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Test
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27.01.2015

Roland TM-2 Test

Trigger Modul für akustische Trommeln

Vielseitiger Winzling

Mit dem TM-2 Trigger Module spricht Roland all die Drummer an, die ihr akustisches Schlagzeug ohne großen Aufwand elektronisch erweitern möchten – wir haben das Gerät im bonedo Test voliegen. Mit einer Reihe von bereits integrierten Samples und der Möglichkeit, eigene Sounds auf einer SD-Karte – auch via MIDI - anzusteuern, gibt das Gerät vielseitige Anwendungsmöglichkeiten. Mit einer Größe von 13,5 mal 13 mal 5,9 cm ist es außerdem sehr kompakt. Im Vergleich zu Rolands anderen sogenannten Percussion Controllern ist es geradezu winzig. Auch preislich liegt es deutlich unter dem SPD-SX oder dem SPD-30. Trotzdem hat der Hersteller mit dem TM-2 nicht nur die Elektro-Einsteiger im Visier. 

Welcher Drummer kennt das nicht: Man hat unter höchstem Zeitstress gerade sein Drumset in der hintersten Ecke der winzigen Bühne aufgebaut. Während des Soundchecks stößt man sich ständig die Ellenbogen an der Wand hinter sich und ein Bein des Hockers rutscht gefährlich nah an den Spalt zwischen Bühne und eben dieser Wand. Währenddessen fragt man sich, wie man denn bitteschön am Abend halbwegs würdevoll seinen Arbeitsplatz betreten und verlassen soll, ohne alles umzuwerfen. Kurz vorher hat man noch in einer panikhaften Tuning-Aktion versucht, das Drumset schön fett und warm klingen zu lassen. Und das in einem Raum, der klingt als wäre er aus Glass. Alles knallt und scheppert aber von einer angenehmen Wärme ist man meilenweit entfernt. Nach dem Soundcheck kommt der Soundmann und steckt einem, dass das alles nicht so optimal klingt: „Du, Hör mal,  – ich bekomm' da irjendwie keen Druck uff die Pie-Eehh.“ Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, mit Freude und Selbstvertrauen einen Gig zu spielen. Zwar wird das Roland TM-2 Sound Module nicht all diese Probleme lösen, allerdings immmerhin das Eingangs erwähnte Platzproblem nicht verschlechtern. Wenn man ein solches Gerät also dabei hat, könnte man es in diesem Fall dazu benutzen, die Trommeln – und jetzt kommt's – mit etwas digitaler Wärme zu unterfüttern. Die integrierten Sounds sind laut Hersteller dahingehend entwickelt worden, dass sie sich optimal mit akustischen Trommeln vermischen sollen. Fehlt also etwas im Frequenzspektrum, das man nicht durch Tuning herbeizaubern kann, bietet das TM-2 eine Lösungsoption.

Details

Anhand der bereits integrierten Sounds sind beim Roland TM-2 folgende Anwendungsschwerpunkte auszumachen:

  1. Klangliche Unterstützung und Optimierung der akustischen Drums.
  2. Erweiterung des Klangspektrums durch elektronische Sounds.
  3. Erweiterung des Klangspektrums durch emulierte Perkussion-Sounds.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, per SD-Speicherkarte eigene Sounds, Loops oder ganze Songs abzuspielen. Wichtig ist hier, dass man die SD-Karte (auch SDHC ist möglich) vor der Benutzung entsprechend der Bedienungsanleitung formatiert, da sonst wirklich gar nichts funktioniert.

Der Lieferumfang ist spartanisch - für den Einsatz bedarf es Zubehör.

Was vielleicht noch erwähnenswert ist: Das Gerät kommt natürlich ohne Trigger oder Pads. Das wiederum bringt mit sich, dass man um die Anschaffung von entsprechendem Equipment nicht herum kommt. Denn ein Trigger-Modul wird ja schließlich erst durch den angeschlossenen Trigger einsatzfähig. Dass diese Tatsache den Kaufpreis indirekt in die Höhe treibt, wollen wir an dieser Stelle nicht unerwähnt aber unkommentiert lassen, bis auf folgende Einschätzung: Dass man die Möglichkeit hat, sich abseits von Bundles und Komplettpaketen ein eigenes Trigger-Setup zum TM-2 zusammenzustellen, ist sinnvoll. Natürlich gibt es für diesen Fall Kaufempfehlungen von Roland – und selbstverständlich stehen diese für Produkte aus dem eigenen Hause. Erleichternd ist allerdings, dass hier nicht die Politik eines großen Computerherstellers mit fruchtigem Namen verfolgt wird, soll heißen: Man kann auch Trigger und Pads anderer Hersteller verwenden. In diesem Test sind wir in Sachen Trigger Label-konform geblieben, was allerdings nichts zur Sache tut, da es hier nur um das Modul an sich gehen soll. Und das ist, wie bereits erwähnt, tatsächlich sehr Platzsparend (etwa 5 Tafeln Schokolade gestapelt) und lässt sich mittels einer nicht mitgelieferten Multi Clamp einfach und sicher an einem der vielen Ständer eines Schlagzeugs befestigen. Der Hi-hat-Ständer als Ort der Wahl ist sehr naheliegend, da man auf diese Weise einfachen Zugang zum Gerät hat um beispielsweise die Sounds zu verstellen. 

Strom oder Batterie - beides bringt Licht ins Display

Ist das gute Stück nun anständig platziert worden, kann man im nächsten Arbeitsschritt das Netzteil anschließen. Wurde dieses, wie es ja öfters mal vorkommt, zu Hause liegen gelassen, verliehen oder verloren (die beiden Letzteren sind leider wohl meist synonym zu gebrauchen) muss man nicht verzweifeln: Schnell ist der alte Game Boy geplündert oder sind im Laden an der Ecke vier AA-Batterien gekauft - die 90 Minuten Show plus Soundcheck hält das TM-2 mit einer Batterieladung locker durch, vorausgesetzt man hat noch nicht so viel Super Mario gespielt.... Ist nun die nötige Stromversorgung hergestellt, kann man einen Kopfhörer einstöpseln und mit den großen, weißen Tasten „1“ und „2“ den Klang der unterschiedlichen Kits checken, ohne die Trigger bereits angeschlossen haben zu müssen. So kann man auch im Tour-Bus noch schnell das Set auf den neuesten Stand bringen. Damit diese Klänge aber auch ertönen, wenn man Schlagzeug spielt, muss man natürlich die extra gekauften Trigger und Pads fachgerecht aufbauen und mit dem Modul per Kabel verbinden. Hier gibt es nun einige Kniffe zu beachten: Das TM-2 hat zwei Stereoeingänge, die man mit Signalen füttern kann. Das bedeutet zunächst, man kann pro Buchse einen Mono- oder einen Stereo-Trigger anschließen. Die meisten Snare-Trigger beispielsweise sind Stereo. Sie haben nicht nur einen Fühler auf dem Fell der Trommel, sondern besitzen noch zusätzlich einen weiteren auf dem Rand der Trommel, um Rimshots wiedergeben zu können. Somit kann man zwei Sounds mit einem einzigen Trigger ansteuern. Eine weitere Alternative bieten Y-Adapter, die so aussehen wie der Buchstabe Y. Sie bestehen aus einem Stereo-Stecker (male) und zwei Mono-Buchsen (female). Diese Mono-Buchsen können mit je einem Mono-Trigger belegt werden. Es stecken nun also zwei Mono-Trigger an einem Stereo-Stecker. Dieser bringt die Signale dann weiterhin getrennt in das Gerät. Somit lassen sich insgesamt vier verschiedene Sounds mit den zwei Buchsen des TM-2 ansteuern und abfeuern. In dieser Konfiguration werden wir das Objekt auch im heutigen Test unter die Lupe nehmen.

Damit der Sound, der im TM-2 angesteuert wird, auch von anderen Menschen wahrgenommen werden kann, verfügt das Gerät noch über zwei Output Buchsen (L (Mono) /R). In den Einstellungen hat man die Möglichkeit zu wählen, ob ein Sound links, rechts oder zentral, also aus beiden Ausgängen ausgegeben werden soll. Das ermöglicht eine gewisse Signaltrennung, die unter Umständen sehr praktisch sein kann und nachträgliche, getrennte Lautstärke-Änderungen bedingt ermöglicht. Des Weiteren kann man die Sounds durch diverse interne Effekte manipulieren und  an die gegebenen Umstände anpassen.

Ein weiteres praktisches Schmankerl ist die Midi-Schnittstelle. Mit Ihrer Hilfe kann man zum Beispiel ein weiteres Gerät an das TM-2 anschließen und dessen Sounds ansteuern. Das geht natürlich auch genau andersherum. So ist das Gerät auch mit einem Midi-fähigen Interface und einem Computer-internen Sampler eines Programms wie Ableton Live oder Mainstage nutzbar. Das eröffnet einem Drummer nahezu grenzenlose Möglichkeiten. Zusätzlich kann man die Midi-Signale bei jedem Recording-Prozess einfach zusätzlich aufnehmen. So lassen sich nachträglich kinderleicht zusätzliche Sounds zu den Drums hinzuaddieren. 

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