Bass
Test
7
24.10.2016

Praxis

Sound / Praxis

Die meisten Fünfsaiter bringen ein paar Pfunde mehr auf die Waage als ein baugleicher Viersaiter - so verhält es sich auch bei Marcus Miller V7-Bässen. Mein Testbass wiegt 4,7 kg und ist damit ein halbes Kilogramm schwerer als der V7-Viersaiter, den ich vor ein paar Wochen getestet habe. Mit einem etwas breiteren und rutschsicheren Gurt lässt sich das Gewicht aber sehr gut beherrschen, weil der gut balancierte Fünfsaiter kaum kopflastig ist und sehr stabil am Körper hängt. Der hervorragende Spielkomfort lässt einen zudem schnell vergessen, dass man es mit einem ausgewachsenen fünfsaitigen Jazz Bass zu tun hat. Mit dem relativ flachen Hals sollten die meisten auf Anhieb zurechtkommen - der etwas engere Saitenabstand von 18 mm an der Brücke kommt den meisten Spieltechniken sehr entgegen und lässt trotzdem noch genügend Raum zwischen den Saiten für die Vertreter der Slap-Fraktion.

Auch das Werks-Setup des Basses war in Ordnung, sodass auch ein wenig erfahrener Einsteiger direkt nach dem Kauf loslegen kann und nicht noch erst einen Gitarrenbauer konsultieren muss, der das Instrument zuvor vernünftig einstellt. Die Bundierung meines V7-Fünfsaiters ist allerdings nicht ganz so gut, wie die der anderen Marcus Miller-Bässe, die ich in den Händen hatte. In den hohen Lagen, ungefähr ab dem 12. Bund, produziert vor allem die A-Saite deutliche Schnarrgeräusche, die mit Einstellarbeiten nicht zu eliminieren sind. Die Bünde scheinen also nicht ganz optimal abgerichtet worden zu sein. Hier müsste dann also leider doch noch ein Fachmann konsultiert werden, der die Bünde kurz ein wenig nacharbeitet.

Als nächstes kommen wir zum Thema "Sound", und hier habe ich zum Glück nur erfreuliche Nachrichten zu vermelden, denn der Marcus Miller V7-Fünfsaiter überzeugt absolut mit seinem ausgewogenen und fundamentstarken Klang. Die zusätzliche Masse des Fünfsaiters sorgt für einen außerordentlich voluminösen und stabilen Ton, der sich bestens als Grundlage für weitere Soundvarianten eignet. Zudem ist das Klangbild sehr ausgewogenen und transparent, der Mittenbereich sorgt für ordentliche Durchsetzungskraft, und die Höhen sind auf eine angenehme Art präsent und klar. Ich bin ein weiteres Mal von den Sire-Tonabnehmern absolut überzeugt, weil sie den Klang sehr detailreich abbilden und dennoch organisch und warm klingen. Bei vielen Low Budget-Bässen wird leider genau an dieser Stelle gespart und die Tonabnehmer werden mit den steigenden Ansprüchen des Bassisten an den Sound dann in der Regel als erste Maßnahme gegen hochwertigere ausgewechselt. Dies ist jedoch beim V7 sicherlich kein Thema - aber überzeugt euch einfach selbst anhand der Audiobeispiele, die ich im passiven Betrieb aufgenommen habe.

Die nächste "Sollbruchstelle" bei günstigen Bässen ist der Preamp - falls denn überhaupt einer vorhanden ist! Sire und Marcus Miller haben viel Zeit in die Elektronik ihrer Bässe investiert. Das Resultat ist unter anderem ein äußerst flexibler Preamp mit einer Klangqualität, die man normalerweise nur bei wesentlich kostspieligeren Instrumenten findet. Alle Regler arbeiten super effektiv und greifen bereits bei kleinen Veränderungen in den Sound ein. Besonders der stufenlos wählbare Mittenbereich ist ein mächtiges Werkzeug, wenn es darum geht, den Klang gezielt zu formen. Im Handumdrehen erhält man drastisch unterschiedliche Sounds, die bei vernünftigen Einstellungen jedoch niemals künstlich klingen und den V7 zu einem äußert flexiblen Arbeitsgerät für die unterschiedlichsten Musikrichtungen machen. Der Heritage-3 Preamp arbeitet außerdem nahezu nebengeräuschfrei; lediglich bei voller Höhenanhebung ist ein leichtes Rauschen zu vernehmen. Zum Abschluss gibt es noch ein paar Audiobeispiele, für die ich den Sire V7 im aktiven Betrieb mit verschiedenen EQ-Einstellungen zu einem Playback eingespielt habe.

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