Hersteller_Sennheiser
Test
5
20.04.2014

Sennheiser HD7 DJ und HD8 DJ Test

DJ-Kopfhörer

Was lange währt...

Sennheiser HD7 DJ und HD8 DJ im bonedo.de-Test: Wenn der DJ-Stammtisch auf das Thema Ohr-Nahbeschallung zu sprechen kommt, dauert es in der Regel nicht lange, bis der Name des Klassikers schlechthin, des „Sennheiser HD-25“ fällt, der anlässlich seines 25 jährigen Bühnenjubiläums in diesem Jahr mit einer speziellen Aluminium-Edition bedacht wurde. Inspiriert von dessen Klangcharakteristik läuft nun ein neues Sturmtrio professioneller DJ- und Mix-Kopfhörer vom Stapel. Sie hören auf die Namen HD6 Mix, HD7 DJ und HD8 DJ und haben, sehen wir mal davon ab, dass sie natürlich Kopfhörer sind und das Sennheiser-Logo präsentieren, rein äußerlich nicht mehr wirklich viel mit dem originären Geschwistermodell gemein. Es sind aber einige Eigenschaften, die man als DJ über die Jahre am HD-25 zu schätzen gelernt hat, in die neuen circum-auralen Modelle eingeflossen. Dazu gehören auswechselbare Kabel und Pads sowie Dreh- und Schwenkmechanismen und ein exklusives Audiosystem.  

Die Preisspanne reicht von 249 Euro für den Studiokopfhörer HD-6 Mix über 299 Euro für den HD7 DJ bis hin zu einem Listenpreis von stattlichen 349 Euro für den „Mannschaftskapitän“ Sennheiser HD8 DJ, womit sie hinsichtlich des Investitionsvolumens etwa auf einer Stufe mit dem AKG 267 Tiestö oder einem Beyerdynamic DT-1350 rangieren. Doch das Feld der Konkurrenten ist weitaus dichter besiedelt, denn auch Pioneer, AIAIAI, Behringer, Audio Technica und Beats verbuchen respektablen Zuspruch, möchte man den Käuferbewertungen diverser Onlinestores Glauben schenken. Schauen wir mal, was Sennheiser dem nun entgegensetzt.  

Details

„Das Auge isst mit“ - eine Redewendung, die einem gleich beim Anblick des Kartons in den Sinn kommt und deren Wahrheitsgehalt sich beim tieferen Vordringen in den Verpackungsinhalt bestätigt: Denn im Gegensatz zu manchem Kollegen, der seine Reise im Klarsichtkarton, eingebettet in Plastik- oder Pappformteile antritt, residieren HD8 DJ und HD7DJ in einem praktischen Transportköfferchen, das wiederum von einem stylischen, mit Schaumstoff ausgelegten Karton umgeben ist. In diesen ist am Boden eine kleine Pappschatulle eingearbeitet, die sämtliche Datenbroschüren und das glatte Kabel beinhaltet. Öffne ich nun das jeweilige Transport-Case, wird der Blick auf das akkurat eingebettete Testobjekt, einmal HD8 und einmal HD7frei. Ferner entdecke ich oben hinter einem Einschub zwei zusätzliche Velours-Polster und ein Spiralkabel. Stellvertretend führe ich den Test mit dem HD8 durch und widme mich danach den Unterschieden zum HD-7.

Visuelle und haptische Inspektion des Sennheiser HD8 DJ

Beim Ausklappen folgt sogleich das nächste Aha-Erlebnis, denn obschon viele Mitbewerber die Reisestellung mittels nach innen klappbarer Gondelaufhängungen bei gleichzeitiger 180-Grad-Schwenkbarkeit der Muschel realisieren, verwendet Sennheiser ein eigenes, vierstufiges, in der vertikalen um 210 Grad schwenkbares Gelenk, das die Hörmuscheln im Inneren des Bügels perfekt parkt. Das champagner-steinfarbene Design wirkt überhaupt nicht aufdringlich, sondern auf mich eher ästhetisch und diskret, wobei auf den Muscheln das azurblaue Sennheiser-Logo ins Auge fällt, dessen farbliche Entsprechung auch an einigen Stellen wie den Gondelkappen, Innenpolstern oder Gelenkringen fortgeführt wird. Das obere Kopfband ist mit dem Firmenschriftzug versehen, und werfe ich einen Blick auf den dezent gepolsterten Bügel und die Ohrschoner, stelle ich fest, dass hier Kunstleder verarbeitet worden ist. Die Ersatzpolster verwenden stattdessen Velours und sind mit einer kurzen Drehung im Nu anzubringen respektive abzunehmen. Super, das hab ich auch schon ganz anders erlebt. Überhaupt wirkt das verwendete Material hochwertig und für den rauen DJ-Alltag robust genug, das Drehgelenk und die Gondelaufhängungen erwecken nicht den Eindruck, als würden sie schnell klein beigeben. Ähnliches lässt sich auch über die Verbiegbarkeit des Flex-Bügels sagen, der zumindest im direkten Vergleich mit den hier anwesenden Konkurrenzprodukten seines Gleichens sucht.

Techspecs

Die HD7und HD8 DJ sind ohrumschließende Kopfhörer mit geschlossener Rückwand und dynamischem Schallwandler-Prinzip, deren Treiber mit einer Impedanz von 95 Ohm „gegen“ den Verstärker antreten. Die maximale Eingangsleistung liegt bei 500 Milliwatt. Der Klirrfaktor sei kleiner 0,1 Prozent. In den meisten Fällen setzen die Kopfhörerhersteller auf das Spektrum des menschlichen Durchschnittsgehörs von 20-20000 Hertz (TMA AIAIA, Nocs 900), wohingegen der Übertragungsbereich der HDJs von 8-30.000 Hertz reicht, womit sie neben Pioneers HDJ-1500S und Audio Technikas ATH700 MK2 wohl das nominal breiteste Spektrum bieten. Lediglich beim erzielten Schalldruckpegel bei 1 kHz und 1 Vrms weicht die Studioversion HD-6 Mix, den wir euch in einem gesonderten Artikel vorstellen möchten, mit 112 dB statt 115 dB von den beiden anderen ab. Bei allen eben genannten Werten handelt es sich um Herstellerangeben.  

Kabelkonstruktion

Zum Lieferumfang gehören je ein 3 Meter langes, aus sauerstofffreiem Kupfer gefertigtes, mit Kevlar ummanteltes Spiralkabel und eine Standard-Variante. Beide Strippen verwenden für den Gondelanschluss einen 2,5 Millimeter im Durchschnitt betragenden Stecker. Das für den Clubmixer vorgesehene Ende endet in einer Standard 3,5-Millimeter-Klinke nebst Schraubgewinde, woran sich der mitgelieferte Adapter anbringen lässt. Egal, ob Rechts- oder Linkshänder, Sennheisers Doppelpack bietet eine Kabelbuchse auf jeder Seite, wobei der geschmeidig nach einer Vierteldrehung einrastende Bajonettverschluss an den Strippen für eine zugsichere Verbindung bürgt.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare