Test
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06.02.2018

Reloop KUT Test

DJ-Battlemixer

Flashback oder Flashforward?

Mit dem Reloop KUT betritt ein neuer Battlemixer für Scratcher und Turntablists die Bühne. Er legt ein eher klassisch anmutendes Design an den Tag, mit getrennter Farbgebung für das Fader-Areal und die Pot-Sektionen. Modern hingegen gibt sich das digitale Zweikanal-Mischpult bei den sonstigen Ausstattungsmerkmalen, darunter eine integrierte FX-Sektion und ein USB-Audiointerface mit acht Eingängen und sechs Ausgängen zur Einspielung von Computersignalen und den DVS-Betrieb. 449,- Euro setzt Reloop dafür an. Ein gutes Angebot?

Details

Werfen wir zuerst einen Blick auf die Habenseite. Im Reloop-Karton finde ich folgende Inhalte: einen gut verpackten Reloop KUT, das externe Netzteil, ein USB-Kabel und das viersprachige Handbuch. Etwaige Lizenzen für DJ-Software sind nicht dabei, stattdessen entdecke ich einen Hinweis auf dem Karton, dass man auf der Reloop-Website sein Gerät registrieren kann und im Gegenzug dafür ein Premium Abo bei BMP Supreme bekommt, einem Audio/Video-Record-Pool. Damit ist der Käufer berechtigt, eine unbegrenzte Anzahl an BPM, Genre und Key getaggten MP3 Audio-Downloads und MP4 Video-Downloads durchzuführen.

Es gibt zwei Abo-Modelle bei BPM Supreme: Für 29,99 Euro erhält man neben den Downloads eine monatliche Backup-DVD per Post. Ohne diese kostet das Abo nach einem 9,99er Testmonat dann 19,99 Euro. Aktuell sind dort etwa 15.000 Videoclips und 65.000 Audiodateien diverser Genre von EDM und Hiphop über Charts bis Country, Rock und Pop vertreten.

Erster Eindruck

Hält man den Probanden in der Hand und betrachtet die Verarbeitungsqualität, lässt sich allerhand Gutes feststellen: Das Pult wirkt robust und widerstandsfähig, die Buchsen sitzen bombenfest im Gehäuse, die Faderkappen residieren auf Metallpotis, überhaupt legt der Mixer eine höchst ansprechende, klare Designsprache an den Tag. Mittels Aussparungen an der gold-schwarzen, gebürsteten Metall-Faceplate (super-schick, Vestax lässt grüßen) kann das Pult in einen Tisch geschraubt werden. Die Maße betragen 355 x 254 x 104 mm, das Gewicht liegt bei 3,25 kg. Jeder Kanalzug startet mit dem Quellwahlschalter für Phono-, Line- und USB-Signale vom Rechner.

Der (nicht in dB skalierte) Dreiband-EQ lässt sich zwischen den Modi Classic und Isolator umschalten. Außerdem in jedem Channel vorzufinden: ein ziemlich griffiges FX-Poti in Begleitung eines bei Drehung anspringenden grünen Lämpchens für die folgenden Dynamic-FX: Phaser/Flanger, White Noise, LPF/HPF-Filter und Gate/Crush. Über diesen logiert eine Master/Booth-Sektion mit dedizierten Pegelstellern und drei klassisch-ampelfarbcodierten LED-Metern für Kanal 1 und 2 sowie die Summe, jeweils 13 Schritte lang und mit einem Bereich von -36 bis +10 und Peak ausgewiesen. Darunter funkelt einem – farblich mit Weißgold gut gegen das obere Schwarz abgetrennt – die Fadersektion entgegen.

Aux, Mikro und Kopfhörer

Wo auf der rechten Außenflanke Leere herrscht, treffen wir an der linken Seite hingegen auf den kombinierten AUX/MIC-Kanal, der sich mittels Zweiband-EQ im Klang regulieren lässt. Hier beträgt die maximale Anhebung und Absenkung 12 dB. Die Grenzfrequenzen sind bei 100 Hz und 10 kHz angesetzt. Eine LED zeigt grün „Signal“ und rot „Übersteuerung“ an.

An der Front, wo auch das KUT-Logo und der Reloop-Schriftzug prangen, sind zwei Kopfhörerausgänge platziert, ausgeführt als Standard- und Miniklinkenbuchse. DJ muss also keinen Adapter mitführen. Gegenüber bietet eine XLR/Klinke-Combobuchse die Möglichkeit, ein dynamisches Mikrofon anzuschließen. Der AUX-Anschluss (Miniklinkenbuchse) ist für externe Zuspieler gedacht. Mit dem passenden Kabel in der Tasche lässt sich hier auf unkomplizierte Art und Weise Warm-up Mucke vom Smartphone einspielen oder ein paar Beats oder ein Playback – kein Problem. Auch wenn man Samples und Jingles von einer App auf einem mobilen Endgerät abfeuern möchte, ein willkommener Zusatzkanal. Mikrofon und Aux schließen sich allerdings aus. Doch es gibt ja auch noch die …

Rückseite

... die separate Phono/Line-Anschlüsse aufweist, jeweils mit einer ausreichend großen Rändelschraube für die Massekabel ausgestattet und einer Faderstart-Buchse, deren Funktion sich via Schalter (de)aktivieren lässt. Abschalten kann man auch die MIDI-Kommandos, gesendet von den Bedienelemente auf der Benutzeroberfläche, abzulesen im MIDI-Chart des Handbuchs. Der Wahlschalter neben den Cinch-Buchsen legt fest, welcher der beiden Eingänge am Kanal sein Signal in den Rechner schickt.

Ausgeführt wird das Summensignal via XLR (Master) und zweimal Cinch (Master/Booth). Schade allerdings, dass kein Record-Out zum Direktmitschnitt dabei ist. Zur High-Retention USB-2.0 Buchse: Ist das Kabel einmal platziert, mag sie es nicht so leicht wieder hergeben – versehentliches „Unplugging“ ist quasi unmöglich. Eine Netzteilbuchse mit Zugentlastung und Power-Schalter sowie die Kensington-kompatible Ausfräsung zur Anbringung eines Diebstahlschutzkabels beenden den visuellen Rundgang über das Backpanel.

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