Workshop_Folge
Workshop
5
20.07.2016

Rekordbox und MIDI-Mapping

Crashkurs Pioneer Rekordbox DJ #5

In den ersten Versionen von Rekordbox Version 4 respektive Rekordbox DJ gab es diese wichtige Funktion noch nicht, aber seit dem Frühjahr könnt ihr nun jeden x-beliebigen MIDI-Controller mit Rekordbox verbinden und die Software damit steuern. Jede Funktion der Mixsoftware wird über ein neu integriertes Menü mit einem Drehregler, Fader oder Button eurer Wahl verknüpft. Natürlich liegen schon vorgefertigte MIDI-Einstellungen für Controller aus dem Hause Pioneer DJ vor, doch auch diese könnt ihr überschreiben und individuell anpassen.

Details

Rekordbox DJ ist mittlerweile in der Szene angekommen und wird von immer mehr Benutzern eingesetzt. Das ist natürlich den neuen und wirklich sehr professionell ausgestatteten DJ-Controllern von Pioneer DJ zu verdanken, da sie perfekt auf die Software zugeschnitten sind und jedes kleine Detail und jede Funktion des Programms nutzen. Ich merke während des Einsatzes der Pioneer Controller nur selten, dass ich eigentlich nur eine Software kontrolliere. Nun könnt ihr aber zusätzliche Hardware zum Steuern einsetzen oder sogar komplett auf Pioneers Produkte verzichten, um Rekordbox DJ einzusetzen. Das Stichwort heißt MIDI-Mapping und das ist seit Rekordbox in der Version 4.06 möglich.

MIDI-Mapping

Nach Öffnen der Software solltet ihr euch im Performance-Modus befinden. Das erkennt ihr am Menü links oben. Auf der rechten Seite seht ihr nun neben der Pegelanzeige des Master-Ausgangs den Button „MIDI“. Ein Mausklick darauf öffnet ein neues Fenster. Hier könnt ihr zu jedem Parameter der Software einen eigenen Drehregler, Button oder Fader eurer angeschlossenen MIDI-Hardware zuweisen.

Zuerst müsst ihr im Fenster unter „Connected Device“ euren Controller auswählen, danach sucht ihr euch den Software-Parameter aus, der belegt werden soll. Jetzt ist es ratsam, MIDI-Learn an der unteren linken Ecke des Fensters anzuklicken, denn nur so könnt ihr durch Drehen, Schieben oder Klopfen eines eurer Controller-Regler oder Pads die angeklickte Funktion automatisch zuteilen lassen.

Bis alle Parameter belegt sind, müsst ihr euch natürlich durch etliche Menüs durchboxen. Vier Decks mit allen Funktionen des Decks, Pad-FX/Slicer, Effektsektion, Sampler, Mixer und Browser ergeben eine Vielzahl an belegbaren Funktionen.

Glücklicherweise ist Rekordbox DJ nicht auf einen angeschlossenen Controller beschränkt. Ihr könnt zum Beispiel über einen USB-Hub weitere MIDI-Controller hinzufügen. Jede Hardware kann gesondert mit Funktionen bestückt werden. Ist eure MIDI-Hardware in der Lage, MIDI-Werte zu empfangen, also bidirektional zu arbeiten, werden Werte, die ihr mit der Maus in Rekordbox DJ triggert, direkt auf eurem Controller wiedergegeben. Empfangene Werte werden dann auf eurem Controller direkt angezeigt.

Pioneer DJs eigene Hardware, sogar die günstigen kleinen Controller, wurden schon „vorgemappt“ und sind direkt nach dem Anschließen an den Rechner aktiviert, sodass ihr direkt loslegen könnt. Das heißt, ihr müsst eigentlich keine Funktionen für den Controller anlegen. Fehlen euch wichtige Zuweisungen, ist es ratsam, einen zweiten Controller hinzuzufügen. Hier eigenen sich beispielsweise ein Akai MPKmini, eine Maschine oder sogar ein Traktor Kontrol X1 von Native Instruments (NI Controller müssen sich im MIDI Mode befinden!).

Wem die Belegung der Pioneer DJ Controller nicht zusagt, der kann sie auch überschreiben. Sehr schön ist, dass sich Rekordbox DJ eure angesteckten Controller und deren Zuweisungen merkt. Also könnt ihr getrost alle Geräte von eurem Rechner entfernen, einpacken und in der DJ Booth eures Vertrauens wieder aufbauen. Alles sollte dann, wie Zuhause vorbereitet, klappen. Wer auf einen neuen Rechner wechselt oder Daten gerne mit Freunden und Bekannten austauscht, kann das MIDI-Mapping auch abspeichern und jederzeit auf einem anderen Rechner wieder öffnen. Leider gibt euch die Software (noch) keine Möglichkeit, Jogwheels von anderen Herstellern einzusetzen.

Soll aus einem DJ-Set eine Live-Performance werden, lässt sich jetzt durch günstige Zusatzgeräte der Workflow immens verbessern. Es entfällt somit ein Umschalten in Sub-Ebenen der sowieso schon teuren und großen Controller-Boliden. Viele Hobby-DJs können mit einer manuellen Belegung vorhandener Controller schon einmal testen, ob die Software die richtige Wahl für einen zukünftigen Gig im Club ist. Vielleicht merkt ihr so auch, ob sich eine Investition in einen großen Pioneer DJ Controller lohnen könnte. Wer nur mit CDJs mixt, kann mit Rekordbox DJ ebenfalls auflegen, indem er die CDJs als Controller einsetzt. Hier lohnt sich dann definitiv ein weiterer MIDI-Controller, um die Effekte und den Sampler fernzusteuern. Maus und Trackpad sollten im Club besser nicht bedient werden.

Sehr interessant finde ich die manuelle Belegung des Samplers, der Effektsektion und des Slicers. Denn genau diese Bereiche erfordern gute Controller mit hierfür ausgelegten Buttons und Reglern. Beispielsweise besitzt NI Maschine acht sehr gute Trigger-Pads, die sich sehr gut für eure Zuweisungen verwenden lassen. Hieraus entstehen dann interessante Sample-Effekt-Spielereien, die eurem Set das gewisse Etwas verleihen. Solche MIDI-Controller verfügen meist auch über verschiedene Bänke. Das heißt, ihr könnt bei Maschine acht Pads in Bank A mit Effekten belegen und durch ein Umschalten in Bank B die Sample-Sektion von Rekordbox DJ bearbeiten. Da Maschine acht Bänke verwaltet, gibt es etliche Möglichkeiten.

Ihr seht also, dass es mit einer individuellen Belegung eurer Controller möglich ist, euch von anderen Sound- und Performance-technisch abzuheben. Wer mit Rekordbox DJ die Clubs dieser Welt beschallen will, bekommt mit dem MIDI-Mapping-Update der Software unendlich viele neue und individuell einstellbare Optionen, Musik zu mixen und zu remixen. Controllerism par excellence!

Euer Marcus aka Broombeck

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