die Justierung des Gewichts dauert etwas länger und sollte nach der beiliegenden, sehr knapp gehaltenen Anleitung vorgenommen werden, wenn man das noch nie gemacht hat. Im Prinzip ist der Stanton jetzt einsatzbereit ...

Was kann der T.62 M2?

Fangen wir diesmal damit an, was er nicht bietet. USB? Nein. Erweiterter Pitch-Bereich? Nein. Key Lock? Nein. Großen Schnickschnack brauchen wir hier nicht erwarten. Der T.62 M2 beschränkt sich tatsächlich auf die wesentlichen Features eines DJ-Turntables und ist in dieser Hinsicht den Klassikern wie etwa dem Technics SL 1200 MKII nachempfunden. Pitch, Start, Stop, beleuchteter Plattenteller, direkt angetrieben – das war’s. Nicht mehr und nicht weniger ist hier im Programm.

Anschlüsse auf der Rückseite

Ganz aufgeräumt gibt sich der T62 M2 auf der Rückseite. Eine Buchse für das Cinch-Kabel dient der Verbindung mit dem Mischpult oder Verstärker. Das ist immer eine gute Sache, wenn das Audiokabel nicht direkt aus dem Gerät herauskommt, weil man Kabel, die ja durchaus immer ein bisschen anfällig für diverse Krankheiten sind, ohne viel Tamtam austauschen kann. Direkt rechts daneben finden wir den Anschluss zur Erdung. Das beiliegende Cinch-Kabel hat praktischerweise das notwendige Erdungskabel integriert, so dass die „Connection“ schnell erledigt ist. Mit ein bisschen Abstand nach rechts sehen wir dann die Buchse für das zweiadrige Stromkabel. Sämtliche gerade genannten Anschlüsse sind in einer Vertiefung des Gehäuses untergebracht und so einigermaßen vor äußeren Einwirkungen geschützt.

Tonarm und Licht

Der 191 Millimeter lange Tonarm gibt sich mit seiner geraden Form scratch-freundlich, Anti-Skating ist nicht notwendig. Die dafür passende Stanton 300 Cartridge ist bereits auf das Headshell montiert. Einsteiger können sich darüber freuen, sich nicht mit lästiger Feineinstellung herumärgern zu müssen. In der Anleitung ist leider kein Hinweis auf ein empfohlenes Auflagegewicht zu finden und es muss mit ein wenig Rumprobieren angepasst werden.

Tonarm, Verschluss und Headshell sind aus Metall gefertigt. Eine austauschbare, steckbare Ziellampe ist etwas nach unten versetzt links neben dem Tonarm untergebracht. Sie kann beliebig gedreht werden, am sinnvollsten ist natürlich eine Ausrichtung auf die Stelle, an der die Plattennadel mit dem Vinyl in Kontakt kommt. Im Gegensatz zu allen anderen Lichtern hier, erstrahlt diese in weißem Licht und nicht blau.

Pitchfader

Der Pitchfader ist wie gewohnt auf der rechten Seite untergebracht. Dieser ist nicht mit Zahlen skaliert, sondern lediglich mit Punkten, laut Verpackung und Angaben auf der Webseite kann das Tempo bis +/- 10 Prozent eingestellt werden. Beim Bewegen des Faders ist durchaus ein gewisser Widerstand spürbar, die Bezeichnung „leichtgängig“ ist hier nicht unbedingt zutreffend. Ob einem das so gefällt, ist Geschmacksfrage. Der Nullpunkt ist durchgeschliffen, Anwender können so stufenlos das Tempo von unten bis oben anpassen. Bei null, also in der Mitte, leuchtet eine daneben liegende LED mit blauem Licht und deutet an, dass die Platte im Originaltempo dreht.

Ein Schalter, Stroboskop und ein paar Buttons

Auf der linken Seite vorne ist der Power-Schalter, ganz im Stil der Klassiker gehalten, mit einer Drehung wird der Spieler aktiviert oder eben deaktiviert. Im Gegensatz zu dem kürzlich hier getesteten T.92 M2 USB wird bei diesem Modell nicht der Motor des Plattentellers geschaltet, sondern tatsächlich die Stromzufuhr des gesamten Geräts. Der Effekt beim Spielen ist aber quasi der Gleiche: Mit einer Drehung gegen den Uhrzeigersinn wird „Off“ geschaltet und die Rotation des Plattentellers nimmt bis zum Stillstand ab. Aus der rechten Seite des Schalters finden wir die integrierte Stroboskoplampe, die mit blauem Licht den Plattenteller bestrahlt. Direkt darunter ist der große, runde Start/Stop-Button platziert, rechts daneben die ebenfalls obligatorischen Einsteller für die Drehzahl. Da ist nicht Exotisches zu erwarten, die üblichen 33 1/3 und 45 Umdrehungen pro Minute können hier ausschließlich gewählt werden. Den Start/Stop-Taster finden wir an der oberen linken Seite ein zweites Mal, diesmal um 90 Grad gedreht. Die von Hip-Hop DJs und Turntablists bevorzugte Aufstellung ist mit dem Stanton kein Problem.

Deckadance 2

Die DJ-Software „Deckadance 2“ ist als Download mit im Paket, den ausführlichen Test dazu findet ihr hier.

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