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14.05.2016

Snare Geheimtipp #4 - Dixon Piccolo Brass Snare

Knallige Grüße aus den 90ern

 

Was haben Trommler wie Jeff Porcaro, Vinnie Colaiuta, Dave Weckl und David Garibaldi gemeinsam? Sie alle spiel(t)en Piccolo Snares mit Messingkesseln. In den 1990er Jahren sorgten diese kurzen Dosen für die Trendwende auf dem Snareständer – die tiefen Eimer der 80er waren out. Die populärsten Piccolo-Modelle sind diverse Pearl Free Floating Variationen und Modelle von Yamaha. Nicht zuletzt das blau schimmernde (inzwischen eingestellte) Signature-Modell von David Garibaldi ist sehr beliebt und wird für teures Geld verkauft, wenn man denn mal eins findet. Hier haben wir eine ganz günstige Trommel, die mindestens genau so gut, wenn nicht sogar besser klingt.

Unsere Dixon Brass Snare ist 14x3,5 Zoll groß, kommt gebürtig aus Taiwan und ist, wie viele Dixon Modelle, mit solider und vor allem funktioneller Hardware ausgestattet. Eine einseitig abklappbare Abhebung, zehn Doppelspannböckchen und zwei geflanschte Reifen: fertig ist die Gartenlaube. Alles an der Trommel entspricht dem bekannten Standard der gängigen Metallsnares taiwanesischer Herkunft. Von dort kommen übrigens auch heutzutage zahllose Metallkessel der großen Premium-Hersteller, die in den allermeisten Fällen keine eigene Metallkesselfertigung unterhalten.  

Im folgenden Video habe ich euch die Trommel in zwei verschiedenen Stimmungen und zum Teil mit etwas Dämpfung aufgenommen:

Ganz klar, die mittelhohe Stimmung brät alles weg, sie klingt aber trotz der sehr markanten, singenden Note angenehm eingebettet und nicht schroff oder schrill. Die Snare hat auch noch mehr Spiel nach oben, wer es also ultrahoch mag, wird hier ebenfalls nicht enttäuscht. Auch für tiefere Lagen funktioniert sie hörbar gut, auch wenn die meisten von euch naheliegend zu einem Modell mit einem tieferen Kessel greifen würden, aber einen Versuch ist es allemal wert! Auch die Teppichansprache der Dixon Piccolo ist sehr sensibel und direkt. 

Wer noch nie eine flache Snare auf dem Schirm hatte oder nach einer bezahlbaren Alternative zu den eingangs genannten Verdächtigen sucht, sollte von jetzt an Ausschau halten. Unser Autor Max Gebhardt hat diese Snare für 40 Euro erworben, nach ordentlich Putzerei, zwei neuen Fellen und einem Wahan Edelstahlteppich unten drunter klingt sie so wie im Video. Letztens ging dieses Modell für etwas über 60 Euro (mit ordentlich Bieter-Unterstützung) bei Ebay weg. Eine teuer klingende Snare muss also nicht immer teuer sein. Manchmal sorgt die richtige Mischung der Komponenten und ein etwas unpopulärer Markenname für einen Schnapp im Portemonnaie und - wie in diesem Fall - einen ultrafunky Snaresound. Viel Spaß beim Trommeln und Gearcheck!

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